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gegen die Natur handelt. Wer die Harmonie der Erde achtet, den wird die Erde von selbst mit
reicher Ernte beschenken, sagt uns Anastasia.
Statt verschmutzte Stadtluft zu atmen und unter Zivilisations-Lärm und Krankheiten zu leiden, soll
man lieber aufs schöne, saubere Land ziehen und in Harmonie mit Mutter Erde arbeiten. Etwas, das
gerade unter jungen Russen immer mehr Anklang findet. Zumal jetzt über Internet auch
anspruchsvolle Tätigkeiten möglich sind. Dies ist vielleicht der wichtigste Wendepunkt in der
Entwicklung der menschlichen Gesellschaft? Die Kleingärtner, sagt sie, könnte der Vorbote für all
des Schöne, was nach ihnen kommt sein.
Russlands Präsident Wladimir Putin ist auf der Seite der Familiengärtner. So können die Russen
jetzt kostenlos einen Hektar Land bekommen und selber bewirtschaften. nach fünf Jahren noch
einmal kontrolliert werden, ob das Landstück auch tatsächlich bewirtschaftet wird. Wird das Land
gut gepflegt, wird es danach dem Bewirtschafter übertragen. Im Juni 2016 sprach das russische
Parlament ein definitives Verbot für den Anbau von Gentechnik-Pflanzen und die Züchtung von
genmanipulierten Tieren aus.
Anastasia schrieb an den Präsidenten: Wenn aber jede Familie ihren eigenen Grund und Boden
erhält, wird sie ihn in einen blühenden Paradiesgarten verwandeln und das zum Nutzen der
übergeordneten Heimat. Früher ließen wir uns vom Überfluss an Nahrungsmitteln in den westlichen
Ländern beeindrucken, doch mittlerweile wissen wir, dass ihr sogenannter Fortschritt seinen Preis
hat: chemischer Dünger, Pflanzenschutzmittel und Gentechnik.
Im Band 4 empfiehlt Anastasia, als Erstes solle man sich einen Ort aussuchen, an dem man gerne
leben möchte. Mit einem Klima, das für einen angenehm ist. Dann benötige man einen Hektar (also
zehntausend Quadratmeter) guten Landes. Falls ein Kauf nicht möglich sei, solle man das Land für
99 Jahre pachten, mit Verlängerungsrecht. Dann gelte es, das Grundstück zu umzäunen. Wenn die
Bäume im Wald ein wenig gewachsen sind, werden wir unter ihren Ästen drei Bienenhäuser
aufstellen. An anderen Stellen in deinem Wald werden wir aus Bäumen Areale für bestimmte
Zwecke schaffen, zum Beispiel eine Art Laube, wo du mit deinen Freunden oder Kindern an heißen
Tagen Zuflucht finden kannst. Außerdem ein lebendes Schlafzimmer für den Sommer, einen
Werkraum sowie Schlafzimmer für Kinder und Gäste. All dies macht nicht übergroße Mühe, sagt
Anastasia - nicht einmal der Gemüsegarten. Schau nur, ich habe hier die schönsten Gurken und
Tomaten wachsen lassen. Da sie nicht auf kahlem Boden wachsen, schmecken sie viel besser und
enthalten auch wertvollere Nährstoffe als herkömmliches Gemüse. Selbst Unkraut, Käfer und
anderes kann integriert sein.
In jeder Siedlung richten viele Familien, Menschen aus unterschiedlichen Berufen mit
verschiedenen Glaubensüberzeugungen, Charakteren und Altersgruppen, ihre Familienlandsitze ein.
Weben, Sticken, Arbeit mit Ton, Zimmerei etc gehört zum Leben. Die Siedler kommunizieren
miteinander, tauschen Erfahrungen aus und helfen einander bei verschiedenen Angelegenheiten.
Abends versammeln sie sich oft und schmieden gemeinsame Pläne für die Zukunft, träumen,
erzählen Geschichten. Singen, tanzen, gemeinsames Musizieren, gehören zum Leben. Oft werden
Feste und Spiele veranstaltet.
Das ungeschriebene Gesetz in allen Siedlungen dieser Art heißt: vollständige Ablehnung von
Rauchen, Drogen aller Art. Viele sind Vegetarier. Es werden gerne Pferde gezüchtet, Kühe und
Ziegen für Milchprodukte angeschafft, Hühner, Enten und Gänse für Eier. Fast alle betreiben
Bienenzucht. Chemische Düngemittel, Reinigungsmittel etc. werden generell nicht verwendet.
Bewusst findet die Rückkehr zu den natürlichen Fähigkeiten und Alternativen statt.
Viele haben festgestellt, dass viel mehr freie Zeit zur Verfügung steht, vor allem an den langen
Winterabenden. Sehr viele haben kreative Tätigkeiten entwickelt.