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3. Werden Sie Mentor für Jüngere. Sie haben viel zu bieten. Egal ob Schreiner, Lehrer, Krankenpfleger, Gärt-
ner oder Manager, Ihre Erfahrungen sind wertvoll und können anderen helfen. In indigenen Gemeinschaften
ehrt man traditionell die Weisheit der Älteren. Achten auch Sie Ihre Weisheit und
bringen Sie jüngeren Leuten bei, sich für ein nährendes Leben und eine Ökonomie des Lebens einzusetzen.
4. Verlangen Sie verantwortungsvolle Investitionen. Bestehen Sie darauf, dass Ihre private Rentenversiche-
rung, Ihr Anlagefonds und andere Investitionen dem öffentlichen Interesse dienen und zu einer ökologisch
nachhaltigen, ressourcenschonenden und sozial gerechten Welt beitragen.
Informieren Sie die Fonds und Unternehmen, an denen Sie Anteile besitzen, dass Sie ihren Erfolg wollen,
was für Sie jedoch heißt, an einer Ökonomie des Lebens teilzuhaben.
5. Beteiligen Sie sich an Kampagnen oder initiieren Sie Kampagnen, die sich auf die Regierung, die Politik
und die Wirtschaft auswirken. Kandidieren Sie für ein politisches Amt oder unterstützen Sie Kandidaten, die
für einen Wandel eintreten, schließen Sie sich Verbraucherorganisationen an oder wählen Sie einen anderen
Weg, mit dem Sie sich intensiv am demokratischen Prozess beteiligen. Dabei sollte Ihnen klar sein, dass es
nicht nur darum geht, ein echter Verfechter der Demokratie zu sein; ein solches Engagement bringt
Erfüllung und macht Spaß.
6. Lassen Sie andere an Ihrer Geschichte teilhaben. Erzählen Sie anderen, vor allem Jüngeren, von Ihrem Le-
ben und der Welt, in der Sie aufwuchsen – wie sie funktionierte, wo die Schwachstellen lagen und was heute
getan werden muss, um eine Gesellschaft zu schaffen, die widerstandsfähig ist und alle Lebensformen re-
spektiert. Sie können das im Familienkreis, bei kommunalen Versammlungen, aber auch im größeren Maß-
stab im Verein oder schriftlich, im Film, durch Kunst, Musik oder andere Medien vermitteln, die Ihnen
liegen. Nutzen Sie Ihre einzigartigen Fähigkeiten und Talente.
Neun Dinge, die man in der Zeit zwischen Studium und Ruhestand tun kann
1. Halten Sie sich darüber auf dem Laufenden, was sich in Ihrem Umfeld und weltweit abspielt. Kratzen Sie
an der Oberfläche, haken Sie nach. Lassen Sie sich nicht von Medien, Politikern, Unternehmen und Regie-
rungen täuschen.
2. Trainieren Sie Ihre Kommunikationsfähigkeiten, damit jeder in Ihrem Umfeld von der aktuellen Entwick-
lung erfährt. Denken Sie daran, dass es nicht viel bringt, wenn Sie dogmatisch oder rechthaberisch wirken.
»Wussten Sie schon, dass …?« ist effektiver als »Wissen Sie denn nicht, dass …?«
Vergessen Sie nicht, Fragen zu stellen, die die Neugier und Kreativität Ihrer Gesprächspartner wecken. Damit
kommen Sie oft viel weiter, als wenn Sie den anderen mit Ihren eigenen Ideen und Informationen überhäufen.
Nutzen Sie die Mittel, die Ihnen am besten liegen: Gespräche, Artikel, E-Mails, Posts auf Facebook, Tweets
… es gibt viele Möglichkeiten.
3. Verlangen Sie wirtschaftliche und steuerliche Reformen, etwa Abrechnungsmethoden, die auch soziale Zu-
satzkosten berücksichtigen, eine strengere Aufsicht für den Finanzmarkt und Steuergesetze, die Reiche und
Unternehmen zwingen, ihren gerechten Anteil zu zahlen, und soziale und umweltfreundliche Technologien
fördern. Wählen Sie nur Kandidaten, die solche Reformen unterstützen, kaufen Sie nur von Unternehmen, die
diese Forderungen erfüllen und sie unterstützen, und lassen Sie das die Kandidaten und Unternehmen auch
wissen. Schreiben Sie Leserbriefe und Blogs, stellen Sie Posts auf Facebook, twittern Sie und so weiter.
4. Gründen Sie eigene Bewegungen oder treten Sie Verbraucherbewegungen bei, gemeinnützigen und nicht
staatlichen Organisationen, die Unternehmen fördern, die dem öffentlichen Interesse dienen – also den 99,9
Prozent anstatt den 0,1 Prozent. Rufen Sie Ihre kommunalen Vertreter und nationalen Abgeordneten an oder
senden Sie ihnen E-Mails und drängen Sie sie, solche Bewegungen zu unterstützen und für entsprechende
Reformen zu stimmen.
5. Helfen Sie mit, gemeinschaftliche Unternehmen zu gründen oder zu unterstützen, etwa Verbraucherkoope-
rativen, kommunale Unternehmen, Unternehmen, die freiwillig bestimmte Standards in Hinblick auf Nach-
haltigkeit und Transparenz erfüllen, oder lokale Banken und Unternehmen im Besitz der Belegschaft.
6. Gehen Sie zu Demonstrationen, Protestkundgebungen und schließen Sie sich Arbeiter-/Studenten-/Bürger-
bewegungen an, die für bessere soziale Bedingungen und den Umweltschutz kämpfen. Unterstützen Sie sie
aktiv oder finanziell oder über die sozialen Medien.
7. Machen Sie sich Ihre eigenen Vorurteile bewusst, vor allem in Hinblick auf Rasse, Religion, Finanzstatus,
Einwanderer, Geschlecht und so weiter, und arbeiten Sie daran, diese zu überwinden.
8. Lehren Sie junge Menschen, Aktivisten mit Seele zu sein. Helfen Sie ihnen zu verstehen, dass Demokratie
darauf basiert, dass man sich bildet und über die Ereignisse in der Welt informiert, um dann inspiriert zu han-
deln.
9. Wenn Sie für ein Unternehmen arbeiten oder Aktien besitzen, sagen Sie Ihre Meinung. Jeder soll wissen,