Evangelium der Heiligen Zwölf und andere ergänzende Quellen
Gottes Gerechtigkeit und die widerspruchsfreie Lehre Jesu in seiner Ursprünglichkeit
Bringt gerne eure Verbesserungsvorschläge ein, damit dieses Werk immer besser wird.
Es soll inhaltlich möglichst auf den apokryphen Schriften basieren mit Quellen-Angaben.
Auch formell könnte man noch einiges verbessern.
Zu einigen Abschnitten gibt es schon fertige Predigt-texte und es werden mehr.
Danke für die Zusammenarbeit!
Kontakt: Stefan.Ubuntu@mail.ch
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Zu bestimmten Abschnitten gibt es schöne freie Videos, Audio und Text-Dateien. Hier sind sie abgelegt:
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✨ Das Evangelium der Heiligen Zwölf ist ein spiritueller Schatz, der bisher kaum verbreitet ist. Viele Menschen wissen nicht einmal, dass es existiert – geschweige denn, dass es tiefgehende Lehren über Mitgefühl, die Einheit allen Lebens und sogar über eine vegetarische Lebensweise enthält.
Ursprung
Gideon Jasper Richard Ouseley, ein britischer Geistlicher und Mystiker, veröffentlichte das Evangelium erstmals 1892. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung „verlorener“ christlicher Lehren und Texte, die Jesus und seine Jünger in einem mehr spirituellen und ethischen Licht darstellen – mit Schwerpunkt auf vegetarischen, pazifistischen und naturverbundenen Lebensansichten.
Es ist ein apokryphes, spirituell orientiertes Evangelium, das als eine alternative Darstellung des Lebens und der Lehren Jesu gilt.
Das Evangelium basiert auf alten Schriften, die ihm durch mystische Erfahrungen und Eingebungen zugänglich gemacht wurden. Manche Menschen beherrschen das lesen in der kosmischen Akasha-Chronik, wie z.B. Rudolf Steiner und bekommen Erkenntnisse die ihr eigenes Potential weit übersteigen.
Dieser Text enthält Passagen von solcher Brillianz und spiritueller Weisheit, die menschliches Potential übersteigen. Prüfe selbst!
Ziel: Das Evangelium entstand aus Ouseleys Überzeugung, dass die ursprüngliche Lehre Jesu mit der Zeit verzerrt worden sei und dass Jesus eine Botschaft des Friedens, der Nächstenliebe und des Mitgefühls für alle Lebewesen verkündet habe. Der Text soll, laut Ouseley, die wahre und unverfälschte Lehre Jesu darstellen.
Veganismus und Gewaltlosigkeit: Ein zentrales Thema ist das Mitgefühl für Tiere und die Ablehnung von Tieropfern und Fleischverzehr. Es betont die Einheit von Mensch und Natur, Frieden und Gewaltlosigkeit.
Das Evangelium des vollkommenen Lebens stellt eine alternative Version der vier kanonischen Evangelien dar. Der Text deckt viele bekannte Ereignisse und Lehren aus dem Leben Jesu ab, weist jedoch einige Besonderheiten auf:
Vegetarismus und Tierschutz: Jesus predigt Mitgefühl und Respekt gegenüber allen Lebewesen und spricht sich klar gegen das Essen von Fleisch und das Töten von Tieren aus.
Reinkarnation: Die Lehre von Reinkarnation und karmischer Vergeltung ist in diesem Evangelium präsent, was in den kanonischen Evangelien fehlt. Die Vorstellung einer spirituellen Entwicklung über mehrere Leben hinweg wird betont.
Spirituelle Reinheit und Gleichheit: Es enthält Botschaften über innere Reinheit, Mitgefühl und die Gleichstellung von Männern und Frauen, die in den herkömmlichen biblischen Evangelien nur ansatzweise vorkommen.
Ablehnung von Tieropfern: Jesus widerspricht den Praktiken von Tieropfern im Tempel, was das Evangelium als eine seiner zentralen Lehren darstellt.
Das Evangelium des vollkommenen Lebens legt viel Wert auf die ursprüngliche Reinheit und Ganzheitlichkeit der Botschaft Jesu. Die wichtigsten Punkte sind:
Mitgefühl und Liebe zu allen Geschöpfen: Jesus predigt uneingeschränktes Mitgefühl für alle Lebewesen und fordert seine Jünger zu einem Leben der Gewaltlosigkeit auf.
Vegetarismus und Respekt vor der Natur: Jesus lehnt Tieropfer und den Fleischkonsum ab, was die spirituelle und körperliche Reinheit fördern soll.
Ganzheitliche Spiritualität: Die Lehren umfassen eine ganzheitliche Sicht auf Körper, Geist und Seele, was sich in einem Lebensstil der Balance und Reinheit ausdrückt.
Karmisches Gesetz und Reinkarnation: Das Evangelium vertritt die Idee, dass jeder Mensch seine Handlungen verantworten muss, oft über mehrere Leben hinweg.
Gleichberechtigung und Heilung: Es legt großen Wert auf die spirituelle Gleichheit aller Menschen und die Heilung von Körper und Seele als Ausdruck göttlicher Gnade.
Kapitel 43, 3. Jesus sprach zu ihm: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du im Überfluss hast, und gib es denen, die nichts haben, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Dann komm und folge mir nach.“
Kapitel 44, 3. Wahrlich, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und die Wahrheit weiß alle Dinge.
Das ist alles! Aber „Niemand kommt zum Vater als wie durch ich“, steht da nicht drin.
Über das essen von Fleisch Kapitel 12, 38,2
2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso wenig können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.
3. Gott gibt die Körner und die Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper.
4. ….haltet eure Hände frei vom Blutvergießen und lasst kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Samen der Erde.
Das Vater unser….Kapitel 19
Kapitel 46. Die zwölf Gebote
Kapitel 46, Vers 24: Wahrlich, ich sage euch, alle, welche glauben und dieses Gesetz befolgen, werden erlöst werden, und die es kennen und nicht befolgen, werden verloren sein.
Anmerkung
Hier ist ein sehr wichtiges Merkmal, es geht nicht nur um den Glauben, es geht auch darum, den Willen Gottes zu befolgen. Das ist schwerwiegend!
Kapitel 46, 27. Und seine Jünger fragten ihn: „Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Elias soll wahrhaftig zuvor kommen und alles wiederherstellen.
28. Doch ich sage euch: Es ist Elias schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen.“ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.
Anmerkung
Hier kann es nur darum gehen, dass Elias in Johannes dem Täufer wiedergeboren wurde, das heißt dass die optionale Reinkarnation Tatsache ist.
Das Evangelium des vollkommenen Lebens ist ein apokrypher Text ohne anerkannten historischen Ursprung. Es wird von den meisten theologischen und kirchlichen Institutionen als nicht-kanonisch angesehen und als Ausdruck der spirituellen und ethischen Überzeugungen Ouseleys verstanden. Dennoch inspiriert es viele, die eine Verbindung zwischen Christentum und veganer, spiritueller Lebensweise suchen, da es ein friedvolles Bild Jesu als Beschützer aller Lebewesen zeichnet.
Inhaltliche Richtung der Apokryphen Schriften
Sie sprechen jene Menschen an, die eine persönliche und mystische Beziehung zum Göttlichen suchen, und bieten einen Weg, die spirituelle Reise als einen Prozess der Selbst-Erkenntnis und inneren Transformation zu sehen.
Viele der gnostischen Texte betonen die individuelle, mystische Erfahrung des Göttlichen und den Wert des inneren Wissens. Diese Sichtweise unterscheidet sich deutlich von der Betonung der rituellen und dogmatischen Aspekte im traditionellen Christentum.
Anstatt sich nur auf die Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus zu konzentrieren, betonen die Nag-Hammadi-Schriften, dass wahres Wissen und Erleuchtung Wege zur inneren Befreiung und Erlösung sind.
Diese Schrift ruft uns dazu auf, spirituelle Weisheit in ihrer Vielfalt zu schätzen und zu verstehen, dass der Weg zur Wahrheit viele Formen annehmen kann. Sie erinnern uns daran, dass der Glaube lebendig ist und in einer tiefen, persönlichen Begegnung mit dem Göttlichen wurzelt – eine Einladung, auf die innere Reise zu gehen und das Licht der Wahrheit in uns selbst zu entdecken.
Das Evangelium der Heiligen Zwölf ist vermutlich aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.
Die Essener oder Essäer waren eine spirituelle Gemeinschaft im antiken Judentum vor der Zerstörung des Tempels von Jerusalem (70 n. Chr.). Nach einem geographischen Bericht von Plinius dem Älteren lebten die Essener am Westufer des Toten Meeres. Sie gelten als die Bewohner von Qumran (Qumran-Essener), Ersteller und Verfasser der Schriftrollen vom Toten Meer. Auch Jesus, der Nazarener stammt von den Essenern.
Samuel Hopgood Hart (1865–1958), gab den Text 1924 erneut heraus. Seit den 1950er Jahren wurden zahlreiche Ausgaben veröffentlicht, und der Titel bleibt in gedruckter Form und im Internet.
Prolog zum Evangelium der Heiligen Zwölf
Hier beginnt das Evangelium von Jesus, dem Christus, dem Nachkommen Davids durch Josef und Maria nach dem Fleische und dem Sohne Gottes durch göttliche Liebe und Weisheit nach dem Geiste.
Sie ist von seinem Zeitgenossen Publius Lentulus, der als Statthalter von Judäa der Vorgänger des Pontius Pilatus war. Es ist ein Auszug aus einem Schreiben an Tiberius Cäsar, Kaiser der Römer, der ein zusätzliches Hineinspüren in die Persönlichkeit von Jesus ermöglicht: „Er ist ein Mensch von edler Gestalt und bewundernswerter Haltung, in der eine solche Erhabenheit liegt, dass diejenigen, die ihn anblicken, ihn bewundern müssen.
Sein Haar hat die Farbe vollreifer Kastanien, und von den Ohren bis auf die Schultern herab hat es die Farbe der Erde mit einem schönen Glanz. Nach Art der Nazarener ist es in der Mitte des Kopfes gescheitelt. Seine Stirn ist glatt und sehr schön, das Gesicht ist falten- und fleckenlos und von heller Farbe. An der Form der Nase und des Mundes ist nichts auszusetzen.
Sein Bart ist dicht, wie das Haar nicht sehr lang und in der Mitte geteilt. Die Augen sind wie Sonnenstrahlen, und wegen ihres Glanzes ist es unmöglich, ihm lange ins Gesicht zu blicken. Er wird geliebt und hat ein ernstes, doch heiteres Wesen. Seine Hände und Arme sind sehr schön. In der Unterhaltung ist er liebenswürdig, doch lässt er sich selten in ein Gespräch ziehen, und wenn er spricht, zeigt er eine sehr bescheidene Haltung. Im Aussehen ist er der schönste Mensch, den man sich vorstellen könnte, genauso wie seine Mutter, die die schönste junge Frau ist, die man jemals hierzulande gesehen hat.
Für die ganze Stadt Jerusalem ist er ein Wunder an Gelehrsamkeit. Er hat niemals studiert, und doch kennt er alle Wissenschaften. Er trägt Sandalen und geht ohne Kopfbedeckung. Man sagt, dass ein solcher Mensch hierzulande noch nie gesehen oder gehört wurde. In Wahrheit, die Hebräer berichten mir, dass man niemals solche Ratschläge, solche erhabenen Lehren vernommen habe, wie dieser Christus sie lehrt; und viele Juden halten ihn für Göttlich und glauben an ihn, während viele andere ihn bei mir anklagen, im Widerspruch zu Eurer Majestät zu stehen.
Es wird anerkannt, dass er niemals irgendjemandem Leid zufügt, sondern nur Gutes getan hat. Alle, die ihn kennen und mit ihm zu tun gehabt haben, sagen, dass sie Wohltaten und Heilung von ihm empfangen haben.“
Publius Lentulus
Von Ewigkeit zu Ewigkeit
ist der ewige Gedanke,
und der ewige Gedanke ist das Wort,
und das Wort ist die Tat,
und diese drei sind eins im ewigen Gesetz;
und das Gesetz ist bei Gott,
und das Gesetz geht von Gott aus.
Alles ist erschaffen durch das Gesetz,
und ohne es ist nichts erschaffen,
was existiert.
Im Worte ist Leben und Substanz,
das Feuer und das Licht.
Die Liebe und die Weisheit
sind eins für das Heil aller.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis,
und die Finsternis verbirgt es nicht.
Das Wort ist das eine Leben spendende Feuer,
und indem es in der Welt scheint,
wird es zum Feuer und Licht in jeder Seele,
die in die Welt eintritt.
Ich bin in der Welt,
und die Welt ist in mir;
und die Welt weiß es nicht.
Ich komme zu meinem eigenen Hause,
und meine Freunde empfangen mich nicht.
Doch allen, die empfangen und gehorchen,
ist die Macht gegeben,
die Söhne und Töchter Gottes zu werden,
auch denen, die an den heiligen Namen glauben,
die nicht aus dem Willen des Fleisches und Blutes,
sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und wohnte unter uns,
und wir sahen seine Herrlichkeit voller Gnade.
Seht die Güte und die Wahrheit
und die Schönheit GOTTES!
Im Namen des Allerheiligsten.
Amen.
1. Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias vom Stamme Abias, und seine Frau, von den Töchtern Aarons, hieß Elisabeth.
2. Sie waren beide fromm vor Gott und wandelten in allen Geboten und Gesetzen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt.
3. Und es begab sich, dass er nach der Ordnung seines Dienstes das Priesteramt wahrzunehmen hatte. Nach dem Brauch des Priesteramtes traf ihn das Los zu räuchern, wenn er in Tempel von Gott ging. Und die ganze Menge des Volkes war draußen und betete zur Stunde des Räucher-Opfers.
4. Und es erschien ihm ein Engel des Herrn und stand über dem Räucher-Altar. Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Zacharias; denn dein Gebet ist erhört, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
5. Und du wirst voll Freude und Wonne sein, und viele werden sich seiner Geburt freuen, denn er wird groß sein in den Augen des Herrn und wird weder Fleisch essen noch starke Getränke trinken und er wird noch im Mutterleib mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.
6. Und er wird viele der Kinder Israels zu Gott, ihrem Herrn, bekehren. Und er wird vor Ihm hergehen im Geist und der Kraft des Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Weisheit der Gerechten, ein Volk vorzubereiten, damit es bereit ist für den Herrn.“
7. Und Zacharias sprach zum Engel: „Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und meine Frau ist betagt.“ Der Engel antwortete und sprach zu ihm: „Ich bin Gabriel, der in der Gegenwart Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu verkündigen.
8. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, da dies geschehen wird. Dann soll deine Zunge gelöst werden, damit du meinen Worten glauben kannst, welche zu ihrer Zeit vollendet werden soll.“
9. Und das Volk wartete auf Zacharias und verwunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Und als er herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden, und sie erkannten, dass er im Tempel eine Vision gehabt hatte. Denn er machte Zeichen zu ihnen und blieb stumm.
10. Und es begab sich, dass sobald die Tage seines Dienstes vollbracht waren, er heimging in sein Haus. Und nach jenen Tagen ward sein Weib Elisabeth schwanger und verbarg sich fünf Monate und sprach: „So hat der Herr an mir getan in den Tagen, da er mich angesehen hat, dass er meine Schmach unter den Menschen von mir nehme.“
1. Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, namens Nazareth, zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Joseph, vom Hause David, und der Name der Jungfrau war Maria.
2. Nun war Joseph ein rechtschaffener und vernünftiger Mann, und er war geschickt in allen Arten von Arbeit in Holz- und Stein. Und Maria war eine einfühlsame und klarsichtige Seele und webte Schleier für den Tempel. Und sie waren beide rein vor Gott. Und von ihnen beiden war Jesus, der Christus genannt wird.
3. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: „Gegrüßet seist du, Maria, du hast Gnade gefunden; denn Gottes Mutterschaft ist mit dir, du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“
4. Und als sie ihn sah, erschrak sie über seine Worte und erwog in ihrem Sinne, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Und der Engel sprach zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst in deinem Schoß empfangen und gebären und er wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden.
5. Und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seines Königreiches wird kein Ende sein.“
6. Da sprach Maria zu dem Engel: „Wie soll das geschehen, da ich von keinem Manne weiß?“ Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: „Der Heilige Geist wird über Joseph deinen Partner kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, oh Maria; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Christus, Gottes Sohn, genannt werden, und sein Name auf Erden soll sein Jesus; denn er soll die Menschen von ihren Sünden erlösen, wenn immer sie Reue zeigen und seinem Gesetze gehorchen.
7. Deshalb sollst du auch kein Fleisch essen noch starke Getränke trinken; denn das Kind wird Gott geweiht sein vom Schoße seiner Mutter an, und weder Fleisch noch starke Getränke soll es zu sich nehmen, noch soll jemals ein Scher-Messer sein Haupt berühren.
8. Und siehe, Elisabeth, deine Cousine, ist auch in ihrem hohen Alter schwanger mit einem Sohne und geht jetzt im sechsten Monat, sie, die unfruchtbar genannt war. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ Und Maria sagte: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte.“ Und der Engel schied von ihr.
9. Und am selben Tage erschien der Engel Gabriel dem Joseph im Traum und sprach zu ihm: „Sei gegrüßt, Joseph, du bist auserwählt; denn die Vaterschaft Gottes ist mit dir. Gesegnet bist du unter den Männern und gesegnet die Frucht deiner Lenden.“
10. Und da Joseph über die Worte nachsann, ward er verwirrt. Und der Engel des Herrn sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Joseph, Sohn Davids; denn du hast Gnade gefunden vor Gott, und siehe, du wirst ein Kind zeugen, und du sollst ihm den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“
11. Als dies geschah, auf dass erfüllt würde, was durch die Propheten geschrieben stand: „Siehe, eine Jungfrau wird empfangen und schwanger werden und einen Sohn gebären und ihm den Namen Emmanuel geben, was so viel heißt wie: Gott in uns.“
12. Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel befohlen hatte und ging zu Maria, seiner Verlobten, und sie empfing in ihrem Schoße den Heiligen Einen.
13. Maria aber stand auf in diesen Tagen und ging in das Gebirge eilends zu der Stadt in Judäa und trat in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
14. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward erfüllt von der Kraft des Heiligen Geistes und sprach mit klarer Stimme: „Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
15. Und woher kommt mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und gesegnet ist die, die geglaubt hat. Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Heiligen Einen.“
16. Und Maria sagte: „Meine Seele erhebt sich dich zu verherrlicht, den Ewigen, und mein Geist freut sich in Gott, meinem Heiland. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; denn siehe, von nun an werden mich alle Geschlechter seligpreisen.
17. Denn du, der du mächtig bist, hast große Dinge an mir getan, und heilig ist dein Name. Und deine Barmherzigkeit ist bei denen die dich fürchten von Generation zu Generation.
18. Du hast Stärke gezeigt mit deinem Arm, du hast zerstreut, die stolz sind in der Einbildung ihrer Herzen.
19. Du hast die Mächtigen von ihren Stühlen gestoßen und die Demütigen und Sanftmütigen erhöht. Du füllst die Hungrigen mit Gutem, und die Reichen schickst du leer hinweg.
20. Du hilfst deinem Knechte Israel im Gedenken an deine Barmherzigkeit, wie du geredet hast zu unseren Vätern, zu Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ Und Maria blieb bei ihr drei Monate; danach kehrte sie zurück in ihr Haus.
21. Und dieses sind die Worte, die Joseph sprach: „Gepriesen sei der Gott unserer Väter und unserer Mütter in Israel; denn zur richtigen Zeit hast du mich erhört, und am Tage der Erlösung hast du mir geholfen.
22. Denn du sagtest: Ich will dich bewahren und mit dir einen Bund mit dem Volk machen, um das Antlitz der Erde zu erneuern und die verlassenen Orte aus den Händen der Verderber zu befreien.
23. Dass du zu den Gefangenen sagen kannst: Geht und seid frei, und zu jenen, die in der Finsternis wandeln: Zeigt euch im Licht. Und sie sollen weiden auf den Pfaden der Freude, und sie sollen nimmer mehr jagen noch töten die Geschöpfe, die ich erschaffen habe, um sich vor mir zu freuen.
24. Sie sollen nicht hungern noch dürsten, noch soll die Hitze sie verderben, noch die Kälte sie vernichten. Und ich will auf allen meinen Bergen ein Weg für die Reisenden machen, und meine Höhen sollen gepriesen werden.
25. Singt ihr Himmel, und jauchze du Erde, oh ihr Wüsten, erschallt von Gesang! Denn du, oh Gott, hilfst deinem Volk und tröstest jene, die Unrecht erlitten haben.“
1. Als die Zeit für Elisabeth gekommen war, dass sie gebären sollte, gebar sie einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, wie der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und sie freuten sich mit ihr.
2. Und es begab sich, dass sie am achten Tage kamen, um das Kindlein zu beschneiden, und sie hießen den Knaben nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: „Mitnichten, sondern er soll Johannes heißen.“ Und sie sagten zu ihr: „Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.“
3. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. Und er bat um ein Täfelchen und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie staunten alle, weil sein Mund plötzlich aufgetan war und seine Zunge gelöst, und er redete und lobte Gott.
4. Und es kam eine große Ehrfurcht über alle, die in der Nähe waren, und dieses Ereignis wurde bekannt gemacht über das ganze Bergland von Judäa. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen und sagten: „Was für ein Kindlein mag das sein? Und die Hand Jehovas war mit ihm.“
5. Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geistes erfüllt, weissagte und sprach: „Gepriesen seist du, o Gott Israels; denn du hast dein Volk angenommen und erlöst. Und hast uns ein Horn des Heils in dem Hause deines Dieners David aufgerichtet. Wie du durch den Mund deiner heiligen Propheten gesprochen hast, die gewesen sind, seit die Welt begann.
6. Dass wir vor unseren Feinden errettet würden und aus der Hand aller, die uns hassen. Dass du die Barmherzigkeit zeigst, die du unseren Vätern versprochen hast und deinen heiligen Bund zu gedenken.
7. Der Eide, den du unserem Vater Abraham geschworen hast, dass du uns gewährst, dass wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, dir dienen können ohne Furcht in Heiligkeit und Gerechtigkeit alle Tage unseres Lebens.
8. Und dieses Kind wird der Prophet des Höchsten heißen. Denn es soll gehen vor deinem Angesicht, o Gott, um deine Wege zu bereiten, und deinem Volk die Erkenntnis des Heils durch die Vergebung ihrer Sünden zu bringen.
9. Durch die liebevolle Barmherzigkeit unseres Gottes, durch welche uns der Sonnenaufgang aus der Höhe besucht hat, auf dass er Licht gebe denen, die da in Finsternis und im Schatten des Todes sitzen, und lenke unsere Füße hin auf den Weg des Friedens.
10. Und das Kindlein wuchs heran und wurde stark im Geist, und seine Berufung blieb verborgen bis zum Tag seines Auftretens hinaus zu Israel.
1. Die Geburt Yeshua, des Christus, geschah auf diese Weise: Es geschah in jenen Tagen, dass ein Befehl von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und jeder in Syrien ging in seinen Heimatort, um sich schätzen zu lassen; es war Mitten im Winter.
2. Und auch Joseph mit Maria machten sich auf aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth in Judäa, zur Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er von dem Hause und Geschlecht Davids war, damit er geschätzt werde mit Maria, seiner angetrauten Frau, die mit dem Kind schwanger war.
3. Und so kam es, dass, während sie dort waren, erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn in einer Höhle und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, die in der Höhle war; denn sie hatten sonst keinen Raum dafür in der Herberge. Und siehe, die Höhle wurde mit vielen Lichtern erfüllt, auf beiden Seiten zwölf und strahlte wie die Sonne in ihrer Herrlichkeit.
4. Und es gab in der Höhle einen Ochsen, ein Pferd, einen Esel und ein Schaf, und neben der Krippe lag eine Katze mit ihren Jungen; und es gab auch Tauben über ihnen, und jedes Tier hatte seinen Gefährten nach seiner Art, ein Männchen oder Weibchen.
5. So geschah es, dass er geboren wurde inmitten der Tiere, um sie von ihren Leiden zu befreien war er gekommen, die Menschen von ihrer Unwissenheit und Selbstsucht frei zu machen und ihnen zu offenbaren, sie seien Söhne und Töchter Gottes.
6. Und es waren Hirten in der selbigen Gegend auf dem Felde und hüteten bei Nacht ihre Herde. Und siehe, der Engel Gottes erschien über ihnen, und die Herrlichkeit des Höchsten leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr.
7. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren soll; denn euch ist heute in der Stadt Davids der Erlöser geboren, welcher ist Christus, der Heilige Eine Gottes. Und dieses habet zum Zeichen mit euch: Ihr werdet das Kind in Windeln gewickelt finden und in einer Krippe liegen.“
8. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen, die guten Willens sind.“
9. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten zueinander: „Lasset uns nun gehen nach Bethlehem und sehen, was da geschehen ist, wie unser Gott uns kundgetan hat.“
10. Und sie kamen eilends und fanden Maria und Joseph in der Höhle und das Kind in der Krippe liegend. Und als sie diese Dinge gesehen hatten, verbreiteten sie die Worte, die ihnen über dies Kind gesagt waren.
11. Und alle, die sie hörten, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt das alles und bewegte es in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.
12. Und als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten wurde, wurde ihm sein Name gegeben: Yeshua, wie vom Engel gesprochen war bevor das Kind im Mutterleibe empfangen wurde. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze des Moses vorüber waren, brachten sie das Kind nach Jerusalem, um es Gott darzubringen. (Wie geschrieben steht in dem Gesetze des Moses: Alles Männliche, das den Mutterschoß öffnet, soll dem Herrn geheiligt werden.)
13. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Simeon war zu Jerusalem, und er war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Und ihm war offenbart worden, dass er den Tod nicht sehe, bevor er nicht den Christus Gottes erblickt habe.
14. Und er kam durch Eingebung des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um die Vorschrift des Gesetzes zu erfüllen, erschien ihm das Kind, als wäre es eine Lichtsäule. Da nahm er ihn auf seine Arme, pries Gott und sprach:
15. „Nun lässt du deinen Diener in Frieden dahinfahren, nach deinen Worten. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast, vor dem Angesicht aller Völker ein Licht zu sein, zu erleuchten die Heiden und zum Ruhm deines Volkes Israel.“ Und seine Eltern wunderten sich über alles, was von ihm gesprochen wurde.
16. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, Seiner Mutter: „Siehe, dieses Kind wird gesetzt zum Falle und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird (ja, es wird ein Schwert auch durch deine Seele durchbohren), auf dass vieler Herzen Gedanken offenbar werden.“
17. Und es war da Anna, eine Prophetin, die Tochter Phanuels, vom Stamme Aser, die war hochbetagt und verließ den Tempel nie, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
18. Diese trat auch hinzu in dieser Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wieder nach Galiläa zu ihrem Wohnorte Nazareth zurück.
1. Als Jesus geboren war zu Bethlehem im Lande Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen einige weise Männer aus dem Osten nach Jerusalem. Sie hatten sich gereinigt und weder Fleisch noch starke Getränke zu sich genommen, damit sie den Christus finden könnten, den sie suchten. Und sie sprachen: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir im Osten haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“
2. Als König Herodes dies hörte, erschreckte er und mit ihm ganz Jerusalem. Und er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenrufen und verlangte von ihnen zu wissen, wo der Christus geboren werden sollte.
3. Und sie sagten ihm: „Zu Bethlehem im Lande Judäa, denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Und du, Bethlehem im Lande Judäa, bist nicht die Kleinste unter den Fürsten Judas. Denn aus dir soll der Herrscher kommen, der mein Volk Israel regieren wird.“
4. Da berief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erforschte von ihnen genau, wann der Stern erschienen wäre. Und er sandte sie nach Bethlehem und sagte: „Zieht hin und sucht sorgfältig nach dem Kindlein, und wenn ihr es gefunden habt, so gebt mir wieder davon Kunde, dass auch ich komme und es anbete.“
5. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin: Und siehe, der Stern, den die Weisen aus dem Osten sahen, und der Engel des Sternes zogen vor ihnen hin, bis er kam und über dem Orte stand, da das Kindlein war. Und der Stern erglänzte mit sechs Strahlen.
6. Sie zogen ihres Weges mit ihren Kamelen und Eseln, die mit ihren Gaben beladen waren. Und sie blickten auf der Suche nach dem Kind so eifrig auf den Stern am Himmel, dass sie für eine Weile ihre müden Tiere vergaßen, die die Lasten und die Hitze des Tages trugen und durstig und erschöpft waren. Und der Stern entschwand ihren Blicken.
7. Vergeblich standen sie und starrten und blickten in ihrer Bestürzung einer den anderen an. Da entsannen sie sich ihrer Kamele und Esel und beeilten sich, ihre Lasten abzuladen, damit sie rasten könnten.
8. Nun war dort nahe bei Bethlehem ein Brunnen am Wege. Und als sie sich darüber beugten, um Wasser für ihre Tiere heraufzuholen, siehe, da spiegelte sich auf der stillen Wasserfläche der Stern, den sie verloren hatten.
9. Und als sie dieses sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt.
10. Und sie priesen Gott, der ihnen Barmherzigkeit zeigte, gerade als sie sich ihrer durstigen Tiere erbarmt hatten.
11. Und als sie in das Haus eingetreten waren, fanden sie das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und sie fielen nieder und beteten es an. Sie öffneten ihre Schätze und breiteten vor ihm ihre Gaben aus: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
12. Und da sie von Gott in einem Traum gewarnt waren, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihre Heimat. Und sie entzündeten nach ihrem Brauch ein Feuer und beteten Gott in der Flamme an.
Anmerkung: Auch Feuer-Rituale können die Beziehung zum Schöpfer nähren, das Herz ist dabei entscheidend.
Auch im Traum spricht Gott zuweilen zu uns. Und durch andere Menschen.
13. Da sie aber fortgezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: „Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und dort bleibe, bis ich dir weiteres sage; denn Herodes sucht es zu töten.“
14. Er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort für etwa sieben Jahre bis zum Tode des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“
Anmerkung: Wenn es gefährlich wird, kann es notwendig sein, das Land zu verlassen.
15. Und auch Elisabeth, als sie dies hörte, nahm ihr Söhnlein und ging ins Gebirge mit ihm und verbarg es dort. Und Herodes sandte seine Männer zu Zacharias in den Tempel und ließ ihn fragen: „Wo ist dein Kind?“ Und er antwortete: „Ich bin ein Diener Gottes und bin immer im Tempel. Ich weiß nicht, wo es ist.“
16. Und er sandte abermals zu ihm und ließ ihn fragen: „Sage mir ehrlich, wo ist dein Sohn, weißt du denn nicht, dass dein Leben in meiner Hand ist?“ Zacharias antwortete und sprach: „Gott ist Zeuge: Wenn du mein Blut vergießest, wird Gott meine Seele aufnehmen, denn du vergießest das Blut eines Unschuldigen.“
17. Und sie erschlugen Zacharias im Tempel zwischen dem Allerheiligsten und dem Altar; das Volk bekam Kunde davon durch eine Stimme, die rief: „Zacharias ist getötet worden, und sein Blut soll nicht früher abgewaschen werden, bevor nicht der Rächer gekommen ist.“ Und nach einiger Zeit warfen die Priester das Los, und das Los fiel auf Simeon, welcher seine Stelle einnahm.
18. Da Herodes nun sah, dass er von den Weisen getäuscht worden war, erzürnte er heftig und sandte seine Leute aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem und in der Umgebung erschlagen, die da zweijährig und darunter waren, entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erfahren hatte.
19. So wurde erfüllt, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia: „In Rama hört man eine Stimme, Weinen, Klagen und großes Trauern. Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen; denn sie sind nicht mehr.“
20. Doch als Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Ägypten und sprach: „Stehe auf und nimm das Kind und seine Mutter und kehre zurück in das Land Israel: Denn sie sind gestorben, die dem Kind nach dem Leben trachteten.“
21. Und er stand auf und nahm das Kind und seine Mutter und kam zurück in das Land Israel. Und sie wohnten in einer Stadt mit Namen Nazareth. Und sie nannten ihn den Nazarener.
1. Nun gingen seine Eltern, Joseph und Maria, jedes Jahre nach Jerusalem hinauf zum Passahfest. Sie feierten das Fest nach der Art ihrer Brüder, die das Blut vergießen, Fleisch essen und starke Getränke unterließen. Als Jesus zwölf Jahre alt war, ging er mit ihnen hinauf nach Jerusalem nach dem Brauch des Festes.
2. Und als die Tage zu Ende waren und sie zurückkehrten, blieb das Kind Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern wussten es nicht. Sie meinten aber, er wäre mit in der Gesellschaft und gingen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie zurück nach Jerusalem und suchten ihn dort.
3. Und es begab sich, dass sie ihn nach drei Tagen im Tempel mitten unter den Gelehrten fanden, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihn hörten, staunten über seinen Verstand und seine Antworten.
4. Als sie ihn sahen, waren sie bestürzt und seine Mutter sprach zu ihm: „Mein Sohn, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich voll Sorgen gesucht.“
Anmerkung: Statt voller Vorwürfe zu sein, stellt sie eine Frage! Da kann man was lernen!
Und er sprach zu ihnen: „Wie kommt es, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich im Hause meiner Eltern sein muss?“
Anmerkung: Trotz aller Pharisäer ist der Tempel doch auch ein heiliges Gebiet!
Und sie verstanden die Worte nicht, die er zu ihnen sagte. Aber seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
Anmerkung: Das gefällt mir, trotzdem dass sie es nicht versteht, bewahrt sie es sich auf für später, wo sie es dann verstehen kann.
5. Und ein Prophet, der ihn sah, sprach zu ihm: „Siehe, die Liebe und die Weisheit Gottes sind vereint in dir, deshalb sollst du im kommenden Zeitalter Yeshua genannt werden, denn durch den Christus wird Gott die Menschheit erlösen, die heute wahrlich ist wie die Bitterkeit des Meeres. Doch diese Bitterkeit soll in Süßigkeit gewandelt werden. Aber dieser Generation wird die Braut noch nicht offenbar werden und auch noch nicht in dem Zeitalter, das kommen wird.“
Anmerkung: Die Pharisäer hatten nur das Wissen, aber weder Weisheit noch Liebe!
6. Und er ging mit ihnen hinab und ging nach Nazareth und war ihnen gehorsam. Und er machte Räder und Joche und auch Tische mit großer Geschicklichkeit. Und Jesus nahm zu an Statur und auch an Gefallen bei Gott und den Menschen.
7. Und eines Tages kam der Knabe Jesus an einen Ort, wo eine Fallstrick für Vögel gelegt war, und es standen einige Knaben dabei. Und Jesus sprach zu ihnen: „Wer hat diese Schlinge hierher gelegt für die unschuldigen Geschöpfe Gottes? Siehe, sie werden in gleicher Weise in einer Schlinge gefangen werden.“ Und er erblickte zwölf Sperlinge wie sie tot waren.
8. Und er bewegte seine Hände über ihnen und sprach zu ihnen: „Geht, fliegt hinweg, und solange ihr lebt, denkt an mich.“ Und sie erhoben sich und flogen hinweg mit Geschrei. Die Juden, die das sahen, waren sehr erstaunt und erzählten es den Priestern.
Anmerkung: diese Geschichte gibt es nicht in der Bibel! Sie zeigt, dass Jesus ein großer Freund der Tiere war!
Weitere Quellen dazu:
9. Und andere Wunder tat das Kind, und man sah, wie Blumen unter seinen Füßen empor sprossen, dort, wo nichts als karger Boden war. Und seine Begleiter bekamen Ehrfurcht vor ihm.
10. Als Jesus achtzehn Jahre alt war, wurde er mit Mirjam verheiratet, einer Jungfrau aus dem Stamme Juda, und er lebte mit ihr sieben Jahre lang; und sie starb. Denn Gott nahm sie zu sich, damit er fortfahre zu den höheren Aufgaben, die er zu vollbringen hätte und zu leiden für die Menschen-Söhne und Töchter.
Anmerkung: Auch dies steht nicht in der Bibel. Aber es war damals normal, dass die Menschen heirateten.
11. Und Jesus, da er das Studium des Gesetzes abgeschlossen hatte, ging wieder nach Ägypten hinunter, um von der Weisheit der Ägypter zu lernen, so wie es Moses tat. Und er ging in die Wüste, meditierte, fastete und betete, und er erhielt die Macht des heiligen Namens, durch die er viele Wunder wirkte.
12. Und sieben Jahre lang redete er mit Gott von Angesicht zu Angesicht, und er lernte die Sprache der Vögel und der Tiere und die Heilkräfte der Bäume, Kräuter und Blumen und die verborgenen Geheimnisse der Edelsteine und lernte auch die Bewegungen der Sonne und des Mondes und der Sterne und die Kräfte der Buchstaben, die Mysterien des Quadrates und des Kreises und die Transmutation der Dinge und Formen, und von Zahlen und Zeichen. Von dort kehrte er nach Nazareth zurück, um seine Eltern zu besuchen, und er lehrte dort und in Jerusalem als ein anerkannter Rabbi, selbst im Tempel hinderte ihn niemand daran.
Anmerkung: Hier sind einige Geheimnis erwähnt, die auch in Esoterischen Kreisen eine Bedeutung haben. Dabei gibt es sicherlich gutes und negatives bei der Esoterik.
13. Nach einiger Zeit ging er nach Assyrien und Indien und nach Persien und in das Land der Chaldäer. Und er besuchte ihre Tempel und unterhielt sich mit ihren Priestern und ihren Weisen viele Jahre lang, und er tat viele wunderbare Werke, die Kranken zu heilen, während er durch die Länder zog.
Anmerkung: Bemerkenswert, hier wird auf die vielen Reisen Jesus hingewiesen, die in anderen Quellen (z.B. Wasserman-Evangelium von Levi) genauer beschrieben sind. Er hat dort sehr viel gelernt uns ich sehr entwickelt. Das spricht für die Authentizität!
14. Und die Tiere des Feldes empfanden Ehrfurcht vor ihm, und die Vögel unter dem Himmel hatten keine Furcht vor ihm. Denn er erschreckte sie nicht, ja, sogar die wilden Tiere der Wüste nahmen die Kraft Gottes in ihm wahr und dienten ihm freiwillig und trugen ihn von Ort zu Ort.
15. Denn der Geist göttlicher Menschlichkeit erfüllte ihn und erfüllte so alle Dinge um ihn herum und machte ihm alles untertan; und somit erfüllten sich die Worte der Propheten: „Der Löwe wird liegen bei dem Kalbe und der Leopard bei dem Kitz und der Wolf bei dem Lamm und der Bär bei dem Esel und die Eule bei der Taube. Und ein Kind soll sie führen.
16. Und niemand soll verletzen oder töten auf meinem heiligen Berge; denn die Erde soll erfüllt werden von der Erkenntnis des Heiligen selbst, wie die Wasser bedecken das Bett des Meeres. Und in diesen Tagen will ich nochmals einen Bund schließen mit den Tieren des Feldes und den Vögeln der Luft, mit den Fischen des Meeres und mit allen geschaffenen Dingen. Und ich will den Bogen und das Schwert zerbrechen und alle Werkzeuge des Krieges will ich verbannen von der Erde, und sie sollen weggelegt werden in Sicherheit, damit alle ohne Furcht leben.
17. Und Ich will mich dir anvertrauen in Ewigkeit in Gerechtigkeit und in Frieden und in der Güte des Herzens, und du sollst deinen Gott erkennen, und die Erde soll hervorbringen das Korn und den Wein und das Öl, und ich will zu ihnen sagen, die nicht mein Volk sind: Du bist mein Volk, und sie werden zu mir sprechen: Du bist unser Gott.“
18. Und eines Tages ging er einen Bergpfad entlang am Rande der Wüste. Da traf er auf einen Löwen, den verfolgte eine Menge Menschen mit Steinen und Speeren, um ihn zu töten.
19. Aber Jesus bedrohte sie und sprach: „Warum jagt ihr die Geschöpfe Gottes, die edler sind als ihr? Durch die Grausamkeit vieler Generationen wurden sie zu Feinden der Menschen gemacht, die eigentlich ihre Freunde sein sollten.
20. Wenn die Kraft Gottes in ihnen sichtbar wird, so zeigt sich auch seine Geduld und sein Mitleid. Hört auf, dieses Geschöpf zu verfolgen! Es will euch kein Leid tun. Seht ihr nicht, wie es vor euch flieht und erschreckt ist von eurer Gewalttätigkeit?“
21. Und der Löwe kam herbei und legte sich vor Jesu Füße und zeigte ihm seine Liebe. Und das Volk staunte sehr und sagte: „Seht, dieser Mensch liebt alle Geschöpfe, und hat sogar Befehl über die Tiere der Wüste, und sie gehorchen ihm.“
1. Im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes ein Tetrarch in Galiläa, (Kaiphas der Hohepriester und Annas das Haupt der Sanhedrim), erging das Wort Gottes an Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wildnis.
2. Und Johannes kam in die Landschaften am Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Wie geschrieben steht bei den Propheten: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereitet. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wildnis: Bereitet den Weg des Heiligen und macht gerade die Pfade der Gesalbten.
3. Alle Täler sollen aufgefüllt werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade werden, und die rauen Wege sollen eben gemacht werden. Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“
4. Johannes aber hatte ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ebensolchen Gürtel um die Lenden, und seine Nahrung waren die Früchte des Erbsen-Baumes und wilder Honig. Und es gingen zu ihm Jerusalem und ganz Judäa und alle aus dem Land entlang dem Jordan und wurden getauft von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.
5. Da sprach er zu dem Volke, das herauskam, um von ihm getauft zu werden: „O, du ungehorsames Geschlecht! Wer hat euch gewarnt, vor dem Zorn zu fliehen, der kommen wird? Bringt deshalb rechtschaffene Früchte der Buße und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater.
6. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. Und schon ist die Axt gelegt an die Wurzel der Bäume, und jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“
7. Und die Reichen fragten ihn und sprachen: „Was sollen wir denn tun?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Wer zwei Röcke hat, der komme zu geben dem, der keinen hat, und wer Speise hat, tue dies ebenfalls.“
8. Es kamen aber auch einige Zöllner, um getauft zu werden, und sagten zu ihm: „Meister, was sollen wir tun?“ Und er sprach zu ihnen: „Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist, und seid gnädig mit eurer Macht.“
9. Ebenso fragten ihn die Soldaten: „Was sollen wir tun?“ Und er sprach zu ihnen: „Tut niemand Gewalt noch Unrecht und begnügt euch mit euren Löhnen.“
10. Und er sprach zu allen und sagte zu ihnen: „Haltet euch fern vom Blut der Erwürgten und von den toten Körpern der Vögel und Tiere und hütet euch vor allen Taten der Grausamkeit und allem Unrecht. Glaubt ihr denn, das Blut der Tiere und der Vögel kann Sünde abwaschen? Ich sage euch: Nein. Sprecht die Wahrheit! Seid gerecht, seid barmherzig zueinander und zu allen Geschöpfen, die da leben, und wandeln demütig vor eurem Gott.“
Anmerkung: Auch hier wird an den Schutz der Tiere erinnert, auch von Jesus eine wichtige Botschaft.
11. Und wie das Volk in Erwartung war und alle Menschen nachdenklich in ihren Herzen, ob Johannes der Messias wäre oder nicht, antwortete Johannes und sprach zu allen: „Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, den Riemen dessen Schuhe aufzulösen ich nicht wert bin.
12. Er wird euch taufen mit Wasser und mit Feuer. In seiner Hand ist die Schaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, aber die Spreu wird er mit Feuer verbrennen.“ Und viele andere Dinge predigt er.
1. Und es war in der Mitte des Sommers, im zehnten Monat. Da kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Aber Johannes verwehrte ihm und sprach: „Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Lass es jetzt also sein, denn es gebührt uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Da ließ er es zu.
Anmerkung: Das musste ich zwei mal lesen, um zu verstehen, er meint die Tiefe Bedeutung der Gerechtigkeit, jeder hat das gleiche Recht, alle sollten gleich behandelt werden, keiner sollte sich über den anderen erheben.
2. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, die Himmel öffneten sich über Ihm, und eine helle Wolke stand über ihm und hinter der Wolke zwölf Strahlen des Lichts, und daraus kam gleich einer Taube der Geist Gottes auf ihn herab und leuchtete auf ihn. Und siehe, eine Stimme vom Himmel sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, heute habe ich dich gezeugt.“
3. Und Johannes gab Zeugnis von ihm und sprach: „Dieser war es, von dem ich gesagt habe, er wird nach mir kommen und ist vor mich gestellt, denn er war vor mir. Und von seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde teilweise durch Mose gegeben, aber die Gnade und Wahrheit kommt in Fülle durch Jesus Christus“.
4. Niemand hat Gott je gesehen. Nur in dem Eingeborenen, der aus dem Schoß des Ewigen kommt, ist Gott geoffenbart.“ Und dies ist das Zeugnis von Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, ihn zu fragen: „Wer bist du?“ Und er leugnete nicht, sondern bekannte: „Ich bin nicht der Christus.“
5. Und sie fragten ihn: „Wer denn? Bist du Elias?“ Er sprach: „Ich bin es nicht.“ „Bist du der Prophet, von dem Moses sprach?“ Und er antwortete: „Nein.“ Dann sprachen sie zu ihm: „Wer bist du denn? Damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst?“ Und er sprach: „Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wildnis. Bereitet den Weg des Heiligen, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“
6. Und die geschickt worden waren, waren von den Pharisäern und fragten ihn: „Warum taufst du dann, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet, von dem Moses sprach?“
7. Johannes antwortete ihnen und sprach: „Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch, den ihr nicht kennt. Er wird mit Wasser und mit Feuer taufen. Er ist es, der nach mir kommen und doch vor mir hergehen wird. Ich bin nicht wert, dass ich die Riemen seiner Schuhe auflöse.“
8. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. Und Jesus war zu dieser Zeit dreißig Jahre alt geworden, dem Fleisch nach tatsächlich der Sohn Josephs und Marias, aber dem Geiste nach Christus, der Sohn Gottes, des ewigen Vaters und Mutter, wie durch den Geist der Heiligkeit mit Macht verkündet war.
9. Und Joseph war der Sohn des Jakob und der Elischeba, und Maria war die Tochter des Eli (genannt Joachim) und der Anna, welche die Kinder Davids und Bathschebas waren, von Juda und Schela, von Jakob und Lea, von Isaak und Rebekka, von Abraham und Sarah, von Seth und Maat, von Adam und Eva, welche die Kinder Gottes waren.
1. Und als Jesus aus der Wüste zurückgekommen war, machten ihm seine Eltern am selben Tag ein Fest. Sie überreichten ihm die Gaben, welche die Weisen ihm in seiner Kindheit vorgelegt hatten. Und Maria sprach: „Diese Gaben haben wir für dich aufbewahrt bis zu diesem Tag.“ Und sie gaben ihm das Gold, den Weihrauch und die Myrrhe. Und er nahm von dem Weihrauch, das Gold aber gab er seinen Eltern und für die Armen, und von der Myrrhe gab er Maria, genannt Magdalena.
Anmerkung: Schon hier zeigt sich die Selbstlosigkeit und das Mitgefühl mit der Not der Menschen von Jesus.
2. Nun, diese Maria war aus der Stadt Magdala in Galiläa. Und sie war eine große Sünderin und hatte viele durch ihre Schönheit und Anmut verführt. Und sie kam des Nachts zu Jesus und gestand ihm ihre Sünden, und Jesus streckte seine Hand aus und heilte sie. Und sieben Dämonen trieb er aus ihr aus und sprach zu ihr: „Gehe hin in Frieden; deine Sünden sind dir vergeben!“ Und sie stand auf und verließ alles und folgte ihm nach und diente ihm mit ihrer Substanz, während der Tage seines Dienstes in Israel.
3. Am nächsten Tage sah Johannes Jesus zu sich kommen und sprach: „Siehe das Lamm Gottes, welches durch die Gerechtigkeit hinweg nimmt die Sünden der Welt.
Anmerkung: Hier ist von Gerechtigkeit die Rede, aber nicht vom Kreuz!
Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Er war vor mir. Und ich kannte ihn nicht, aber auf dass er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.“
4. Und Johannes legte Zeugnis ab und sprach: „Ich sah den Geist herabkommen vom Himmel gleich einer Taube und er ruhte auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber er, der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, ist der gleiche, der mit Wasser und mit Feuer und sogar mit dem Geiste taufen wird. Und ich sah es und bezeuge, dass dies der Sohn Gottes war.“
5. Am Tage danach stand Johannes am Jordan mit zwei seiner Jünger. Und als er Jesus wandeln sah, sprach er: „Sehet den Christus, das Lamm Gottes!“ Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus.
6. Jesus drehte sich und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: „Was sucht ihr?“ Sie aber sagten zu Ihm: „Rabbi (das heißt übersetzt: Meister), wo wohnst du?“ Er sprach zu ihnen: „Kommt und seht.“ Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war aber um die zehnte Stunde.
7. Einer der beiden, die von Johannes hörten und Jesus nachfolgten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Er findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden (welches heißt: der Christus).“ Und er führte ihn zu Jesus. Und als ihn Jesus sah, sprach er: „Du bist Simon Bar Jona, du sollst Kephas heißen (das heißt: ein Fels).“
8. Am nächsten Tage geht Jesus nach Galiläa und findet Philippus und spricht zu ihm: „Folge mir!“ Philippus aber war von Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael, genannt Bar Tholmai, und sagt zu ihm: „Wir haben ihn gefunden, von dem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus von Nazareth, der Sohn des Josephs und der Maria.“ Und Nathanael spricht zu ihm: „Kann denn aus Nazareth eine gute Sache kommen?“ Philippus sagte zu ihm: „Komm und sieh!“
9. Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Falsch ist!“ Nathanael sagt zu ihm: „Woher kennst du mich?“ Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaume warst, sah ich dich.“ Nathanael antwortete und sprach zu Ihm: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel. Ja, unter dem Feigenbaume fand ich dich.“
10. Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Nathanael Bar Tholmai, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Feigenbaume gesehen habe, glaubst du? Du wirst noch Größeres denn das sehen.“ Und er spricht zu ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn.“
1. Und einer der Pharisäer bat ihn, dass er mit ihm speise. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu essen.
2. Und siehe, eine Frau von Magdala war in der Stadt, die als Sünderin bekannt war. Da sie wusste, dass Jesus in des Pharisäers Hause zu Tische saß, brachte sie ein Alabastergefäß mit Salbe und trat zu seinen Füßen hinter ihn, weinend, und benetzte seine Füße mit Tränen, trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit Salbe.
3. Da aber der Pharisäer, der ihn zu sich gebeten hatte, das sah, dachte er bei sich: „Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.“
4. Jesus antworte und sprach zu ihm: „Simon, ich habe dir etwas zu sagen.“ Er sagte: „Meister, sprich.“
5. „Es war ein Gläubiger der hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Groschen schuldig, der andere fünfzig. Und da sie nicht bezahlen konnten, erließ er ihnen beiden ihre Schuld. Sage mir nun, welcher von beiden wird ihn am meisten lieben?“
6. Simon antwortete: „Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat.“ Er aber sprach zu ihm: „Du hast recht geurteilt.“
7. Und er sagte zu Simon: „Siehst du dieses Weib? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser gegeben für meine Füße; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben, aber diese Frau hat nicht abgelassen, seit ich herein gekommen bin meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt.
8. Darum sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt, nicht nur Menschen, sondern auch Tier und Vögel des Himmels, ja, selbst die Fische des Meeres, wem aber wenig verziehen ist, der liebt wenig.
9. Und er sprach zu ihr: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ Und die, die mit ihm am Tische saßen, begannen, bei sich selbst zu sprechen: „Wer ist dieser, dass er sogar die Sünden vergibt?
10. Denn er hat nicht gesagt, ich vergebe dir, sondern, deine Sünden sind dir vergeben; weil er in ihrem Herzen wirklich Glauben und Reue erkannte.“ Jesus brauchte nicht, dass jemand dafür Zeugnis gab; denn er wusste selbst, was im Menschen war.
1. Und am nächsten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter von Jesu war da: Und Jesus und Maria Magdalena waren da, und seine Jünger kamen auch zur Hochzeit.
2. Und als sie Wein wollten sagte die Mutter von Jesus: „Sie haben keinen Wein.“ Jesus spricht zu ihr: „Frau, was kümmert das dich und mich? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Und seine Mutter spricht zu den Dienern: „Was er auch immer euch sagt, das tut.“
3. Und es gab dort sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt nach der Weise der jüdischen Reinigung, die für jeden zwei bis drei Maß enthielten. Und Jesus sprach zu ihnen: „Füllt die Wasserkrüge mit Wasser.“ Und sie füllten sie bis zum Rande. Und er sprach zu ihnen: „Schöpft nun und bringt es dem Hausherrn des Festes.“ Und sie brachten es ihm.
4. Als aber der Hausherr dieses Wasser kostete, so war es zu Wein gemacht. Er wusste nicht, woher es kam, und rief den Bräutigam und sagte zu ihm: „Jedermann gibt zum Beginn guten Wein, und wenn die Gäste reichlich getrunken haben, alsdann den geringeren. Du aber hast den guten Wein bis zum Schluss aufbewahrt.“
5. Das ist das erste Wunder das Jesus in Kana in Galiläa vollbrachte und offenbarte seine Herrlichkeit. Und viele seiner Jünger glaubten an ihn.
6. Danach ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und Maria Magdalena, seine Brüder und seine Jünger, und blieben dort viele Tage.
7. Und es erhob sich eine Frage zwischen einigen Jüngern des Johannes und den Juden über die Reinigung. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: „Rabbi, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis ablegtest, siehe, der tauft und alle kommen zu ihm.“
8. Johannes antwortete: „Ein Mensch kann nichts empfangen, es werde ihm denn vom Himmel gegeben. Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt.
9. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Aber der Freund des Bräutigams steht bei ihm und hört ihn und freut sich sehr über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist also erfüllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Wer von der Erde ist, ist irdisch und spricht von irdischen Dingen. Der aber vom Himmel kommt, der ist über allem.“
10. Und einige von den Pharisäern kamen herbei und fragten Jesus und sagten: „Wie sagtest du, dass Gott die Welt verdammen werde?“ Und Jesus antwortete und sprach: „Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gegeben und in die Welt gesandt hat, auf dass jeder, die an ihn glaubt, nicht verdirbt, sondern das ewige Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um die Welt zu verdammen, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
11. Die, welche an Ihn glauben, werden nicht verdammt, die aber, die nicht glauben, sind schon verdammt, denn sie haben nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Und das ist die Verdammung, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
12. Alle, die Böses tun, hassen das Licht und kommen nicht an das Licht, damit ihre Taten nicht verurteilt werden. Aber die, die Gerechtigkeit tun, kommen an das Licht, dass ihre Taten offenbar werden; denn sie sind in Gott geschmiedet.“
Anmerkung: Hier wird auf die Bedeutung der Taten für den seelischen Aufstieg aufmerksam gemacht.
13. Und da war ein Edelmann, dessen Sohn in Kapernaum krank lag. Als er hörte, dass Jesus nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat ihn, dass er kommen würde und seinen Sohn heile, denn er lag im Sterben.
14. Und Jesus sprach zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Der Edelmann sagte zu Ihm: „Herr, komme hinunter, ehe denn mein Kind stirbt.“
15. Jesus sprach zu ihm: „Gehe hin, dein Sohn lebt.“ Und der Mann glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm gesprochen hatte, und ging seines Weges. Und indem er hinunter ging, begegneten ihm seine Knechte, und sie sagten: „Dein Sohn lebt.“
16. Da fragte er sie nach der Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sagten zu ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.“ Der Vater wusste, dass es um dieselbe Stunde gewesen war, da Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er selbst glaubte und sein ganzes Haus.
1. Und Jesus kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und wie es seine Gewohnheit war ging er am Sabbat-Tage in die Synagoge und stand auf und wollte lesen. Da wurde ihm die Rolle des Propheten Jesaja gereicht.
2. Als er die Rolle öffnete, fand er die Stelle wo geschrieben steht: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat, um das Evangelium den Armen zu verkündigen. Er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, den Blinden das Augenlicht wieder zu geben und die da gebunden sind, frei zu machen. Zu verkünden das Gnadenjahr des Herrn.“
3. Und er schloss die Rolle, gab sie dem Ministrant zurück und setzte sich. Und die Augen aller, die in der Synagoge waren, waren auf ihn gerichtet. Und er fing an zu ihnen zu sprechen: „Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.“ Und sie bezeugten dies und wunderten sich der freundlichen Worte, die aus seinem Munde kamen. Sie sagten: „Ist das nicht Josephs Sohn?“
4. Und einige brachten zum ihm einen Blinden, um seine Macht zu erproben und sagten zu ihm: „Rabbi, hier ist ein Sohn Abrahams, der blind ist von Geburt an: Heile ihn, wie du Heiden in Ägypten hast geheilt.“ Und er sah ihn an, bemerkte seinen Unglauben und den derjenigen, die ihn gebracht hatten, und ihren Wunsch, ihm eine Falle zu stellen. Und er konnte an diesem Ort keine machtvolle Tat vollbringen wegen ihres Unglaubens.
5. Und sie sprachen zu ihm: „Was immer wir gehört haben von deinen Taten in Ägypten, das tue auch hier in deinem eigenen Lande.“ Und er sprach: „Wahrlich ich sage euch, kein Prophet wird anerkannt in seinem Haus oder in seinem eigenen Lande, so wenig, wie ein Arzt die heilen kann, die ihn kennen.
6. Aber ich erzähle euch eine wahre Geschichte: Es waren viele Witwen in Israel in den Tagen des Elias, da der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot im ganzen Lande herrschte. Aber zu keiner von ihnen wurde Elias gesandt, zu retten Sarepta, einer Stadt von Sidon, zu einer Frau, die eine Witwe war.
7. Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elias, und keiner ward gereinigt denn allein Naaman, der Syrier.“
8. Und als sie das hörten, wurden alle in der Synagoge mit Zorn erfüllt, standen auf und stießen ihn aus der Stadt hinaus und führten ihn an einen Steilhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustoßen. Aber er, mitten durch sie hindurch schreitend, ging seinen Weg und entkam ihnen.
1. Nun aber fügte Herodes, der Tetrarch, zu allen anderen Übel-taten, die er bereits begangen hatte, noch diese hinzu: er ließ Johannes den Täufer ins Gefängnis werfen, nachdem dieser ihn wegen der Herodia, seines Bruders Philippus Frau, zur Rede gestellt hat.
2. Jesus begann zu predigen und sprach: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe.“ Und als er am galiläischen See entlang ging, sah er Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und er sagte zu ihnen: „Folgt mir, und ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Und alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm.
3. Und während er von dort weiterging, begegnete er zwei anderen Brüdern, Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, und Johannes, dessen Bruder in einem Schiffe ihres Vaters Zebedäus, die Netze flickten. Er rief sie und sie verließen sogleich ihre Netze und das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.
4. Und Jesus ging umher in ganz Galiläa und lehrte in den Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte allerlei Seuche und viele Krankheiten unter den Menschen. Und der Ruf seiner Wundertaten drang durch ganz Syrien, und sie brachten viele Kranke zu ihm mit mancherlei Seuchen und Qual, und solche, die Mondsüchtige waren, und diejenigen, die die Lähmung hatte, und er heilte sie.
5. Und es folgten ihm große Menschenmengen aus Galiläa und von Dekapolis, aus Jerusalem, aus Judäa und von jenseits des Jordan.
6. Uns als Jesus mit einigen seiner Jüngern ging, begegnete er einem Manne, der Hunde trainierte andere Tiere zu jagen; und er sprach zu dem Manne: „Warum tust du das?“ Und der Mann entgegnete: „Weil ich davon lebe. Was für einen Nutzen haben diese Tiere denn? Diese Tiere sind schwach, die Hunde aber sind stark.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Dir mangelt es an Weisheit und Liebe. Siehe, jedes Geschöpf, welches Gott erschaffen hat, hat seinen Zweck, und wer kann sagen, was Gutes in ihm ist zu was sie nützen für dich oder die Menschheit?
7. Und für dein Leben: Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die Frucht tragenden Bäume und die Kräuter! Was brauchst du mehr als diese, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe den Jägern, denn sie sollen selbst gejagt werden!“
8. Und der Mann staunte und ließ davon ab, die Hunde zur Jagd zu trainieren, und lehrte sie, Leben zu retten und nicht, es zu verderben. Und er lernte die Lehre Jesu und wurde sein Jünger.
Anmerkung: Hier kommt deutlich zur Sprache, dass die Botschaft Gottes ist, Tiere nicht zu töten.
9. Und siehe, da kamen zu ihm zwei Reiche, und der eine sagte zu ihm: „Guter Meister!“ Er aber sprach zu ihm: „Nenne mich nicht gut, denn allein Einer ist der All-gütige, und der ist Gott.“
Anmerkung: Hier spürt man die unglaubliche Bescheidenheit von Jesus!
10. Und der andere sagte zu ihm: „Meister, welches gute Werk soll ich tun, um zu leben?“ Jesus sprach: „Befolge das Gesetz und die Propheten.“ Er antwortete: „Ich habe sie befolgt.“ Jesus antwortete und sprach: „Gehe hin und verkaufe alles, was du im Überfluss hast, teile es mit den Armen und folge mir nach.“ Aber diese Worte gefielen ihm nicht.
11. Und der Herr sprach zu ihm: „Warum sagtest du, dass du das Gesetz und die Propheten befolgt hast? Siehe, viele deiner Mitbrüder sind mit schmutzigen Lumpen bekleidet, sie sterben vor Hunger, und dein Haus ist voll mit sehr vielen Gütern, und jene bekommen nichts davon.“
12. Und er sprach zu Simon: „Es ist schwierig für die Reichen in das Himmelreich einzugehen. Denn die Reichen kümmern sich um sich selbst und verachten die, die nichts haben.“
Anmerkung: Hier wird klar, wie sehr der Schöpfer die Gerechtigkeit liebt und uns auffordert, diesen Weg zu gehen. Nicht zu sehr an Besitz zu klammern. Der Geist Gottes im Herzen ist viel mehr als das. Und alles wird uns geschenkt werden.
1. UND es begab sich, als Jesus in einer Stadt war, dass sich ein Mann voll Aussatz vor ihm niederwarf und zu ihm sagte: „Herr, so du willst, kannst du mich reinigen!“ Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: „Gesegnet bist du, der du glaubst; Ich will, sei gereinigt!“ Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
2. Und Jesus schärfte ihm ein und sprach: „Sage es keinem Menschen, aber gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie es Moses befohlen hat, als Zeugnis für ihn.“ Aber sein Ruf verbreitete sich immer mehr, und große Volksmengen kamen zu ihm, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Und er zog sich in die Wüste zurück und betete.
3. Es begab sich eines Tages, als er lehrte, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten dabei saßen, um ihn zu sehen. Sie waren aus jeder Stadt gekommen, aus Galiläa und Judäa und von Jerusalem, und die Macht Gottes war anwesend, um zu heilen.
4. Und siehe, da brachten sie einen Mann auf einem Bett, der war gelähmt, und sie versuchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. Und da sie wegen der großen Volksmenge keinen Weg fanden, um ihn hindurch zu bringen, stiegen sie auf das Haus. Sie ließen ihn durch die Dachziegel hernieder mit dem Bette mitten vor Jesus. Und da er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: „Mann, deine Sünden sind dir vergeben.“
5. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und sagten: „Wer ist er, der solche Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?“ Da aber Jesus ihre Gedanken wahrnahm, antwortete er und sprach zu ihnen: „Was denkt ihr in eurem Herzen? Kann sogar Gott Sünden vergeben, wenn der Mensch sie nicht bereut? Wer hat gesagt: Ich vergebe dir deine Sünden? Sagte ich nicht vielmehr: Deine Sünden sind dir vergeben?
6. Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und geh umher? Auf dass ihr aber wisst, dass des Menschensohn Macht hat auf Erden zu beurteilen und die Vergebung der Sünden auszusprechen“; Er sprach zu dem Gelähmten: „Ich sage zu dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe nach Hause.“
7. Und alsbald stand er vor ihnen auf und hob das Bett, auf dem er gelegen war, und ging heim und verherrlichte Gott. Und sie erstaunten alle und priesen Gott und wurden von dem Geist der Ehrfurcht erfüllt und sprachen: „Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.“
8. UND wie Jesus in ein Dorf kam, begegnete er einem Mann, der taub war von Geburt an. Und dieser glaubte nicht an den Klang des rauschenden Windes oder den Donner oder an die Schreie der Tiere oder die Stimmen der Vögel, die von ihrem Hunger oder Verletzung klagten, oder daran, dass andere dies hörten.
9. Und Jesus hauchte in seine Ohren, und sie waren geöffnet, und er hörte. Und er erfreute sich mit Frohlocken Freude an den Tönen, die er früher geleugnet hatte. Und er sagte: „Jetzt höre ich alles!“
10. Doch Jesus sprach zu ihm: „Warum sagst du, du hörst alles? Kannst du etwa die Seufzer der Gefangenen oder die Sprache der Vögel oder der Tiere hören, wenn sie miteinander reden, oder die Stimmen der Engel und der Geister? Denke daran, wie viel du nicht hören kannst.
1. Und danach ging er weiter und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen. Und er sprach zu ihm: „Folge mir nach!“ Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm.
2. Und Levi bereitete ihm ein großes Festmahl in seinem Hause. Es war eine große Menge von Zöllnern und anderen, die mit ihm an der Tafel saßen. Doch die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten und sagten zu seinen Jüngern: „Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?“
3. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Die Gesunden brauchen den Arzt nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen.“
4. Und sie sagten zu ihm: „Warum fasten die Jünger des Johannes so oft und beten und ebenso die Jünger der Pharisäer? Aber deine Jünger essen und trinken?“
5. Er sprach zu ihnen: „Womit soll ich die Männer dieser Generation vergleichen und wem entsprechen sie? Sie sind gleich Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen, einander zurufen und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt, wir haben euch getrauert, und ihr habt nicht geklagt?
6. Denn Johannes der Täufer kam, und er aß und trank nicht, und ihr sagtet: Er ist vom Teufel besessen! Der Menschensohn kommt, und er isst und trinkt die Früchte der Erde und die Milch der Herden und die Frucht des Weinstocks und ihr sagt: Seht, welch ein Schlemmer und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!
7. Könnt ihr die Kinder der Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird, und dann werden sie fasten in jenen Tagen.“
8. Und er sprach ein Gleichnis zu ihnen: „Niemand flickt ein Stück von neuem Tuch auf ein altes Kleid. Denn das neue passt nicht zu dem Alten, und das Kleid ist dadurch schlechter geworden.
9. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche. Denn der neue Wein zerreißt die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche verderben. Sondern den neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen, so bleiben sie beide erhalten.
10. Und es ist niemand, der vom alten Wein getrunken hat und darauf gleich neuen wünscht. Denn sie sagen, der alte sei besser. Aber die Zeit kommt, da der neue alt geworden sein wird, und dann wird der neue Wein verlangt. Denn ebenso wie man alte Kleider vertauscht gegen neue, tauscht man auch den toten Körper gegen den lebendigen Körper, und was vergangen ist, für das, was kommt.“
Anmerkung: Hier wird nochmal kurz die Reinkarnation angesprochen.
Jesus berief die 12 Aposteln, zwölf Propheten, zwölf Evangelisten, zwölf Hirten. Das war die Priesterschar Gottes im Dienste der zwölf Stämme. Jesus, der Meister, sandte sie in die Städte Israel, um die Gläubigen zu taufen und zu heilen und den Frieden zu bringen.
1. Und Jesus ging hinauf auf einen Berg, um zu beten. Und als er zu ihm seine zwölf Jünger berief, gab er ihnen die Macht, unsaubere Geister zu vertreiben und alle Arten von Krankheiten und Seuchen zu heilen.
Anmerkung: Auch andere Menschen mit einem hohen Bewusstsein können dies! Man kann ja mal testen, wie weit man ist.
Und die Namen der zwölf Apostel, die für die zwölf Stämme Israels standen, waren:
2. Petrus, genannt Kephas, für den Stamm Ruben; Jakob, für den Stamm Naphtali; Thomas, genannt Dydimus, für den Stamm Sebulon; Matthäus, genannt Levi, für den Stamm Gad; Johannes, für den Stamm Ephraim; Simon, für den Stamm Issachar.
3. Andreas, für den Stamm Joseph; Nathanael, für den Stamm Simeon; Thaddäus, für den Stamm Sebulon; Jacobus, für den Stamm Benjamin; Judas, für den Stamm Dan; Philippus für den Stamm Ascher. Und Judas Ischriot, ein Levite, der ihn verriet, war auch unter ihnen (aber er war keiner von ihnen), und Matthäus und Barsabas waren auch mit ihnen.
4. Und er berief noch weitere zwölf in derselben Weise, Propheten zu sein, Männer des Lichtes mit den Aposteln zu sein, und er zeigte ihnen die verborgenen Dinge Gottes. Und ihre Namen waren: Hermes, Aristobulus, Selenius, Nereus, Apollos und Barsabbas. Andronicus, Lucius, Apelles, Zachäus, Urbanus und Clementos. Und dann erwählte er weitere zwölf Männer, die Evangelisten sein sollten, und zwölf, die Hirten sein sollten. Viermal zwölf berief er und sandte sie aus zu den zwölf Stämmen Israels, zu jedem vier.
5. Und sie standen um den Meister, gekleidet in weiße Leinen Kleider, dazu berufen, eine heilige Priesterschar Gottes zu bilden im Dienste für die zwölf Stämme, zu denen sie gesandt werden sollten.
6. Diese viermal zwölf sandte Jesus aus und beauftragte sie und sprach zu ihnen: „Ich will, dass ihr meine zwölf Apostel mit ihren Begleitern werdet, zum Zeugnis für Israel. Geht hin in die Städte Israels und zu den verlorenen Schafen von Israel. Und wenn ihr dorthin geht, predigt und sprecht: Das Reich des Himmels ist nahe. Wie ich euch mit Wasser getauft habe, so tauft ihr alle, die glauben.
7. Salbt und heilt die Kranken, macht Aussätzige rein, erweckt die Toten und treibt die Teufel aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es. Ihr sollt euch nicht mit Gold noch Silber noch Kupfergeld in euren Beuteln versorgen, auch keine Tasche für eure Reise, auch nicht zwei Röcke, noch Schuhe und selbst keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. Und esst, was euch vorgesetzt ist. Doch rührt nicht an, was Leben gekostet hat. denn das ist nicht gesetzmäßig für euch.
Anmerkung: Dies erinnert an die indischen Sadhus, die Bettelmönche. Es geht um einfaches Leben, Bescheidenheit, und darum, kein Fleisch zu essen. Die Jünger soll das vorleben, was sie predigen, ein einfaches, Gott ergebenes Leben.
8. Und in welche Stadt auch immer ihr kommt, da erkundigt euch, ob jemand darinnen sei, der es wert ist, und dort bleibt, bis ihr von dort geht. Wo ihr aber in ein Haus geht, da grüßt es. Und wenn es das Haus wert ist, lasset euren Frieden auf es kommen. Ist es aber dessen nicht würdig, lasst euren Frieden wieder zu euch zurückkehren.
Anmerkung: Wir haben das Potential, Frieden um uns zu verbreiten.
9. Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben. Seid unschuldig und rein. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um zu vernichten, sondern um zu retten, nicht, um das Leben zu nehmen, sondern um das Leben zu geben, dem Körper wie der Seele.
10. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch nicht in der Lage sind die Seele zu töten. Fürchtet euch vielmehr vor dem, der Leib und Seele in der Hölle verderben kann.
11. Werden nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig verkauft? Und keiner von ihnen soll auf die Erde fallen ohne den Willen des Allerheiligsten. Wahrlich, selbst die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. So fürchtet euch deshalb nicht. Wenn Gott für die Sperlinge sorgt, sollte er da nicht auch für euch sorgen?
12. Es ist genug für Jünger, dass sie seien wie ihr Meister und die Knechte wie ihr Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen ebenso heißen! So fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts geheim, das man nicht wissen soll.
13. Was ich euch sage im Geheimen, das redet im Licht, wenn die Zeit dafür kommt. Und was ihr hört im Ohr, das predigt auf den Dächern. Deshalb, wer auch immer vor den Menschen die Wahrheit bekennt, den will ich auch bekennen vor meinem Vater, der im Himmel ist. Wer aber die Wahrheit vor den Menschen verleugnet, den will Ich auch vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
14. Wahrlich, ich bin gekommen, den Frieden auf die Erde zu senden. Doch siehe, wenn ich spreche, folgt ein Schwert nach. Ich bin gekommen, um zu vereinigen. Doch siehe, ein Sohn wird wider seinen Vater sein und eine Tochter wider ihrer Mutter und eine Schwiegertochter wider ihrer Schwiegermutter. Und eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Denn die Ungerechten können nicht mit den Gerechten zusammen sein.
15. Und die nicht ihr Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen, sind meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.
1. Danach ernannte der Herr noch zweiundsiebzig Jünger und sandte sie je zwei und zwei voraus in alle jene Städte und Orte der Stämme, in die er selbst kommen wollte.
2. Deshalb sprach er zu ihnen: „Die Ernte ist wahrlich groß, aber es sind wenig Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er sende Arbeiter in seine Ernte .
3. Geht eure Wege, seht ich sende euch fort wie Schafe mitten unter den Wölfen. Tragt weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßt niemand auf dem Weg.
4. Und wann immer ihr in ein Haus tretet, so sprecht zuerst: Friede sei in diesem Hause! Und wenn dort ein Geist des Friedens sein wird, so wird euer Friede auf ihm ruhen. Wenn aber nicht, so wird er wieder zu euch zurückkommen.
5. Und in welche Stadt ihr auch kommen werdet, und sie empfangen euch, esst das, was euch vorgesetzt wird, außer von Lebendigem. Und heilt die Kranken, die dort sind, und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
6. Und in dem Hause bleibt und esst und trinkt, was man euch vorsetzt ohne Blutvergießen, denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von Haus zu Haus.
7. Und wo ihr aber in einer Stadt nicht aufgenommen werdet, so geht eures Weges durch die Straßen und sagt: „Selbst den Staub, der sich von eurer Stadt an uns gehängt hat, schütteln wir ab auf euch. Dennoch seid sicher dies, dass das Reich Gottes nahe zu euch gekommen ist.
8. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Wären solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen als bei euch geschehen sind, sie hätten vor Zeiten in Sack und Asche Buße getan. Aber ihnen soll es erträglicher ergehen am Gerichtstage als euch.
9. Und du Kapernaum, die du erhoben bist bis an den Himmel, du wirst in die Hölle hinab gestoßen werden. Die, welche euch hören, hören auch mich. Und sie, die euch verachten, verachten auch mich und den, der mich gesandt hat. Doch lasset alle in ihrem eigenen Geiste zur Erkenntnis kommen.“
10. Und Jesus sprach abermals zu ihnen: „Seid barmherzig, so werdet ihr Barmherzigkeit erlangen. Vergebt, so wird es euch vergeben werden. Mit welchem Maße ihr messt, mit dem werdet auch ihr gemessen werden.
11. Und wie ihr den anderen tut, so wird auch euch getan werden. Und wie ihr gebt, so wird auch euch gegeben werden. Und wie ihr richtet, so werdet auch ihr gerichtet werden. Und wie ihr anderen dient, so soll auch euch gedient werden.
12. Denn Gott ist gerecht und lohnt jedem nach seinen Werken. Was ihr sät, das werdet ihr ernten.“
1. Als Jesus zum Beten auf einem Berg war, kamen einige seiner Jünger zu ihm und einer sagte von ihnen: „Herr, lehre uns beten.“ Und Jesus sprach zu ihm:
„Wenn du betest, so gehe in deine geheime Kammer. Und wenn du die Türe geschlossen hast, bete zum Vater-Mutter, der über dir und in dir ist. Und dein Vater-Mutter, der alles was geheim ist sieht, wird dir offen antworten.
2. Doch wenn ihr beisammen seid und gemeinsam betet, so plappert nicht.
Denn eure himmlischen Eltern wissen, was ihr Not habt, noch bevor ihr sie gefragt habt. Deshalb sollt ihr in dieser Weise beten:
3. Unser Vater-Mutter, der du über uns bist und in uns,
geheiligt werde dein Name in zweifacher Trinität.
Dein Reich komme in Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit zu allen.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.
Lass uns täglich teilhaben an deinem heiligen Brot und gib uns die Frucht des lebendigen Weinstockes.
Und wie du uns vergibst unsere Schulden,
so mögen auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Gieße deine Güte aus auf uns, damit wir dies auch den anderen tun.
In der Stunde der Versuchung erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit:
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Jetzt und in alle Ewigkeit.
Amen.
5. Und wo immer sieben in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen; ja, selbst wenn es drei oder zwei nur sind. Und selbst, wenn einer nur im Stillen betet, so bin ich mit diesem einen.
6. Hebt den Stein empor, und ihr werdet mich finden. Spaltet das Holz, und ich bin dort. Denn im Feuer und im Wasser, ebenso wie in jeder Lebensform ist Gott offenbar als dessen Leben und Substanz.“
7. Und der Herr sprach: „Wenn dein Bruder gesündigt hat in Worten sieben Mal am Tag und sieben Mal am Tag bereut hat, nimm ihn auf.“ Da fragte ihn Simon: „Sieben Mal am Tage?“
8. Der Herr antwortete und sagte zu ihm: „Und ich sage dir, auch sieben Mal sieben, denn sogar bei den Propheten, nachdem sie vom Heiligen Geist gesalbt worden waren, fand man noch Äußerungen von Sünde.
9. Seid rücksichtsvoll, gütig, mitfühlend und freundlich nicht allein mit euresgleichen, sondern auch mit aller Kreatur, die in eurer Obhut ist.
Denn ihr seid für sie wie Götter, zu denen sie aufblicken in ihrer Not.
Hütet euch vor dem Zorn, denn viele sündigen im Zorn und bereuen es, wenn ihr Zorn vergangen ist.“
10. Und da war ein Mann, dessen Hand verdorrt war, er kam zu Jesus und sprach: „Herr, ich war ein Maurer und verdiente meinen Lebensunterhalt mit meinen Händen. Ich flehe dich an, gib mir meine Gesundheit zurück, damit ich nicht mit Scham um mein Brot betteln gehen muss.“ Und Jesus heilte ihn und sprach: „Es gibt ein Haus, welches nicht mit Händen gebaut ist, sieh zu, dass auch du darinnen wohnst.“
1. Nach einiger Zeit kehrten die Zweiundsiebzig wieder zurück mit Freuden und sprachen: „Herr, sogar die Teufel sind uns untertan in deinem Namen.“
2. Und er sprach zu ihnen: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
3. Siehe, ich gebe euch Macht, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über alle Gewalt des Feindes und nichts wird euch schaden. Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“
4. Zu der Stunde freute sich Jesus im Geist und sprach: „Ich danke dir, heiliger Vater des Himmels und der Erde, dass du solches verborgen hast den Weisen und Klugen und es offenbart hast den Unmündigen: Ja, All-Heiliger, denn so schien es gut in deinen Augen.
5. Es ist mir alles übergeben von meinen Eltern. Und niemand kennt den Sohn, denn nur die Eltern. Noch wer die Eltern sind, denn nur der Sohn, und welchem der Sohn es offenbaren will.“
6. Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sagte ihnen im Vertrauen: „Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten das, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Anmerkung:
Was für eine Freude und Privileg, das wahre Leben zu kennen und sich nicht in Materialismus zu verlieren.
7. Gesegnet seid ihr in dem inneren Kreise, der mein Wort hört und denen die Geheimnisse enthüllt werden, die ihr kein unschuldiges Geschöpf gefangen nehmt oder tötet, sondern die ihr das Gute sucht in allem; denn solchen gehört ewiges Leben.
8. Gesegnet sollen sein, die sich von allem enthalten, was durch Blutvergießen und Töten erlangt wurde.
Und alle Gerechtigkeit erfüllen (leben).
Gesegnet seid ihr, denn ihr werdet Seligkeit erlangen.“
Anmerkung
Auch hier wieder das Gebot kein Tier oder Mensch gefangen zu nehmen oder zu töten.
1. Und es begab sich, dass der Herr aus der Stadt zog und mit seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg dessen Wege waren steil und dort fanden sie einen Mann mit Last-Tier.
2. Aber das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floss. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: „Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, dass es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, dass es leidet?“
3. Doch der Mann antwortete und sprach: „Was hast du damit zu tun? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine stattliche Summe Geld. Frage die, die bei dir sind, sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es.“
4. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: „Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte.“ Und der Herr erwiderte: „Seht ihr denn nicht, wie es blutet, und hört ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?“ Sie aber antworteten und sagten: „Nein, Herr, wir hören nicht, dass es stöhnt und jammert!“
5. Und der Herr wurde traurig und sprach: „Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!“
6. Und er ging weiter und berührte das Pferd, und das Tier erhob sich, und seine Wunden waren geheilt. Aber zu dem Manne sprach er: „Gehe nun deinen Weg und schlage es künftig nicht mehr, wenn auch dir nach Gnade verlangt.“
7. Und da er das Volk herankommen sah, sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Des Kranken wegen bin ich krank, des Hungrigen wegen leide ich Hunger, des Durstigen wegen leide ich Durst.“
Anmerkung
Um mitfühlen zu können, ist es wichtig gewisse Dinge auch selbst erlitten zu haben.
8. Er sagte auch: „Ich bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen. Wenn ihr nicht aufhören werdet, Fleisch und Blut der Tiere zu opfern und zu verzehren, so wird der Zorn Gottes nicht aufhören, über euch zu kommen. Ebenso wie er über eure Vorfahren in der Wüste gekommen ist, die nach Fleisch lüstern und essen. Sie werden von Fäulnis erfüllt und von der Pest aufgezehrt.
Anmerkung
Es war eine Haupt-Mission von Jesus, dass die Menschen aufhören Fleisch zu essen!
9. Und ich sage euch, selbst wenn ihr versammelt seid in meiner Brust , haltet aber meine Gebote nicht, so will ich euch verstoßen. Denn wenn ihr nicht das verborgene Wissen im Kleinen erfüllen wollt, wie soll ich euch dann das größere geben?
10. Wer treu ist im Geringsten, wird auch treu sein im Großen. Und wer ungerecht ist im Geringsten, wird auch ungerecht sein im Großen.
11. Und wenn ihr nicht treu gewesen seid in den sündhaften irdischen Gütern, wer wird euch die wahren Reichtümer anvertrauen? Und wenn ihr nicht treu gewesen seid in dem, was eines anderen ist, wer wird euch dann das eure geben?
12. Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder muss er den einen hassen und den anderen lieben. Oder er muss zum einen halten und den anderen geringschätzen. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon zugleich dienen. Und die Pharisäer, welche habgierig waren, hörten alle diese Worte und verspotteten ihn.
13. Und er sprach zu ihnen, ihr seid es, die sich vor Menschen rechtfertigen. Aber Gott kennt eure Herzen. Denn was unter den Menschen hochgeschätzt ist, ist ein Gräuel im Angesicht Gottes.
14. Das Gesetz und die Propheten galten bis zu Johannes. Und von dieser Zeit an wird das Reich Gottes gepredigt, und jedermann dringt hinein. Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, denn dass ein Pünktchen des Gesetzes sich nicht erfülle.
Anmerkung
Jesus spricht von dem ewigen kosmischen Gesetzen von Ursache und Wirkung etc.
15. Und es kamen mehrere Frauen zu ihm und brachten ihre Kindlein, die sie an der Brust hatten, zu ihm, damit er sie segne. Aber einige sagten: „Warum belästigt ihr den Meister?“
16. Doch Jesus verwarnte sie und sprach: „Von diesen da werden jene kommen, die mich vor den Menschen verkünden werden.“ Und er nahm sie in seine Arme und segnete sie.
1. Und siehe, da kam einer der Synagogenvorsteher namens Jairus. Und als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn an und sagte: „Meine kleine Tochter liegt im Sterben. Ich bitte dich, komme und lege deine Hände auf sie, dass sie geheilt werde und lebe.“ Und Jesus ging mit ihm, und es schlossen sich ihm viele Menschen an und drängten sich um ihn.
2. Und da war ein Weib, das hatte seit zwölf Jahren einen Blutfluss und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und hatte alles, was sie besaß, dafür ausgegeben. Aber es half ihr nichts, sondern es wurde sogar schlimmer.
3. Da sie von Jesus gehört hatte, drängte sie sich hinter ihn und berührte sein Gewand. Denn sie meinte: „Wenn ich nur sein Gewand berühre, so werde ich gesund werden.“ Und alsbald hörte das Blut auf zu fließen. Und sie fühlte es in ihrem Leibe, dass sie von ihrer Plage gesund geworden war.
4. Und Jesus spürte sogleich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, und wandte sich zu dem Volke, das sich um ihn drängte, und sprach: „Wer hat mein Gewand berührt?“ Und seine Jünger sagten zu ihm: „Du siehst, dass sich die Menge drängt, und sprichst: Wer hat mich berührt?“
5. Und er hielt Ausschau nach der, die es getan hatte. Das Weib aber fürchtete sich und zitterte, denn sie wusste, was an ihr geschehen war, kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er sprach aber zu ihr: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Gehe in Frieden, und sei geheilt von deiner Krankheit.“
6. Während er noch sprach, kamen etliche vom Hause des Synagogenvorstehers und sagten: „Deine Tochter ist gestorben. Was bemühst du weiter den Meister?“
7. Sobald aber Jesus die Worte hörte, die da gesagt wurden, sprach er zu dem Synagogen-Vorsteher: „Fürchte dich nicht, sondern glaube nur!“ Und er erlaubte niemandem ihm zu folgen, außer Petrus, Jakobus und Johannes, dem Bruder des Jakobus.
8. Und er kam in das Haus des Synagogenvorstehers und sah den Auflauf und die Sänger des Tempels, und alle weinten und klagten laut.
9. Und als er hineingekommen war, sprach er zu ihnen: „Warum lärmt und weint ihr so? Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur.“ Und sie lachten ihn aus; denn sie dachten, dass sie tot sei, und glaubten ihm nicht. Doch nachdem er alle hinausgeschickt hatte, nahm er zwei seiner Jünger mit sich und ging hinein, wo das Mädchen lag.
10. Und er ergriff das Mädchen bei der Hand und sprach zu ihr: „Talitha Kumi!“ Das heißt so viel wie: „Mädchen, Ich sage dir, stehe auf!“
11. Und alsbald erhob sich das Mädchen und ging umher. Sie war zwölf Jahre alt. Und sie erstaunten über alle Maßen.
12. Und er befahl ihnen streng, dass niemand es bekanntmachen sollte, und befahl, dass ihr etwas zu essen gegeben werde.
1. Jesus kam in eine Stadt Samarias, genannt Sychar, nahe bei dem Felde, das Jakob seinem Sohne Joseph gegeben hatte.
2. Dort war auch Jakobs Brunnen. Da Jesus müde war von der Reise, setzte er sich auf den Brunnenrand. Es war um die sechste Stunde.
3. Und da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: „Gib mir zu trinken.“ (Denn Seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Nahrung zu kaufen.)
4. Da sagt das samaritische Weib zu ihm: „Wie kommt es, dass du, ein Jude, mich um einen Trank bittest, eine Frau aus Samaria?“ (Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.)
5. Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Wenn du erkennen würdest das Geschenk Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‘, so bätest du Gott dir lebendiges Wasser zu geben.“
6. Da sagt die Frau zu ihm: „Herr, du hast doch nichts, damit du schöpfen kannst, und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn das lebendige Wasser? Bist du denn größer als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat und daraus trank, er und seine Kinder und seine Kamele und Ochsen und Schafe?“
7. Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten. Wer aber das Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nie mehr dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle des Wassers werden und hoch sprießen in das ewige Leben.“
8. Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, auf dass ich nicht dürste und ich nicht herkommen müsste, zu schöpfen.“ Jesus spricht zu ihr: „Gehe hin, rufe deinen Mann und komme her.“ Die Frau antwortete: „Ich habe keinen Mann.“
9. Jesus sieht sie an und spricht zu ihr: „Du hast recht gesagt: ich habe keinen Mann. Du hast fünf Männer gehabt, und der, den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Du hast wahr gesprochen.“
10. Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, ich erkenne, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge gebetet, und ihr aber sagt, zu Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten solle.“
11. Jesus spricht zu ihr: „Frau, glaube mir, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem Gott anbeten werdet. Ihr wisst nicht, was ihr anbetet. Wir wissen aber, was wir anbeten. Denn das Heil kommt von Israel.
12. Aber es kommt die Zeit, und sie ist schon da, da die wahrhaftigen Anbeter die All-Eltern im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Denn solche Anbeter will der All-Heilige haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten.“
13. Da sagt die Frau zu Ihm: „Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommen wird, so wird er uns alles verkündigen.“ Jesus spricht zu ihr: „Ich bin es, der zu dir spricht.“
14. Und während dem kamen seine Jünger und wunderten sich, dass er mit der Frau redete. Doch fragte niemand: „Was suchst du?“ Oder: „Warum unterhältst du dich mit ihr?“
15. Da ließ die Frau ihren Krug stehen, nahm ihren Weg in die Stadt und sagte zu den Leuten: „Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich jemals getan habe. Ist dieser nicht der Christus?“
16. Da gingen sie und kamen zu ihm, und viele Samariter glaubten an ihn und sie baten ihn, bei ihnen zu bleiben. Und er blieb zwei Tage dort.
1. Als Jesus durch ein Dorf ging, sah er eine Gruppe von Tagedieben. Diese quälten eine Katze, die sie gefunden hatten, und misshandelten sie schändlich. Und Jesus befahl ihnen, dies zu unterlassen, und begann mit ihnen zu schelten. Aber sie achteten auf seine Worte nicht und schmähten ihn.
2. Da machte er eine Peitsche aus geknoteten Schnüren und trieb sie weg und sprach: „Diese Erde, die mein Vater zu Glück und Fröhlichkeit erschaffen hat, habt ihr zur tiefsten Hölle gemacht mit eure Taten von Gewalt und Grausamkeit.“ Und sie flohen vor seinem Angesicht.
3. Doch einer, noch schlimmer als die anderen, kam zurück und bedrohte ihn. Und Jesus streckte seine Hand aus, und des jungen Mannes Arm verdorrte. Und große Furcht kam über alle. Und einer sagte: „Er ist ein Zauberer.“
Anmerkung
Diese Geschichte ist neu und sie zeigt, dass Jesus nicht nur sanft war.
Dass er konsequent und mutig für das Tierwohl und Wohl des Menschen eingetreten ist.
4. Am nächsten Tage kam die Mutter des jungen Mannes zu Jesus und bat ihn, dass er seinen Arm wieder heile. Und Jesus sprach zu ihnen von dem Gesetz der Liebe und der Einheit allen Lebens in der einen Familie Gottes. Und er sprach auch:
„Wie ihr in diesem Leben euren Mitgeschöpfen tut, so wird es euch ergehen im künftigen Leben.“
Anmerkung
Das ist das wichtige Karma-Gesetz. Wir ernten, was wir sähen.
5. Und der junge Mann glaubte und bekannte seine Sünden. Und Jesus streckte seine Hand aus, und der verdorrte Arm wurde so gesund wie der andere. Und das Volk pries Gott, dass er solche Macht einem Menschen gegeben hatte.
6. Als Jesus von dort weiterging, siehe, da folgten ihm zwei Blinde. Sie schrien und sagten: „Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser.“ Und als er in das Haus gekommen war, kamen die Blinden zu ihm, und Jesus sprach zu ihnen: „Glaubt ihr, dass ich dazu fähig bin?“
7. Und sie sagten zu Ihm: „Ja, Herr.“ Und Jesus rührte ihre Augen an und sprach: „Euch geschehe nach eurem Glauben.“ Und alsbald wurden ihre Augen wieder geöffnet. Aber Jesus gebot ihnen streng: „Seht zu, dass ihr es niemand erzählt.“ Sie aber, nachdem sie hinausgegangen waren, verbreiteten seinen Ruhm im ganzen Lande.
8. Als diese gegangen waren, siehe, da brachten sie zu ihm einen Menschen, der stumm und von einem Dämon besessen war. Und als der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Menge wunderte sich und sagte: „Solches war noch nie in Israel gesehen worden.“ Aber die Pharisäer sagten: „Er treibt die Teufel aus durch den Obersten der Teufel.“
9. Und Jesus ging umher in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium vom Reiche Gottes und heilte jegliche Seuche und alle Krankheit im Volke.
10. Aber da er die Mengen sah, überkam ihn das Mitleid; denn sie waren träge und verstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben.
11. Da sprach er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist wahrhaft übergroß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“
12. Und seine Jünger brachten ihm zwei kleine Körbe voll Brot und Früchte und einen Krug voll Wasser. Und Jesus stellte das Brot und die Früchte vor sie hin und auch das Wasser. Und sie aßen und tranken alle und wurden satt.
13. Und sie wunderten sich; denn jeder von ihnen hatte genug und behielt noch etwas übrig, und es waren ihrer doch viertausend. Und sie zogen fort und priesen Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten.
1. Da Jesus die Menge des Volkes sah, ging er auf einen Berg. Und als er sich gesetzt hatte, kamen die Zwölf zu ihm. Er blickte auf zu seinen Jüngern und sprach:
2. „Selig im Geiste sind die Armen, denn ihrer ist das Himmelreich.
Anmerkung
Dies meint nicht die Dummen, sondern sie sind selig durch den heiligen Geist!
Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen gesättigt werden.
3. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Anmerkung
Das ist das Grund-Essenz des Kosmos. Das was ich mir wünsche, soll ich anderen tun.
Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.
Anmerkung
Je mehr ich nach dem Willen des Schöpfers und nicht nach meinem Ego handle, desto mehr Weisheit und Erkenntnis und Fähigkeiten bekomme ich.
Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes heißen.
Anmerkung
Das ist eine sehr hohe Auszeichnung, an dem man erkennt, wie wichtig Frieden dem Schöpfer ist. Selbst wenn wir angegriffen werden, sollen wir auf die Seite gehen und dann klären, warum der andere das macht. Er hat ja die gleichen Botschaften im Herzen. Dann kann nur Verzweiflung vorliegen!
Selig sind, die um der gerechten Sache willen Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Reich Gottes.
Anmerkung
Ja, das heißt, wir sollen uns durchaus für die Gerechtigkeit einsetzen. Aber zuweilen wird das auch bekämpft! Bleib dran!
4. Ja, selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen werden aus ihrer Gemeinschaft und Übles wider euch reden und euren Namen ächten um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und hüpft vor Freude, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn Gleiches taten ihre Väter den Propheten.
5. Wehe euch, die ihr reich seid! Denn ihr habt in diesem Leben euren Trost erhalten. Wehe euch, die ihr satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen. Wehe euch, wenn alle Menschen gut von euch sprechen, denn so machten es auch ihre Väter mit den falschen Propheten.
6. Ihr seid das Salz der Erde, denn jegliches Opfer muss mit Salz gesalzen werden, wenn aber das Salz seinen Geschmack verloren hat, womit soll man salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, als dass es ausgeschüttet und unter den Füßen zertreten wird.
Anmerkung
Wir sind es, die die Veränderung bringen sollen. Durch den Glauben ist uns dazu auch viel Energie geschenkt.
7. Ihr seid das Licht der Welt. Die Stadt, die auf einem Hügel erbaut ist, kann nicht verborgen werden. Man zündet auch kein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf einen Leuchter, und es gibt Licht allen, die im Hause sind.
So lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, dass sie eure guten Werke sehen mögen und eure Eltern im Himmel preisen.
8. Denkt nicht, ich bin gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; Ich bin nicht gekommen, zu zerstören, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, Ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen von dem Gesetze und den Propheten vergehen, bis dass alles erfüllt ist.
Doch siehe, ein Größerer denn Moses ist hier, und dieser wird euch das höhere Gesetz geben, sogar das vollkommene Gesetz, und diesem Gesetz sollt ihr gehorchen.
Anmerkung
Jesus meint damit auch sich selbst. Es geht darum das vollkommene Gesetz zu leben, um vollkommen zu werden. Oh welche Freude und klares Ziel!
9. Wer nun eines von diesen Geboten, die er geben wird, bricht und lehrt die Leute ebenso zu tun, der wird der Geringste heißen im Himmelreich. Wer sie jedoch hält und lehrt, derselbe wird groß genannt werden im Himmelreich.
10. Wahrlich, sie, die glauben und gehorchen, werden ihre Seelen retten, und die nicht gehorchen, werden sie verlieren. Denn ich sage euch: Ist eure Gerechtigkeit nicht größer als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
11. Darum, wenn du deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe vor dem Altar und gehe zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und danach komme und opfere deine Gabe.
Anmerkung
Die Versöhnung ist extrem wichtig, wie man aus diesem Beispiel erkennen kann.
12. Werde schnellstens einig mit deinem Widersacher, solange du noch mit ihm auf dem Wege bist, auf dass dich dein Widersacher nicht einst dem Richter überantwortet, und der Richter überantwortet dich dem Schergen, und du wirst nicht früher herauskommen, bis du nicht den letzten Pfennig bezahlt hast.
Anmerkung
Alle Differenzen sollten schnell geklärt werden. Sonst verfolgen sie uns.
13. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch, die ihr hört: Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen.
Anmerkung
Das sind großartige herausfordernde aber sehr intelligente Worte. Denn die Feinde sind unsere besten Lehrer! Sie zeigen und unsere Schattenseiten.
14. Segnet, die euch fluchen, und betet für die, die euch beleidigen. Auf dass ihr Kinder seid eurer Eltern, die im Himmel sind, und die die Sonne aufgehen lässt über dem Bösen und über dem Guten und Regen sendet über den Gerechten und den Ungerechten.
Anmerkungen
Was für eine unendliche Weisheit ist hier codiert! Wir sollten mit allem in Reinen sein, sonst sind wir noch an diese Erde gebunden, und können nicht in höhere Ebenen aufsteigen.
Wenn wir Kinder des höchsten sind, dann sind wir über den menschlichen Neidgefühlen und Klein-Kriegen.
15. Denn so ihr die liebt, die euch lieben, was für Lohn werdet ihr haben? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr Gutes tut denen, die euch Gutes tun, was für Lohn werdet ihr haben? Denn auch Sünder tun dasselbe. Und so ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr mehr denn die anderen? Tun so nicht auch die Zöllner?
Anmerkung
Die Kinder des höchsten sind mehr als der Standard. Sie sind es, die Veränderung bringen indem sie Liebe sähen auch wo Dunkelheit ist und die Liebe damit vermehren.
16. Und wenn du etwas wie dein Leben begehrst, aber es führt dich von der Wahrheit ab, lasse ab davon, denn es ist besser, in das Leben einzugehen und die Wahrheit zu besitzen, als es zu verlieren und in die äußere Finsternis gestoßen zu werden.
Anmerkung
Wir sollten nicht vergessen, unser Leben hier ist begrenzt. Aber die Ewigkeit in der wir dann leben werden ist sehr lange! Unser Leben jetzt bestimmt das Leben in der Ewigkeit. Also tun wir doch alles im der Liebe und Wahrheit willen.
17. Und wenn du etwas begehrst, auf Kosten eines anderen Schmerz und Leid, reiße es aus deinem Herzen. Nur so wirst du Frieden erlangen. Denn es ist besser, Leid zu ertragen, als jenen Kummer zu bereiten, die schwächer sind als ihr.
Anmerkung
Nur dieser Satz würde die Kriege auf der Welt beenden. Die Gier auf Kosten anderer zu heilen, bringt Frieden und verhindert selbst Opfer zu werden.
18. Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie eure Eltern im Himmel vollkommen sind.“
Anmerkung
Damit ist alles gesagt! Das ist das klare Ziel und Weg. Jesus hat es uns vorgelebt.
Er sagt nicht, „wie der Vater im Himmel“ sondern „wie eure Eltern im Himmel“! Nur das kann das Original sein, sonst wäre Gott widersprüchlich!
1. „Seht zu, dass ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden. Ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
Wenn du Almosen gibst, sollst du es nicht ausposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen tun und auf den Straßen, um von den Leuten gepriesen zu werden.
Wahrlich, ich sage euch, sie haben bereits ihren Lohn.
2. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut, damit deine Almosen im Verborgenen bleiben.
Und der eine, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich anerkennen.
3. Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die gerne beten in den Synagogen und an den Straßenecken, um von den Leuten gesehen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben bereits ihren Lohn.
4. Wenn du aber betest, so gehe in deine Kammer, und wenn du die Türe geschlossen hast, bete zu deinem himmlischen Vater, der im Verborgenen ist. Und der verborgene eine, der bis ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich anerkennen.
5. Und wenn ihr gemeinsam betet, gebraucht keine leeren Wiederholungen wie die Heiden, denn diese meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr es ihnen nicht gleichtun.
Anmerkung
Jetzt betont hier, dass es nicht darum geht, viele Worte zu machen. Vielleicht mehr hinhören, was uns Gott zu sagen, der durch das Herz spricht, ganz leise.
Denn euer Vater im Himmel weiß, was ihr bedürft, bevor ihr bittet. Darum sollt ihr, wenn ihr beisammen seid, so beten:
6. Unser Vater, der du bist im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.
Gib uns Tag für Tag unser tägliches Brot und die Frucht des lebendigen Weinstockes.
Und wie du uns vergibst unsere Sünden, so mögen auch wir vergeben die Sünden anderer.
Lasse uns nicht in Versuchung.
Erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit.
Amen.
7. Denn wenn ihr den Menschen ihre Schuld vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. So ihr aber den Menschen ihre Schuld nicht vergebt, so wird euch euer Vater im Himmel eure Schuld auch nicht vergeben.
8. Auch wenn ihr fastet, seht nicht niedergeschlagen aus wie die Heuchler. Denn sie verstellen ihr Angesicht, um als Menschen zu erscheinen, die fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben bereits ihren Lohn.
9. Und ich sage euch, ihr werdet niemals das Himmelreich finden, es sei denn, ihr hütet euch vor der Welt und ihrer bösen Art.
Anmerkung
Jesus weist darauf hin, dass in dieser Welt schon auch das Böse ist. Man sollte sich nicht zu sehr darin verstricken, aber auch nicht zu sehr sich zurückziehen.
Und ihr werdet niemals den Vater im Himmel sehen, es sei denn, dass ihr den heiligen Tag haltet und ablasst von eurem Eifer, Reichtümer zu sammeln.
Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du dich nicht darstellst vor den Leuten mit deinem Fasten. Und der Heilige, der bis ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich anerkennen.
Anmerkung
Immer wieder wird auf das Fasten hingewiesen, dass fast selbstverständlich sein sollte zur Reinigung und Aufstieg der Seele.
10. Ebenso solltet ihr tun, wenn ihr um die Toten klagt und trauert, denn euer Verlust ist ihr Gewinn.
Tut nicht wie jene, die vor den Leuten trauern und laut klagen und ihre Kleider zerreißen, auf dass die anderen ihre Trauer sehen.
Denn alle Seelen stehen in der Hand Gottes, und alle jene, welche Gutes getan haben, werden ruhen mit ihren Vorfahren im Schoße des Ewigen.
Anmerkung
Ein sehr bemerkenswerter Satz! Es ist wichtig, die Trauer zu leben! Diese zeigt die Verbundenheit. Aber sie wäscht auch den Schmerz ab.
11. Betet lieber für ihre Ruhe und ihren Aufstieg und bedenkt, dass sie in dem Lande der Ruhe sind, das der Ewige für sie bereitet hat, und gerechten Lohn für ihre Taten empfangen werden, und murrt nicht wie die Hoffnungslosen.
Anmerkung
Was ist da nicht alles drin! Es geht um Aufstieg! Entsprechend unserer Taten werden wir woanders sein. Ähnlich wie bei uns, entsprechend unserer Qualifikation werden wir interessantere Arbeiten und interessantere Kollegen bekommen.
12. Ihr sollt auch nicht für euch Schätze sammeln auf Erden, die die Motten und der Rost fressen und die Diebe ausgraben und stehlen.
Anmerkung
Besitz belastet! Ich muss es pflegen etc. Es macht auch immer Angst vor Verlust. Aber Menschen im Elend haben dieselben Phänomene. Im Teilen entsteht ein Gewinn-Situation für alle!
Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht danach graben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Anmerkung
Ein sehr bedeutsamer Satz. Was sind Schätze des Himmels? Vielleicht Liebe, Engagement für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfen, niemand verletzen, weder sich, noch andere noch die Natur.
13. Die Lampen des Körpers sind die Augen. Deshalb, wenn du klar siehst, wird dein ganzer Leib voller Licht sein.
Anmerkung
Die inneren Schätze strahlen nach außen, ein Mensch strahlt und strahlt aus! Das kennen wir! Da wollen wir hin! Hier steht wie es geht!
Wenn dir aber deine Augen fehlen oder wenn sie trüb sind, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird die Finsternis sein!
14. Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben; oder er wird zum einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht zugleich Gott und dem Mammon dienen.
15. Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Nahrung und der Leib mehr denn die Kleidung? Und was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber sein Leben verliere?
Anmerkungen
Sein Leben zu verlieren, bedeutet das nicht, Schaden an der Seele zu nehmen? Schafft euch Schätze im Himmel und das ist Liebe, Mitgefühl, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit etc.
16. seht die Vögel in der Luft: Sie säen nicht und ernten nicht, noch sammeln sie in Scheunen, und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel besser behütet als sie?
Anmerkung
Lassen wir all die Sorgen hinter uns, es wird für uns gesorgt. Auf das wir unseren Auftrag und Mission leben können.
Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wenn er das wollte?
Und warum sorgt ihr euch so sehr um eure Kleidung? Seht die Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht und spinnen auch nicht. Und doch, sage ich euch, Salomo in all seiner Pracht und Herrlichkeit war nicht so geschmückt wie sie.
Anmerkung
Ein sehr schön Vergleich! Deswegen schmücken wir so vieles mit Blumen, denn sie übersteigen die Schönheit, die der Mensch schafft.
17. Warum sollte nicht Gott, der das Gras auf dem Felde kleidet, das doch heute steht und morgen im Ofen verbrannt wird, euch nicht viel mehr kleiden? Oh ihr Klein-Gläubigen!
Anmerkung
Ja, es ist die Gefahr, dass die Liebe im Glauben vertrocknet, und Nebenthemen extrem wichtig werden. Und wir unsere Mission dabei versäumen.
18. Darum sollt ihr nicht besorgt sein und fragen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn euer himmlischer Vater weiß, dass was ihr alles braucht.
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
Darum sorgt euch nicht um die Übel von morgen. Es ist genug, dass ein jeder Tag seine eigenen Übel hat.“
Anmerkung
Seid ohne Sorge, ihr bekommt alles, was ihr braucht.
1. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.
Und was ihr anderen tut, das wird euch widerfahren.
Anmerkung
Einer der wichtigsten Botschaften, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.
2. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du zu deinem Bruder sagen: Ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen? Und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, dann erst siehst du klar, um den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen zu können.
3. Ihr sollt das, was heilig ist, nicht den Hunden geben, noch eure Perlen vor die Säue werfen, auf dass sie diese nicht zertreten mit ihren Füßen und nicht sich umkehren und euch zerreißen.
Anmerkung
Über heilige Dinge nur sehr bedacht bei Interesse reden. Nicht offensiv und missionarisch.
4. Bittet, so wird euch gegeben werden.
Sucht, so werdet ihr finden.
Klopft an, so wird euch aufgetan. Denn jeder, der da bittet, wird empfangen, und der da sucht, wird finden, und denen, die da anklopfen, wird aufgetan.
5. Welcher ist hier unter euch, der einen Stein gibt, wenn ihn sein Kind um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn es um einen Fisch bittet? Wenn ihr, die ihr auch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben jenen, die ihn bitten?
6. Was auch immer ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihnen ebenso, und was ihr nicht wollt, dass sie euch tun, das tut auch ihr ihnen nicht. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten.
Anmerkung
In diesem ist alles zusammengefasst
7. geht ein durch die enge Pforte, denn schmal ist der Pfad und eng ist die Pforte, die zum Leben führen, und wenige sind ihrer, die sie finden. Doch weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die darauf wandeln.
8. Hütet euch vor den falschen Propheten, die in guten Kleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie wie reißende Wölfe.
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Kann man Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
9. Trotzdem bringt jeder gute Baum gute Frucht, aber ein fauler Baum bringt schlechte Frucht. Ein jeglicher Baum, der keine gute Frucht bringt, ist nur noch dazu gut, umgehauen und ins Feuer geworfen zu werden. Darum, an ihren Früchten sollt ihr das Gute von dem Schlechten unterscheiden.
Anmerkung
Wir sind nicht nur da um zu sagen Herr, Herr, sondern um Gottes Willen zu erfüllen und Früchte zu bringen durch unsere Arbeit.
10. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen meines Vaters tun, der im Himmel ist. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele wunderbare Werke getan? Dann werde ich zu ihnen sagen: Ich kenne euch nicht; weicht alle von mir, die ihr Böses bewirkt.
Anmerkung
Das ist erst mal sehr verstörend! Denn es geht ja auch um wunderbare Werke in Gottes Namen. Aber Jesus spricht über die, die zwar von Gott reden aber trotzdem Böses bewirken. Denn gut gemeint heißt nicht immer unbedingt dass es auch wirklich konstruktiv ist. Wir müssen unser Tun sehr genau reflektieren ob es Positives oder Negatives bewirkt. Ob es den Schöpfungsplan entspricht oder nicht.
11. Darum, wer diese meine Wort hört und sie befolgt, den vergleiche ich mit einem klugen Mann, der sein Haus fest auf einem Felsen baute. Und ein Regen fiel und die Fluten kamen und die Winde bliesen um dieses Haus: und es fiel nicht ein; denn es war auf einen Felsen gegründet.
12. Und wer diese Meine Worte hört und sie nicht in die Tat umsetzt, den vergleiche ich mit einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Und ein Regen fiel und die Fluten kamen und die Winde bliesen und stießen an das Haus, und es fiel ein, und groß war sein Sturz. Aber eine Stadt, welche fest gebaut ist, ummauert in einem Kreis fest oder auf dem Gipfel eines Berges und auf einen Felsen gegründet, kann niemals fallen noch verborgen sein.“
13. Und es geschah, dass Jesus diese Rede vollendet hatte und das Volk staunte über seine Lehre. Denn er sprach Kopf und Herz an, wenn er lehrte und redete nicht wie die Schriftgelehrten, die nur von Amtes wegen lehrten.
Anmerkung
Jesus motiviert hier Real-Christ zu werden und nicht nur verbal-Christ. Gelebter Glaube, gelebtes Wort und Wahrheit.
1. Einen Tag, nachdem Jesus seine Rede beendet hatte, geschah es an einer Stelle bei Tiberias, wo sieben Quellen sind, dass ein junger Mann ihm lebende Kaninchen und Tauben brachte, damit er sie mit seinen Jüngern essen kann.
2. Und Jesus blickte den jungen Mann liebevoll an und sprach zu ihm: „Du hast ein gutes Herz, und Gott wird dich erleuchten; aber weißt du nicht, dass Gott am Anfang dem Menschen die Früchte der Erde zur Nahrung gab und ihn dadurch nicht geringer machte als den Affen oder den Ochsen oder das Pferd oder das Schaf, dass er seine Mitgeschöpfe tötet und ihr Fleisch und Blut verzehrt?
3. Ihr glaubt, dass Moses zu Recht befahl, solche Geschöpfe zu opfern und zu verzehren, und so tut ihr es im Tempel; aber siehe, ein Größerer als Moses ist hier und kommt, die Blutopfer des Gesetzes und die Gelage abzuschaffen und wieder herzustellen die reine Gabe und das unblutige Opfer, wie es im Anfange war, nämlich Körner und Früchte der Erde.
4. Von dem, was ihr Gott zum Opfer darbringt in Reinheit, sollt ihr essen, aber was ihr nicht opfert in Reinheit, sollt ihr nicht essen, denn es wird die Stunde kommen, da eure blutigen Opfer und Feste aufhören werden und ihr Gott anbeten werdet im heiligen Gottesdienst und reiner Opfergabe.
5. Lasset daher die Geschöpfe frei, dass sie sich in Gott freuen und die Menschen nicht in Schuld bringen.“ Und der Jüngling setzte sie frei, und Jesus zerriss ihre Käfige und ihre Fesseln.
6. Doch, siehe, sie fürchteten, wieder eingefangen zu werden, und wollten nicht weg von ihm. Aber er sprach zu ihnen und hieß sie gehen, und sie gehorchten seinen Worten und gingen in Freude.
Anmerkung
Dies zeigt dass Jesus ein echter Tierfreund gewesen ist und das Opfern von Tieren und das Essen von Fleisch nicht unterstützt hat. Er machte sogar klar, dass wir uns schuldig machen dabei.
7. Damals als sie noch an der mittleren der sieben Quellen saßen, erhob sich Jesus und rief aus: „Lasset jene, die da dürsten, zu mir kommen und trinken; denn ich will ihnen vom Wasser des Lebens geben“.
8. Aus den Herzen derer, die an mich glauben, werden Wasserströme fließen, und was ihnen gegeben ist, das sollen sie mit Vollmacht sprechen, und ihre Lehre wird wie lebendiges Wasser sein.
Anmerkungen
Auch wir sind fähig, wenn wir mit der Quelle verbunden sind, kraftvolle Worte zu sprechen.
9. Dieses sagte er von dem (heiligen) Geiste, den die, welche an ihn glaubten, erlangen sollten; denn die Fülle des Geistes war noch nicht ausgegossen, da Jesus noch nicht verherrlicht war.
Anmerkung
Manchen sagen dazu auch geistiges Team. Es sind die guten Mächte, die für uns zuständig sind und uns begleiten und beraten.
10. Wer da trinkt von dem Wasser, das ich geben werde, wird niemals dürsten. Denn das Wasser, das von Gott kommt, wird in ihnen sein wie eine Quelle, die sprießt zum ewigen Leben.
Anmerkung
In uns ist die Quelle des Lebens und der Lebendigkeit. Jesus sagte, das Reich Gottes ist inwendig in euch!
11. In jenen Tagen sandte Johannes zwei Jünger, um ihn zu fragen: „Bist du der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Und in dieser Stunde heilte er viele Krankheiten und Seuchen und trieb Teufel aus und machte viele Blinde sehend.
12. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Geht zurück und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Dass die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen rein werden, die Tauben hören, die Toten aufstehen, den Armen wird das Evangelium gepredigt wird und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“
13. Und als die Boten des Johannes gegangen waren, fing Jesus an zu reden zu dem Volk über Johannes. „Was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgingt in die Wüste? Ein Schilfrohr, das der Wind bewegt, oder einen Menschen in weichen Kleidern? Siehe, die da reich geschmückt sind und angenehm leben, sind an den Höfen der Könige.
14. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, Ich sage euch, und den größten der Propheten.
15. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Aber ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist kein größerer Prophet als Johannes der Täufer.
16. Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner priesen Gott für die Taufe durch Johannes den Täufer. Die Pharisäer und Rechtsgelehrten aber wiesen den Plan Gottes ihnen gegenüber von sich und ließen sich nicht von ihm taufen.
Anmerkung
Jesus gibt einen wichtigen Hinweis. Nicht an den Worten, sondern an den Taten sollt ihr erkennen, wer aus dem Licht kommt.
1. Das Passahfest nahte, und die Apostel und ihre Begleiter versammelten sich um Jesus und erzählten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: „Kommt und lasset uns zu einem abgelegenen Platz gehen, und ruht ein wenig.“ Denn viele Menschen kamen und gingen, und sie konnten nicht einmal in Ruhe essen.
2. Und sie fuhren heimlich mit einem Schiff zu einer einsamen Stelle. Aber das Volk sah sie wegfahren. Viele kannten ihn und liefen zu Fuß dorthin aus allen Städten. Sie kamen ihnen zuvor und trafen bei ihm zusammen.
3. Und als Jesus ausstieg, sah er viel Volk; und er war von Mitgefühl bewegt, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
4. Und der Tag war schon weit vorgerückt, da traten seine Jünger zu ihm und sagten: „Dies ist ein abgelegener Platz, und die Zeit ist fast vorbei. Schicke sie fort, dass sie ins Land rundum in die Dörfer gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.“
5. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Und sie sagten zu Ihm: „Sollen wir hingehen und für zweihundert Groschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben?“
6. Er sprach zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? geht hin und seht.“ Und als sie es festgestellt hatten, sagten sie: „Sechs Brote und sieben Trauben Weinbeeren.“ Und er gebot ihnen, dass sie sich alle zu je fünfzig auf das Gras lagerten. Und sie setzten sich in Reihen von Hunderten und Fünfzig.
7. Und als er die sechs Brote und die sieben Weintrauben genommen hatte, blickte er zum Himmel auf, segnete und brach die Brote und ebenso die Trauben und gab sie den Jüngern, dass sie sie den Leuten vorlegten, und sie teilten alles unter das Volk aus.
Anmerkung
Das Essen zu segnen ist ein sehr wertvolles Ritual und verändert die Nahrung.
8. Und sie aßen alle und wurden satt. Und sie sammelten zwölf Körbe voll Brocken auf, die übriggeblieben waren. Und die von den Broten und den Früchten gegessen hatten, waren fünftausend Männer, Frauen und Kinder; und er lehrte sie viele Dinge.
9. Als das Volk gesehen und gehört hatte, war es von Freude erfüllt und sagte: „Wahrlich, dies ist der Prophet, der in die Welt kommen sollte.“ Und als er merkte, dass sie ihn mit Gewalt zum König machen wollten, trieb er seine Jünger, alsbald in das Schiff zu steigen und hinüber zu fahren an das andere Ufer nach Bethsaida, bis dass er das Volk weg geschickt hätte.
10. Und als er sie fortgeschickt hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Als der Abend gekommen war, war er dort ganz allein, das Schiff aber war mitten auf dem See und wurde von den Wellen hin und her geschleudert, denn der Wind war ihnen zuwider.
11. Um die dritte Nachtwache kam Jesus zu ihnen. Er wandelte auf dem See. Und da die Jünger ihn sahen auf dem See wandeln, erschraken sie und sagten, es ist ein Geist, und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: „Seid guten Mutes. Ich bin es, fürchtet euch nicht!“
12. Und Petrus antwortete ihm und sagte: „Herr, wenn du es bist, so lass mich zu dir über das Wasser kommen.“ Und er sprach: „Komme!“ Und als Petrus aus dem Schiffe gestiegen war, schritt er über das Wasser auf Jesus zu. Doch, da der Wind stürmte, erschrak er, und als er zu sinken begann, schrie er: „Herr! Rette mich!“
13. Und sogleich streckte Jesus seine Hand aus, erfasste ihn und sprach zu ihm: „O, du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Habe Ich dich denn nicht gerufen?“
14. Und er ging zu ihnen ins Schiff, und der Wind legte sich. Und sie verwunderten sich und staunten über alle Maßen. Denn sie waren nicht verständiger geworden durch das Wunder mit den Broten und den Früchten; ihr Herz war nämlich verhärtet.
15. Und als sie in das Schiff gestiegen waren, herrschte große Stille. Da kamen sie heran und huldigten Ihm und sagten: „Wahrhaftig, Du bist Gottes Sohn.“
16. Und als sie hinübergefahren waren, kamen sie in die Landschaft Genezareth und landeten am Ufer. Als sie aus dem Schiff traten, erkannte man ihn sogleich. Und sie liefen in das ganze umliegende Land und begannen, die Kranken auf Betten herzuführen, wo sie hörten, dass er es war.
17. Und wo immer er in Dörfer oder Städte oder auf das Land kam, da legten sie die Kranken auf die Straßen und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften, und alle, die ihn berührten, wurden gesund.
18. Danach kam Jesus mit seinen Jüngern nach Judäa, und dort blieb er und taufte viele, die zu ihm kamen und seine Lehre annahmen.
1. Am nächsten Tages sah das Volk, das an der anderen Seite des Sees stand, dass kein anderes Schiff da war als das eine, in das seine Jünger getreten waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern im Schiff war, sondern dass seine Jünger allein weggefahren waren. Und da nun das Volk sah, dass weder Jesus noch seine Jünger da waren, nahmen sie ebenfalls ein Schiff und fuhren nach Kapernaum und suchten Jesus.
2. Als sie ihn auf der anderen Seite des Sees fanden, sagten sie zu ihm: „Rabbi, wie bist du hergekommen?“ Jesus antwortete ihnen und sprach: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brote und den Früchten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht für die vergängliche Nahrung, sondern für jene Speise, die da bleibt bis zum ewigen Leben, welche euch geben wird des Menschen Sohn, der auch das Kind Gottes ist. Denn diesen hat Gott, die All-Eltern, eingesetzt.“
Anmerkung
Es geht hier nicht um Jesus als Person, sondern um die „Speise“, also die Botschaft, die er hinterlassen hat.
Hier wird von Gott als den Eltern gesprochen, die als Bild sicher besser geeignet sind.
Was sollen wir machen, dass wir Gottes Werke tun
3. Da fragten sie ihn: „Was sollen wir machen, dass wir Gottes Werke tun?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat, und der euch die Wahrheit und das Leben gibt.“
4. Sie sagten darauf zu ihm: „Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen können und dir glauben? Was wirkst du? Unsere Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.“
5. Da sprach Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Moses hat euch das rechte Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot vom Himmel und die Frucht des lebendigen Weinstocks. Denn dies ist die Speise Gottes, die da vom Himmel kommt und der Welt das Leben gibt.“
6. Da sagten sie zu ihm: „Herr, gib uns ewiglich solches Brot und solche Früchte.“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das rechte Brot und der lebendige Weinstock, und wer zu mir kommt, den wird nimmermehr hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Und wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch essen und trinken das Blut von Gott, habt ihr kein Leben in euch. Aber ihr habt mich gesehen und glaubt nicht.
Anmerkungen
Dieser Text aus dem Evangelium der Heiligen Zwölf enthält tief symbolische Aussagen, die in der christlichen und spirituellen Tradition auf vielfältige Weise interpretiert werden können. Hier einige Gedanken, wie wir diesen Abschnitt verstehen könnten:
1. Glauben an den Gesandten Gottes
"Das Werk Gottes ist, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat": Hier wird Glauben als ein aktives Tun beschrieben, nicht nur als passives Denken. Es geht darum, Vertrauen in die Wahrheit und Weisheit zu entwickeln, die Jesus als „Gesandter Gottes“ repräsentiert.
Für uns bedeutet das, sich auf eine innere Wahrheit einzulassen und bereit zu sein, sie in unser Leben zu integrieren.
2. Das wahre Brot vom Himmel
"Nicht Moses hat euch das rechte Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot": Das Manna in der Wüste, ein physisches Brot, ist ein Symbol für materielle Versorgung. Jesus lenkt den Blick auf das „wahre Brot“, das spirituelle Nahrung und Erfüllung bietet.
Im Alltag können wir dies als Hinweis verstehen, dass unsere tiefste Erfüllung nicht aus materiellen Dingen kommt, sondern aus einer spirituellen Verbindung und Erkenntnis.
3. Der lebendige Weinstock
"Ich bin das rechte Brot und der lebendige Weinstock": Jesus spricht hier von einer lebendigen Verbindung zu Gott, die nicht nur unseren Hunger nach Nahrung, sondern nach Sinn, Liebe und Wahrheit stillt.
Diese Metapher fordert uns auf, die Quelle unseres Lebens in etwas Ewiges und Lebendiges zu verankern, nicht in Vergänglichem.
4. Essen von Fleisch und Trinken von Blut
"Wenn ihr nicht das Fleisch essen und trinken das Blut von Gott, habt ihr kein Leben in euch": Diese Aussage ist symbolisch zu verstehen. Es geht nicht um einen buchstäblichen Akt, sondern um die innige Gemeinschaft mit Gott und das Aufnehmen seines Wesens.
Fleisch und Blut stehen für das Leben und das Opfer, das Jesus für die Menschheit gebracht hat. Es fordert uns auf, diese Hingabe zu verinnerlichen und unser Leben daraus zu nähren.
5. Zweifel trotz Begegnung
"Ihr habt mich gesehen und glaubt nicht": Hier wird ein häufiges menschliches Phänomen angesprochen: Selbst wenn wir die Wahrheit sehen, zögern wir oft, sie anzunehmen. Zweifel, Ängste oder Gewohnheiten können uns davon abhalten.
Eine Reflexion für uns könnte sein, wie oft wir im Alltag die Wahrheit erkennen, sie aber aus Bequemlichkeit oder Unsicherheit ignorieren.
Bedeutung für uns heute
Dieser Text lädt uns ein, über folgende Fragen nachzudenken:
Was bedeutet es für uns, „das Werk Gottes“ zu tun? Vielleicht ist es, unsere Seele und unser Herz für Liebe, Wahrheit und Mitgefühl zu öffnen.
Wo suchen wir Erfüllung? In materiellen Dingen oder in einer tiefen, inneren Verbindung zu etwas Höherem?
Wie können wir Jesus als das „rechte Brot“ und den „lebendigen Weinstock“ erleben? Vielleicht indem wir uns bewusst Zeit für Reflexion, Gebet oder Meditation nehmen und uns bemühen, im Alltag eine Haltung der Liebe und Dankbarkeit zu leben.
Ende Anmerkung
7. Alle die mir mein Vater gegeben hat, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht verstoßen. Denn ich kam vom Himmel herunter, nicht, dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen Gottes, der mich gesandt hat. Dies aber ist der Wille Gottes, der mich gesandt hat, dass ich keinen verliere von all denen, die mir gegeben sind, sondern dass ich sie wieder aufrichte am Jüngsten Tage.“
Anmerkung
Dieser Abschnitt aus dem Evangelium der Heiligen Zwölf ist tief spirituell und trägt eine Botschaft von bedingungsloser Liebe, Führung und göttlicher Fürsorge. Hier ist eine mögliche Deutung:
1. „Alle, die mir mein Vater gegeben hat, werden zu mir kommen...“
Göttliche Führung und Bestimmung: Dies deutet darauf hin, dass alle Seelen, die bereit sind, sich dem göttlichen Licht zuzuwenden, letztendlich zu Jesus oder zum Göttlichen finden. Es ist eine Einladung, die in jedem Menschen angelegt ist, und eine Gewissheit, dass diejenigen, die aufrichtig suchen, den Weg finden werden.
Freiheit des Willens: Obwohl Gott Menschen „gibt“ also erschafft, ist dies keine erzwungene Verbindung. Es geschieht durch den inneren Ruf und die Entscheidung des Einzelnen, diesem Ruf zu folgen.
2. „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht verstoßen.“
Bedingungslose Annahme: Jesus betont hier, dass er niemanden abweist, unabhängig von Herkunft, Fehlern oder Vergangenheit. Es ist eine Zusage der Vergebung, der Akzeptanz und der liebevollen Aufnahme.
Ein Symbol göttlicher Gnade: Dies spiegelt die unendliche Liebe Gottes wider, die niemanden ausstößt, der sich ihr nähert.
3. „Nicht, dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen Gottes, der mich gesandt hat.“
Hingabe an das Göttliche: Hier zeigt sich die völlige Unterordnung Jesu unter den Willen Gottes. Es ist eine Einladung für uns alle, unser Ego loszulassen und uns dem höheren Willen des Universums oder Gottes hinzugeben.
Vorbildfunktion: Jesus lebt vor, wie ein Leben in vollkommener Harmonie mit dem Göttlichen aussieht.
4. „Dass ich keinen verliere von all denen, die mir gegeben sind...“
Göttliche Bewahrung: Es ist ein Trost, dass niemand, der sich dem Göttlichen anvertraut, verloren gehen wird. Es symbolisiert Schutz, Führung und die ewige Verbindung zu Gott.
Aufrichtung am Jüngsten Tage: Dies weist auf die Auferstehung und das ewige Leben hin. Es ist eine Verheißung, dass alle, die sich auf den göttlichen Weg begeben, in der Fülle des Lebens bewahrt und erneuert werden.
Zusammenfassung:
Dieser Abschnitt spricht von der tiefen Beziehung zwischen Gott, Jesus und den Menschen. Er ermutigt zur Hingabe, zum Vertrauen und zur Gewissheit, dass die göttliche Liebe alles umschließt. Es ist eine Einladung, dem Ruf des Göttlichen zu folgen, sich bergen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass man in dieser Liebe niemals verloren gehen kann.
Frage: Was fühlst du beim Lesen dieser Worte?
Gibt es eine Verbindung zu deinem eigenen Weg? 🙏✨
Ende der Anmerkungen
8. Da murrten die Juden darüber, dass er sagte: „Ich bin das Brot, das vom Himmel heruntergekommen ist.“ Und sie sagten: „Ist dieses nicht Jesus, der Sohn des Joseph und der Maria, dessen Eltern wir kennen? Wie kann er nun sagen: Ich bin vom Himmel heruntergekommen?“
9. Darauf antwortete Jesus und sprach zu ihnen: „Murrt nicht untereinander. Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn heilige Liebe und Weisheit ziehe. Und diese werden auferstehen am Jüngsten Tage. Es steht geschrieben bei den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehrt werden. Jeder, der die Wahrheit hört und erfasst hat, der kommt zu mir.
10. Nicht, dass jemand das Heiligste je gesehen habe, es sei denn jene, die vom Heiligsten sind: die allein sehen das Heiligste. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an die Wahrheit glaubt, der hat das ewige Leben.“
1. Und abermals sprach Jesus: „Ich bin das wahre Brot und der lebendige Weinstock. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist die Speise Gottes, die vom Himmel herabkommt, auf dass nicht sterben wird, wer davon isst. Ich bin die lebendige Speise, die vom Himmel herabkam. Wer von dieser Speise essen wird, der wird leben auf ewig. Und das Brot, das ich geben werde, ist meine Wahrheit, und der Wein, den ich geben werde, ist mein Leben.“
2. Da stritten sich die Juden untereinander und sagten: „Wie kann sich dieser uns zur Speise geben?“ Jesus sprach zu ihnen: „Glaubt ihr, dass ich vom Fleisch essen spreche, wie ihr es unwissend im Tempel Gottes tut?
3. Wahrlich, mein Leib ist göttliche Substanz, und dies ist die wahre Speise, und mein Blut ist das Leben Gottes, und dies ist der wahre Trank. Nicht wie eure Vorväter, die nach Fleisch verlangten, und Gott in seinem Zorn gab ihnen Fleisch, und sie aßen es in ihrer Verderbtheit, bis es in ihren Nasen stank und ihre Körper fielen zu Tausenden in der Wüste wegen der Pest.
4. Denn davon steht geschrieben: Sie sollen wandern 49 Jahre in der Wüste, bis sie von ihren Begierden gereinigt sind, ehe sie in das Land der Ruhe einziehen, ja sieben mal sieben Jahre sollen sie wandern, denn sie haben meine Wege nicht gekannt, noch meine Gebote befolgt.
5. Wer aber dieses Fleisch isst und trinkt dies Blut, der wohnt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, aus dem ich lebe, ebenso werden die leben aus mir, die mich essen, der ich die Wahrheit und das Leben bin.
6. Dies ist das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, und Leben gibt der Welt. Nicht wie eure Vorväter, welche Manna gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brot und diese Frucht isst, der wird leben auf ewig.“ Solches sprach er in der Synagoge, als er lehrte zu Kapernaum. Viele seiner Jünger nun, als sie das hörten, sagten: „Das ist eine harte Sprache, wer kann sie annehmen?“
7. Da Jesus aber erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: „Ärgert euch das? Wie, wenn ihr des Menschen Sohn werdet auffahren sehen dahin, wo er zuvor gewesen ist? Es ist der Geist, der lebendig macht, das Fleisch und Blut ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.
Anmerkung
Aus meiner Sicht meinte Jesus nicht sich selbst als Person. Es geht nicht darum, sich in ihn zu verlieben oder ihn zu vergöttern, sondern darum, ihn als Überbringer der göttlichen Weisheit und Botschaft zu verstehen. Seine Lehre lädt uns ein, uns von den niederen Trieben des Fleisches – also von Begierden und Leidenschaften – zu befreien und uns den höheren Freuden des Geistes und der Verbundenheit mit der göttlichen Quelle zuzuwenden. Mit seiner Autorität macht Jesus deutlich, dass wir in ihm den Willen Gottes erkennen können. Er ruft uns dazu auf, so zu werden wie er – nicht, indem wir ihn nur anbeten, sondern indem wir seine Tugenden und seine innere Verbindung zu Gott in unserem Leben verwirklichen. Ich glaube, das war sein wahres Ziel!
8. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht.“ Denn Jesus wusste von Anfang an, welche nicht gläubig waren und wer ihn verraten würde. Darum sprach er zu ihnen: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn von oben gegeben.“
Anmerkung
Heißt dass, es ist ein großes Geschenk, den Weg der Spiritualität gefunden zu haben?
9. Von da an gingen viele seiner Jünger weg und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: „Wollt auch ihr mich verlassen?“
10. Da antwortete ihm Simon Petrus: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast die Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und sind gewiss, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“
11. Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einen darunter, der ein Verräter ist?“ Er sprach von Judas Ischariot, dem Sohne Simons des Leviten; denn dieser war es, der ihn hernach verriet.
12. Jesus zog nach Jerusalem und begegnete einem Kamel beladen mit Holz. Das Kamel konnte es nicht den Berg hinauf ziehen, und der Treiber schlug es und misshandelte es grausam, aber er konnte das Tier nicht von der Stelle bringen.
13. Und als Jesus es sah, sprach er zu ihm: „Warum schlägst du deinen Bruder?“ Und der Mann erwiderte: „Ich wusste nicht, dass es mein Bruder ist. Ist es nicht ein Lasttier und dazu gemacht, mir zu dienen?“
14. Und Jesus sprach: „Hat nicht derselbe Gott aus dem gleichen Stoffe dieses Tier geschaffen und deine Kinder, die dir dienen, und habet ihr nicht denselben Atem beide von Gott empfangen?“
15. Und der Mann staunte sehr über diese Rede. Er hörte auf, das Kamel zu schlagen, und befreite es von einem Teil seiner Last. So schritt das Kamel den Berg hinan, und Jesus ging vor ihm, und es blieb nicht mehr stehen bis an das Ende seiner Tagesreise.
16. Das Kamel erkannte Jesus; denn es hatte die Liebe Gottes in ihm gefühlt. Und der Mann wollte mehr von der Lehre wissen, und Jesus lehrte ihn gerne, und er wurde sein Schüler.
Anmerkung
Oh wie schön erklärte uns Jesus, dass auch die Tiere unsere Brüder oder Schwestern sind. Und das wir entsprechend mit ihnen umgehen sollten. Wie mit der ganzen Natur.
1. Und es geschah, da er mit seinen Jüngern beim Abendessen saß, dass einer von ihnen zu ihm sagte: „Meister, warum sagtest du, dass du uns dein Fleisch willst zu essen geben und dein Blut zu trinken? Denn es ist für viele schwer zu verstehen.“
2. Und Jesus antwortete und sprach: „Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sie sind Leben. Für den Unwissenden und fleischlich Gesinnten klingen sie nach Blutvergießen und Tod; aber gesegnet sind, die sie verstehen.
3. seht das Getreide, wie es wächst bis zur Reife und abgeschnitten und in der Mühle gemahlen und im Feuer zu Brot gebacken wird. Aus diesem Brot ist mein Leib gemacht, welchen ihr seht. Und seht die Weintrauben, welche an dem Weinstock wachsen bis zur Reife, gepflückt werden und in die Weinpresse kommen und die Frucht der Rebe schenken! Aus dieser Frucht des Weinstockes und aus Wasser ist mein Blut gemacht.
4. Denn von den Früchten der Bäume und der Saat der Pflanzen allein genieße ich, und diese werden vom Geiste in mein Fleisch und in mein Blut verwandelt. Von diesen allein und Ähnlichem sollt ihr, die ihr an mich glaubt und meine Jünger seid, essen, denn von diesen, im Geiste, kommen Leben und die Gesundheit und Heilung zu den Menschen.
5. Wahrlich, meine Gegenwart soll mit euch sein in der Substanz und im Leben Gottes, sichtbar geworden in diesem Leib und in diesem Blut; und von diesen sollt ihr alle, die ihr an mich glaubt, essen und trinken.
Anmerkung
Geht es Jesus hier um Vegetarismus?
6. Denn an allen Orten werde ich auferstehen zum Leben der Welt, wie es geschrieben steht in den Propheten. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang soll überall in meinem Namen eine reine Opfergabe mit Weihrauch geopfert werden.
Anmerkung
Jesus wusste durchaus um den Wert von Ritualen, aber er wollte keine Tier-Opfer, denn dies sind Geschöpfe Gottes mit Seele.
7. Wie im Körperlichen, so auch im Geistigen. Meine Lehre und mein Leben sollen Speise und Trank sein für euch, das Brot des Lebens und der Wein der Erlösung.
Anmerkung
Es geht um Nahrung für Körper, Geist und Seele
8. Ebenso wie das Getreide und die Weintrauben in Fleisch und Blut verwandelt werden, so müssen auch eure irdischen Gedanken in geistige verwandelt werden. Strebt die Verwandlung des Körperlichen in das Geistige an!
Anmerkung
Es geht um die Vergeistigung des Lebens, dass wir uns lösen vom zu stark an das materiell gebundene.
9. Wahrlich, ich sage euch, am Anfang haben alle Geschöpfe Gottes ihren Unterhalt allein in den Pflanzen und Früchten der Erde gefunden, bis die Unwissenheit und die Selbstsucht der Menschen viele davon abgebracht hat und zu dem gekehrt, was der ursprünglichen, von Gott gegebenen Ordnung widersprach. Aber selbst jene werden wieder zurückkehren zu der natürlichen Nahrung, wie es geschrieben steht in den Propheten und ihre Worte werden nicht versagen.
Anmerkung
Es scheint, hier geht es darum uns vegetarisch zu ernähren.
10. Wahrlich, Gott gibt ewig vom ewigen Leben und der ewigen Substanz, auf dass die Formen des Weltalls sich immer erneuern. Deshalb also habt ihr alle Anteil an dem Fleisch und Blut und der Substanz und dem Leben des Ewigen, und meine Worte sind Geist und Leben.
11. Und wenn ihr meine Gebote haltet und das Leben der Gerechten führt, werdet ihr glücklich sein in diesem Leben und im kommenden Leben. Wundert euch nicht über das, was ich euch gesagt habe: „Wenn ihr nicht essen das Fleisch und trinken das Blut von Gott, habt ihr kein Leben in euch.“
12. Und die Jünger antworteten: „Herr, gib uns immerdar zu essen von diesem Brote und zu trinken aus diesem Kelche; denn deine Worte sind wahrlich Speise und Trank. Durch dein Leben und durch deine Substanz werden wir ewig leben.“
Ein längerer Kommentar dazu ist hier zu finden: https://e.pcloud.link/publink/show?code=kZXsYKZsGkLnp6ngyLrJlMtHYL53zDgnWPy
1. Jesus lehrte seine Jünger im äußeren Hofe des Tempels, und einer von ihnen sagte zu ihm: „Meister, es wird gesagt von den Priestern, ohne Vergießen von Blut gebe es keine Vergebung von Sünden. Können denn die gesetzlichen Blutopfer die Sünden hinweg nehmen?“
2. Und Jesus antwortete: „Kein Blutopfer von Tier oder Vogel oder Mensch kann Sünden hinweg nehmen. Denn wie kann eine Schuld durch das Vergießen von unschuldigem Blut getilgt werden? Nein, es wird die Schuld noch vergrößern.
3. Die Priester empfangen sehr wohl solche Opfer zur Versöhnung von den Gläubigen für die Vergehen gegen das Gesetz des Moses, aber für die Sünden gegen das Gesetz Gottes gibt es keine Vergebung, es sei denn durch Reue und Besserung.
4. Steht nicht geschrieben in den Propheten: Nehmt eure Blutopfer und eure Brandopfer und weg mit ihnen! Hört auf, Fleisch zu essen; denn ich sprach darüber nicht zu euren Vätern noch habe ich es ihnen befohlen, als ich sie aus Ägypten führte. Aber dies habe ich befohlen:
5. Gehorcht meiner Stimme und wandelt die Wege, die ich euch befohlen habe, und ihr werdet mein Volk sein, und es wird euch wohl ergehen. Doch sie waren nicht geneigt und horchten nicht.
6. Und was befiehlt euch der Ewige anders, als Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu üben und demütig zu wandeln mit eurem Gott? Steht nicht geschrieben, dass Gott am Anfange die Früchte der Bäume und die Samen und Kräuter zur Nahrung für alles Fleisch bestimmte?
Anmerkung
Noch deutlicher kann man es nicht sagen, dass wir kein Fleisch essen sollen.
7. Aber sie haben das Bethaus zu einem Haus von Dieben gemacht, und an Stelle des reinen Opfers mit Weihrauch haben sie meine Altäre mit Blut besudelt und das Fleisch der geschlachteten Tiere gegessen.
8. Ich aber sage euch: Vergießt kein unschuldiges Blut, noch esst das Fleisch. Seid aufrichtig, liebt die Barmherzigkeit und tut recht, und eure Tage werden lange währen im Lande.
9. Das Korn, das aus dem Erdreich wächst mit dem anderen Getreide, wird es nicht durch den Geist verwandelt in mein Fleisch? Die Beeren des Weinberges und die anderen Früchte, werden sie nicht verwandelt durch den Geist in mein Blut? Lasset dieses mit euren Körpern und Seelen euer Denkmal an den Ewigen sein.
10. Darin ist die Gegenwart Gottes sichtbar als Substanz und als das Leben der Welt. Davon sollt ihr alle essen und trinken zur Vergebung der Sünden, und für das ewige Leben für alle, die meinen Worten gehorchen.“
11. Nun ist aber zu Jerusalem bei dem Schafmarkt ein Teich, der heißt Bethesda. In fünf Hallen lag eine große Menge gebrechlichen Volkes von Blinden, Lahmen, Verdorrten und warteten, dass sich das Wasser bewege.
12. Denn zu einer bestimmten Zeit kam ein Engel herab in den Teich und bewegte das Wasser. Wer nun als erster, nachdem das Wasser bewegt war, hineinstieg, der ward geheilt von jeglicher Krankheit, von der er befallen war. Da war auch ein Mann, welcher von Geburt an lahm war.
13. Und Jesus sprach zu ihm: „Bringen dir die Wasser keine Heilung?“ Er sagte zu ihm: „Doch, Herr, aber ich habe niemanden, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt. Und wenn ich es versuche, so steigt ein anderer vor mir hinein.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Steh‘ auf, nimm dein Bett und wandle.“ Und sogleich stand er auf und ging. Und an diesem Tage war Sabbat.
14. Und die Juden sagten zu ihm: „Es ist heute Sabbat, und es ist gegen das Gesetz, dass du dein Bett trägst.“ Und der Geheilte wusste nicht, dass es Jesus war. Und Jesus war hinweggegangen, denn auf dem Platze waren viele Menschen.
1. Als Jesus erkannte, wie die Pharisäer murrten und Anstoß nahmen, dass er mehr Jünger gewann und taufte als Johannes, verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.
2. Und Jesus kam zu einem Baum, unter dem er mehrere Tage verweilte. Und dorthin kamen auch Maria Magdalena und andere Frauen, und dienten ihm mit ihrer Habe, und er lehrte täglich alle, die zu ihm kamen.
3. Und die Vögel sammelten sich um ihn und begrüßten ihn mit ihrem Gesang, und andere Geschöpfe kamen zu seinen Füßen, und er fütterte sie, und sie fraßen ihm aus der Hand.
4. Und als er weiter zog, segnete er die Frauen, die ihm ihre Liebe bezeugt hatten, und er wandte sich zu dem Feigenbaum und segnete auch ihn. Und er sprach: „Du gabst mir Obdach und Schatten gegen die brennende Hitze, und zu alledem gabst du mir auch Nahrung.
5. Sei gesegnet, wachse und sei fruchtbar und lasse alle, die zu dir kommen, Ruhe, Schatten und Nahrung finden und lasse die Vögel der Luft ihre Freude finden in deinen Zweigen.“
6. Und siehe, der Baum wuchs und gedieh ganz ungewöhnlich, und seine Äste breiteten sich immer mehr aus nach oben und nach unten, so dass kein ähnlicher Baum von solcher Schönheit und Größe zu finden war und keiner mit einer solchen Fülle und einer solchen Güte der Früchte wie dieser.
7. Jesus kam in ein Dorf und sah dort eine kleine Katze, die herrenlos war, und sie litt Hunger und schrie zu ihm. Und er nahm sie hoch, hüllte sie in sein Gewand und ließ sie an seiner Brust ruhen.
8. Und als er durch das Dorf ging, gab er der Katze zu essen und zu trinken. Und sie aß und trank und zeigte ihm ihren Dank. Und er gab sie einer seiner Jünger-innen, einer Witwe mit Namen Lorenza, und sie sorgte für sie.
9. Und einige aus dem Volke sagten: „Dieser Mann sorgt für alle Tiere. Sind sie seine Brüder und Schwestern, dass er sie so liebt?“ Und er sprach zu ihnen: „Wahrlich, diese sind eure Mitbrüder aus der großen Familie Gottes, eure Brüder und Schwestern, welche denselben Atem des Lebens von dem Ewigen haben.
10. Und wer immer für einen der kleinsten von ihnen sorgt und ihm Speise und Trank gibt in seiner Not, der tut dieses mir, und wer es willentlich duldet, dass eines von ihnen Mangel leidet, und es nicht schützt, wenn es misshandelt wird, lässt dieses Übel zu, als sei es mir zugefügt.
Denn ebenso wie ihr in diesem Leben getan habt, so wird euch im kommenden Leben getan werden.“
Anmerkung
Hier taucht wieder das wichtige Gesetz des Lebens auf.
1. Ein Schriftgelehrter, der ihn überführen wollte, trat ihm entgegen: „Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben erwerbe?“ Er sprach zu ihm: „Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?“
2. Er antwortete und sagte: „Du sollst keinem anderen tun, was du nicht willst, dass er dir tue. Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deinem ganzen Gemüte. Du sollst anderen tun, was du willst, dass andere an dir tun.“
3. Und Jesus sprach zu ihm: „Du hast recht geantwortet. Tue das, so wirst du leben. An diesen drei Geboten hängen alle Gesetze und die Propheten, denn, wer Gott liebt, der liebt auch seinen Nächsten.“
4. Er aber wollte sich selbst verteidigen und sagte zu Jesus: „Und wer ist mein Nächster?“ Jesus antwortete und sprach: „Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber. Die zogen ihm sein Gewand aus, verwundeten ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen.
5. Es begab sich aber, dass ein Priester diese Straße herunterkam. Und da er ihn sah, ging er an ihm vorüber. Desgleichen auch ein Levit, da er herunterkam und ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorbei.
6. Aber auch ein Samariter kam auf der Reise dahin, wo er lag, und da er ihn sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Darauf setzte er ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
7. Am anderen Morgen, da er weiterreiste, zog er zwei Groschen heraus, gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: ‚Sorge für ihn, und was du mehr brauchst, will ich dir zurückzahlen, wenn ich wieder komme.‘
8. Welcher, dünkt dich, war unter diesen dreien der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?“ Er sagte: „Der ihm Barmherzigkeit erwies.“ Da sprach Jesus zu ihm: „So gehe hin und tue desgleichen.“
9. Nun begab es sich unterwegs, dass sie in ein Dorf kamen. Eine Frau namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich auch zu Jesu Füßen und hörte Seinem Wort zu.
10. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sagte: „Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sage ihr doch, dass sie mir helfe.“
11. Und Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Martha, Martha, du bist besorgt und plagst dich um viele Dinge; eines aber nur ist nötig. Und Maria hat dieses gute Teil erwählt, und das soll nicht von ihr genommen werden.“
12. Wieder einmal, als Jesus mit seinen Jüngern in einer Stadt bei der Abendmahlzeit saß, sprach er zu ihnen: „Wie ein Tisch auf zwölf Pfeilern, ebenso bin ich in eurer Mitte.
13. Wahrlich, ich sage euch, die Weisheit baut ihr Haus und behaut ihre zwölf Pfeiler. Sie bereitet ihr Brot und ihr Öl vor und mischt ihren Wein. Sie bestellt ihren Tisch.
14. Und sie steht auf den erhabenen Plätzen der Stadt und ruft die Söhne und Töchter der Menschen. Wer immer will, den lasst hierher führen, lasst ihn essen von meinem Brote und von meinem Öl nehmen und von meinem Weine trinken.
15. Sage dich los von den Törichten und lebe und gehe auf dem Weg der Einsicht. Die Verehrung Gottes ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstehen. Durch mich werden eure Tage vermehrt, und die Jahre eures Lebens werden wachsen.“
1. Eines Tages kam Jesus in den frühen Morgenstunden wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie.
2. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: „Meister, diese Frau ist ergriffen worden beim Ehebruch auf frischer Tat. Nun hat Moses uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen. Aber was sagst Du?“
3. Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf dass sie eine Anklage gegen ihn fänden. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde, als hörte er sie nicht.
4. Als sie fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
5. Und er bückte sich abermals nieder und schrieb auf die Erde. Und die das hörten, wurden von ihrem eigenen Gewissen überführt und gingen hinaus, einer nach dem anderen, von den Ältesten an bis zu den Letzten; und Jesus ward allein gelassen, nur die Frau stand noch da.
6. Als Jesus sich aufrichtete und niemanden sah als die Frau, sprach er zu ihr: „Frau, wo sind sie, deine Ankläger? Hat dich niemand verdammt?“ Sie sagte zu ihm: „Niemand, Herr.“ Und Jesus sprach zu ihr: „So verurteile auch ich dich nicht. Sündige hinfort nicht mehr, geh in Frieden.“
7. Dieses Gleichnis sagte er zu einigen, die sich selbst für rechtschaffen hielten und andere verachteten: „Es gingen zwei Männer hinauf in den Tempel zu beten, der eine ein reicher Pharisäer, des Gesetzes kundig, der andere ein Zöllner, der ein Sünder war.
8. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: ‚Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie andere Leute sind, Wucherer, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze.‘
9. Und der Zöllner stand weit davon, wollte seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: ‚Gott sei gnädig zu mir, einem Sünder.‘
10. Ich sage euch: Dieser ging hinab in sein Haus gerechtfertigter denn der andere. Denn, wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“
1. Jesus saß in der Vorhalle des Tempels, und einige kamen, um seine Lehre zu erfahren. Und einer fragte ihn: „Herr, was lehrst du über das Leben?“
2. Und er sprach zu ihnen: „Gesegnet sind, die viele Erfahrungen durchmachen, denn sie werden durch Leiden vollkommen werden. Sie werden sein wie die Engel Gottes im Himmel, und sie werden nicht mehr sterben, noch werden sie wiedergeboren werden. Denn Tod und Geburt haben keine Macht mehr über sie.
3. Die da gelitten und überwunden haben, werden zu Pfeilern gemacht werden im Tempel meines Gottes, und sie werden ihn nie wieder verlassen. Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht wiedergeboren werdet durch Wasser und Feuer, so werdet ihr das Reich Gottes nicht sehen.“
4. Und ein Rabbi (Nikodemus) kam zu ihm während der Nacht aus Furcht vor den Juden und fragte ihn: „Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden, wenn er alt ist? Kann er ein zweites Mal in seiner Mutter Schoß gehen und von neuem geboren werden?“
5. Jesus antwortete: „Wahrlich, ich sage dir, es sei denn, dass jemand wiedergeboren werde aus dem Fleisch und dem Geiste, sonst kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wo er kommt und wohin er geht.
6. Das Licht scheint vom Osten zum Westen; aus der Finsternis steigt die Sonne empor und geht wieder hinab in die Finsternis. So ist es dem Menschen von Lebenszeit zu Lebenszeit.
7. Wenn sie aus der Finsternis kommt, so war sie vorher da, und wenn sie wieder hinuntergeht in die Finsternis, so geschieht es, um ein wenig zu verweilen und danach wieder da zu sein.
8. So müsst ihr durch viele Wandlungen hindurch vollkommen werden. So wie es geschrieben steht in dem Buche Hiob: Ich bin ein Wanderer und wechsle einen Platz nach dem anderen und ein Haus nach dem anderen, bis ich in die Stadt und in das Haus komme, die ewig sind.“
Eine Auslegung darüber ist hier zu finden: https://e.pcloud.link/publink/show?code=kZxDYKZWpKLcbjtNop8Kq0NUxqftmDoBLG7
9. Und Nikodemus fragte ihn: „Wie kann dieses geschehen?“ Und Jesus antwortete und sprach: „Bist du ein Lehrer in Israel und verstehst dies nicht? Wahrlich, wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an.
10. Wenn ich euch von irdischen Dingen sage und ihr glaubt nicht, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagte? Niemand ist zum Himmel aufgestiegen. Aber der ist vom Himmel herabgekommen, der im Himmel ist, nämlich der Menschensohn.“
1. Und einige seiner Jünger kamen zu ihm und erzählten ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, dass es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe.
2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso wenig können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.
3. Gott gibt die Körner und die Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper.
4. Der Räuber, der in ein Haus einbricht, das von Menschen gebaut ist, ist schuldig; aber selbst die geringsten von denen, die in ein Haus einbrechen, das von Gott gebaut ist, sind die größeren Sünder. Deshalb sage ich zu allen, die meine Jünger werden wollen, haltet eure Hände frei vom Blutvergießen und lasst kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Samen der Erde.
5. Aber wenn ein Tier sehr leidet, so dass sein Leben ihm eine Qual ist, oder wenn es gefährlich wird für euch, so erlöst es von seinem Leben rasch und mit so wenig Schmerz, als ihr könnt. Schickt es hinüber in Liebe und Barmherzigkeit und quält es nicht, und Gott, euer Vater, wird euch Barmherzigkeit zeigen, ebenso wie ihr Barmherzigkeit gezeigt habt denen, die in eure Hände gegeben sind.
6. Und was auch immer ihr tut dem geringsten meiner Kinder, das tut ihr mir. Denn ich bin in ihnen, und sie sind in mir. Ja, Ich bin in allen Geschöpfen, und alle Geschöpfe sind in mir. An allen ihren Freuden erfreue ich mich auch, und an allen ihren Schmerzen leide ich auch. Darum sage ich euch: Seid gütig miteinander und mit allen Geschöpfen Gottes.“
7. Es begab sich am nächsten Tage, dass er in eine Stadt mit Namen Nain ging. Und viele seiner Jünger gingen mit ihm und viel Volk.
8. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter; sie war eine Witwe. Und viele Menschen aus der Stadt gingen mit ihr.
9. Da sie der Herr sah, hatte er Mitleid mit ihr und sprach zu ihr: „Weine nicht! Dein Sohn schläft!“ Und er trat hinzu und rührte den Sarg an, und die ihn trugen, hielten an. Er sprach: „Jüngling, ich sage dir, stehe auf!“
10. Und er, der für tot gehalten wurde, richtete sich auf und fing an zu reden. Und Jesus gab ihn seiner Mutter. Da überkam sie alle eine Furcht, und sie priesen Gott und sagten: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott ist zu seinem Volke gekommen.“
1. Wieder saß Jesus unter dem Feigenbaum und hatte seine Jünger um sich versammelt und um sie herum kam auch eine große Menschenmenge, die ihn hören wollte. Und er sprach zu ihnen: „Womit soll ich das Himmelreich vergleichen?“
2. Und er sagte dieses Gleichnis: „Das Himmelreich gleicht einem Samen, einem kleinen Samenkorn, das ein Mensch nahm und auf seinem Acker aussäte. Wenn es aber gewachsen ist, wird es ein großer Baum, der seine Zweige ausbreitet. Und seine Zweige biegen sich zur Erde, schlagen Wurzeln und wachsen empor, bis das Feld von dem Baum zugedeckt ist. Und die Vögel der Luft kommen und nisten in seinen Zweigen, und die Geschöpfe der Erde finden in seinem Schatten Zuflucht.“
3. Ein anderes Gleichnis gab er ihnen und sprach: „Das Himmelreich ist gleich einem großen Schatz, der in einem Acker vergraben liegt. Den findet ein Mann und versteckt ihn, und aus Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker; denn er weiß, wie groß sein Reichtum daraus sein wird.
4. Ebenso ist das Himmelreich gleich einer Perle von hohem Wert. Die findet ein Kaufmann, als er nach guten Perlen suchte. Und der Kaufmann, als er sie fand, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie; denn er erkannte wie viel wertvoller sie ist als alles, was er für sie hergab.“
5. Und abermals sprach er: „Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den nahm eine Frau und verbarg ihn unter drei Maß Mehl. Als das Ganze durch säuert und im Feuer gebacken war, wurde es ein Laib Brot.
Anmerkung
Eine Kleinigkeit in etwas anderem kann sehr viel bewirken. So auch wir, wenn wir Leuchtturm sind!
Oder es ist auch gleich einem Manne, der ein Maß reinen Traubensaftes nimmt und gießt es in zwei oder vier Maß Wasser, bis das Ganze zur Frucht des Weines gemischt wird.
6. Das Himmelreich ist gleich einer Stadt; die wurde sorgfältig auf dem Gipfel eines hohen Berges gebaut und auf Felsen gegründet, mit einer starken Mauer umgeben und mit Türmen und Toren, die im Norden und im Süden, im Osten und im Westen liegen. Eine solche Stadt wird nicht fallen, noch kann sie verborgen bleiben, und ihre Tore sind für alle offen, und alle, die Schlüssel haben, werden eintreten.“
Anmerkung
Diejenigen die ein rechtschaffenes Leben führen werden den Schlüssel bekommen. Es steht jedem offen!
7. Und er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: „Das Himmelreich ist gleich dem guten Samen, den ein Mensch auf seinen Acker säte. Aber in der Nacht, als die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun die Halme wuchsen und die Ähren Frucht bildeten, da wurde auch das Unkraut sichtbar.
8. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Dies hat ein Feind getan.
9. Da sprachen die Knechte: Willst du nicht, dass wir hingehen und es ausreißen? Er antwortete: Nein, auf dass ihr nicht beim Herausreißen des Unkrauts den guten Weizen zugleich entwurzelt.
10. Lasset beides miteinander wachsen bis zu der Ernte. Und zur Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne, und es die Erde fruchtbar mache; aber den Weizen sammelt mir in meiner Scheune.“
Anmerkung
So hat das Unkraut auch einen Sinn, damit es den Boden fruchtbar mache.
11. Und abermals sprach er: „Das Himmelreich ist gleich der Aussaat. Siehe, ein Sämann ging aus, um zu säen. Und indem er säte, fiel etliches von dem Samen an den Wegrand. Da kamen die Vögel und fraßen es auf.
12. Und anderes fiel auf steinigen Boden, wo nicht viel Erde war, und ging bald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne schien, verbrannte es, und weil es keine Wurzel hatte, wurde es dürr.
13. Etliches fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
Und etliches fiel auf guten Boden, der wohl vorbereitet war, und trug Früchte, manches hundertfältig, manches sechzig-fach, manches dreißig-fach. Wer Ohren hat, zu hören, der höre!“
1. Und die Jünger kamen und sagten zu ihm: „Warum sprichst du zu der Menge in Gleichnissen?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu wissen, jenen aber nicht.
2. Denn, der da hat, dem wird gegeben werden, auf dass er mehr Fülle habe. Doch dem, der nichts hat, dem soll auch das genommen werden, was er zu haben scheint.
3. Darum spreche ich zu jenen in Gleichnissen, denn sie sehen nicht und hören nicht und verstehen nicht.
4. Denn in ihnen wird erfüllt die Prophezeiung des Jesaja, welcher sagt: ‚Ihr werdet hören, aber nicht verstehen, ihr werdet sehen, aber nichts bemerken. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt geworden, und ihre Ohren sind harthörig, und ihre Augen haben sie geschlossen, bis zu jener Zeit, da sie sehen werden mit ihren Augen und hören mit ihren Ohren und verstehen mit ihren Herzen und bekehrt werden und ich sie heile.
5. Gesegnet aber seien eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören, und eure Herzen, weil sie verstehen. Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Rechtschaffene haben das zu sehen gewünscht, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und das zu hören gewünscht, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“
Anmerkung
Es sind nicht unbedingt die Klugen, die die Herzens-Botschaften verstehen. Aber wenn sie mit dem Herzen hören, dann ist es für jeden möglich, weiter aufzusteigen.
6. Dann sandte Jesus die Menge fort, und seine Jünger kamen zu ihm und sprachen: „Erkläre uns das Gleichnis vom Acker.“ Und er antwortete und sprach zu ihnen: „Er, der die gute Saat sät, ist der Menschensohn, der Acker ist die Welt, die gute Saat sind die Kinder des Himmelreichs, das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der das Unkraut säte, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt, und die Schnitter sind die Engel.
7. Ebenso wie das Unkraut gesammelt und verbrannt wird im Feuer, wird es am Ende der Welt geschehen. Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und alle, die Böses tun, und sie in einen brennenden Ofen werfen, und die nicht gereinigt werden, werden völlig verzehrt werden. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Himmelreich.
Anmerkung
Es geht darum, dass alle aufsteigen, aber das geht zuweilen nur durch Leiden, wie im Feuer.
8. Hört auch das Gleichnis vom Sämann. Der Samen, der auf den Weg fiel, gleicht jenen, die das Wort vom Himmelreich hören, es aber nicht verstehen. Dann kommt der böse Feind und stiehlt hinweg das, was in ihr Herz gesät war. Es sind die, welche den Samen am Wegrand erhielten.
9. Und die den Samen auf dem steinigen Boden empfangen haben, das sind jene, welche das Wort hören und es sogleich mit Freude aufnehmen. Doch es schlägt keine Wurzeln in ihrem Inneren, und es dauert nicht lange, denn sobald Leid und Verfolgung sich erheben wegen des Wortes, werden sie nach und nach abfallen.
10. Und auch die, welche Samen unter den Dornen empfingen, sind jene, welche das Wort hören, und die Sorgen dieser Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort, und sie werden unfruchtbar.
Anmerkung
Ihnen wird nicht bewusst, dass die Gottes-Beziehung die Sorgen nimmt und die innere Leere nimmt, so dass es nicht mehr den materiellen Reichtum braucht.
11. Die aber den Samen auf gutem Boden empfangen haben, sind die, welche das Wort hören und es verstehen, welche Früchte hervorbringen und tragen, etliche dreißig-fach, etliche sechzig-fach und etliche hundert-fach.
12. Dies alles erkläre Ich euch, die ihr vom inneren Kreise seid. Denen vom äußeren aber sage ich es in Gleichnissen. Lasset sie hören alle, welche Ohren haben zu hören.“
1. Und als Jesus nach Jericho ging, begegnete ihm ein Mann mit jungen Tauben und einem Käfig voller Vögel, die er gefangen hatte. Und er sah ihren Jammer darüber, dass sie ihre Freiheit verloren hatten und darüber hinaus litten sie Hunger und Durst.
2. Und er sprach zu dem Mann: „Was tust du mit diesen?“ Und der Mann antwortete: „Ich lebe davon, dass ich die Vögel verkaufe, die ich gefangen habe.“
3. Und Jesus sprach zu ihm: „Was denkst du, wenn ein Stärkerer oder Klügerer, als du bist, dich gefangen nehmen und dich fesseln würde oder deine Frau oder deine Kinder und dich ins Gefängnis werfen würde, um dich zu seinem eigenen Vorteile zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen?
4. Sind diese da nicht deine Mitgeschöpfe, bloß schwächer als du? Und sorgt nicht derselbe Gott, Vater und Mutter, für sie ebenso wie für dich? Lasse diese deine kleinen Brüder und Schwestern in Freiheit, und siehe zu, dass du solches nie wieder tust, sondern dass du ehrlich dein Brot verdienst.“
5. Und der Mann erstaunte über diese Worte und seine Vollmacht und ließ die Vögel frei. Als die Vögel herauskamen, flogen sie zu Jesus, setzten sich auf seine Schultern und sangen ihm.
6. Und der Mann fragte weiter nach seiner Lehre, und er ging seines Weges und erlernte das Korbflechten. Durch seine Arbeit erwarb er sich sein Brot und zerbrach seine Käfige und Fallen und wurde ein Jünger Jesu.
7. Und Jesus erblickte einen Mann, der am Sabbat arbeitete, und sprach zu ihm: „Mann, wenn du weißt, was du tust, so sei gesegnet, denn du brichst nicht das Gesetz im Geiste. Wenn du es aber nicht weißt, dann bist du verdammt und ein Übertreter des Gesetzes.“
8. Und wiederum sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Was soll mit jenen Knechten geschehen, welche den Willen ihres Herrn kennen und sich dennoch nicht vorbereiten auf sein Kommen, und auch nicht handeln nach seinem Willen?
9. Wahrlich, ich sage euch, die ihres Meisters Willen kennen, ihn aber nicht befolgen, sollen geschlagen werden mit vielen Streichen. Jene aber, die ihres Meisters Willen nicht kennen und ihn darum nicht tun, sollen mit weniger Streichen geschlagen werden. Wem viel gegeben worden ist, von dem wird auch viel verlangt werden. Und welchem wenig gegeben worden ist, von dem wird nur wenig verlangt werden.“
Die Liebe zu allen Geschöpfen. Leben im Schöpfungs- und Seelen-Plan.
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10. Und da war ein Mann, der von Geburt an blind war. Und er bestritt, dass es so etwas gebe wie die Sonne, den Mond und die Sterne, oder dass es Farben gebe. Und sie versuchten vergeblich, ihn zu überzeugen, dass andere Menschen das sehen. Und sie brachten ihn zu Jesus, und er salbte seine Augen und machte ihn sehend.
11. Und er freute sich mit Staunen und Furcht und bekundete, dass er zuvor blind war. „Und jetzt, danach“, sagte er, „sehe ich alles, ich weiß alles, ich unterscheide alle Dinge, ich bin ein Gott.“
12. Und Jesus sprach zu ihm: „Wie kannst du alles wissen? Du kannst nicht sehen durch die Wände deines Hauses noch lesen die Gedanken deiner Mitmenschen noch verstehen die Sprache der Vögel oder der wilden Tiere. Du kannst nicht einmal die Ereignisse deines früheren Lebens, deine Empfängnis oder deine Geburt in dein Gedächtnis zurückrufen.
13. Denke mit Demut daran, wie viel dir unbekannt bleibt, ja unsichtbar. Und wenn du also tust, dann wirst du klarer sehen.“
Anmerkung
Der Mensch neigt schnell zur Hybris und glaubt, alles zu wissen – doch wie viel bleibt ihm tatsächlich verborgen? Unendlich viel.
Erkenntnis und Begrenzung des eigenen Blicks
Der Blinde in der Geschichte war überzeugt, dass es keine Sonne, keinen Mond und keine Farben gebe – nicht, weil sie nicht existierten, sondern weil er sie nicht sehen konnte.
Wie oft verhalten wir uns genauso? Wie oft lehnen wir Dinge ab, nur weil wir sie (noch) nicht erlebt haben?
Es gibt Menschen, die sagen: „Geistige Heilung gibt es nicht.“ Aber sagen sie das aus Wissen – oder aus eigener Begrenzung?
Unsere Wahrnehmung ist wie ein großes Museum mit unzähligen Räumen. Manche haben wir schon betreten, andere sind noch verschlossen. Doch die Räume existieren – unabhängig davon, ob wir schon durch ihre Tür gegangen sind.
Wahre Erkenntnis beginnt mit Demut. Mit der Offenheit, zu erkennen, dass es mehr gibt, als unser momentaner Horizont erfasst. Bist Du bereit, eine neue Tür zu öffnen?
Jesus erinnert den ehemals Blinden daran, dass wahres Sehen nicht nur das Erfassen der sichtbaren Welt bedeutet. Demut ist der Schlüssel zur wahren Erkenntnis.
Bemerkenswert ist, dass Jesus hier ganz selbstverständlich von der Wiedergeburt spricht – nicht nur auf dieser Erde, sondern möglicherweise auch in anderen Dimensionen oder sogar auf anderen Planeten. Warum sollte es anders sein? Das Wissen um die Kontinuität des Lebens nimmt die Angst vor dem Tod.
Könnte es sein, dass genau diese Wahrheit bewusst unterdrückt wurde? Denn Angst macht Menschen lenkbar – ein Prinzip, das sich durch die gesamte Geschichte zieht. Doch wer sich erinnert, dass Leben ewig ist, kann nicht länger manipuliert werden.
1. Und es begab sich, als Jesus diese Reden beendet hatte, er Galiläa verließ und an das Jordan-Ufer in Judäa kam. Und eine große Menschenmenge folgte ihm, und er heilte dort viele.
2. Auch Pharisäer kamen zu ihm, um ihn zu versuchen, und sagten zu ihm: „Ist es recht nach dem Gesetze, dass ein Mann seine Frau aus irgendeinem Grund verstößt?“
3. Und er antwortete und sprach zu ihnen: „Bei manchen Völkern hat ein Mann viele Frauen und verstößt, welche er will, aus einem berechtigten Grund. Und bei manchen Völkern hat die Frau mehrere Ehemänner und verstößt, welchen sie will, aus einem berechtigten Grund.
Und in anderen Völkern ist der Mann mit einer einzigen Frau verbunden in gegenseitiger Liebe, und das ist der bessere und höchste Weg.
4. Denn habt ihr nicht gelesen, dass Gott im Anfang den Menschen so schuf, dass ein Mann und ein Weib sein sollte, und sprach: Darum soll ein Mann oder eine Frau Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe oder Gatten hängen und werden die zwei ein Fleisch sein?
5. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
Denn, was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“
Anmerkung
Mann und Frau ergänzen sich so perfekt, dass wir wie ein Organismus sind. Optimal für die wechselseitige Bereicherung und Erziehung von Kindern. Jeder trägt sein Wesen und seinen Anteil dazu bei.
6. Und sie entgegneten ihm: „Warum hat dann Moses geboten, einen Scheidungs-brief zu geben?“ Und er sprach zu ihnen: „Wegen der Härte eurer Herzen litt Moses, dass ihr euch von euren Frauen scheidet, ebenso wie er auch erlaubte, Fleisch zu essen in vielen Fällen; aber von Anfang an ist es nicht so gewesen.
7. Und ich sage euch: Wer immer seine Frau verstößt, es sei denn aus einem berechtigten Grund, und heiratet eine andere an ihrer Stelle, der bricht die Ehe.“ Da sagten seine Jünger zu ihm: „Wenn die Sache eines Mannes mit seinem Weibe so steht, so ist es nicht gut, zu heiraten.“
8. Aber er sprach zu ihnen: „Die Worte fassen nicht alle, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es gibt Ehelose, die sind als solche aus dem Mutterleibe geboren, und solche, die zu Ehelosen gemacht werden von den Menschen, und solche, die sich selbst zu Ehelosen machen um des Himmelreichs willen. Wer es fassen mag, der fasse es!“
Anmerkung
Scheidung ist laut Jesus nicht grundsätzlich gegen den Willen Gottes, aber es müssen berechtigte Gründe vorliegen! Somit war Jesus sehr fortschrittlich!
Wäre Jesus nicht verheiratet, so würde er jetzt darauf hinweisen, oder?
9. Dann kamen kleine Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflege und sie segne. Die Jünger aber wehrten sie ab.
10. Aber Jesus sprach: „Lasset die Kinder zu mir kommen und verbietet es ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich.“ Und er legte ihnen seine Hände auf und segnete sie.
11. Als er in eine Stadt kam, da begegneten ihm zehn Aussätzige, welche abseits vom Wege standen. Und sie erhoben ihre Stimmen und riefen: „Jesus, Meister, habe Erbarmen mit uns!“
12. Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: „Geht und zeigt euch den Priestern.“ Und es geschah, dass sie gereinigt waren, als sie fortgingen. Und einer von ihnen, als er sah, dass er geheilt war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel vor Jesus auf sein Angesicht nieder und dankte ihm. Und dieser war ein Samariter.
13. Und Jesus sprach: „Wurden denn nicht zehn rein? Wo sind die andern neun? Diese sind nicht umgekehrt und haben Gott gepriesen wie jener Fremde.“ Und er sprach zu ihm: „Stehe auf und gehe deines Weges. Dein Glaube hat dich gesund gemacht.“
1. Und siehe, da kam einer zu ihm und sprach: „Guter Meister, was soll ich Gutes tun, auf dass ich das ewige Leben erlange?“ Und er sprach zu ihm: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn Gott. Doch willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Da sagte er zu Ihm: „Welche sind es?“
2. Jesus sprach: „Was lehrt Moses? Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen; du sollst Vater und Mutter ehren; du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Da sagte der Jüngling zu ihm: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an. Was fehlt mir noch?“
3. Jesus sprach zu ihm: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du im Überfluss hast, und gib es denen, die nichts haben, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Dann komm und folge mir nach.“
4. Da der Jüngling aber diese Worte hörte, ging er betrübt von ihm; denn er hatte große Güter, ja, mehr als er benötigte.
Anmerkung
Hier geht es nicht darum alles zu verkaufen, sondern nur den Überfluss! In Matthäus 19:16-26 heißt es, verkaufe alles, was du hast. Diese Forderung ist so extrem, dass niemand sie befolgt. Aber verkaufe, was du im Überfluss hast nehme ich mir zu Herzen!
5. Daraufhin sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich gelangen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Tor des Nadelöhrs gehe, denn dass ein Reicher in das Reich Gottes gelange.“
6. Als das seine Jünger hörten, wunderten sie sich sehr und sagten: „Wer kann dann selig werden?“ Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: „Für den leiblichen Sinn ist es unmöglich, aber für den geistigen sind alle Dinge möglich.
7. Und ich sage euch, macht euch nicht zu Freunden des Mammons der Ungerechtigkeit, dass er euch nicht, wenn ihr umkommt, in seinen irdischen Behausungen vereinnahmt.
Anmerkung
Das bindet uns noch sehr an das irdische, und wir steigen dann nicht auf in höhere Ebenen.
Macht euch lieber zu Freunden des wahren Reichtums, welcher ist die Weisheit Gottes, auf dass ihr aufgenommen werdet in den Wohnstätten, die ewig währen.“
8. Da sagte Petrus zu ihm: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, dass ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, in der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch sitzen werdet auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Aber die Dinge dieser Welt zu geben, ist nicht meine Sache.
9. Und wer Güter, Häuser oder Freunde verlässt um des Himmelreichs und seiner Gerechtigkeit willen, der wird hundertfältig empfangen im kommenden Leben und das ewige Leben erben. Aber viele, die da die Ersten sind, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein.“
10. Und es kamen zu ihm Schriftgelehrte und Pharisäer, welche einen von seinen Jüngern mit ungewaschenen Händen hatten essen sehen.
11. Und sie nahmen Ärgernis daran; denn die Juden essen nicht, bevor sie nicht ihre Hände gewaschen haben, und sie befolgen zudem eine Menge anderer Gebräuche beim Waschen der Becher, Gefäße und Tische.
12. Und sie sagten: „Warum folgen nicht alle deine Jünger der Überlieferung der Alten? Wir sahen, wie sie mit ungewaschenen Händen aßen.“
13. Und Jesus sprach: „Gewiss hat Moses euch befohlen, euch zu reinigen und euren Körper und eure Gefäße rein zu halten, aber ihr habt Dinge hinzugefügt, welche oftmals nicht von allen zu allen Zeiten und an allen Orten befolgt werden können.
14. Hört mich also: Nicht allein unreine Sachen, welche in den Körper eingehen, verunreinigen den Menschen, sondern vielmehr die üblen und unreinen Gedanken, welche aus ihren Herzen strömen, verunreinigen den inneren Menschen und ebenso andere. Darum achtet auf eure Gedanken und reinigt eure Herzen und lasset eure Nahrung rein sein.
15. Dies sollt ihr tun und dabei die anderen Gesetze nicht unterlassen. Wer die Gesetze der Reinheit bricht, weil es unvermeidlich ist, ist frei von Tadel, denn er tut es nicht aus Eigenwillen, noch, um das Gesetz zu missachten, das gut und gerecht ist. Denn Reinlichkeit in allen Dingen ist ein großer Gewinn.
16. So übernehmt nicht die schlechten Bräuche der Welt, auch nicht zum Schein. Denn viele werden zum Übel geführt durch den äußeren Anschein und die Verkleidung des Bösen.“
1. Jesus saß abermals nahe dem See inmitten von zwölf Palm-Bäumen, wo er oft ruhte. Und die Zwölf und ihre Begleiter kamen zu ihm, und sie saßen im Schatten der Bäume, und der Heilige lehrte sie in ihrer Mitte.
2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Ihr habt gehört, was die Menschen über mich reden, doch was sagt ihr, wer ich sei?“ Petrus stand auf mit Andreas, seinem Bruder, und sagte: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, der vom Himmel herabgestiegen ist und in den Herzen derer wohnt, die glauben und ihm gehorchen um der Gerechtigkeit willen.“ Und die übrigen standen auf und sprachen, jeder nach seiner Art: „Diese Worte sind wahr, so glauben auch wir.“
3. Und Jesus antwortete ihnen und sprach: „Gesegnet seid ihr, meine Zwölf, die ihr glaubt; denn Fleisch und Blut hat euch dieses nicht enthüllt, sondern der Geist Gottes, der in euch wohnt. Wahrlich, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und die Wahrheit weiß alle Dinge.
Anmerkung
Klar sagt Jesus, dass der Geist Gottes in uns ist. Und das Jesus voll in diesem Geist lebt und vorlebt, Deswegen sagt er auch ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Aber er sagt nicht, „niemand kommt zum Vater als wie durch mich!“ Das wurde scheinbar hinzugefügt und führt bis zum heutigen Tag zu einer Spaltung der Religionen! Das war sicher nicht in seinem Sinne!
4. Alle Wahrheit ist in Gott, und ich zeuge für die Wahrheit. Ich bin der wahre Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde erbauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen, und von diesem Felsen werden Ströme lebendigen Wassers fließen, um den Völkern dieser Erde Leben zu spenden.
5. Ihr seid meine erwählten Zwölf. Auf mir, dem Haupt und dem Eckstein, sind die zwölf Grundpfeiler meines Hauses auf dem Felsen erbaut. Und auf euch in mir soll meine Gemeinde erbaut werden, und in Wahrheit und Gerechtigkeit soll meine Gemeinde errichtet werden.
6. Und ihr werdet sitzen auf zwölf Thronen und Licht und Wahrheit aussenden zu allen zwölf Stämmen Israels durch den Geist. Und ich will bei euch sein bis an das Ende der Welt.
7. Aber nach euch werden Menschen kommen, von verdorbener Gesinnung, und aus Unwissenheit oder durch Gewalt werden sie vieles unterdrücken, was ich euch gesagt habe, und werden mir Worte zuschreiben, welche ich niemals gesprochen habe. Und so säen sie Unkraut unter den guten Weizen, den ich euch gegeben habe, damit ihr ihn in die Welt sät.
Anmerkung
Jesus hat dies schon vorausgesehen. Und in der Tat als das Christentum zur Staatsreligion wurde hat man danach den biblischen Kanon von Hieronymus zusammengestellt, und er hat viele Anweisungen bekommen was er weglassen soll und was er hinzufügen soll. Im Sinne der Interessen der Mächtigen.
8. Dann muss die Wahrheit Gottes den Widerspruch der Sünder erdulden. Denn so ist es gewesen, und so wird es sein. Aber es wird die Zeit kommen, da alles, was sie verborgen haben, enthüllt und bekannt wird, und die Wahrheit wird frei machen alle, die gebunden waren.
9. Einer ist euer Meister, und ihr alle seid Brüder, und keiner ist größer als der andere an dem Platze, den ich euch gegeben habe; denn ihr habt einen Meister, nämlich Christus, welcher über euch ist und mit euch und in euch, und es gibt keine Ungleichheit unter meinen Zwölf oder ihren Schülern.
Anmerkung
Vor Gott sind alle Menschen gleich! Auch wir sollten so miteinander umgehen, auf einer Augenhöhe!
10. Alle sind mir gleich nahe. Strebt also nicht nach dem ersten Platz, denn ihr alle seid erste, weil ihr die Grundsteine und Pfeiler der Gemeinde seid, welche auf der Wahrheit erbaut ist und welche in mir ist und in euch. Und die Wahrheit und das Gesetz, wie sie euch gegeben worden sind, sollt ihr aufrichten für alle.
11. Wahrlich, wenn ihr und eure Brüder euch einig seid, etwas in Meinem Namen zu beginnen, so werde ich in eurer Mitte und mit euch sein.
12. Wehe der Zeit, wo der Geist der Welt in die Gemeinde eintritt und meine Lehren und Gebote durch die Verderbtheit von Männern und Frauen für ungültig erklärt werden. Wehe der Welt, wenn das Licht verborgen wird! Wehe der Welt, wenn dies geschehen wird!“
13. Dann erhob Jesus seine Stimme und sprach: „Ich danke Dir, o gerechter Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde. Du hast dies alles verborgen den Weisen und Klugen, aber du offenbarst es den Kindern.
14. Niemand kennt dich außer deinem Sohne, der der Menschensohn ist. Keiner kennt den Sohn außer jenen, denen Christus offenbart ist.
15. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Frieden geben. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig im Herzen, und ihr werdet Frieden finden in euren Seelen. Denn mein Joch ist gleichmäßig und leicht, und meine Last gering und lastet nicht ungleich.“
1. Mehrere Schriftgelehrte und Pharisäer sagten zu ihm: „Meister, wir möchten ein Zeichen von dir sehen.“ Aber er antwortete und sprach zu ihnen: „Ein böses und verdorbenes Geschlecht sucht nach einem Zeichen, und es soll ihnen kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.
2. Ja, ebenso wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Walfisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde verweilen und dann wieder auferstehen.
3. Die Männer von Ninive werden auferstehen und dieses Geschlecht richten und es verurteilen. Denn sie bereuten bei der Predigt des Jona, und siehe, hier ist ein Größerer als Jona.
4. Die Königin des Südens wird auferstehen und dieses Geschlecht richten und verurteilen. Denn sie kam aus den fernsten Teilen der Erde, um die Weisheit Salomons zu hören, und siehe, ein Größerer ist hier als Salomo.“
5. Und er sprach ferner: „Wenn der unreine Geist aus einem Menschen hinausgegangen ist, geht er durch dürre Stätten, um Ruhe zu finden; und da er sie nicht findet, spricht er: ‚Ich will zurückkehren in mein Haus, aus welchem ich gekommen bin.` Und wenn er dorthin gekommen ist, so findet er es leer, gekehrt und geschmückt, denn sie haben nicht den guten Geist gebeten, darin zu wohnen und ihr ewiger Gast zu sein.
6. Dann geht er fort und nimmt sieben andere Geister mit sich, die noch böser sind als er, und sie ziehen ein und wohnen dort, und der letzte Zustand von allen solchen ist schlechter als der erste. Ebenso wird es auch jenem bösen Geschlechte ergehen, welches dem Geiste Gottes den Eingang verwehrt.
7. Denn ich sage euch, dem, der den Menschensohn lästert, dem soll vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll nicht vergeben werden, weder in dieser Lebenszeit noch im nächsten Leben. Denn sie widerstehen dem Lichte Gottes wegen der falschen Überlieferungen der Menschen.“
8. Während er noch zu dem Volke sprach, siehe, da standen seine Eltern und seine Brüder und Schwestern draußen und wollten mit ihm sprechen. Da sagte einer zu ihm: „Siehe, dein Vater und deine Mutter und deine Brüder und Schwestern stehen draußen und wollen mit dir sprechen.“
9. Aber er antwortete und sprach zu ihm: „Wer ist mein Vater, und wer ist meine Mutter? Und wer sind meine Brüder und Schwestern?“
10. Und er zeigte mit seiner Hand auf seine Jünger und sprach: „Seht meinen Vater und meine Mutter, meine Brüder und Schwestern und meine Kinder! Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Vater und meine Mutter, mein Bruder und meine Schwester, mein Sohn und meine Tochter.“
11. Und es waren mehrere Pharisäer da, welche auf ihren Reichtum stolz waren, und er sprach zu ihnen: „Gebt acht und hütet euch vor der Habgier, denn des Menschen Leben besteht nicht in der Fülle der Dinge, welche er besitzt.“
12. Und er sprach in einem Gleichnis zu ihnen: „Das Land eines reichen Mannes trug im Überfluss, und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, denn ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte aufbewahren könnte.
13. Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere erbauen. Und darin will ich alle meine Früchte und Güter unterbringen.
14. Und ich werde zu meiner Seele sprechen: Du hast viele Güter gesammelt, für viele Jahre, lasse es dir wohl ergehen, iss, trink und sei fröhlich.
15. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird dein Leben von dir gefordert werden. Wem sollen nun diese Dinge gehören, welche du gehortet hast?
16. So ergeht es denen, welche Schätze sammeln für sich selbst, aber nicht reich sind an guten Werken für die, welche Not und Mangel leiden.“
1. Nach sechs Tagen, als das Laubhüttenfest nahe war, nahm Jesus die Zwölf zu sich und führte sie mit sich auf einen hohen Berg. Und als er dort betete, veränderte sich das Aussehen seiner Gestalt, und er wurde vor ihnen verwandelt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider waren weiss wie das Licht.
2. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias und redeten mit ihm und sprachen von dem Gesetze und von seinem Hinscheiden, das in Jerusalem geschehen sollte.
3. Und Moses sprach: „Dieser ist es, von dem ich euch vorhersagte: Einen Propheten aus der Mitte deiner Brüder, mir ähnlich, wird der Ewige zu euch entsenden, und was der Ewige ihm sagt, das wird er euch sagen, und ihn sollt ihr anhören, und die, die ihm nicht gehorchen wollen, bereiten sich ihren eigenen Untergang.“
4. Petrus sprach zu Jesus: „Herr, hier ist es gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten bauen: dir eine, Moses eine und Elias eine.“
5. Und da er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und zwölf Strahlen gleich der Sonne brachen hinter den Wolken hervor, und eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Hört auf ihn.“
6. Da die Jünger dieses hörten, fielen sie auf ihr Angesicht nieder und erschraken sehr. Jesus trat zu ihnen, berührte sie und sprach: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“ Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesus allein. Und die sechs Strahlen waren auf ihm zu sehen.
7. Und Jesus sprach zu ihnen: „Siehe, ich gebe euch ein neues Gesetz, welches aber nicht neu ist, sondern alt. Ebenso wie Moses die Zehn Gebote gab dem Volk Israel dem Fleisch nach, so will Ich euch die zwölf Gebote geben für das Reich Israel dem Heiligen Geiste nach.
8. Wer ist dieses Israel Gottes? Alle aus jedem Volk und jedem Stamme, welche Gerechtigkeit üben, Liebe und Barmherzigkeit und meine Gebote befolgen, diese sind das wahre Israel Gottes.“ Und sich erhebend, sprach Jesus:
9. „Höre, o Israel, JHVH, dein Gott, ist der Eine. Ich habe viele Seher und Propheten. In mir leben und bewegen sich alle und haben ihr Dasein.
Anmerkung
Es gibt nur einen Schöpfer! Aber es gibt viele Erleuchtete und Propheten! Moses, Elias, Buddha, Jesus, Mohammed, Shiva etc. Entsprechend tolerant sollten wir damit umgehen!
10. Ihr sollt nicht das Leben nehmen irgendeinem Geschöpfe aus Vergnügen oder zu eurem Vorteil, noch es quälen.
Anmerkung
Dies gilt für alle Geschöpfe, ich selbst, die Mit-Menschen und die Tiere!
11. Ihr sollt nicht das Gut eines anderen stehlen,
auch nicht für euch selbst Länder und Reichtümer sammeln, mehr, als ihr bedürft.
Anmerkung
Das ist ein Gebot, nicht im Überfluss zu leben. Würden wir das befolgen, hätten wir eine andere Welt.
12. Ihr sollt nicht das Fleisch essen noch das Blut eines getöteten Geschöpfes trinken, noch etwas anderes, welches Schaden eurer Gesundheit oder eurem Bewusstsein bringt.
Anmerkung
Dies ist eine eindeutige Anweisung Vegetarier zu werden. Bei den Inder haben dies viele verstanden, und auch bei uns werden es immer mehr.
13. Ihr sollt keine unreinen Ehen schließen, wo keine Liebe und Reinheit sind, noch euch selbst verderben oder irgendein Geschöpf, das von dem Heiligen rein geschaffen worden ist.
Anmerkung
Hier geht es um die reine Liebe und die heilige Sexualität.
14. Ihr sollt kein falsches Zeugnis geben gegen euren Nächsten, noch willentlich jemand täuschen durch eine Lüge, um ihm zu schaden.
Anmerkung
Hier geht es um Wahrheit! Das ist gesetzt! Würden sich das die Medien leben, gäbe es keine Kriege mehr!
15. Ihr sollt niemandem tun, was ihr nicht wollt, dass man euch tue.
16. Ihr sollt anbeten den einen, den Vater im Himmel, von dem alles kommt, und ehren Seinen heiligen Namen.
Anmerkung
Gott ist eins, für alle Menschen, egal welcher Religion. Aber wir haben verschiedene Namen für das unbegreifliche. Deswegen ist „Vater“ auch nur symbolisch zu verstehen.
17. Ihr sollt ehren eure Väter und Mütter, welche für euch sorgen, ebenso alle gerechten Lehrer.
Anmerkung
Hier ist ein Nachsatz, es ist nicht bedingungslos!
18. Ihr sollt lieben und beschützen die Schwachen und Unterdrückten und alle Geschöpfe, welche Unrecht erleiden.
Anmerkung
Hier ist ein Gebot, die Schwachen und Unterdrückten zu begleiten.
19. Ihr sollt mit euren Händen alles erarbeiten, was gut und geboten ist. So sollt ihr essen die Früchte der Erde, auf dass ihr lange lebt in dem Land.
Anmerkung
wir sollen versuchen, selbstständig zu leben und nicht auf andere angewiesen sein.
20. Ihr sollt euch reinigen alle Tage und am siebenten Tage ausruhen von eurer Arbeit und den Sabbat und die Feste eures Gottes heilig halten.
Anmerkung
Wir sollen denn heiligen Tag ehren und nicht arbeiten.
21. Ihr sollt den anderen das tun, was ihr wollt, das man euch tue.“
22. Und als die Jünger diese Worte hörten, schlugen sie an ihre Brust und sagten: „Vergib uns, o Gott, wenn wir gefehlt haben, und möge deine Weisheit, deine Liebe und Wahrheit in uns unsere Herzen geneigt machen, deine heiligen Gebote zu lieben und zu befolgen.“
23. Und Jesus sprach zu ihnen: „Mein Joch ist gleichmäßig und meine Last ist gering, und wenn ihr sie tragen wollt, so wird sie euch leicht werden. Legt denen, die in das Reich Gottes eintreten, keine weiteren Lasten auf außer denen, welche notwendig sind.
Anmerkung
Macht nicht zu viele Vorschriften, gebt die Menschen frei!
24. Das ist das neue Gesetz für das Israel Gottes, und das Gesetz ist in ihm, denn es ist das Gesetz der Liebe und ist nicht neu, sondern alt.
Anmerkung
Es ist im Herzen eines jedes Menschen zu finden und es sind die Grundgesetze des Kosmos.
Achtet wohl, dass ihr diesem Gesetze nichts Neues hinzufügt noch etwas davon wegnehmt. Wahrlich, ich sage euch, alle, welche glauben und dieses Gesetz befolgen, werden erlöst werden, und die es kennen und nicht befolgen, werden verloren sein.
Anmerkung
Hier ist ein sehr wichtiges Merkmal, es geht nicht nur um den Glauben, es geht auch darum, den Willen Gottes zu befolgen. Das ist schwerwiegend!
25. Doch ebenso wie alle in Adam sterben, also werden alle in Christus lebendig gemacht werden. Und die Ungehorsamen werden durch viele Feuer geläutert werden. Und die, die hartnäckig bleiben, werden hinuntersteigen und verloren sein für einen Äon.“
26. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: „Ihr sollt von dieser Erscheinung zu niemand sprechen, bis des Menschen Sohn wieder von den Toten auferstanden ist.“
27. Und seine Jünger fragten ihn: „Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Elias soll wahrhaftig zuvor kommen und alles wiederherstellen.
28. Doch ich sage euch: Es ist Elias schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen.“ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.
1. Und als sie vom Berg herabgekommen waren, fragte ihn einer seiner Jünger: „Meister, wird ein Mensch in das Leben eingehen, wenn er nicht alle Gebote hält?“ Und er sprach: „Das Gesetz ist gut dem Buchstaben nach, aber es ist noch besser dem Geiste nach. Denn der Buchstabe ohne den Geist ist tot, aber der Geist macht den Buchstaben lebendig.
2. Gebt acht, dass ihr im Herzen und im Geiste der Liebe alle Gebote befolgt, welche ich euch gegeben habe.
Anmerkung
Es geht um den Geist der Liebe! Dieser macht die Gebote „menschlich“.
3. Es steht geschrieben: Du sollst nicht töten. Ich aber sage euch, die da hassen und wünschen zu töten, sind schuldig am Gesetz. Ja, wenn sie unschuldigen Geschöpfen Schmerz und Qual bereiten, so sind sie schuldig. Aber wenn sie töten, nur um Leiden, die nicht geheilt werden können, ein Ende zu bereiten, so sind sie nicht schuldig, wenn sie es rasch und in Liebe tun.
4. Es wird gesagt, du sollst nicht stehlen. Ich aber sage euch, alle, welche nicht zufrieden sind mit dem, was sie haben, und wünschen und begehren das, was andere haben,
oder welche dem Arbeiter vorenthalten, was ihm gebührt, diese haben bereits gestohlen in ihrem Herzen, und ihre Schuld ist größer als diejenige eines Menschen, welcher ein Laib Brot stiehlt aus Not, um seinen Hunger zu stillen.
Anmerkung
Oh wie bedeutsam ist diese Erklärung! Wenn wir Menschen schäbig bezahlen, so ist das Diebstahl.
5. Und Ich habe euch gesagt, ihr sollt nicht ehebrechen. Aber ich sage euch, wenn ein Mann und ein Weib sich in Ehe verbinden mit kranken Körpern und kranke Nachkommen zeugen, so sind sie schuldig, selbst wenn sie nicht ihres Nächsten Weib oder Mann genommen haben.
Und auch solche, welche kein Weib genommen haben, das einem anderen angehört, aber es in ihrem Herzen wünschen und sie begehren, die haben bereits im Geiste die Ehe gebrochen.
6. Und Ich sage euch wiederum: Jeder, der den Körper irgendeines Geschöpfes zur Nahrung, zum Vergnügen oder zum Gewinn zu besitzen sucht, verunreinigt sich hierdurch.
7. Und wenn ein Mann seinem Nächsten die Wahrheit sagt in der Absicht, ihm zu schaden, so ist er schuldig, auch wenn es buchstäblich wahr ist.
Anmerkung
Man soll die Wahrheit nicht um jeden Preis verbreiten, nur wenn Interesse besteht oder es für die Person oder Gruppe wichtig ist.
8. Wandelt im Geiste, so werdet ihr das Gesetz erfüllen und reif für das Reich Gottes werden. Lasset das Gesetz lieber in euren Herzen sein denn auf Gedenktafeln, welches ihr aber tun sollt.
Denn das Gesetz, welches ich euch gegeben habe, ist heilig, gerecht und gut, und gesegnet seien alle, welche ihm gehorchen und in ihm wandeln.
9. Gott ist Geist, und welche Gott anbeten, müssen ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten zu allen Zeiten und an allen Orten.“
Anmerkung
Immer wieder betont Jesus, wie wichtig bei allem das Herz ist!
10. Und zu den Reichen sprach er dieses Gleichnis: „Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und feinem Linnen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
11. Es war aber auch ein Bettler mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Türe voller Schmerzen. Und er begehrte, sich zu sättigen von den Brotstücken, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schmerzen.
12. Es begab sich aber, dass der Bettler starb und von Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Der Reiche aber starb auch und ward mit großer Pracht begraben. Als er nun im Hades seine Augen aufhob in seinen Qualen, sah er Abraham in der Ferne und Lazarus in seinem Schoße.
13. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein an diesem Ort.
14. Abraham aber sprach: Bedenke, Sohn, dass du in deinem Leben dein Gutes empfangen hast, Lazarus dagegen hat Böses empfangen. Nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und so sind die Wechsel im Leben zur Läuterung der Seele.
Anmerkung
Hier wird das Karma-Gesetz erklärt. Wir ernten was wir leben, auch das was wir nicht tun, hat Konsequenzen.
Und überdies ist zwischen uns und euch eine große Kluft gelegt, so dass, die da wollten von hier zu euch hinab kommen, es nicht können, und ebenso wenig von euch zu uns herüberkommen, bis sich ihre Zeit erfüllt hat.
15. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, damit er ihnen Zeugnis gebe, auf dass sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.
16. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten. Lass sie diese hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; aber wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
17. Abraham sprach zu ihm: Wenn sie Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten auferstünde.
1. Und es geschah, als Jesus die Menschenmengen lehrte und sie hungrig geworden waren und unter der Hitze des Tages litten, dass eine Frau des Weges kam mit einem Kamel, das mit Melonen und anderen Früchten beladen war.
2. Und Jesus erhob seine Stimme und rief: „Oh, ihr, die ihr dürstet, sucht das lebendige Wasser, welches vom Himmel kommt; denn das ist das Wasser des Lebens, und wer es trinkt, der wird niemals mehr durstig sein.“
3. Und er nahm fünf Melonen und verteilte sie unter dem Volke, und sie aßen, und ihr Durst wurde gelöscht. Und er sprach zu ihnen: „Wenn Gott die Sonne scheinen und das Wasser diese Früchte der Erde füllen lässt, soll dann nicht er selbst die Sonne eurer Seelen sein und euch mit Wasser des Lebens erfüllen?
4. sucht die Wahrheit und lasset eure Seelen zufrieden sein. Die Wahrheit Gottes ist das Wasser, welches vom Himmel kommt, ohne Geld und ohne Preis, und die es trinken, werden befriedigt sein.“
Anmerkung
In der Tat! Das lesen der heiligen Texte wie dieser und die innere Verbindung und Wertschätzung zum Schöpfer schenkt bedingungslose und Leistungslose Freude und Heiterkeit.
Und die er satt machte, waren tausend Menschen – Männer, Frauen und Kinder -, und niemand ging hungrig oder durstig nach Hause. Und viele, die Fieber hatten, wurden geheilt.
Anmerkung
Es gibt auch eine geistige Nahrung, und diejenigen die Fasten, so wie ich jetzt, kennen diese, 40 Tage ohne Nahrung geht ohne Probleme und die Lebendigkeit ist mehr als wie mit Nahrung.
5. Zu dieser Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder, und seine Jünger waren hungrig und begannen, Ähren abzureißen und zu essen.
6. Aber als die Pharisäer dieses sahen, sagten sie zu ihm: „Siehe, Deine Jünger tun etwas, was sich nach dem Gesetze am Sabbat nicht geziemt.“
7. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Habet ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und seine Gefährten hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die nur die Priester allein essen sollten, aber nicht David und die mit ihm waren?
8. Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetze, dass an den Sabbattagen die Priester im Tempel ungestraft Arbeit tun? Aber, ich sage euch, dass an diesem Orte einer ist, der größer ist als der Tempel.
9. Doch, wenn ihr erkennen würdet, was dies bedeutet: Ich will Mitleid und kein Opfer, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Der Menschensohn ist der Herr auch über den Sabbat.“
Anmerkung
Das klingt befremdlich aber in der Tat hat Jesus diese Autorität.
10. Er ging weiter und kam in ihre Synagoge. Und da war ein Mensch, dessen Hand war verdorrt. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fragten ihn: „Ist es nach dem Gesetz erlaubt, an einem Sabbat zu heilen?“ Dass sie ihn anklagen könnten.
11. Und er sprach zu ihnen: „Ist einer unter euch, welcher nur ein einziges Schaf besitzt, und dieses fällt an einem Sabbat in eine Grube, und er lässt es darin liegen und holt es nicht heraus? Und wenn ihr einem Schafe helft, warum sollt ihr nicht einem Menschen helfen, der in Not ist?
12. Deshalb ist es nach dem Gesetze, Gutes zu tun am Sabbat.“ Dann sprach er zu dem Manne: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder wie die andere.
13. Und die Pharisäer gingen hinaus und berieten sich gegen ihn, wie sie ihn vernichten könnten.
Anmerkung
Das Gesetz über die Liebe und Hilfe stellen, das ist schon ziemlich krank und hat Jesus sehr aufgebracht.
Aber als Jesus es bemerkte, ging er mit seinen Jüngern fort; und eine große Menschenmenge folgte ihm, und er heilte ihre Kranken und Hinfälligen, und er trug ihnen auf, dass sie es nicht bekannt machten.
14. Und es erfüllte sich, was Jesaja gesprochen hatte: „Seht meinen Knecht, den ich erwählt habe, meinen Geliebten, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist über ihn ausgießen, und er wird Gerechtigkeit bringen den Ungläubigen.
15. Er soll nicht rufen noch schreien, noch soll irgendjemand seine Stimme hören in den Straßen. Ein geknicktes Rohr soll er nicht brechen, und brennenden Flachs soll er nicht löschen, bis er Gerechtigkeit und Sieg verbreitet hat. Und seinem Namen werden die Heiden vertrauen.“
1. Das Passahfest war nahe. Und es geschah, dass einige der Jünger, welche Maurer waren, die Räume des Tempels ausbesserten. Jesus kam vorbei, und sie sagten zu ihm: „Meister, siehst du diese großen Bauwerke und was für Arten von Gestein hier sind und wie wunderbar das Werk unserer Vorfahren ist?“
2. Und Jesus sprach: „Ja, es ist wunderschön, und sorgfältig sind die Steine gefügt, aber die Zeit wird kommen, da nicht ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Denn der Feind wird die Stadt und den Tempel überwältigen.
3. Aber der wahre Tempel ist der Leib des Menschen, in welchem Gott wohnt durch den Geist. Und wenn dieser Tempel zerstört wird, wird Gott in drei Tagen einen noch schöneren Tempel errichten, welchen das Auge des natürlichen Menschen nicht erkennen kann.
4. Wisst ihr denn nicht, dass ihr die Tempel des Heiligen Geistes seid? Und dass selbst zerstört werden soll, wer einen von diesen Tempeln zerstört?“
Anmerkung
In der Bibel kann es so gedeutet werden dass es dabei um den Leib Jesu Christi geht, der nach drei Tagen wieder aufersteht. Johannes 2,19.
Dieser Text geht darüber hinaus und sieht unseren Körper als Tempel des Heiligen Geistes. Was für ein wunderbares Bild! Was für eine großartige Botschaft!
Der äußere Tempel kann vergehen – aber der wahre Tempel ist der lebendige Geist Gottes im Menschen.
Und sogar, wenn alles zusammenbricht – Göttliche Liebe erhebt sich wieder. In drei Tagen. Im Licht.
„Zerstöre den äußeren Tempel –
doch Du wirst die Auferstehung der Liebe nicht verhindern.“
Der äußere Tempel kann vergehen – doch der wahre Tempel steht ewig:
Im Herzen derer, die lieben.
5. Und mehrere der Schriftgelehrten, welche ihn hörten, suchten ihm eine Falle zu legen aus seinen Worten und sagten: „Wenn du die Opferung von Schafen und Rindern und von Vögeln verwirfst, zu welchem Zwecke wurde denn dieser Tempel von Salomon für Gott gebaut, an dem nun seit sechsundvierzig Jahren erneuert wird?“
6. Und Jesus antwortete und sprach: „Es steht geschrieben bei den Propheten: mein Haus soll ein Gebetshaus aller Völker sein für das Lob- und Dankopfer.
Anmerkung
Ist damit nicht alles gesagt? Ein Satz, alles drin!
Zum Beten, es geht nicht um hören ode gehorchen!
Für alle und jeden, ausnahmslos! Egal welcher Religion, Stand oder Ethnie!
Für den Lob des Schöpfers in Liedern und Präsenz.
Zum Danken für unser Sein und alles was die Natur uns schenkt.
Ihr aber habt ein Schlachthaus daraus gemacht und es mit Gräuel erfüllt.
7. Und es steht weiter geschrieben: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange soll mein Name groß sein unter den Heiden, und Weihrauch mit einer reinen Opfergabe soll mir dargebracht werden. Doch ihr habt daraus eine Stätte der Trostlosigkeit gemacht mit euren Blutopfern und den süßen Weihrauch nur verwendet, um den üblen Geruch des Blutes zu verdecken. Ich bin gekommen, um das Gesetz zu erfüllen, nicht, um es aufzulösen.
8. Wisst ihr nicht, was geschrieben steht? Gehorsam ist besser als Opfer, und hören besser als das Fett der Widder. Ich, der Herr, bin überdrüssig eurer Brandopfer und eurer nichtigen Opfergaben, denn eure Hände sind voll Blut.
9. Und steht nicht geschrieben: Was ist das wahre Opfer? Wascht euch und reinigt euch und entfernt das Böse vor meinen Augen; hört auf, Übles zu tun, und lernt, Gutes zu tun. Übt Gerechtigkeit an den Vaterlosen und den Witwen und an allen, welche unterdrückt werden. Und auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen.
Anmerkung
Hier geht es um aktive Nächstenliebe!
10. Der Tag wird kommen, wo alles, was in dem äußeren Hofe ist und zu den Blutopfern gehört, hinweg genommen wird und die reinen Anbeter den Ewigen in Reinheit und in Wahrheit anbeten werden.“
11. Und sie entgegneten: „Wer bist du, der du die Opfer abschaffen willst und die Saat Abrahams verachtest? Hast du diese Gotteslästerung von den Griechen und den Ägyptern gelernt?“
12. Und Jesus sprach: „Ehe Abraham war, bin ich.“
Anmerkung
Hier drückt Jesus aus, dass er eine sehr und hoch entwickelte alte Seele ist, die schon viele Inkarnationen hinter sich hat
Und sie weigerten sich zu hören, und einige sagten: „Er ist von einem Dämon erfüllt.“ Und andere sagten: „Er ist verrückt.“ Und sie gingen ihres Weges und erzählten alles den Priestern und Ältesten. Und diese wurden wütend und sagten: „Er hat Gott gelästert.“
1. Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: „Ich bin das Licht der Welt: Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
2. Die Pharisäer aber sagten zu ihm: „Du zeugst von dir selbst; Dein Zeugnis ist nicht gültig.“
3. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Wenn ich auch von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis doch gültig. Denn ich weiß, woher ich kam und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.
4. Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. Wenn ich aber richte, ist mein Urteilsspruch gültig. Denn ich bin nicht allein, sondern ich komme von meinem Vater, der mich gesandt hat.
5. Auch steht in eurem Gesetze geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis gültig sei. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge. Johannes zeugte von mir, und er ist ein Prophet. Und der Geist der Wahrheit, welcher mich sandte, zeugt von mir.
6. Darauf sagten sie zu ihm: „Wo ist Dein Vater?“ Jesus antwortete: „Ihr kennt weder mich noch meinen Vater: Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen.“
7. Und einer sagte: „Zeige uns deinen Vater, und wir wollen dir glauben.“ Und er antwortete und sprach: „Wenn du deinen Bruder erkannt und seine Liebe gefühlt hast, so hast du den Vater gesehen, und ebenso, wenn du deine Schwester erkannt und ihre Liebe gefühlt hast.
8. Nahe und fern kennt der Allerheiligste die seinen.
Ja, in jedem von euch kann die Vaterschaft erkannt werden; denn der Vater ist der eine Gott.“
Anmerkung
Eine wichtige Aussage! Der Vater, das Reich Gottes ist in uns. Wir können es finden, jeder! Und es ist im Nächsten!
Der Vater ist eins! Der Schöpfer allen Seins! Wir reden alle vom gleichen! Alle sind wir seine Kinder!
9. Diese Worte sprach Jesus in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte. Und niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: „Ich gehe meinen Weg, und ihr werdet mich suchen und in euren Sünden sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen.“
Anmerkung
Es scheint verschiedene Bewusstseinsebenen oder sagen wir Dimensionen zu geben, und auf so eine hohe Dimension mit die von Jesus wenn wir nur kommen, wenn wir in der Vollkommenheit leben. Das ist nicht unmöglich!
10. Da sagten die Juden: „Will er sich denn selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen?“ Und er sprach zu ihnen: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
11. Deshalb habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubt, dass ich von Gott bin, so werdet ihr sterben in euren Sünden.“
12. Darauf sagten sie zu ihm: „Wer bist du denn?“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Kein anderer, als ich euch von Anfang an gesagt habe.
13. Ich habe euch viel zu sagen, was euch richten wird: Der heilige Eine, der mich sandte, ist wahrhaftig; und ich rede zu der Welt, was ich von oben gehört habe.“
14. Dann sprach Jesus zu ihnen: „Wenn ihr des Menschen Sohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich von Gott gesandt bin und dass ich nichts von mir selber tue; sondern wie mich der All-Heilige gelehrt hat, so spreche ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir: Der All-Heilige lässt mich nicht allein. Denn ich tue allezeit, was dem Ewigen gefällt.“
15. Da er solches redete, glaubten viele an ihn, und sie sprachen: „Er ist ein Prophet, den Gott gesandt hat. Lasset uns ihn hören.“
1. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: „Wenn ihr in meinem Wort bleiben werdet, so seid ihr meine rechten Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Anmerkung
Die Wahrheit kann auch erst mal sehr schockierend sein! Wenn man realisiert, wie viel schlechtes auch in der Welt ist, was uns täuscht, damit es nicht auffällt. Aber in der Wahrheit lassen wir uns nicht mehr täuschen und Angst machen.
2. Da antworteten sie ihm: „Wir sind Abrahams Samen, und wir sind nie jemandes Knechte gewesen. Warum sagst du: Ihr sollt frei werden?“ Jesus antwortete ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewiglich im Hause: Aber der Sohn und die Tochter bleiben ewig.
Anmerkung
Die Sünde haftet an uns. Man kann damit Druck auf uns ausüben, was bei den Politikern oft der Fall ist. Deswegen braucht es die Befreiung von der Sünde durch Reue und Vergebung
3. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Ich weiß wohl, dass ihr Abrahams Samen seid nach dem Fleisch. Aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort hat keinen Platz in euch.
4. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr von eurem Vater gesehen habt.“ Sie antworteten und sagten zu ihm: „Abraham ist unser Vater.“ Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so tätet ihr Abrahams Werke.
5. Nun aber sucht ihr, mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das tat Abraham nicht. Ihr tut die Taten eures Vaters.“ Da sprachen sie zu ihm: „Wir sind keine Hurenkinder; wir haben einen Vater, nämlich Gott.“
6. Jesus sprach zu ihnen: „Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich: Denn ich bin ausgegangen und komme von Gott. Ich kam nicht von mir selber, sondern der All-Heilige sandte mich. Warum könnt ihr denn meine Sprache nicht verstehen? Weil ihr mein Wort nicht ertragen könnt.
7. Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Verlangen wollt ihr tun. Dieser war ein Mörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm.
8. Wenn er eine Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen: Denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Und weil ich die Wahrheit sage, so glaubt ihr mir nicht.
9. So wie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss des Menschen Sohn erhöht werden, damit alle, die gläubig auf ihn blicken, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
10. Welcher unter euch kann mich wegen einer Sünde verurteilen? Wenn ich aber euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte. Ihr hört diese nicht, weil ihr nicht von Gott seid.“
11. Da antworteten die Juden und sagten zu ihm: „Haben wir nicht recht, dass du ein Samariter bist und den Teufel hast?“ Jesus antwortete: „Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre den All-Heiligen, und ihr verunehrt mich. Ich suche nicht meinen eigenen Ruhm, sondern den Ruhm Gottes. Aber hier ist einer, der richtet.“
Anmerkung
Das sind wichtige Aussagen für die wahren Meister. Sie stellen nicht sich in den Mittelpunkt! Und sie verurteilen andere nicht.
12. Und einige der Ältesten und Schriftgelehrten des Tempels kamen zu ihm und sagten: „Warum lehren deine Jünger die Menschen, dass es wider das Gesetz ist, das Fleisch von Tieren zu essen, da sie doch nach dem Befehl des Moses als Opfer dargebracht werden?
13. Denn es ist geschrieben: Gott sprach zu Noah: Furcht und Schrecken vor euch soll auf jedes Tier des Feldes kommen und auf jeden Vogel der Luft und jeden Fisch im Wasser, wenn sie in eure Hände gefallen sind.“
14. Und Jesus sprach zu ihnen: „Ihr Heuchler, wohl sprach Jesaja von euch und euren Vorvätern: Dieses Volk ist mir nahe mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir, denn sie beten mich vergeblich an und lehren in meinem Namen als göttliche Lehren, was Gebote der Menschen sind, um ihre eigenen Gelüste zu befriedigen.
Anmerkung
Nicht die Worte sind entscheidend, sondern das Herz!
15. Und ebenso gibt Jeremia Zeugnis, wenn er über die Blutopfer sagt: Ich, euer Gott, befahl nichts davon in den Tagen, als ihr aus Ägypten gekommen seid, sondern ich befahl euch nur Rechtschaffenheit, Festhalten an den alten Gebräuchen, Gerechtigkeit zu pflegen und demütig vor eurem Gott zu wandeln.
Anmerkung
Jesus unterstützt es auch, alte Bräuche zu leben, solange sie Lebensfreundlich sind.
16. Ihr aber habt nicht auf mich gehört, der euch von Anfang an alle Arten von Samen gab und Früchte der Bäume und Kerne für die Nahrung und zur Heilung von Mensch und Tier.“ Und sie entgegneten: „Du sprichst wider das Gesetz.“
17. Und er sprach abermals über Moses: „Wahrlich, ich spreche nicht wider das Gesetz, sondern gegen die, welche sein Gesetz verdarben, das er wegen der Härte eurer Herzen erlaubte.
18. Doch siehe! Ein Größerer denn Moses ist da!“ Und sie gerieten in Zorn und hoben Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Aber Jesus ging mitten durch sie hindurch und war vor ihrer Gewalt verborgen.
Anmerkung
Jesus hatte die Fähigkeit sich unsichtbar zu machen. Dies zeigt sein sehr hohes Bewusstsein. Er ist aber nicht der einzige, der das kann!
1. Ein anderes Mal sprach Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand meine Worte halten wird, wird er den Tod niemals sehen.“ Da sagten die Juden zu ihm: „Nun erkennen wir, dass du einen Teufel hast.
2. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod niemals erfahren. Bist du größer denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und auch die Propheten sind gestorben. Zu wem machst du dich selbst?“
3. Jesus antwortete: „Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist mein Vater, der mich ehrt, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott. Und ihr kennt ihn nicht; Ich aber kenne ihn. Wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner. Aber ich kenne den All-Heiligen, und ich bin dem Ewigen bekannt.“
4. Abraham, euer Vater, freute sich, meinen Tag zu sehen. Und er sah ihn und war froh.“ Da sagten die Juden zu ihm: „Du bist noch nicht fünfundvierzig Jahre alt und du hast Abraham gesehen?“
5. Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham war, BIN ICH.“
6. Und er sprach zu ihnen: „Der All-Heilige hat euch viele Propheten gesandt, aber ihr habt euch gegen sie erhoben, da sie euren Begierden entgegentraten, und ihr habt einige geschmäht und andere getötet.“
7. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen: Aber Jesus wurde verborgen und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entfernte sich wieder, ohne von ihnen gesehen zu werden.
8. Als seine Jünger wieder mit ihm an einem einsamen Orte waren, fragte ihn einer über das Reich Gottes, und Jesus sprach zu ihnen:
9. „So wie es oben ist, so ist es unten. So wie es innen ist, so ist es außen. Wie zur Rechten, so auch zur Linken. Wie es vorne ist, so ist es hinten. Wie mit dem Großen, so mit dem Kleinen. Wie mit dem Manne, so mit der Frau. Wenn dies erkannt wird, dann werdet ihr das Reich Gottes sehen.
Anmerkung
Das ist eines der Grundgesetze des Kosmos, dass auch in den hermetischen Gesetzen zu finden ist.
10. Denn in mir ist weder männlich noch weiblich, aber beide sind Eins vollkommen in dem All. Das Weib ist nicht ohne den Mann, noch ist der Mann ohne die Frau.
Anmerkung
Auch dies ist das hermetische Gesetz der Geschlechtlichkeit. Im Man ist auch ein Weiblicher Anteil und umgekehrt.
11. Weisheit ist nicht ohne Liebe, noch ist Liebe ohne Weisheit. Der Kopf ist nicht ohne das Herz, noch ist das Herz ohne den Kopf, in dem Christus, der alles versöhnt.
Anmerkung
Die Weisheit braucht immer das Herz, sonst wird sie kalt und berechnend.
Denn Gott schuf alle Dinge nach Zahl und Gewicht und Maß, eines mit dem anderen übereinstimmend.
Anmerkung
Es gibt eine Grundbauplan in der Schöpfung! Vieles ähnelt sich!
12. Diese Dinge können jene glauben, die sie begreifen. Wenn sie sie nicht verstehen, dann ist es so.
Hier wird ein Teil aus dem Wassermann-Evangelium eingefügt, dass diese Frage viel präziser beantwortet.
Aus dem Wassermann-Evangelium Kapitel 138
1. Der Herr war mit Petrus, Jakobus und Johannes in Jerusalem; es war der Sabbat.
2. Und als sie den Weg entlanggingen, sahen sie einen Mann, der nicht sehen konnte; er war von Geburt an blind gewesen.
3. Und Petrus sagte: Herr, wenn alle Krankheiten und Unvollkommenheiten durch Sünde verursacht werden, wer war dann der Sünder in diesem Fall? die Eltern oder der Mann selbst?
4. Und Jesus sagte: Alle Leiden sind Teilzahlungen für eine oder mehrere Schulden, die man gemacht hat.
5. Es gibt ein Gesetz der Vergeltung, das nie versagt, und es ist in dieser wahren Lebensregel zusammengefasst:
6. Was immer ein Mensch einem anderen Menschen antut, wird ein anderer Mensch ihm antun.
7. Hierin finden wir die Bedeutung des jüdischen Gesetzes, die in den Worten Zahn um Zahn, Leben um Leben kurz und bündig zum Ausdruck kommt.
8. Wer jemandem in Gedanken, Worten oder Taten Schaden zufügt, wird als Schuldner vor dem Gesetz verurteilt, und ein anderer wird ihm ebenfalls in Gedanken, Worten oder Taten Schaden zufügen.
9. Und wer das Blut eines Menschen vergossen hat, wird in die Zeit kommen, in der sein Blut von Menschen vergossen werden wird.
10. Kummer ist eine Gefängniszelle, in der ein Mensch bleiben muss, bis er seine Schulden bezahlt hat, es sei denn, ein Herr lässt ihn frei, damit er eine bessere Chance hat, seine Schulden zu bezahlen.
11. Kummer ist ein sicheres Zeichen dafür, dass man Schulden zu begleichen hat.
12. Sehen Sie sich diesen Mann an! In einem anderen Leben war er ein grausamer Mensch und hat auf grausame Weise die Augen eines Mitmenschen zerstört.
13. Die Eltern dieses Mannes haben sich einst von einem blinden und hilflosen Mann abgewandt und ihn von ihrer Tür vertrieben.
14. Und dann fragte Petrus: Bezahlen wir die Schulden anderer Menschen, wenn wir sie durch das Wort heilen, die unreinen Geister austreiben oder sie aus irgendeiner Form von schwerer Not erlösen?
15. Jesus antwortete: Wir können die Schulden eines Menschen nicht bezahlen, aber durch das Wort können wir einen Menschen aus seiner Bedrängnis und Not befreien,
16. und ihn frei machen, damit er seine Schulden bezahlen kann, indem er sein Leben für die Menschen oder andere Lebewesen opfert.
17. Sehen Sie, wir können diesen Mann frei machen, damit er der Rasse besser zur Seite steht und seine Schulden bezahlen kann.
Anmerkungen
Es geht hier nicht nur um das Schicksal eines blind Geborenen, sondern um das große Gesetz von Ursache und Wirkung, auch bekannt als das Gesetz des Karmas. Die traditionelle Vorstellung damals war: Krankheit ist Strafe für Sünde. Die Frage der Jünger berührt ein Grundproblem: Warum leiden Menschen? – Wer trägt die Verantwortung?
Jesus aber antwortet: Nicht Schuld im herkömmlichen Sinne, sondern ein Gesetz des Lebens wirkt hier – ein Gesetz der inneren Ausgleichung. Jesus spricht vom Gesetz der Vergeltung, das in anderen Traditionen als Karma bekannt ist:
"Was ein Mensch tut, kommt zu ihm zurück – durch einen anderen Menschen, durch ein anderes Leben, durch ein anderes Erleben."
Er erklärt: Leiden ist nicht Strafe, sondern eine Folge früherer Taten – auch aus früheren Leben.
Krankheit, Kummer, Blindheit: das sind Auswirkungen vergangener Taten – nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelisch-geistigen Ebene. Jesus sagt deutlich:
Der Blinde war in einem früheren Leben selbst grausam – er verletzte das Augenlicht eines anderen.
Die Eltern haben ebenfalls in einer früheren Inkarnation einen blinden Menschen abgewiesen.
→ Das bedeutet: Jeder Mensch lebt in einem großen Lern- und Wachstumsprozess, der über viele Leben hinweg geht.
Petrus fragt: Wenn wir Menschen heilen – tilgen wir damit ihre Schuld?
Jesus antwortet sinngemäß: Nein, wir tilgen ihre Schuld nicht. Aber wir können ihnen die Freiheit zurückgeben, ihr Leben neu und sinnvoll zu leben, damit sie durch bewusstes, dienendes Handeln ihre Schulden begleichen – nicht durch Leid, sondern durch Licht, Liebe und Dienst. "Wir befreien nicht von Schuld – wir befreien zum Bewusstsein." Diese Sichtweise ist unglaublich heilsam:
Niemand ist endgültig verloren.
Kein Leid ist sinnlos.
Jede Heilung ist eine Einladung zur Reifung – nicht ein bloßes „Wegnehmen“ des Schmerzes, sondern ein Anstoß zu tiefer Wandlung.
Die Blindheit des Mannes ist nicht „Strafe Gottes“, sondern eine Folge früherer Taten.
Jesus erkennt das Leid – aber nicht mit Verurteilung, sondern mit Verständnis, Liebe und dem Wunsch zur Befreiung.
Er zeigt, dass Wahrheit und Mitgefühl gemeinsam wirken müssen:
Nicht nur sehen, warum jemand leidet – sondern helfen, dass er sein Licht wiederfinden kann.
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Kapitel 53
7. Da traten einige Sadduzäer zu Jesus, welche leugneten, dass es eine Auferstehung gäbe, und sie sagten zu ihm: „Meister, Moses hat geschrieben, wenn jemandes Bruder stirbt, und er besaß ein Weib und hinterlässt keine Kinder, da soll sein Bruder dieses sein Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken.
8. Nun waren da sechs Brüder, und der erste nahm ein Weib, und er starb kinderlos. Und der zweite nahm sie zum Weibe und starb auch kinderlos. Und der dritte bis zum sechsten nahmen sie alle, ohne Kinder zu hinterlassen. Zuletzt starb auch die Frau.
9. Wem wird sie nun gehören bei der Auferstehung? Denn sechs haben sie zum Weibe gehabt.“
10. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: „Ob ein Weib mit sechs Ehemännern oder ein Ehemann mit sechs Weibern, das ist gleich. Denn die Kinder dieser Welt heiraten und werden geheiratet.
11. Die aber würdig sein werden, die Auferstehung von den Toten zu erleben, werden nicht heiraten noch sich heiraten lassen, noch können sie jemals sterben, sondern sie sind wie die Engel und sind die Kinder Gottes, die Kinder der Auferstehung.
12. Aber dass die Toten auferstehen werden, bezeugte selbst Moses bei dem Busch, als er Gott anrief und Gott zu ihm sprach: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Gott ist aber nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott. Denn alle leben durch ihn.“
1. Da führten sie zu den Pharisäern, den der früher blind war. Es war aber Sabbat, da Jesus den Lehm anrührte und seine Augen öffnete.
2. Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sein Augenlicht erhalten hätte. Er aber sagte zu ihnen: „Er strich den Brei auf meine Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.“
3. Einige Pharisäer sagten: „Dieser Mann ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält.“ Andere aber sagten: „Wie kann ein sündiger Mensch solche Wunder tun?“ Und es war Uneinigkeit unter ihnen.
4. Sie sagten wieder zu dem Blinden: „Was sagst du von ihm, der deine Augen aufgetan hat?“ Er sagte: „Er ist ein Prophet.“
5. Die Juden aber glaubten nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden wäre, und sie riefen die Eltern des Sehend-Gewordenen.
6. Und sie fragten sie und sagten: „Ist das euer Sohn, von welchem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er denn nun sehend?“ Seine Eltern antworteten ihnen und sagten: „Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist; warum er aber nun sieht, wissen wir nicht; und wer ihm seine Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug, fragt ihn, lasst ihn selbst für sich reden.“
7. Solches sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden; denn die Juden hatten schon vereinbart, wenn jemand ihn als den Christus bekenne, würde er aus der Synagoge ausgestoßen. Darum sagten seine Eltern: „Er ist mündig, fragt ihn selbst.“
8. Da riefen sie wieder den Mann, der blind gewesen war, und sagten zu ihm: „Gib Gott die Ehre: Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.“ Er antwortete und sagte: „Ob er ein Sünder ist oder nicht, weiß ich nicht; eines aber weiß ich, dass ich blind war und nun sehend.“
9. Da fragten sie ihn wieder: „Was tat er dir? Wie tat er deine Augen auf?“ Er antwortete ihnen: „Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt es nicht gehört. Was wollt ihr es abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?“
10. Da schmähten sie ihn und sagten: „Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, dass Gott mit Moses geredet hat. Woher aber dieser ist, wissen wir nicht.“
11. Der Mann antwortete und sagte zu ihnen: „Sieh da, das ist erstaunlich, dass ihr nicht wisst, woher er sei, und er hat doch meine Augen aufgetan. Nun wissen wir doch, dass Gott die Sünder nicht erhört.
12. Sondern, so jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. Seit Anfang der Welt hat man noch nicht gehört, dass einem Blindgeborenen die Augen geöffnet wurden. Wäre dieser Mensch nicht von Gott, er könnte nichts tun.“
Anmerkung
Was für eine weise Antwort! Und ja, die Sünde trennt von Gott. Wie kann einer sagen, deine Sünden sind dir vergeben, bedingungslos? Bleiben wir damit nicht weiterhin getrennt von Gott? Was kann er mit einem Sünder in seiner Mannschaft anfangen?
13. Sie antworteten und sagten zu ihm: „Du bist ganz in Sünden geboren, und du willst uns belehren?“ Und sie stießen ihn hinaus.
14. Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten; und da er ihn fand, sprach er zu ihm: „Glaubst du an den Sohn Gottes?“ Er antwortete und sprach: „Herr, welcher ist es, dass ich an ihn glaube?“
15. Jesus sprach zu ihm: „Du hast ihn zweimal gesehen, und er ist es, der mit dir redet.“ Und er sprach: „Herr, ich glaube.“ Und er betete ihn an.
16. Und Jesus sprach: „Ich bin zum Gerichte in diese Welt gekommen, auf dass die, welche nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden.“ Und einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten diese Worte und sagten zu ihm: „Sind wir denn auch blind?“
Anmerkung
Die Sehen sind diejenigen, die vermeintlich sehen, und durch Jesus ihre Blindheit erkennen. Geht es darum?
17. Jesus kam an einen Ort, wo sieben Palm-Bäume wuchsen, und versammelte seine Jünger um sich und gab einem jeden eine Zahl und einen Namen, welche nur der kannte, der sie empfing. Und er sprach zu ihnen: „Steht wie Pfeiler in dem Hause Gottes und führt aus die Befehle gemäß den Ziffern, die ihr erhalten habt.“
18. Und sie standen rings um ihn, und sie bildeten ein Viereck und zählten die Ziffern; aber sie konnten es nicht. Und sie sagten: „Herr, wir können es nicht.“ Und Jesus sprach: „Lasset den, welcher der Größte unter euch ist, gleich sein dem Geringsten und das Zeichen des Ersten gleich dem Zeichen des Letzten.“
19. Und so taten sie, und in jeglicher Weise ward Gleichheit, und doch trug jeder eine andere Zahl, und die eine Seite war wie die andere, und die obere war wie die untere, und die innere war wie die äußere. Und der Herr sprach: „Es ist genug. So ist das Haus des weisen Baumeisters. Viereckig ist es und vollkommen. Der Räume sind viele, aber es ist nur ein Haus.
20. Betrachtet wieder den Leib des Menschen, welcher ein Tempel des Geistes ist. Denn der Leib ist eins mit dem Kopfe, und es ist ein Körper. Und er hat viele Glieder, doch alle sind zusammen ein Körper, und der Geist beherrscht und regiert alles. Ebenso ist es im Reiche Gottes.
21. Und der Kopf spricht nicht zu der Brust, ich brauche dich nicht, noch die rechte Hand zu der linken, ich brauche dich nicht, noch der linke Fuß zum rechten Fuß, ich brauche dich nicht; weder sprechen die Augen zu den Ohren, wir brauchen euch nicht, noch der Mund zu der Nase, ich brauche dich nicht. Denn Gott hat jegliches Glied dorthin gesetzt, wo es am besten taugt.
22. Wenn der Kopf das Ganze wäre, wo wäre die Brust? Wenn die Eingeweide das Wichtigste wären, wo wären die Füße? Ja, diese Glieder, welche etliche für weniger ehrenwert halten, hat Gott mit der meisten Ehre versehen.
23. Und jenen Teilen, welche manche für unschön halten, denen ist umso mehr Anmut gegeben worden, auf dass sie füreinander sorgten; so leiden alle Glieder, wenn auch nur eines von ihnen leidet, und wenn eines der Glieder geehrt wird, so erfreuen sich dessen alle andern Glieder.
24. Nun seid ihr mein Körper; und jeder von euch ist ein besonderes Glied von mir, und jedem von euch gebe ich seinen angemessenen Platz, einen Kopf über allen und ein Herz als Mittelpunkt von allen, auf dass nirgendwo eine Lücke sei, auf dass ebenso wie eure Körper, eure Seelen und euer Geist auch ihr preist die All-Eltern durch den Heiligen Geist, der da wirkt in allen und durch alle.“
1. Eines Tages zog ein Hirte vorüber, der seine Herde in die Gemeinde trieb. Und Jesus nahm eines der jungen Lämmer in seine Arme und sprach zu ihm voller Liebe und drückte es an seine Brust. Und er sprach zu seinen Jüngern:
2. „Ich bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich. Wie der Vater von allen mich kennt, ebenso kenne ich meine Schafe und lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus dieser Herde; und diese muss ich auch herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.
3. Ich lege mein Leben hin, auf dass ich es wieder aufnehme. Niemand nimmt es mir, sondern ich lege es selber hin. Ich habe die Macht, meinen Körper abzulegen, und habe die Macht, ihn wieder zu nehmen.
4. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte weidet seine Herde, er nimmt die Lämmer in seine Arme und trägt sie an seiner Brust und führt sanft die, welche trächtig sind. Ja, der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Anmerkung
Dieser Text entfaltet das Herzstück der Christus-Botschaft: die tiefe, hingebungsvolle Liebe des göttlichen Hirten zu allen Wesen – sanft, persönlich, schützend und zugleich durchdrungen von einer tiefen spirituellen Autorität.
Jesus greift ein vertrautes Symbol aus der Natur auf: den Hirten mit seiner Herde. Doch es geht nicht nur um Fürsorge – es geht um Beziehung, um Intimität, um ein inneres Erkennen zwischen dem Christus-Wesen und jeder einzelnen Seele („Ich kenne meine Schafe, und sie kennen mich“).
„Ich habe noch andere Schafe...“ – Diese Worte öffnen das Tor zu einer inklusiven Spiritualität: Der Christusweg ist nicht exklusiv, sondern umfassend, verbindend. Auch jene, die nicht zur sichtbaren Herde gehören, sind Teil des göttlichen Planes.kraft.
Die Aussage, das Leben freiwillig „hinzulegen“, betont die göttliche Freiheit und Souveränität Jesu. Kein äußerer Zwang, sondern bewusste Hingabe aus Liebe. Und: Seine Macht, es „wieder zu nehmen“, weist auf die innere Verbindung zur Quelle des Lebens – auf die Auferstehungskraft, die aus Einheit mit Gott fließt.
Das Bild vom Hirten, der die Lämmer an seine Brust nimmt, spricht von einer tiefen Seelenberührung. Es erinnert uns daran, dass Gottes Kraft nicht dominierend, sondern tröstend, tragend und heilend ist. Besonders für jene, die Neues in sich tragen – wird er als sanft Führender sichtbar. Der Text offenbart Christus als eine verkörperte, göttliche Fürsorgekraft, die mit dem Ursprung eins ist – nicht nur für eine bestimmte Gruppe, sondern für alle Seelen, die bereit sind, seine Stimme zu hören.
Er steht für Liebe, innere Führung, Freiheit und Transformation – getragen von der tiefen Verbundenheit mit dem Vater.
5. Der Tagelöhner aber, der nicht der Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht. Und der Wolf packt und zerstreut die Schafe. Der Tagelöhner flieht; denn er ist ein Tagelöhner und sorgt nicht für die Schafe.
6. Ich bin die Tür: Alle, die durch mich eintreten, werden sicher sein und werden ein- und ausgehen und Weide finden. Der Böse kommt nicht, es sei denn, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Ich bin gekommen, dass sie das Leben im Überfluss haben.
7. Der aber zur Türe hineingeht, der ist ein Hirte der Schafe, welchem der Türhüter auftut, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie heraus, und er kennt ihre Zahl.
8. Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern sie fliehen vor ihm, denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.
9. Dieses Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, wovon er zu ihnen sprach. Da sprach Jesus noch einmal zu ihnen: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen das ewige Leben. Und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.
10. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles. Niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und mein Vater sind eins.“
11. Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus fragte sie: „Viel gute Werke habe ich euch getan von meinem Vater, um welches dieser Werke steinigt ihr mich?“
12. Die Juden antworteten ihm: „Für ein gutes Werk steinigen wir dich nicht, aber für die Gotteslästerung. Und dass du ein Mensch bist und machst dich gleich mit Gott.“ Jesus antwortete ihnen: „Habe ich gesagt, dass ich Gott gleich bin? Nein, aber ich bin eins mit Gott. Steht nicht geschrieben in der Schrift: Ich habe gesagt, ihr seid Götter?
Anmerkung
In jedem Menschen steckt ein göttlicher Kern. Sich mit dieser Quelle verbinden und daraus leben ist eins werden mit Gott. Dann lebe ich nicht mehr meinen Egoismus sondern frage, was der Schöpfer von mir will das ich tue.
13. So er die Götter nennt, zu welchen das Wort Gottes kam, und die Schrift doch nicht gebrochen werden kann, was sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: ‚Du lästerst Gott, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn und darum eins mit dem All-Vater?
14. Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubt ihr mir nicht. Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wollt ihr auch mir nicht glauben, auf dass ihr erkennt und glaubt, dass der Geist des großen Vaters in mir ist und ich in meinem Vater.
15. Deswegen suchten sie abermals, ihn zu ergreifen, aber er entging ihren Händen und zog wieder jenseits des Jordans an den Ort, da Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort.
16. Und viele kamen zu ihm und sprachen: „Johannes tat keine Wunder; aber alles, was Johannes von diesem Manne gesagt hat, das ist wahr. Er ist der Prophet, der da kommen soll.“ Und viele glaubten an ihn.
1. In Bethanien, dem Ort Marias und ihrer Schwester Martha, lag ein Kranker, mit Namen Lazarus. Maria aber war die, welche den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hat.
2. Deshalb sandten seine Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: „Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank.“ Da Jesus das hörte, sprach er: „Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern dass Gottes Herrlichkeit in ihm sichtbar werde.“
Anmerkung
Diese Aussage deutet an, dass durch das spätere Wunder Jesu (die Auferweckung) die göttliche Macht offenbar werden soll. Es ist eine klassische theologische Sicht: Das Leid geschieht, damit sich darin etwas Höheres zeigt – ein Zeichen Gottes.
Diese Worte Jesu können auch im inneren Sinn verstanden werden: Jede Krankheit birgt eine Botschaft. Sie ist nicht allein ein Ausdruck des Verfalls, sondern oft ein Ruf der Seele zur Umkehr, zur Wandlung, zur Heimkehr zur Quelle des Lebens.
Wenn der Mensch bereit ist, die tiefere Ursache seines Leidens zu erkennen und sein Leben dem göttlichen Willen neu auszurichten, dann kann Heilung geschehen – sei sie innerlich oder äußerlich.
In dieser Hinwendung offenbart sich die Herrlichkeit Gottes nicht nur als Wunder im Außen, sondern als Licht, das im Inneren aufgeht. So wird offenbar: Der Tod hat nicht das letzte Wort – sondern das Erwachen zur Wahrheit, das aus Liebe geschieht.
Jesus aber hatte Maria und ihre Schwester und Lazarus lieb.
3. Obwohl er hörte, dass er krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, an dem er sich gerade aufhielt. Danach sprach er zu seinen Jüngern: „Lasset uns wieder nach Judäa ziehen.“
4. Seine Jünger sagten zu ihm: „Meister, das letzte Mal wollten die Juden dich steinigen, und du willst wieder dahin gehen?“ Jesus antwortete: „Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wer am Tage wandelt, der strauchelt nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt.
5. Wer aber des Nachts wandelt, der strauchelt, denn es ist kein Licht in ihm.“ Solches sagte er, und danach sprach er zu ihnen: „Unser Freund Lazarus schläft; aber ich gehe hin, dass ich ihn aus seinem Schlaf aufwecke.“
6. Da sagten seine Jünger: „Herr, wenn er schläft, so wird es gut mit ihm.“ Aber ein Bote kam zu ihm und sprach: „Lazarus ist gestorben.“
7. Und als Jesus ankam, erfuhr er, dass er schon vier Tage im Grabe gelegen hatte (Bethanien war nahe bei Jerusalem, etwa eine Wegstunde). Und viele Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie zu trösten wegen ihres Bruders.
8. Sowie Martha hörte, dass Jesus kommt, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb daheim noch sitzen. Da sagte Martha zu Jesus: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber ich weiß auch, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben.“
9. Jesus spricht zu ihr: „Dein Bruder schläft, und er soll auferstehen.“ Martha sagt zu ihm: „Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am Jüngsten Tage.“
10. Jesus spricht zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“
11. Sie sagt zu ihm: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.“ Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: „Der Meister ist da und ruft nach dir.“ Als jene das hörte, stand sie eilends auf und kam zu ihm.
12. Denn Jesus war noch nicht in dem Ort, sondern war noch an der Stelle, an der Martha ihn getroffen hatte. Die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen Maria eilends aufstehen und hinausgehen. Sie folgten ihr nach und sagten: „Sie geht hin zum Grabe, um zu weinen.“
13. Als nun Maria Jesus sah und zu ihm kam, fiel sie zu seinen Füßen nieder und sagte zu ihm: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Als Jesus sie und auch die Juden, die mit ihr kamen, weinen sah, seufzte er im Geiste und war bekümmert. Und er sprach: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie sagten zu ihm: „Herr, komm‘ und sieh‘ es!“ Und Jesus weinte.
14. Da sagten die Juden: „Siehe, wie er ihn so lieb gehabt hat!“ Etliche unter ihnen aber sagten: „Konnte er, der dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht bewirken, dass auch dieser Mann nicht hätte sterben müssen?“ Da seufzte Jesus abermals und kam zum Grabe. Es war eine Höhle, und ein Stein lag davor.
15. Jesus sprach: „Nehmt den Stein weg!“ Martha, seine Schwester, hielt ihn für tot und sagte: „Herr, jetzt stinkt er schon; denn er ist schon vier Tage tot.“ Jesus spricht zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen?“ Da hoben sie den Stein hinweg, da Lazarus lag.
16. Und Jesus hob seine Augen empor und rief singend den großen Namen an und sprach: „Mein Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Doch ich weiß, dass du mich allezeit hörst, aber um des Volkes willen, das umher steht, rufe ich dich an, dass sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Und da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm‘ heraus!“
17. Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Händen und Füßen, und sein Angesicht verhüllt mit einem Schweißtuch.
18. Jesus spricht zu ihnen: „Bindet ihn auf und lasset ihn gehen. Wenn der Lebensfaden durchschnitten ist, so kommt das Leben nicht wieder; doch wenn er noch ganz ist, so ist noch Hoffnung.“ Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
Anmerkungen
Die Auferweckung des Lazarus ist nicht nur ein Wunderbericht, sondern eine geistige Offenbarung voller Symbolik, Tiefe und spiritueller Botschaft.
Jesus offenbart göttliche Autorität und Würde „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Jesus spricht nicht nur von Gott – er handelt aus göttlicher Quelle. Seine Worte und Taten bezeugen, dass er in tiefer Einheit mit dem Vater steht.
Seine Macht über Leben und Tod zeigt seine wahre Natur – nicht als gewöhnlicher Lehrer, sondern als Träger des göttlichen Lebensfunken.
„Wenn du glaubtest, würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen.“
Der Glaube öffnet den inneren Sinn. Wunder sind nicht Magie, sondern Zeichen für das Wirken göttlicher Ordnung.
Unglaube versperrt die Seele dem Licht, das durch Vertrauen sichtbar werden will.
„Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern dass Gottes Herrlichkeit in ihm offenbar werde.“
Krankheit kann zum Durchbruch der Wahrheit führen – wenn sie als Ruf zur Umkehr, Erkenntnis und Heilung verstanden wird.
Der Tod verliert seinen Schrecken, wenn er in einen größeren Zusammenhang gestellt wird – als Übergang, nicht als Ende.
„Ich danke dir, Vater, dass du mich erhört hast – ich weiß, dass du mich allezeit hörst.“
Wer mit dem Göttlichen verbunden ist, lebt in ständiger Zwiesprache – auch ohne Worte.
Aus dieser Quelle kommen Kraft, Mitgefühl, Weisheit und die Fähigkeit, andere zu heilen und aufzurichten.
Diese kurze Zeile offenbart seine tiefe Menschlichkeit. Er weint nicht aus Ohnmacht, sondern aus Mitgefühl.
Es zeigt: Wahre geistige Größe ist nicht hart, sondern durchlässig für das Leiden der Welt.
Der Ruf zum Leben gilt jedem Menschen: Komm aus deinem Grab – aus Angst, Gewohnheit, seelischem Tod!
Die Stimme Christi ruft auch heute noch: Wach auf. Lebe. Erhebe Dich.
Glaube ist kein bloßes Für-wahr-Halten, sondern ein Erkennen der göttlichen Wahrheit im Innersten.
Wer sieht, erkennt – wer erkennt, verändert sich.
Die Geschichte von Lazarus ist ein Bild für unser eigenes Leben. Wir alle kennen „Todesmomente“ in uns: Erstarrung, Mutlosigkeit, geistige Dunkelheit. Doch Christus ruft – liebevoll und machtvoll zugleich: „Komm heraus.“ Er ruft den Menschen in die Verbindung mit dem Leben, mit der Quelle, mit dem Licht. Und wenn wir diesem Ruf folgen, geschieht Auferstehung nicht erst am Ende, sondern jetzt – im Herzen.
1. Zur selbigen Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: „Wer ist der Größte im Reiche Gottes?“ Und Jesus rief ein kleines Kind zu sich und setzte es mitten unter sie und sprach: „Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr euch nicht verändert und werdet so unschuldig und gelehrig wie dieses kleine Kind, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.
2. Wer aber einfältig wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
3. Wehe der Welt um ihrer Ärgernisse willen! Es ist unmöglich, dass nicht Ärgernisse kommen, aber wehe dem, durch welchen Ärgernis geschieht! Darum, wenn deine Begierden oder dein Vergnügen anderen Ärgernis bereiten, wirf sie weg von dir; denn es ist besser für dich, in das Leben einzugehen ohne sie, als mit denselben in das ewige Feuer geworfen zu werden.
Anmerkung
Hier spricht Jesus sehr deutliche Worte dass wir die Kontrolle über unsere Begierden erreichen sollten und unsere Vergnügen nicht auf Kosten von anderen ausleben sollten. Die Begierden sind auch sehr eng verbunden mit der Sehnsucht in jedem Menschen. Innere Leere erzeugt eine unendliche Gier. Von der Sehn-Sucht in allen Herzen bleibt die Sucht, wenn wir die spirituelle Tankstelle nicht finden.
4. Habet acht, dass ihr keines von diesen Kleinen vernachlässigt. Denn ich sage euch, ihre Engel sehen immerwährend das Angesicht Gottes. Denn des Menschen Sohn ist gekommen zu retten das, was verloren war.
5. Ebenso ist nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines von diesen Kleinen Schaden erleide.“
Anmerkung
Kinder besitzen eine besondere Gabe: Sie stehen der ursprünglichen Wahrheit und dem Willen Gottes oft noch näher als Erwachsene – offen, vertrauend, unverbogen.
Doch auch das kindliche Ich bringt instinktive Formen des Selbstschutzes und Egoismus mit sich – ein notwendiges Überlebensprinzip in der frühen Phase des Lebens.
Im Laufe der Reifung jedoch ist es wesentlich, dass dieses Ich-Bewusstsein in eine verantwortungsbewusste, mitfühlende Haltung hineinwächst.
Wer in der kindlichen Selbstbezogenheit verharrt, bleibt geistig unreif – unabhängig vom Alter.
Wahre Entwicklung bedeutet: aus der Ich-Zentrierung in die Mitverantwortung zu wachsen.
So wird das Kindliche im Menschen nicht verleugnet, sondern verwandelt – zum Segen für sich selbst und die Welt.
6. Da kamen einige, die voll Zweifel waren, zu Jesus und sagten: „Du hast uns gesagt, dass unser Leben und Sein von Gott sei, aber wir haben niemals Gott gesehen, noch kennen wir einen Gott. Kannst du uns ihn zeigen, den du den Vater nennst und den einzigen Gott? Wir wissen nicht, ob es einen Gott gibt.“
Anmerkung:
Diese Frage stellen viele Menschen auch heutzutage noch. Ich bin gespannt wie Jesus darauf reagiert!
7. Jesus antwortete ihnen und sprach: „Hört dieses Gleichnis von den Fischen. Die Fische eines Flusses sprachen miteinander und sagten: Man erzählt uns, dass unser Leben und Sein vom Wasser komme, aber wir haben nie Wasser gesehen, wir wissen nicht, was es ist. Da sprachen etliche von ihnen, welche klüger waren als die anderen: Wir haben gehört, dass im Meere ein kluger und gelehrter Fisch lebt, der alle Dinge kennt. Lasset uns zu ihm gehen und ihn bitten, dass er uns das Wasser zeige.
8. So machten sich einige von ihnen auf, um den großen und weisen Fisch zu suchen, und sie kamen endlich in die See, wo der Fisch lebte, und sie fragten ihn.
9. Und als er sie gehört hatte, sprach er zu ihnen: Oh, ihr dummen Fische, dass ihr nicht denkt! Doch klug seid ihr wenigen, die ihr sucht.
Anmerkungen
Jesus lobt diejenigen, die hinterfragen, die suchen!
Im Wasser lebt ihr und bewegt ihr euch und habt ihr euer Dasein; aus dem Wasser seid ihr gekommen, zum Wasser kehrt ihr wieder zurück.
Anmerkung
Hier sagt er ganz wichtiges! Wir kommen aus der göttlichen Quelle und kehren dorthin wieder zurück.
Ihr lebt im Wasser, aber ihr wisst es nicht. In gleicher Weise lebt ihr in Gott, und doch bittet ihr mich: zeige uns Gott. Gott ist in allem, und alles ist in Gott.“
Anmerkung
In der Tat, alles in der Natur atmet Gottes Geist! Wir können ihn überall finden, in jedem Mitmenschen. Deswegen gehe ich so oft in die Natur!
10. Nochmals sprach Jesus zu den Jüngern: „Wenn dein Bruder oder deine Schwester gegen dich sündigen, gehe hin und mache deinen Bruder oder deine Schwester allein auf ihren Fehler aufmerksam. Wenn sie dich anhören, so hast du sie gewonnen. Doch wenn sie dich nicht anhören wollen, dann nimm zwei oder mehr mit dir, dass im Munde von zwei oder drei Zeugen jegliches Wort bestätigt werde.
11. Und wenn sie diese nicht hören wollen, sage es der Gemeinde, und wenn sie auch die Gemeinde nicht hören wollen, dann betrachtet sie wie solche, die außerhalb der Gemeinde stehen. Wahrlich, ich sage euch, was immer ihr in rechter weise auf Erden bindet, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was immer ihr rechter weise auf Erden löst, das soll auch im Himmel gelöst sein.
Anmerkung
Man sollte versuchen, alle Themen mit den verschiedenen Personen zu klären, sonst behindert das den spirituellen Aufstieg und weiterreise nach dem Tod.
12. Und ich sage euch abermals: Wenn sieben oder auch nur drei von euch eins sind auf Erden in dem, was sie erbitten, so ist es getan für sie von meinem Vater, der im Himmel ist. Denn wenn nur drei in meinem Namen beisammen sind, so bin ich mitten unter ihnen, und wenn es selbst nur einer ist, so bin ich im Herzen dieses einen.“
Anmerkung
Es geht darum, immer wieder in Gemeinschaft zu gehen mit der Quelle, dem Licht in uns. Durch Versenkung, Lieder oder Gebet.
13. Da kam Petrus zu ihm und fragte: „Herr, wie oft darf mein Bruder wider mich sündigen, dass ich ihm vergebe? Siebenmal?“ Jesus sprach zu ihm: „Ich sage dir, nicht siebenmal, siebzig mal sieben. Denn auch bei den Propheten war Ungerechtigkeit, sogar, nachdem sie vom Heiligen Geiste gesalbt worden waren.“
14. Und er erzählte dieses Gleichnis: „Es war da ein König, welcher mit seinen Dienern abrechnen wollte. Und als er begonnen hatte abzurechnen, da wurde einer zu ihm gebracht, welcher ihm tausend Talente schuldete. Doch da er nicht zahlen konnte, befahl sein Herr, dass er verkauft werde und sein Weib und seine Kinder und alles, was er besaß, damit die Schuld bezahlt werde.
15. Da fiel der Diener seinem Herrn zu Füßen und bat ihn und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen! Da wurde der Herr von Mitleid ergriffen und er ließ ihn frei und erließ ihm seine Schuld.
16. Doch derselbe Knecht ging hinaus und traf einen von seinen Mitknechten, welcher ihm hundert Groschen schuldete, und er ergriff ihn und fasste ihn an der Gurgel und rief: Bezahle mir deine Schuld!
17. Und sein Mitknecht fiel vor ihm auf die Knie und flehte ihn an und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen! Jener aber wollte nicht, sondern ging hinweg und ließ ihn ins Gefängnis sperren, bis er seine Schuld bezahlt hätte.
18. Als nun seine Mitknechte sahen, was er getan hatte, wurden sie sehr traurig und erzählten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
19. Da ließ der Herr ihn rufen und sprach zu ihm: Oh, du böser Knecht, ich erließ dir deine Schuld, weil du mich gebeten hast; solltest du nicht auch Mitleid haben mit deinem Mitknecht, ebenso wie ich Mitleid hatte mit dir? Und sein Herr ward zornig und übergab ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.
20. Ebenso wird euch der himmlische Vater richten, wenn ihr nicht von Herzen jedem seine Schuld vergebt, ob Bruder oder Schwester. Nichtsdestoweniger lasset jeden darauf achten, dass er bezahle, was er schuldig ist; denn Gott liebt die Rechtschaffenen.“
Anmerkung
Dies zeigt wie unglaublich wichtig das Mitgefühl, die Barmherzigkeit und die Vergebung sind. Wollen wir dies vom Schöpfer erfahren, so sollten wir das auch selber leben. Das eine bedingt das andere. Lohnt es sich nicht dafür auch mal über den eigenen Schatten und Stolz zu springen?
1. Jesus sprach zu seinen Jüngern und dem Volke rings um ihn: „Wer ist Gottes Sohn, wer ist Gottes Tochter? Es sind die Menschen, welche sich von allem Übel abkehren und das Rechte tun, die Barmherzigkeit lieben und voll Ehrfurcht mit ihrem Gott wandeln.
Diese sind die Söhne und die Töchter der Menschen, die aus Ägypten gekommen sind und welchen es gegeben ist, dass sie die Söhne und die Töchter Gottes geheißen werden sollen.
Anmerkung
Ägypten war damals eine spirituelle Schule und auch Jesus hat diese durchlebt.
2. Und sie werden gesammelt werden aus allen Stämmen, Nationen, Völkern und Sprachen, und sie kommen vom Osten und vom Westen und vom Norden und vom Süden, und sie wohnen auf dem Berge Zion, und sie essen Brot und trinken die Frucht des Weines am Tische Gottes, und sie sehen Gott von Angesicht zu Angesicht.“
Anmerkungen
Diese Botschaft gilt allen Menschen und nicht nur ausgewählten.
3. Da kamen die Zöllner und Sünder alle näher zu ihm heran, um ihn zu hören. Aber die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sagten: „Dieser Mann nimmt die Sünder zu sich und speist mit ihnen.“
4. Und er sagte ihnen dieses Gleichnis: „Welcher ist unter euch, der hundert Schafe hat und er verliert eines und er verlässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und sucht das eine verlorene, bis er es gefunden hat? Und wenn er es gefunden hat, legt er es auf seine Schultern und freut sich.
5. Und wenn er nach Hause kommt, so ruft er seine Nachbarn und Freunde zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, welches verloren war! Ich sage euch, dass ebenso im Himmel mehr Freude herrschen wird über einen reuigen Sünder denn über neunundneunzig Gerechte, welche keiner Reue bedürfen.
6. Und welches Weib, welches zehn Silberstücke hat und verliert eines davon, wird nicht ein Licht anzünden und eifrig danach suchen, bis sie es gefunden hat? Und hat sie es gefunden, wird sie nicht ihre Freunde und Nachbarn zusammenrufen und sagen: ‚Freut euch mit mir, denn ich habe das Silberstück gefunden, welches ich verloren hatte`? Ebenso, sage ich euch, wird Freude herrschen unter den Engeln Gottes über einen reuigen Sünder.“
7. Und er brachte noch dieses Gleichnis: „Ein Mann hatte zwei Söhne, und der jüngere von ihnen sprach zu seinen Eltern: ‚Gebt mir den Teil der Güter, der auf mich zufällt!` Und sie teilten mit ihm ihr Vermögen. Und wenige Tage später packte der jüngere Sohn all seine Habe zusammen und wanderte in ein fernes Land und verschwendete dort sein Vermögen in einem liederlichen Leben.
8. Und nachdem er alles aufgebraucht hatte, kam eine schwere Hungersnot über das Land, und er geriet in Not. Und er zog hinweg und verdingte sich bei einem Bürger dieses Landes. Der sandte ihn auf seine Weiden, um die Schweine zu hüten. Und er hätte gern seinen Hunger gestillt mit der Spreu, welche die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm.
9. Und als er sich selbst besann, sprach er: Wie viele Knechte meines Vaters haben Brot genug und im Vorrat, und ich gehe zugrunde vor Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater und meiner Mutter gehen und will zu ihnen sagen: Mein Vater und meine Mutter, ich habe wider den Himmel gesündigt und vor euch und bin nicht mehr wert, euer Sohn zu heißen. Nehmt mich als einen eurer Knechte zu euch!
10. Und er brach auf und kam zu seinen Eltern. Doch als er noch ein großes Stück Weges vom Hause entfernt war, erblickten ihn seine Eltern und empfanden Mitleid mit ihm und liefen ihm entgegen und fielen ihm um den Hals und küssten ihn. Und der Sohn sprach zu ihnen: Mein Vater und meine Mutter, ich habe gesündigt wider den Himmel und in euren Augen, und ich bin nicht mehr wert, euer Sohn zu heißen.
11. Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Kleid herbei und zieht es ihm an und steckt einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt die schönsten Früchte herbei und Brot und Öl und Wein und lasset uns essen und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig; er war verloren und ist gefunden. Und sie begannen alle, froh zu werden.
12. Nun war aber der ältere Sohn auf dem Felde, und als er zurückkam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Tanz. Und er rief einen der Knechte und fragte, was dies zu bedeuten habe. Und er sprach zu ihm: Dein Bruder, der verloren war, ist heimgekehrt, und dein Vater und deine Mutter haben ihm Brot und Öl und Wein und die schönsten Früchte gebracht, da sie ihn heil und wohlbehalten wieder haben.
13. Und er ward zornig und wollte nicht in das Haus gehen. Und sein Vater kam heraus und bat ihn dringend. Und er sprach zu seinem Vater: Sieh, viele Jahre lang habe ich dir gedient und habe niemals deine Gebote übertreten, aber du hast mir niemals ein solch aufwendiges Fest gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
14. Doch sobald dein Sohn zurückgekehrt ist, welcher sein Erbteil mit Huren verschwendet hat, bereitest du ihm ein Fest von dem Besten, was du hast.
15. Und sein Vater sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alles, was ich besitze, ist dein. Es geziemt sich aber jetzt, dass wir heiter und froh sind, denn dein Bruder war tot und ist wieder lebendig, er war verloren und ist gefunden.“
Anmerkung
Vielen mag das ungerecht erscheinen. Aber es gibt durchaus eine Strafe für den Sohn, denn er bekommt kein weiteres Erbe. Und es ist auch keine Aussage, ob er die Schulden nicht auch noch abbezahlen muss. Aber die Freude überwiegt erst mal.
Im Evangelium des Friedens wird umfangreicher auf dieses Gleichnis eingegangen.
Aus dem Evangelium des Friedens
Und am nächsten Morgen gab der Vater seinem Sohn einen Beutel mit Silber, damit er seinen
Gläubigern alle Schulden zurückbezahlen könne. Und als sein Sohn zurückkam, sagte er zu ihm: »Mein Sohn, siehst du nun, wie leicht es ist, durch ein liederlich Leben Schulden für sieben Jahre sich aufzubürden, wie schwer aber, sie durch sieben Jahre Zwangsarbeit wieder abzutragen?« — »Vater, es ist wirklich
schwer, für sie zu zahlen, und sei es auch nur sieben Tage.« Und sein Vater ermahnte ihn: »Für diesmal sei dir noch erlaubt, deine Schulden statt in sieben Jahren in sieben Tagen zurückzuzahlen, und der Rest sei dir erlassen. Doch gib acht, dass du in Zukunft keine neuen Schulden mehr machst. Denn wahrlich sage ich dir, dass niemand anders als dein Vater dir deine Schulden vergibt, weil du sein Sohn bist. Denn bei allen andern hättest du sieben Jahre schwer zu arbeiten, wie es in unsern Gesetzen geschrieben steht.«
Anmerkung
Fällt euch was auf? Diese Geschichte kennen wir, aber hier wird viel akkurater auf Schuld eingegangen. Es geht schon darum, die Schuld wieder gut zu machen, sie wird nicht einfach gelöscht! Aber in einem guten Geist und mit Freude das Gegenteil von dem tun, was man vorher getan hat. Ist es nicht eine Täuschung zu glauben alle Schuld löst sich einfach so auf? Das wäre sehr ungerecht! Aber ein durchaus verständlicher Wunsch.
Und als sein Vater sah, dass sein Sohn so wohl mit seinen Dienern und all seinem Besitze umzugehen gelernt hatte, sagte er zu ihm: »Mein Sohn, ich sehe, dass meine Güter in guten Händen sind. Nun übergebe ich dir all mein Vieh, mein Haus, meine Ländereien und meine Schätze. Lass all dies dein Erbe sein, und fahre fort, es zu mehren, damit es dir zur Freude werde.« Und da sein Sohn von seinem Vater dies Erbe empfangen hatte, schenkte er all seinen Schuldnern, die ihn nicht bezahlen konnten, ihre Schulden. Denn er hatte nicht vergessen, dass auch seine Schuld ihm geschenkt worden war, als er sie nicht bezahlen konnte. Und Gott segnete ihn durch ein langes Leben, durch viele Kinder und Reichtümer, weil er zu all seinen Dienstboten und zu all seinem Vieh gütig war.«
Anmerkung
Hier wird sehr detailreich geschildert, dass es sehr wohl darum geht, das wieder gut zu machen, was man vorher schlecht gemacht hat. Und mehr noch als das, ein Menschen von großer Herzensgüte zu werden, denn man hat ja selber dies von anderen erfahren.
Ende Quelle Evangelium des Friedens.
1. Jesus stieg auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern und lehrte sie. Und er sprach zu ihnen: „Fürchte dich nicht, du kleine Schar, denn es ist eures Vaters gütiger Wille, euch das Reich zu geben.
2. Verkauft alles, was ihr habt, und tut, was gut ist, denen, welche nichts haben. Seht euch mit einem unverwüstlichen Beutel vor, einem Schatz im Himmel, der nicht abnimmt, wo kein Dieb an ihn gelangt, und den keine Motten fressen. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
3. Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. Und seid gleich den Männern, die auf ihren Herrn warten, wenn er von der Hochzeit zurückkehrt; damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft.
4. Selig sind die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufschürzen und wird sie zu Tisch laden und wird kommen und wird ihnen dienen.
5. Und so er kommt in der zweiten Wache oder in der dritten Wache, und wird sie so finden: gesegnet sind diese Knechte.
6. Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hüter des Hauses wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so wachte er und ließe nicht in sein Haus einbrechen. Deshalb also seid auch ihr bereit, da des Menschen Sohn kommen wird zu einer Stunde, da ihr es nicht erwartet.“
7. Da sagte Petrus zu ihm: „Herr, gibst du dieses Gleichnis uns oder auch allen andern?“ Und der Herr sprach: „Wer also ist jener treue und kluge Haushalter, den der Herr setzt über sein Gesinde, dass er ihnen zur rechten Zeit ihren Anteil gäbe?
8. Gesegnet sei der Knecht, den sein Herr wach findet, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen.
9. Wenn aber dieser Knecht sich sagen wird: Mein Herr zögert sein Kommen hinaus und fängt dann an, die andern Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und sich zu betrinken: so wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, da er ihn nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; und er wird ihm seinen Anteil mit den Ungetreuen geben.
Anmerkung
Wir wissen nie, wann es mit uns zu Ende geht. Deswegen sollten wir nie Schuld auf uns laden oder sie bereinigen, die Beziehungen klären und wachsam sein.
10. Und der Knecht, der seines Herrn Willen weiß und hat sich nicht vorbereitet und auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge leiden müssen. Der es aber nicht weiß, hat aber getan, was der Schläge wert ist, wird wenig Schläge bekommen. Denn welchem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern; und welchem wenig gegeben ist, von dem wird man nur wenig fordern.
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11. Darum werden die, welche die Gottheit kennen und den Weg des Lebens und die Geheimnisse des Lichtes gefunden haben und dennoch in Sünde gefallen sind, mit schwereren Strafen bestraft werden als jene, welche den Weg des Lebens nicht kannten.
12. Diese werden zurückkehren, wenn ihr Rad vollendet ist,
Anmerkung
Hier ist ganz viel gesagt! Wir kommen aus der göttlichen Quelle und kehren dorthin zurück. Das Rad steht in Asien für die Wiedergeburten! Diese sind irgendwann zu Ende und wir kommen ins Paradies, auch Nirwana genannt.
und ihnen wird die Zeit gegeben werden zum Überlegen und um ihre Leben zu verbessern und die Geheimnisse zu lernen und einzutreten in das Reich des Lichtes.“
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13. Jesus kam durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner und war sehr reich.
14. Und er wollte sehen, wer in der Menge Jesus wäre, und konnte es nicht, denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er vorbeikommen.
15. Und als Jesus an die Stelle kam, blickte er hoch und sah ihn und sprach zu ihm: „Zachäus, eile dich, komme herunter, denn ich muss heute in deinem Hause einkehren.“ Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden.
16. Da sie das sahen, murrten sie alle, dass er bei einem Sünder als Gast einkehrte.
17. Zachäus aber stand da und sprach zu dem Herrn: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen; und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfach wieder.“
18. Und Jesus sprach zu ihm: „Heute ist deinem Hause Heil widerfahren; wenn du ein gerechter Mann bist, bist auch du Abrahams Sohn. Denn des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen das, was verloren war.“
1. Dann sprach Jesus zu dem Volke und zu seinen Jüngern: „Die Schriftgelehrten und Pharisäer sitzen auf Moses Stuhl. Alles nun, was sie euch gebieten, das ihr beachten sollt, das beachtet und tut auch. Jedoch tut nicht nach ihren Werken; denn sie reden, aber tun es nicht. Denn sie selbst binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen diese nicht mit einem einzigen Finger bewegen.
2. Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und vergrößern die Bordüren ihrer Gewänder. Sie lieben den Ehrenplatz bei Festessen und in den Synagogen den Vorsitz. Sie lassen sich gerne auf dem Markt grüßen und von den Menschen Rabbi, Rabbi nennen.
3. Aber ihr sollet euch nicht Rabbi nennen lassen. Denn einer ist euer Rabbi, Christus. Ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollet niemand Vater heißen auf Erden, denn auf Erden sind die Väter nur dem Fleische nach Väter, aber im Himmel ist der Eine, der euer Vater ist, der den Geist der Wahrheit hat, den die Welt nicht empfangen kann.
4. Und ihr sollt euch nicht Meister nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus. Doch die Größten unter euch sollen eure Diener sein. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden. Und die in sich demütig sind, werden erhöhet werden.
5. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr schließet das Himmelreich zu vor den Menschen! Ihr kommet nicht hinein, und die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen.
6. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr der Witwen Häuser fresset und lange Gebete sprecht zum Schein! Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfangen.
7. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr See und Land durchzieht, dass ihr einen zum Judenanhänger gewinnt; und wenn er’s geworden ist, machet ihr aus ihm zweimal mehr ein Kind der Hölle, denn ihr seid!
8. Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: ‚Wer immer schwöret bei dem Tempel, das ist nichts; wer aber schwöret bei dem Golde am Tempel, der ist schuldig. Ihr Narren und Blinden! Was ist größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
9. Und: ‚Wer immer schwöret bei dem Altar, das ist nichts. Wer aber schwöret bei dem Opfer, das darauf ist, der ist schuldig. Ihr Narren und Blinden, was ist größer? Das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiligt?
10. Darum, wer also schwört bei dem Altar, der schwört bei demselben und bei allem, was desselben ist. Und wer schwört bei dem Tempel, der schwört bei demselben und bei dem, der darinnen wohnt. Und wer schwört bei dem Himmel, der schwöret bei dem Throne Gottes und bei dem einen, der darauf sitzet.
11. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr den Zehnten für Minze, Anis und Kümmel zahlt, und das Schwerste des Gesetzes, nämlich Gericht, Barmherzigkeit und Glauben unterlasst! Dies sollte man tun und jenes nicht unterlassen. Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt!
12. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr die Außenseite von Bechern und Schüsseln reinigt, aber innen sind sie gefüllt mit Erpressung und Ausschweifung! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, auf dass auch das Äußere rein werde!
13. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gleichet übertünchten Gräbern, welche außen schön aussehen; innen sind sie gefüllt von Totengebeinen und allem Unrat. Also scheinet auch ihr äußerlich vor den Menschen rechtschaffen, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Verstellung.
14. Wehe euch, Pharisäer und Schriftgelehrte, die ihr baut die Grabmäler der Propheten und schmücket die Grabstätten der Gerechten und saget: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten!
15. So gebet ihr über euch selbst Zeugnis, dass ihr als Kinder derer handelt, die die Propheten getötet haben. So erfüllet auch ihr das Maß eurer Väter!
16. Daher sagt die heilige Weisheit: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und einige werdet ihr töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt. Und über euch komme all das gerechte Blut, das auf die Erde vergossen ist, vom Blute des gerechten Abel an bis auf das Blut des Zacharias, des Sohnes von Barachias, welchen ihr getötet habet zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich, ich sage euch, das alles wird über dieses Geschlecht kommen.
17. O Jerusalem, Jerusalem, das du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
18. Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden! Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Heilig, heilig, heilig! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Einen Gerechten!“
1. Und als Jesus auf dem Ölberge saß, kamen die Jünger allein zu ihm und sagten: „Sage uns, wann wird dies geschehen? Und was soll das Zeichen deines Kommens sein und das für das Ende der Welt?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus, und sie werden viele verführen.
2. Und ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; seht zu, dass ihr nicht verwirrt werdet. Denn dieses alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich empören ein Volk über das andere und ein Reich über das andere; und es werden sein Hungersnot und Seuchen und Erdbeben an verschiedenen Orten. Und das wird erst der Anfang der Not sein.
3. Und in diesen Tagen werden die Machthaber die Länder und die Reichtümer der Erde zusammenbringen zu ihrem eigenen Genuss und werden die vielen anderen, die Not leiden, unterjochen und sie in Fesseln halten und sie benützen, um ihre Reichtümer zu vermehren, und sie werden sogar die Tiere des Feldes unterjochen und das Furchtbare aufrichten. Aber Gott wird ihnen seine Boten senden, und diese werden seine Gesetze verkünden, welche die Menschen durch ihre Überlieferung verdeckt haben, und die sie übertreten, werden sterben.
4. Alsdann werden sie euch dem Gepeinigt überantworten und werden euch töten. Und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen. Und dann werden viele angegriffen werden und sich gegenseitig verraten und sich gegenseitig hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen.
5. Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird gerettet. Und es wird gepredigt werden dieses Evangelium vom Reiche Gottes in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.
6. Wenn ihr deshalb den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel gesagt ist, stehen seht an der heiligen Stätte (wer das liest, der begreife es!), dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, um seine Kleider zu holen.
7. Wehe aber den Schwangeren und den stillenden Müttern in diesen Tagen! Bittet, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbat geschehe. Denn es wird dann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis dahin und auch nie mehr werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.
8. Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus oder da, so glaubet nicht voreilig. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, sodass wo möglich auch die Auserwählten getäuscht werden. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt!
9. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus; siehe, er ist in geheimen Kammern, so glaubet nicht voreilig. Denn gleich wie das Licht ausgeht vom Osten und scheint bis zum Westen, so wird auch die Zukunft des Menschensohnes sein. Denn wo immer ein Aas ist, dort sammeln sich die Geier.
10. Unmittelbar nach dem Leiden dieser Tage wird die Sonne verfinstert sein, und der Mond wird sein Licht verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.
11. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; und dann werden alle Völker auf Erden trauern und werden den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit kommen sehen. Und er wird seine Engel senden mit lauter Stimme wie von einer Posaune, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden von einem Ende des Himmels zu dem andern.
12. Lernet ein Gleichnis an dem Feigenbaum: Wenn seine Zweige zart und saftig sind und Blätter treiben, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso, wenn ihr dies alles sehen werdet, so wisset, dass es nahe vor der Tür ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dass dies alles sich erfüllt. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
13. Von dem Tage und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein die All-Eltern. Gleich wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein.
14. Denn gleich wie sie waren vor der Sintflut: Sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien bis an den Tag, da Noah in die Arche ging. Und sie achteten es nicht, bis die Sintflut kam und sie alle fortnahm; so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
15. Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird genommen und der andere wird zurückgelassen werden. Zwei Weiber werden auf der Mühle mahlen, die eine wird genommen, die andre wird zurückgelassen werden. Darum wachet, denn ihr wisset nicht die Stunde, da euer Herr kommen wird.
16. Das sollet ihr aber wissen: Wenn der Hausverwalter wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Darum seid auch ihr bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr ihn nicht erwartet.
17. Wer ist nun ein treuer und kluger Knecht, den der Herr gesetzt hat über sein Gesinde, dass er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe? Gesegnet sei der Knecht, wenn sein Herr kommt und er ihn so tätig findet. Wahrlich, ich sage euch: er wird ihn über alle seine Güter setzen.
18. Wenn aber der schlechte Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr kommt noch lange nicht, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, isst mit dem Schlemmer und trinkt mit dem Trunkenen.
19. So wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, da er nicht mit ihm rechnet, und zu einer Stunde, da er ihn nicht erwartet. Und er wird ihm seinen Lohn geben mit den Heuchlern in der äußeren Finsternis, mit den Grausamen und denen, die keine Liebe und kein Mitleid haben: Und da wird Heulen und Zähneknirschen sein.
1. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam entgegen. Und fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren töricht.
2. Die Törichten nahmen ihre Lampen, sie nahmen aber kein Öl mit sich. Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen.
3. Da nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber wurde laut gerufen: ‚Seht, der Bräutigam kommt! geht hinaus, ihm entgegen!‘ Da standen die Jungfrauen alle auf und richteten ihre Lampen.
4. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: ‚Gebet uns von eurem Öle, denn unsere Lampen sind ausgegangen!` Die Klugen aber antworteten und sprachen: ‚Nein, sonst reicht es nicht für uns und euch: geht lieber zum Krämer und kaufet für euch selbst.`
5. Und während sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam und die, die bereit waren, gingen mit ihm zur Hochzeit. Und die Türe wurde verschlossen.
6. Danach kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: ‚Herr, Herr, tue uns auf.` Er antwortete und sprach: ‚Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.`
7. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Haltet eure Lampen brennend.“
1. Und er sprach weiterhin: „Das Reich der Himmel gleicht einem Manne, der in ein fernes Land zog und seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab. Und einem gab er fünf Talente, dem anderen zwei, und dem dritten eines, einem jeden nach seinen Fähigkeiten, und zog gleich darauf weg.
2. Da ging der hin, der fünf Talente empfangen hatte, und handelte mit denselben und gewann andere fünf Talente dazu. Desgleichen auch der zwei Talente empfangen hatte, gewann auch zwei andere dazu. Der aber eines empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube und verbarg seines Herrn Geld.
3. Nach einer langen Zeit kam der Herr dieser Knechte und rechnete mit ihnen ab. Da trat herzu, der fünf Talente empfangen hatte, und brachte noch die anderen und sprach: ‚Herr, du hast mir fünf Talente gegeben; siehe da, ich habe damit andere fünf Talente gewonnen.` Da sprach sein Herr zu ihm: ‚Gut getan, du guter und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn!`
4. Da trat auch herzu, der zwei Talente empfangen hatte und sprach: ‚Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; siehe da, ich habe mit denselben zwei weitere dazugewonnen.` Sein Herr sprach zu ihm: ‚Wohl getan, du guter und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn!`
5. Da trat auch herzu, der ein Talent empfangen hatte, und sprach: ‚Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht gestreut hast. Und ich fürchtete mich und ging hin, verbarg dein Talent in der Erde, siehe, da hast du, was dein ist.`
6. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: ‚Du böser und fauler Knecht, wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht gestreut habe? Du solltest mein Geld zu den Wechslern getan haben, um es zu verzinsen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das meine zu mir genommen mit Wucher.`
7. Darum nehmt von ihm das Talent und gebet es dem, der zwei Talente hat. Denn wer vermehrt hat, dem wird gegeben werden, und der wird die Fülle haben; wer aber nicht vermehrt hat, dem soll auch das genommen werden, was er hat. Und den unnützen Knecht werft in die äußere Finsternis hinaus; denn das ist der Teil, den er gewählt hat.“
8. Jesus sprach auch zu seinen Jüngern: „Seid wahre Geldwechsler des Reiches Gottes, verwerfet das Schlechte und Falsche und behaltet das Gute und Echte.“
9. Jesus saß gegenüber dem Opferstock und sah zu, wie die Leute Geld in den Opferstock warfen, und manche Reiche warfen viel hinein.
10. Und da kam eine arme Witwe, und sie warf zwei Scherflein hinein, die kaum etwas wert waren.
11. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach: „Wahrlich, ich sage euch, dass diese arme Witwe mehr in den Opferstock geworfen hat als alle anderen.
12. Denn alle anderen gaben von ihrem Überfluss, sie aber hat von ihrer Armut alles gegeben, was sie hatte, nämlich ihren Lebensunterhalt.“
1. Jesus kam zu einem Brunnen nahe bei Bethanien, um welchen zwölf Palmenbäume wuchsen und wohin er oft mit seinen Jüngern ging, um sie die Geheimnisse des Reiches Gottes zu lehren. Dort saß er unter dem Schatten der Bäume und seine Jünger mit ihm.
2. Und einer von ihnen sagte: „Herr, von alters her ist geschrieben, Elohim machte den Menschen nach seinem eigenen Bilde und schuf Mann und Weib. Wieso sagtest du dann, dass Gott eins ist?“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, in Gott ist weder Mann noch Weib, und doch sind beide eins, ist Gott beides in einem. Er ist sie, und sie ist er. Elohim – unser Gott – ist vollkommen, unendlich und eines.
3. Also ist in dem Manne der Vater verkörpert und die Mutter verborgen; so ist in der Frau die Mutter verkörpert und der Vater verborgen. Darum soll der Name des Vaters und der Mutter gleicherweise geheiligt werden; denn sie sind die großen Kräfte Gottes, und eines ist nicht ohne das andere in dem Einen Gott.
4. Bete Gott an, der über euch ist, unter euch, zur rechten Hand und zur linken, vor euch, unter, hinter euch, in euch und um euch. Wahrlich, es ist nur Ein Gott. Er ist alles in Allem, und in ihm bestehen alle Dinge, die Quelle alles Lebens und aller Substanz, ohne Anfang und ohne Ende.
5. Die Dinge, welche sichtbar sind und vergehen, sind die Verkörperungen des Unsichtbaren, das ewig ist, auf dass ihr von den sichtbaren Dingen der Natur zu den unsichtbaren Dingen der Gottheit gelanget. Und dass ihr durch das Natürliche zu dem Übernatürlichen gelanget.
6. Wahrlich, Elohim schuf den Menschen nach Gottes Ebenbild, männlich und weiblich, und die ganze Natur ist ein Bild Gottes, darum ist Gott beides, männlich und weiblich, nicht geteilt, sondern beides in einem, ungeteilt und ewig, in welchem alle Dinge sind, die sichtbaren und die unsichtbaren.
7. Vom Ewigen sind sie ausgegangen, und in das Ewige werden sie zurückkehren. Geist zum Geist, Seele zu Seele, Verstand zu Verstand, Gefühl zu Gefühl, Leben zu Leben, Form zu Form, Staub zu Staub.
8. Im Anfang ist Gottes Wille, und da kamen sein Sohn, die göttliche Liebe, und die geliebte Tochter, die heilige Weisheit, gleicherweise aus der einen ewigen Quelle; und aus dieser kommen die Geschlechter der Geistwesen Gottes, der Söhne und Töchter des Ewigen.
9. Und diese steigen herab auf die Erde und wohnen mit den Menschen und lehren sie die Wege Gottes, die Gesetze des Ewigen zu lieben und ihnen zu gehorchen, auf dass sie in ihnen Erlösung fänden.
10. Viele Völker haben ihre Tage gesehen. Unter verschiedenen Namen haben sie sich ihnen geoffenbart, und die Völker haben sich in ihrem Lichte gefreut; und gerade jetzt kommen sie wieder zu euch, doch Israel nimmt sie nicht auf.
11. Wahrlich, ich sage euch, meine Zwölf, welche ich ausgewählt habe: Alles, was in früherer Zeit von ihnen gesagt worden ist, ist wahr – nur entstellt durch die falschen Vorstellungen der Menschen.“
12. Und dann sprach Jesus zu Maria Magdalena: „Es steht geschrieben im Gesetze, wer Vater und Mutter verlässt, den lasset des Todes sterben. Das Gesetz aber spricht nicht von den Eltern in diesem Leben, sondern von dem innewohnenden Licht, welches in uns ist bis zum heutigen Tage.
13. Wer also sich von Christus, dem Erlöser, lossagt, von dem heiligen Gesetz und der Gemeinschaft der Auserwählten, die lasst Todes sterben. Ja, lasst sie in der äußeren Finsternis verloren sein; denn so haben sie es gewollt, und niemand kann sie hindern.“
1. Und am Abend des Sabbats vor dem Passahfeste war Jesus in Bethanien und ging in das Haus Simons, des Aussätzigen, wo man ihm eine Abendmahlzeit bereitete. Und Martha bediente, während Lazarus einer von denen war, welche mit ihm bei Tische saßen.
2. Und es kam Maria, genannt Magdalena, die hatte ein Alabastergefäß mit einer sehr köstlichen und teuren Salbe von Nardenöl. Sie öffnete das Gefäß und goss das Salböl Jesus auf das Haupt und salbte seine Füße und trocknete sie mit ihrem Haupthaar.
3. Da sagte einer von seinen Jüngern, Judas Ischariot, welcher ihn verraten sollte: „Wozu diese Verschwendung von Salböl? Man hätte es teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können.“ Dieses sagte er aber nicht aus Sorge für die Armen, sondern weil er von Eifersucht und Habgier erfüllt war und er den Beutel hatte und das Geld verwaltete. Und sie murrten über Magdalena.
4. Jesus aber sprach: „Lasset sie in Frieden! Was beunruhigt ihr sie? Sie hat alles getan, was sie konnte. Sie vollbrachte ein gutes Werk an mir. Arme habet ihr allezeit bei euch, mich aber habet ihr nicht allezeit. Sie hat meinen Leib gesalbt zu meinem Begräbnis.
5. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird auch das berichtet werden zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“
6. Da trat Satan in das Herz des Judas Ischariot, und er ging seinen Weg und beriet vertraulich mit den Hohepriestern und Ältesten, wie er ihn verraten könne. Und sie waren froh und vereinbarten mit ihm dreißig Silberlinge, den Preis für einen Sklaven. Er versprach es ihnen und suchte eine Gelegenheit, ihn zu verraten.
7. Und zu dieser Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Predigt allen in der Welt und saget: Strebet danach, die Geheimnisse des Lichtes zu empfangen und in das Reich des Lichtes einzugehen, denn jetzt ist die Zeit dafür gekommen, und jetzt ist der Tag der Erlösung.
8. Schiebt es nicht auf von einem Tag zum andern, von einem Umlauf (des Wiedergeburtsrades) zum anderen und von Äon zu Äon, im Glauben, dass es euch bei der Rückkehr in diese Welt dann gelingt, die Geheimnisse zu gewinnen und einzutreten in das Reich des Lichtes.
9. Denn ihr wisset nicht, wann die Zahl der vollkommenen Seelen erfüllt sein wird. Denn dann werden die Tore des Lichtreiches geschlossen werden, und von da an wird niemand mehr in der Lage sein, hineinzugehen, noch wird jemand herausgehen.
10. Bemühet euch, dass ihr eintretet, solange der Ruf ertönet, bevor die Zahl der Vollendeten besiegelt und vollständig ist und das Tor geschlossen wird.“
1. Und abermals lehrte Jesus sie und sprach: „Gott hat Zeugen erweckt für die Wahrheit in jedem Volk und jedem Zeitalter, dass alle den Willen des Ewigen hören und ihn tun, um danach als Regenten und Mitarbeiter in das Reich Gottes einzugehen.
2. Gott ist Kraft, Liebe und Weisheit, und diese drei sind eins.
Gott ist Wahrheit, Güte und Schönheit, und diese drei sind eins.
3. Gott ist Gerechtigkeit, Wissen und Reinheit, und diese drei sind eins.
Gott ist Glanz, Mitleid und Heiligkeit, und diese drei sind eins.
4. Und diese vier Dreieinheiten sind eins in der verborgenen Gottheit, dem Vollkommenen, dem Unendlichen, dem Einzigen.
5. So wie in jedem Manne, welcher vollständig ist, drei Personen sind, der Sohn, der Gatte und der Vater, und diese drei sind eins.
6. So wie in jeder Frau, das vollständig ist, diese drei Personen sind, die Tochter, die Braut und die Mutter, und diese drei sind eins. Und der Mann und die Frau sind eins ebenso wie Gott eins ist.
7. So ist es auch mit Gott, dem Vater, in welchem weder Männliches noch Weibliches und in welchem beides ist und jedes dreifaltig, und alle sind eins in der verborgenen Einheit.
8. Wundert euch nicht darüber, denn so wie oben, so ist es unten, und wie unten, so ist es oben, und das, was auf Erden, ist so, weil es im Himmel so ist.
9. Und ich sage euch abermals: Ich und meine Braut sind eins, so wie Maria Magdalena, die ich erwählt und mir selbst geheiligt habe als ein Vorbild, eins ist mit mir. Ich und meine Gemeinde sind eins. Und die Gemeinde ist die Auslese der Menschheit zur Erlösung aller.
10. Die Gemeinde des Erstgeborenen ist die Maria Gottes. So spricht der Ewige. Sie ist meine Mutter, und sie hat mich immer empfangen von Anfang und hat mich geboren als ihren Sohn in jedem Zeitalter und Himmelsstrich.
Sie ist meine Braut, ewig eins in heiliger Gemeinschaft mit mir, ihrem Gatten.
Sie ist meine Tochter, denn sie ist ewig entsprungen und hervorgegangen aus mir, ihrem Vater, und freut sich in mir.
11. Und diese zwei Dreieinheiten sind eins im Ewigen und sind bezeugt in jedem Mann und jeder Frau, welche vollkommen geworden sind und ewig von Gott geboren werden und sich im Lichte erfreuen und immerdar aufgehoben und eins gemacht werden mit Gott, und die immerdar Gott empfangen und hervorbringen zur Erlösung der vielen.
12. Das ist das Geheimnis der Dreieinheit in der Menschheit, über dies muss in jedem Menschen-Kind sich das Geheimnis Gottes erfüllen, das Licht zu schauen, Leiden zu erdulden für die Wahrheit, in den Himmel aufzusteigen und den Geist der Wahrheit auszusenden. Dies ist der Pfad der Erlösung; denn das Reich Gottes ist inwendig in euch.
13. Da sprach einer zu ihm: „Herr, wann wird das Reich Gottes kommen?“ Und er antwortete und sprach: „Wenn das, was außen ist, sein wird wie das, was innen ist, und das, was innen ist, wie das, was außen ist, und das Männliche und die Frauliche weder männlich noch weiblich, sondern beide eines. Die Ohren haben zu hören, sollen hören.“
Ein längere Auslegung dazu ist hier zu finden: https://e.pcloud.link/publink/show?code=kZ4VEwZU08k8thTfTyzdKGQW0DW7kphxl7k
1. Und am ersten Tage der Woche, da sie in die Nähe von Jerusalem kamen an den Ölberg bei Bethphage und Bethanien, sandte er zwei seiner Jünger aus und sprach zu ihnen: „Geht hin in den Ort, der vor euch liegt; und gleich, wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen ist; bindet es los und bringt es.
2. Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr dies? so saget, der Herr bedarf seiner. Und sie werden es hierher lassen.“
3. Und sie gingen ihren Weg und fanden das Fohlen angebunden an einem Platze, wo zwei Wege sich kreuzten, und sie banden es los. Und etliche, die da standen, sprachen zu ihnen: „Was machet ihr denn, dass ihr das Fohlen losbindet?“ Und sie sagten ihnen, wie Jesus geboten hatte, und jene ließen sie gehen.
4. Und sie führten das Fohlen zu Jesus und legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf. Viele aber breiteten ihre Kleider auf den Weg, und andere brachen junge Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
5. Und die vorangingen und die nachfolgten, riefen laut: „Hosianna, gesegnet seist du, der da kommet im Namen Jehovas: Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David und gesegnet seist du, der du kommst im Namen des Höchsten! Hosianna in der Höhe!“
6. Und Jesus zog ein in Jerusalem und in den Tempel, und nachdem er ringsum alles gesehen hatte, sagte er dieses Gleichnis zu ihnen und sprach:
7. „Wenn der Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und all die heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit. Und vor ihm werden alle Völker versammelt sein, und er wird sie voneinander scheiden, so wie ein Hirte seine Schafe von den Böcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.
8. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
9. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und beherbergt? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen?
10. Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Siehe, ich zeige mich euch in allen geschaffenen Formen, und wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem der Geringsten unter diesen meinen Brüdern, das habt ihr mir getan.
11. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: geht hin von mir, ihr bösen Seelen, in das Äonen währende Feuer, das ihr euch bereitet habt, bis ihr siebenmal gereinigt und von euren Sünden befreit seid.
12. Denn ich war hungrig, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet. Krank und gefangen, und ihr habt mich nicht besucht.
13. Da werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank und haben dir nicht gedient?
14. Dann wird er ihnen antworten und sagen: Siehe, ich zeige mich euch in allen geschaffenen Formen, und wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht getan habt einem der Geringsten unter diesen meinen Brüdern, das habt ihr auch mir nicht getan.
15. Und die Grausamen und Lieblosen werden hinweggehen zu einer strengen Strafe für Äonen, und wenn sie nicht bereuen, werden sie ganz und gar vernichtet werden. Die Gerechten aber und Barmherzigen werden in das ewige Leben und den ewigen Frieden eingehen.“
1. Und Jesus sagte ein anderes Gleichnis: „Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und übergab ihn Weingärtnern und zog in ein fernes Land.
2. Und da die Zeit der Reife nahe war, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, dass sie von den Weingärtnern die Früchte abholten. Die Weingärtner aber nahmen die Knechte und schlugen den einen und steinigten den zweiten und töteten den dritten.
3. Abermals sandte er zu ihnen andere Knechte, die angesehener waren als die ersten, und sie taten ebenso mit ihnen. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Meinen Sohn werden sie anerkennen.
4. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dies ist der Erbe, kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen. Und sie nahmen ihn, warfen ihn aus dem Weinberg heraus und erschlugen ihn.
5. Wenn nun der Herr des Weinberges kommt, was wird er tun mit diesen Weingärtnern?“ Sie sagten zu ihm: „Er wird diese bösen Menschen elend umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern geben, die ihm die Früchte überbringen werden, wenn sie reif sind.“
6. Jesus sprach zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Schlussstein der Pyramide geworden? Dieses ist des Herrn Tun, und es ist wunderbar in unseren Augen!
7. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerbrechen, aber auf welchen er fällt, den wird er zu Staub zermalmen.“
8. Und da die Hohepriester und Pharisäer diese Gleichnisse gehört hatten, verstanden sie, dass er von ihnen redete. Doch sie fürchteten sich vor dem Volke, als sie Hand an ihn legen wollten; denn es hielt ihn für einen Propheten.
9. Die Jünger fragten ihn danach um den Sinn des Gleichnisses, und er sprach zu ihnen: „Der Weinberg ist die Welt, die Weingärtner sind eure Priester, und die Knechte sind die Diener des guten Gesetzes und die Propheten.
10. Wenn die Früchte ihrer Arbeit von den Priestern abverlangt werden, so werden keine gegeben, doch sie misshandeln die Abgesandten, welche die Wahrheit Gottes lehren, so wie sie es von Anbeginn an getan haben.
11. Und wenn der Menschensohn kommen wird, der Christus Gottes selbst, sammeln sie sich gegen den Heiligen und schlagen ihn und werfen ihn aus dem Weingarten; denn sie haben nicht die Dinge des Geistes gewirkt, sondern suchten ihren eigenen Genuss und Gewinn, indem sie das heilige Gesetz verworfen haben.
12. Hätten sie den einen Gesalbten angenommen, welcher der Eckstein ist und der First, wäre es gut geworden mit ihnen, und das Gebäude wäre gestanden als Tempel Gottes, in dem der Geist wohnte.
13. Aber es wird der Tag kommen, da das Gesetz, das sie verwerfen, zum Schlussstein wird, den alle sehen, und die über ihn straucheln, werden zerbrochen werden; aber die im Ungehorsam verharren, werden in Stücke zerschlagen werden.
14. Denn Gott hat einigen Engeln die Herrschaft gegeben über den Lauf der Welt und hat sie beauftragt, in Weisheit, in Gerechtigkeit und in Liebe zu regieren. Aber sie haben die Gebote des Mächtigsten missachtet und gegen die guten Befehle Gottes gehandelt. So waren Grausamkeit und Leiden und Kummer in die Welt gekommen, bis dass der Meister wieder kommt und Besitz nimmt von allen Dingen und seine Diener zur Abrechnung ruft.“
15. Und er sagte ein anderes Gleichnis: „Ein Mann hatte zwei Söhne, und er kam zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberg, und dieser antwortete und sprach: Ich will nicht. Später aber bereute er es, und er ging hin. Und er kam zu dem zweiten und sprach ebenso. Und dieser antwortete und sprach: Ich gehe, Vater. Aber er ging nicht hin. Welcher von den beiden tat den Willen des Vaters?“
16. Sie sprachen zu ihm: „Der erste.“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Wahrlich, ich sage euch, dass die Zöllner und Dirnen in das Reich Gottes eingehen werden vor euch. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Wege der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; doch die Zöllner und die Dirnen glaubten ihm, und ihr, als ihr es gesehen hattet, habt es nachher nicht bereut, auf dass ihr ihm glaubtet.“
17. Und der Herr sammelte alle seine Jünger um sich an einem Platz. Und er sprach zu ihnen: „Könnt ihr Vollkommenheit geben dem, was unvollkommen ist? Könnt ihr Ordnung machen aus Unordnung?“ Und sie antworteten: „Nein, Herr.“
18. Und er stellte sie auf, jeden nach seiner Ziffer in ein Viereck, an jeder Seite einen weniger als zwölf; Er tat dies, da er wusste, wer ihn verraten würde (der von den Menschen als einer der seinen gezählt werden sollte, es aber nicht war).
19. Den ersten in der siebenten Reihe von oben in der Mitte, und den letzten in der siebenten Reihe von unten, und ihn, der weder der erste noch der letzte war, machte er zum Mittelpunkte, und die übrigen stellte er auf nach einer göttlichen Ordnung, und jeder fand seinen Platz, so dass die Oberen ebenso wie die Unteren und die Unteren ebenso wie die Oberen standen, und die linke Seite gleich war der rechten und die rechte Seite gleich war der linken nach der Summe ihrer Zahlen.
20. Und er sprach: „Sehet ihr, wie ihr stehet? Ich sage euch, ebenso ist die Ordnung im Reiche Gottes, und der Eine, der alle regieret, ist in eurer Mitte, und er ist der Mittelpunkt und mit ihm sind die hundertzwanzig, die Auserwählten von Israel, und nach ihm kommen die hundertundvierundvierzigTausend, die Auserwählten der Heiden, welche ihre Brüder sind.“
1. Als Jesus mit seinen Jüngern an der Westseite des Tempels saß, siehe, da trugen die Leute einen Toten auf einer Bahre, um ihn zu begraben, und einer sagte zu ihm: „Meister, wenn ein Mensch gestorben ist, wird er wieder leben?“
2. Und er antwortete und sprach: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, ich bin das Gute, das Schöne, das Wahre, und wer an mich glaubt, der wird nimmermehr sterben, sondern ewig leben. So wie in Adam alle sterben, so werden alle in Christus wieder lebendig werden. Gesegnet seien, die in mir sterben und mir vollkommen gleich geworden sind; denn sie ruhen aus von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Sie haben das Böse überwunden und sind zu Pfeilern des Tempels meines Gottes gemacht worden, und sie gehen nicht mehr heraus; denn sie werden in der Ewigkeit bleiben.
3. Die aber Böses getan haben, für die gibt es keine Ruhe; denn sie werden ein- und ausgehen und durch viele Zeitalter Leid erdulden müssen zu ihrer Besserung, bis sie vollkommen geworden sein werden. Doch die Gutes getan haben und Vollkommenheit erlangt haben, die haben ewige Ruhe, und sie gehen ein in das ewige Leben. Sie ruhen in der Ewigkeit.
4. Über sie haben Tod und Geburt in ihrer Wiederholung keine Macht mehr, für sie dreht sich das Rad des Ewigen nicht mehr, denn sie haben den Mittelpunkt erreicht, wo ewige Ruhe herrscht, und der Mittelpunkt aller Dinge ist Gott.“
5. Und einer seiner Jünger fragte ihn: „Wie soll man in das Reich Gottes eingehen?“ Und er antwortete und sprach: „Wenn ihr nicht das Untere wie das Obere macht und das Linke wie das Rechte, das, was hinten, wie das, was vorne ist, wenn ihr nicht in den Mittelpunkt eingehet und in den Geist, werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen.“
6. Und er sprach: „Glaubet nicht, dass irgendein Mensch ohne Irrtum sei, denn sogar unter den Propheten und den Eingeweihten des Christseins wird das Wort des Irrtums gefunden. Doch es gibt viele Irrtümer, welche die Liebe zudeckt.“
7. Und da es Abend geworden war, ging er hinaus nach Bethanien mit den Zwölfen; denn dort wohnten Lazarus und Maria und Martha, die er liebte.
8. Und Salome kam zu ihm und fragte ihn: „Herr, wie lange soll der Tod Macht haben?“ Und er antwortete und sprach: „So lange ihr Männer Lasten auferlegen, und ihr Weiber gebären werdet. Aus diesem Grunde bin ich gekommen, um die Werke der Leichtsinnigen zu beenden.“
9. Und Salome sagte zu ihm: „Dann habe ich wohlgetan, nicht geboren zu haben.“ Und der Herr antwortete und sprach: „Iss von jeder Weide, welche gut ist; aber von jener, die Bitternis des Todes hat, iss nicht.“
10. Und als Salome fragte, wann diese Dinge, nach denen sie ihn gefragt hat, begriffen sein werden, sprach der Herr: „Wenn ihr das Kleid der Schamhaftigkeit werdet abgetragen haben und euch über die Begierde erhebet; wenn die beiden eins sein werden, und das Männliche mit dem Weiblichen weder männlich noch weiblich sein wird.“
11. Und abermals zu einem andern Jünger, der ihn fragte: „Wann werden alle dem Gesetze gehorsam sein?“ „Wenn der Geist Gottes die ganze Erde und das Herz jeden Mannes und jeden Weibes erfüllen wird.
12. Ich streute das Gesetz in die Erde, und es fasste Wurzel und trug zu rechter Zeit zwölf Früchte als Nahrung für alle. Ich warf das Gesetz in das Wasser, und es war gereinigt von allem Übel. Ich warf das Gesetz in das Feuer, und das Gold ist gereinigt worden von allen Schlacken. Ich warf das Gesetz in die Luft, und es bekam Leben durch den Geist des lebenden Einen, der alle Dinge erfüllt und im Herzen eines jeden wohnt.“
13. Und noch viele andere ähnliche Gleichnisse sagte er denen, welche Ohren hatten, um zu hören, und eine verständige Seele. Doch für die Menge waren es dunkle Reden.
1. Und am Morgen des Tages, da sie von Bethanien kamen, war Petrus hungrig und entdeckte von ferne einen Feigenbaum mit Blättern. Erwartungsfroh lief er hin, denn er hoffte, Früchte zu finden. Aber er fand nichts außer Blättern, denn die Zeit für Feigen war noch lange nicht da.
2. Und Petrus wurde zornig und sagte: „Verfluchter Baum, nie mehr soll ein Mensch von dir Früchte essen!“ und einige Jünger hörten das.
3. Und am nächsten Tage, als Jesus und seine Jünger vorübergingen, sagte Petrus zu Jesus: „Meister, siehe den Feigenbaum, den ich verflucht habe, er grünt und blüht. Warum ging mein Wort nicht in Erfüllung?“
4. Jesus sprach zu Petrus: „Du weißt nicht, welchen Geistes du bist. Warum hast du verflucht, was Gott nicht verflucht hat?“ Und Petrus sagte: „Siehe, Herr, ich hatte Hunger, und da ich die Blätter fand und keine Früchte, wurde ich zornig und verfluchte den Baum.“
5. Und Jesus sprach: „Sohn des Jonas, wusstest du nicht, dass die Zeit der Feigen noch gar nicht gekommen ist? Siehe das Korn auf dem Felde, es wächst nach seiner Art – zuerst der grüne Schössling, dann der Halm und dann die Ähre – würdest du auch zornig, wenn du zur Zeit der zarten Schösslinge oder Halme kämest und fändest kein Korn in der Ähre? Und du willst den Baum verfluchen, der voll Knospen und Blüten ist und noch keine reifen Früchte trägt?
6. Wahrlich, Petrus, ich sage dir, einer meiner Zwölf wird mich dreimal verleugnen in seiner Angst und Furcht mit Flüchen und schwören, dass er mich nicht kennt, und der Rest wird mich verlassen eine Zeitlang.
7. Doch ihr werdet es bereuen und bitter beklagen; denn ihr liebt mich in euren Herzen, und ihr sollt sein wie ein Altar von zwölf behauenen Steinen und ein Zeugnis meines Namens, und ihr sollt sein die Diener der Diener, und die Schlüssel der Gemeinde will ich euch geben, und ihr sollt meine Schafe weiden und meine Lämmer, und ihr sollt meine Stellvertreter auf Erden sein.
8. Und es werden Menschen unter ihnen aufstehen, die euch nachfolgen werden, von denen werden mich etliche wirklich lieben und genauso wie du, und die Hitzköpfe und Unklugen und Ungeduldigen werden die verfluchen, die Gott nicht verflucht hat, und sie verfolgen in ihrer Unwissenheit, weil sie in ihnen noch keine Früchte finden können, die sie verlangen.
9. Und andere, die sich selbst lieben, werden sich mit den Königen und Herrschern der Welt verbinden und irdische Macht suchen, Reichtümer und Herrschaft, und sie werden durch Feuer und Schwert denen den Tod bringen, die die Wahrheit suchen und darum wahrhaftig meine Jünger sind.
10. Und in jenen Tagen werde ich, Jesus, von neuem gekreuzigt und offen verhöhnt werden; denn sie werden erklären, dies alles in meinem Namen zu tun.“ Und Petrus sagte: „Dies sei fern von dir, Herr.“
11. Und Jesus antwortete: „Ebenso wie ich an das Kreuz genagelt werde, so wird es auch meine Gemeinde werden in jenen Tagen; denn sie ist meine Braut und eins mit mir. Aber es wird der Tag kommen, da die Finsternis weichen und das wahre Licht scheinen wird.
12. Und einer wird auf meinem Throne sitzen, der ein Mann der Wahrheit und Güte und Kraft sein wird, und er wird mit Liebe und Weisheit erfüllt sein mehr als alle andern, und er wird meine Gemeinde führen, durch vierfach Zwölf und Zweiundsiebzig wie ehedem. Allein was wahr ist, wird er lehren.
13. Und meine Gemeinde wird von Licht erfüllt sein und wird Licht spenden allen Völkern der Erde; und es wird ein Hohepriester auf dem Throne sitzen als ein König und ein Priester.
14. Und mein Geist wird in ihm sein, und sein Thron wird dauern und nicht erschüttert werden; denn er wird gegründet auf Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit, und Licht wird zu ihm kommen und von ihm ausstrahlen zu allen Völkern der Erde, und die Wahrheit wird sie frei machen.“
1. Das Passahfest der Juden war nahe, und Jesus zog wieder von Bethanien hinauf nach Jerusalem. Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten und auch die Geldwechsler.
2. Da machte er eine Geißel aus sieben Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus. Er ließ die Schafe und Ochsen und die Tauben frei, schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um.
3. Und er sprach zu ihnen: „Schafft all das hinaus und macht nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus. Steht es nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Diebeshöhle daraus gemacht und es mit allem möglichen Gräuel erfüllt.“
4. Und er duldete nicht, dass einer eine Schüssel voll Blutes durch den Tempel trug oder dass Tiere getötet würden. Und seine Jünger dachten daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.“
5. Da hielten die Juden ihm entgegen: „Welches Zeichen zeigst du uns, wenn wir sehen, dass du Derartiges tust?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Abermals sage ich euch: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“
6. Da entgegneten die Juden: „Sechsundvierzig Jahre lang ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
7. Als er auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.
8. Die Schriftgelehrten und Priester aber sahen und hörten dies und waren erschrocken und suchten, wie sie ihn vernichten könnten; denn sie fürchteten ihn, da sie sahen, dass das Volk seine Lehren anhörte.
9. Wenn es Abend wurde, ging er aus der Stadt hinaus. Denn bei Tag lehrte er im Tempel, und bei Nacht ging er hinaus auf den Ölberg. Das Volk kam früh am Morgen, um ihn in den Höfen des Tempels zu hören.
10. Als er jetzt zu Jerusalem war zum Passahfest, glaubten viele an ihn, da sie die Wunder sahen, die er tat.
11. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, denn er erkannte sie alle. Und er bedurfte nicht, dass jemand für einen anderen Zeugnis gebe; denn er wusste wohl, was in einem Menschen war.
12. Da das Passahfest bevorstand, sandte er zwei seiner Jünger, dass sie den oberen Raum herrichteten, wo er mit seinen Zwölf essen wollte, und alles einkaufen, was nötig war für das Fest, das er mit ihnen feiern wollte.
1. Jesus saß mit seinen Jüngern im Garten von Gethsemane und sprach zu ihnen: „Lasset eure Herzen nicht bekümmert sein: Ihr glaubt an Gott, so glaubet auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen: Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt. Ich gehe, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich gehe und euch eine Stätte bereite, werde ich wiederkommen und euch bei mir empfangen, damit, wo ich bin, auch ihr wäret. Und wohin ich gehe, wisset ihr, und auch den Weg wisst ihr.“
2. Thomas sagte zu ihm: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, wie können wir den Weg wissen?“ Und Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich erkannt hättet, hättet ihr auch meinen Vater erkannt. Doch nun wisst ihr und habt meinen Vater gesehen.“
3. Philippus sagte zu ihm: „Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.“ Jesus sprach zu ihm: „Bin ich solange bei dir gewesen, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen, und warum sprichst du dann: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin, und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch spreche, spreche ich nicht von mir selbst. Denn der Vater, der in mir wohnet, tut alle Werke.
4. Glaubet mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir, oder wenigstens glaubet mir um der wahren Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die an mich glauben, werden dieselben Werke tun, die ich tue; und sie werden größere Werke tun als diese; weil ich zu meinem Vater gehe.
5. Und was immer ihr erbitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater verherrlicht werde im Menschensohn. Was ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich tun.
6. Wenn ihr mich liebt, haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, der für immer bei euch bleiben wird: Den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann; denn sie sieht nicht und kennet ihn nicht; ihr aber kennt ihn; denn der Geist wohnt in euch und wird in euch sein.
7. Ich will euch nicht ohne Trost lassen. Ich werde zu euch kommen. Eine kleine Weile noch, und die Welt wird mich nicht mehr sehen; doch ihr seht mich. Weil ich lebe, werdet auch ihr leben. An diesem Tage werdet ihr wissen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
8. Die meine Gebote haben und sie halten, die lieben mich; und die mich lieben, werden geliebt werden von meinem Vater, und ich werde sie lieben und mich ihnen offenbaren.“
9. Und Judas (nicht Ischariot) fragte ihn: „Herr, wie ist es, dass du dich uns zeigen willst und nicht der Welt?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Die mich lieben, werden meine Worte halten: Und der heilige Eine wird sie lieben, und wir werden zu ihnen kommen, und wir werden bei ihnen bleiben.
10. Die mich nicht lieben, werden meine Worte nicht hören, und die Worte, die ihr höret, sind nicht meine Worte, sondern die Worte des Vaters, der mich sandte. Diese Dinge habe ich zu euch gesprochen, solange ich noch bei euch bin. Doch der Tröster, der der Heilige Geist ist, den der Vater senden wird in meinem Namen, wird euch alles lehren und euch alles in Erinnerung bringen, was ich euch gesagt habe.
11. Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Lasst euer Herz nicht bekümmert sein noch erschrocken. Ihr habt gehört, wie ich euch gesagt habe, ich gehe fort, und ich werde wiederkommen zu euch. Und wenn ihr mich liebt, so werdet ihr euch freuen; denn ich habe euch gesagt; Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer als ich.
12. Und ich habe es euch jetzt gesagt, bevor es geschehen ist, damit ihr glaubet, wenn es geschehen wird. Nun werde ich nicht mehr viel zu euch sprechen; denn der Fürst dieser Welt wird kommen und findet nichts an mir.
13. Damit aber die Welt wisse, dass ich den Vater liebe: so wie der Vater mir geboten hat, genauso tue ich es. Selbst bis an das Ende.“
1. Und dann sprach Jesus zu ihnen: „Ich bin der rechte Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird weggenommen, und eine jede, die da Frucht bringt, wird gereinigt, dass sie noch mehr Frucht bringe.
2. Bleibt in mir und ich in euch. Gleich wie die Rebe aus sich selbst keine Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, also könnt auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben: Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
3. Die nicht in mir bleiben, werden weggeworfen als nutzlose Ranken, und diese verdorren; man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie werden verbrannt. Wenn ihr aber in mir bleibt und meine Worte bleiben in euch, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch gegeben werden.
4. Wahrlich, ich bin das rechte Brot, das vom Himmel kommt, die Substanz Gottes, die eins ist mit dem Leben Gottes. Und ebenso wie viele Körner in eurem Brote sind, so seid auch ihr, die ihr glaubet und den Willen meines Vaters tut, eins in mir. Nicht wie eure Vorfahren, die Manna aßen und gestorben sind; denn wer dieses Brot isst, wird ewig leben.
5. So wie der Weizen von der Spreu gesondert wird, so müsst ihr euch von den Irrtümern dieser Welt trennen; dennoch braucht ihr nicht aus der Welt zu gehen, aber ihr sollt abgesondert leben in der Welt für das Leben der Welt.
6. Wahrlich, wahrlich, der Weizen wird gedörrt durch das Feuer, so müsset auch ihr, meine Jünger, durch Bedrängnisse gehen. Doch freuet euch: Denn wie ihr gelitten habt mit mir als ein Leib, so werdet ihr herrschen mit mir in einem Leib und der Welt Leben spenden.
7. Darin wird der Vater verherrlicht, dass ihr viele Früchte bringt; so werdet ihr meine Jünger sein. Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt: Bleibet in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, ebenso wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und im Geiste der Liebe bleibe.
8. Dies alles habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen sei. Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe. Eine größere Liebe hat kein Mensch als diese, dass er sein Leben hingibt für seinen Freund. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete.
9. Fortan nenne ich euch nicht mehr Diener, denn der Diener weiß nicht, was sein Herr tut: Ich aber habe euch Freunde genannt, denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, das habe ich euch gelehrt. Nicht ihr habt mich gewählt, sondern ich habe euch gewählt und euch eingesetzt, auf dass ihr hingeht und Früchte tragt und eure Frucht dauern soll. Was immer ihr vom Vater in meinem Namen erbitten werdet, das sollt ihr erhalten.
10. Dies gebiete ich euch: Dass ihr einer den anderen liebt und ebenso alle Geschöpfe Gottes. Wenn euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich hasste, bevor sie euch hasst. Wenn ihr von dieser Welt wäret, würde die Welt euch als die ihrigen lieben; doch weil ihr nicht von dieser Welt seid, denn ich habe euch aus der Welt herausgewählt, darum hasst euch die Welt.
11. Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als der Herr. Wie sie mich verfolgt haben, so werden sie auch euch verfolgen; wie sie meine Worte befolgt haben, so werden sie auch eure Worte befolgen. Aber alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
12. Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen gesprochen hätte, wären sie ohne Sünde gewesen. Jetzt aber haben sie keinen Deckmantel für ihre Sünden. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Wenn ich nicht unter ihnen jene Werke getan hätte, die niemand anderer tat, hätten sie keine Sünden; doch jetzt haben sie welche und haben mich und meinen Vater gesehen und gehasst. Doch dies alles muss geschehen, damit das Wort erfüllt werde, das geschrieben ist in ihrem Gesetze: Sie hassten mich ohne Grund.
13. Doch der Tröster wird kommen, den ich euch vom Vater senden werde, nämlich den Geist der Wahrheit. Er wird vom Vater ausgehen und von mir zeugen: Und ihr alle werdet Zeugnis geben; denn ihr seid bei mir gewesen von Anfang an.
1. Dies alles habe ich zu euch gesagt, um euch zu warnen. Sie werden euch aus den Synagogen stoßen, ja, es wird die Zeit kommen, da jeder, der euch tötet, denken wird, dass er dies zu Gottes Ehre tut. Und solches werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
2. Dies alles aber habe ich euch gesagt, damit, wenn die Zeit gekommen ist, ihr euch erinnert, was ich euch darüber gesagt habe. Und ich habe euch das nicht schon zu Anfang gesagt, weil ich bei euch war. Doch jetzt gehe ich meinen Weg zu meinem Vater, der mich gesandt hat; und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Doch, weil ich euch dies alles gesagt habe, so seid ihr traurig.
3. Trotzdem sage ich euch die Wahrheit; es ist notwendig für euch, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Tröster nicht zu euch kommen; aber wenn ich fortgehe, werde ich euch meinen Geist senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt auf Sünde, Gerechtigkeit und Gericht hinweisen.
4. Auf die Sünde, weil sie nicht an mich glauben; auf die Gerechtigkeit, da ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; auf das Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
5. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht fassen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen; denn er wird nicht aus sich selbst sprechen, sondern das, was er hören wird, das wird er sprechen. Und er wird euch zeigen, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen. Denn er wird es von mir empfangen und euch offenbaren.
6. Alles, was mein Vater hat, das ist mein. Darum habe ich euch gesagt, der Tröster wird es von mir nehmen und es euch offenbaren. Über eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen, über eine kleine Weile aber werdet ihr mich wieder sehen, denn ich gehe zum Vater.“ Da sprachen einige unter seinen Jüngern miteinander: „Was bedeutet das, dass er zu uns sagt: Über eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen und aber über eine kleine Weile werdet ihr mich wieder sehen, und: Denn ich gehe zum Vater?“
7. Da merkte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: „Ihr fragt euch untereinander wegen meiner Worte: Eine kleine Weile werdet ihr mich nicht sehen, und: Über eine kleine Weile werdet ihr mich wieder sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen: Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude verkehren.
8. Ein Weib, wenn sie in Wehen ist, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch auf die Welt gekommen ist. Und ihr seid nun ebenfalls voll Trauer; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
9. Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr meinen Vater bitten werdet in meinem Namen, so werdet ihr es erhalten. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, dass eure Freude vollkommen sei. Dies alles habe ich zu euch in Gleichnissen gesprochen; es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr in Geheimnissen mit euch rede, sondern euch offen von meinem Vater künden werde.
10. An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: Und ich sage euch nicht, dass ich meinen Vater für euch bitten will; denn er selbst hat euch lieb, darum, dass ihr mich liebt und glaubet, dass ich von Gott ausgegangen bin. ich bin von Gott ausgegangen und in die Welt gekommen; und ich verlasse die Welt wieder und gehe zu meinem Gott.“
11. Da sprachen seine Jünger zu ihm: „Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Rätsel. Nun wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig ist, dass dich irgend jemand bittet; denn wir glauben, dass du von Gott ausgegangen bist.“
12. Jesus antwortete ihnen: „Glaubet ihr jetzt? Siehe, es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da, dass ihr zerstreut werdet und ein jeder nach Hause geht und ihr mich allein lasst: Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
13. Solches habe ich zu euch geredet, dass ihr in mir Frieden habt. In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Kommt, lasset uns aufbrechen!“
1. Am Abend kam er in das Haus, wo die Zwölf und ihre Begleiter versammelt waren; Petrus, Jakobus, Thomas, Johannes, Simon, Matthäus, Andreas, Nathanael, Jakobus, Thaddäus, Judas und Philippus und ihre Gefährten (und da war auch Judas Ischarioth, der von den Leuten zu den Zwölfen gezählt wurde, bis zu der Zeit, da er sich entlarvte).
2. Und sie waren alle in Kleider von reinem weißen Leinen gekleidet; denn Leinen ist die Gerechtigkeit der Heiligen. Und jeder trug die Farbe seines Stammes. Der Meister aber war gekleidet in sein rein weißes Gewand ohne Naht oder Makel.
3. Und sie begannen darüber zu streiten, wer von ihnen als der Größte gelten sollte, darum sprach er zu ihnen: „Die Könige der Heiden üben Herrschaft über sie aus, und die da herrschen, werden Wohltäter genannt. Aber ihr sollt nicht so sein. Wer unter euch der Größte ist, soll wie der Jüngste sein, und wer der Erste ist, der soll dienen.
4. Und Jesus sprach: „Mit Sehnsucht habe ich danach verlangt, dieses Passahmahl mit euch zu begehen, bevor ich leide, und um das Gedenken meines Opfers für den Dienst und die Erlösung aller Menschen einzusetzen. Denn siehe, die Stunde kommt, da des Menschen Sohn den Händen der Sünder preisgegeben wird.“
5. Und einer der Zwölf fragte ihn: „Herr, bin ich es?“ Und er antwortete: „Der, dem ich den Bissen geben werde, der ist es.“
6. Und Judas Ischarioth sagte zu ihm: „Siehe, das ungesäuerte Brot, den gemischten Wein, das Öl und die Kräuter, doch wo ist das Lamm, das Moses befohlen hat?“ (Denn Judas hatte das Lamm gekauft; doch Jesus hatte verboten, dass es geschlachtet werde.)
7. Und Johannes weissagte aus dem Geiste: „Sehet das Lamm Gottes, den guten Hirten, der sein Leben für seine Schafe hingibt.“ Judas war betroffen bei diesen Worten, denn er wusste, dass er ihn verraten werde. Aber noch einmal fragte Judas: „Meister, steht nicht geschrieben im Gesetze, dass ein Lamm geschlachtet werden müsse für das Passahfest innerhalb der Tore?“
8. Und Jesus antwortete: „Wenn ich auf das Kreuz gehoben werde, dann wird wahrhaftig das Lamm geschlachtet sein. Wehe aber dem, durch den es in die Hände der Schlächter geliefert wird. Es wäre für ihn besser, er wäre nie geboren.
9. Wahrlich, ich sage euch, darum bin ich in die Welt gekommen, dass ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.
10. Am Anfange gab Gott allen die Früchte der Bäume und die Saaten und die Kräuter zur Nahrung; doch die, welche sich selbst mehr liebten als Gott oder ihre Nächsten, verdarben ihre Sitten und brachten Krankheiten in ihre Körper und erfüllten die Erde mit Begierden und Grausamkeit.
11. Nicht durch das Vergießen von unschuldigem Blut, sondern durch ein rechtschaffenes Leben werdet ihr den Frieden Gottes finden. Ihr nennt mich den Christus Gottes, und ihr sprecht wahr; denn ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
12. Geht diesen Weg, und ihr werdet Gott finden. Sucht die Wahrheit, und die Wahrheit wird euch frei machen. Lebt im Leben, und ihr werdet den Tod nicht sehen. Alle Dinge leben in Gott, und der Geist Gottes erfüllt alle Dinge.
13. Haltet die Gebote. Liebe deinen Gott mit deinem ganzen Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. Daran hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Und die Summe des Gesetzes ist dies: Tut niemandem, was ihr nicht wollt, das andere euch tun. Tut das anderen, was ihr wollt, das andere euch tun sollen.
14. Gesegnet seien, die dieses Gebot erfüllen; denn Gott ist in allen Geschöpfen offenbar. Alle Geschöpfe leben in Gott, und Gott ist in ihnen verborgen.“
15. Und danach tauchte Jesus den Bissen ein, gab ihn Judas Ischarioth und sprach: „Was du tust, das tue bald!“ Dieser aber, nachdem er den Bissen empfangen hatte, trat sogleich hinaus. Und es war Nacht.
16. Nachdem Judas Ischarioth hinausgegangen war, sprach Jesus: „Nun ist des Menschen Sohn verherrlicht unter seinen Zwölfen und Gott ist verherrlicht in ihm. Und wahrlich, ich sage euch, die euch aufnehmen, werden mich aufnehmen, und die mich aufnehmen, nehmen den Vater auf, der mich gesandt hat. Und euch, die ihr mir folget in der geistigen Erneuerung als meine Auserwählten, werde ich ein Reich aufrichten, so wie mir eines errichtet wurde, und ihr, die ihr treugeblieben seid der Wahrheit, werdet sitzen auf zwölf Thronen und die zwölf Stämme Israels richten.“
17. Und einer fragte ihn: „Herr, willst du das Königreich Israel wieder aufrichten?“ Aber Jesus antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt, noch sind alle Israel, die sich Israel nennen.
18. Diejenigen in jedem Volke, die sich nicht durch Grausamkeit besudeln, die Gerechtigkeit üben, die Barmherzigkeit lieben und die Werke Gottes ehren, die Hilfe leisten den Schwachen und Unterdrückten – diese sind das Israel Gottes.“
1. Und als das Passahessen beendet war, wurden die Lichter angezündet, denn es war Abend. Und Jesus stand von der Tafel auf, legte sein Oberkleid ab und band sich einen Schurz um. Danach goss er Wasser in ein Becken, wusch allen den vier mal Zwölf die Füße und trocknete sie mit dem Schurze, mit dem er umgürtet war.
2. Und einer von ihnen sagte: „Herr, du solltest mir nicht die Füße waschen.“ Und Jesus sprach: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Teil an mir.“ Und er antwortete: „Herr, nicht die Füße allein, sondern auch mein Haupt und meine Hände.“
3. Und Jesus sprach zu ihm: „Wer aus dem Bade kommt, der muss nur noch die Füße waschen, denn er ist ganz rein.“
4. Da er nun sein Gewand von reinstem weißen Leinen ohne Makel und Saum wieder angelegt hatte, setzte er sich wieder an die Tafel und sprach zu ihnen: „Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Herr und Meister, und ihr saget es recht, denn ich bin es. Und so wie ich nun eure Füße gewachsen habe, so sollt auch ihr einer des anderen Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass ihr tuet, was ich euch getan habe.
5. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander und alle Geschöpfe Gottes liebet. Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Liebe ist von Gott, und Gott ist Liebe. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht.
6. Jetzt seid ihr rein durch das Wort, das ich zu euch gesprochen habe. Daran sollen euch alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr euch untereinander liebet und Barmherzigkeit und Liebe zeiget allen Geschöpfen Gottes, besonders denen, die schwach und unterdrückt sind und unschuldig leiden. Denn die ganze Erde ist voll von dunklen Orten der Grausamkeit, mit Pein und Angst, wegen der Selbstsucht und der Unwissenheit der Menschen.
7. Ich sage euch, liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, und gebet ihnen Licht in ihrer Finsternis, und lasset den Geist der Liebe in eurem Herzen wohnen und zu allen überströmen. Und abermals sage ich euch: Liebt einander und alle Geschöpfe Gottes.“ Und als er zu Ende war, sprachen alle: „Gelobt sei Gott.“
8. Und dann erhob er seine Stimme, und sie schlossen sich zusammen und sprachen: „So wie der Hirsch verlangt nach den Wasserbächen, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott!“ Und als sie geendigt hatten, brachte ihm einer ein Weihrauchgefäß mit glühenden Kohlen, und er streute Weihrauch darauf, denselben Weihrauch, den ihm seine Mutter am Tage seiner Offenbarung gegeben hatte, und die Süßigkeit des Duftes erfüllte den Raum.
9. Dann stellte Jesus die Schüssel vor sich und dahinter den Kelch, und die Augen gegen Himmel erhoben, dankte er Gott für seine Güte in allem und für alle und nahm das ungesäuerte Brot in seine Hände und segnete es. Dann mischte er den Wein mit Wasser und segnete ihn, sang die Anrufung des siebenfachen heiligen Namens, rief an den Dreieinigen, auf dass er den Heiligen Geist herabsende und das Brot zu seinem Leibe mache, nämlich den Leib Christi, und den Wein in Sein Blut, nämlich das Blut Christi, zur Vergebung der Sünden und zu einem ewigen Leben für alle, die dem Evangelium gehorchen.
10. Und er hob die Opfergaben zum Himmel und sprach: „Der Menschensohn wird erhöht von der Erde, und ich werde alle Menschen zu mir ziehen. Dann werden alle wissen, dass ich von Gott gesandt bin.“
11. Und als dies geschehen war, sprach Jesus diese Worte und erhob seine Augen gegen Himmel: „Abba, die Stunde ist da, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn in dir verherrlicht werde.
12. Ja, du hast mich verherrlicht, du hast mein Herz mit Feuer erfüllt, du hast Lichter gestellt zu meiner Rechten und zu meiner Linken, auf dass kein Teil von mir ohne Licht wäre. Deine Liebe scheint zu meiner rechten Hand und deine Weisheit zu meiner linken. Deine Liebe, deine Weisheit und deine Macht sind in mir offenbar.
13. Ich habe dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollendet, das du mir zu tun gegeben hast. Heiliger Einer, erhalte durch deinen Namen die Zwölf und ihre Gefährten, die du mir gegeben hast, dass sie eins werden, ebenso wie wir eins sind. Während ich mit ihnen in der Welt war, führte ich sie in deinem Namen, und keiner ist verloren; denn der von uns gegangen ist, war nicht der unsere, aber ich bete für ihn, dass er gerettet werde. Vater, vergib ihm, denn er weiß nicht, was er tut.
14. Und nun komme ich zu dir, und dies spreche ich zur Welt, damit sich meine Freude in ihnen erfülle. ich gebe ihnen dein Wort, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von dieser Welt, ebenso wie ich nicht von der Welt bin.
15. Ich bitte nicht, dass du sie von dieser Welt nimmst, sondern dass du sie vor Bösem bewahrst, solange sie in der Welt sind. Sie sind nicht von dieser Welt, ebenso wie ich nicht von der Welt bin. Segne sie durch deine Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt sandtest, so sende ich sie in die Welt, und um ihretwillen heilige ich mich, auf dass sie auch geheiligt werden durch die Wahrheit.
16. Ich bete nicht für sie allein, sondern für alle, die dazukommen, und für die Zweiundsiebzig, die ich auch aussandte, und für alle, die an die Wahrheit glauben werden durch dein Wort, damit sie auch eins werden wie du, Allerheiligster, in mir bist und ich in dir, dass sie auch eins werden in dir und dass die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast.
17. Heiliger Vater, ich will auch, dass alle, die du mir gegeben hast, ja alle, die leben, mit mir sind, wo ich bin, auf dass sie teilhaben an der Herrlichkeit, die du mir gibst, da du mich liebest in allen und alle in mir, bevor die Welt erschaffen worden ist.
18. Die Welt hat dich nicht erkannt in deiner Gerechtigkeit, ich aber erkenne dich, und diese wissen, dass du mich gesandt hast.
19. Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und dass sie von ihnen überströme auf alle deine Geschöpfe, ja, auf alle.“ Und da er diese Worte gesprochen hatte, erhoben alle ihre Stimmen mit ihm und beteten, wie er sie gelehrt hatte:
20. Unser Vater, der Du über uns und in uns bist,
geheiligt werde Dein Name in Dreieinigkeit.
Dein Reich komme zu allen in Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit.
Dein heiliger Wille geschehe immerdar wie im Himmel so auf Erden.
Gib uns täglich Anteil an Deinem heiligen Brot
und die Frucht Deiner lebendigen Rebe.
So wie du unsere Schuld vergibst,
so mögen wir anderen vergeben, die sich vergehen an uns.
Während wir versuchen, andere zur Vollendung zu führen,
vollende uns in Deinem Christus.
Schenke uns Deine Güte, auf dass wir den andern das Gleiche tun können.
In der Stunde der Versuchung befreie uns vom Bösen.
21. Denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit: Im Anfange, jetzt und immerdar.
Amen.“
22. Dann nahm unser Meister das heilige Brot und brach es und ebenso die Frucht des Weinstockes und mischte sie und segnete beides. Und er ließ ein Stückchen des Brotes in den Kelch fallen und segnete die heilige Vereinigung.
23. Und dann gab er das Brot, das er gesegnet hatte, seinen Jüngern und sprach: „Esset, denn dies ist mein Leib, der Leib des Christus, der für euch gegeben ist zur Erlösung des Leibes und der Seele.“
24. In gleicher Weise gab er ihnen die Frucht des Weinstockes, den er gesegnet hatte, und sprach zu ihnen: „Trinket, denn dies ist mein Blut, das Blut des Christus, das vergossen wird für euch und viele zur Erlösung der Seele und des Leibes.“
25. Und als alle teilgenommen hatten, sprach er zu ihnen: „So oft ihr euch versammelt in meinem Namen, haltet dieses Opfer zu meinem Gedächtnis, bereitet das Brot des ewigen Lebens und den Wein der ewigen Erlösung und esset und trinket reinen Herzens davon, und ihr werdet die Substanz und das Leben Gottes, das in mir wohnet, empfangen.“
26. Und da sie einen Lobgesang gesungen hatten, stand Jesus auf in der Mitte seiner Apostel, und sie schritten um ihn herum, der ihr Mittelpunkt war, wie in einem feierlichen Tanze und freuten sich in ihm. Und dann ging er hinaus auf den Ölberg, und seine Jünger folgten ihm.
27. Nun war Judas Ischarioth in das Haus des Kaiphas gegangen und sagte zu ihm: „Siehe, er hat das Passahmahl gefeiert innerhalb der Tore mit Mazzen an Stelle des Lammes. Ich aber hatte ein Lamm gekauft; doch er verbot, dass es getötet werde. Sieh, der Mann, von dem ich es gekauft habe, ist Zeuge.“
28. Und Kaiphas zerriss seine Kleider und sagte: „Wahrlich, dieses ist kein Passahfest nach dem Gesetze des Moses. Er hat eine Tat begangen, die todeswürdig ist; denn es ist eine schwere Übertretung des Gesetzes. Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? Ja, soeben sind zwei Räuber im Tempel eingebrochen und haben das Gesetzbuch gestohlen, das ist das Ergebnis seiner Lehre. Lasset uns den Leuten, die ihm folgen, sagen, was er getan hat; denn sie fürchten die Macht des Gesetzes.“
29. Und einer, der dabeistand, als Judas hinausging, fragte ihn: „Denkst du, dass sie ihn töten werden?“
30. Und Judas sagte: „Nein, denn er wird ein Wunder tun, um sich aus ihren Händen zu befreien. Als sie in der Synagoge zu Kapernaum sich gegen ihn erhoben und ihn auf die Spitze des Berges brachten, um ihn herabzustoßen, war er da nicht unversehrt durch ihre Mitte gegangen? So wird er sicherlich ihnen wieder entkommen und sich öffentlich erklären und das Reich aufrichten, von dem er gesprochen hat.“
1. Als sie zum Ölberg gingen, sprach Jesus zu ihnen: „In dieser Nacht werde ich für euch alle ein Ärgernis sein; denn es steht geschrieben: ‚Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.` Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hergehen nach Galiläa.“
2. Simon antwortete und sagte zu ihm: „Wenn sie auch alle sich über dich ärgerten, so will doch ich mich keinesfalls ärgern.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Simon, Simon, siehe, Satan wollte dich besitzen, damit er dich siebe wie Weizen. Doch ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht ermattet. Und wenn du gefestigt bist, dann stärke deine Brüder.“
3. Und er sagte zu ihm: „Herr, ich bin bereit, mit dir zu gehen, ins Gefängnis und auch in den Tod.“ Und Jesus sprach: „ich sage dir, Simon, der Hahn wird in dieser Nacht nicht krähen, bevor du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.“
4. Nachdem sie den Bach Kidron überschritten hatten, kam Jesus mit ihnen in den Garten Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: „Setzet euch hierhin, während ich dorthin gehe und bete.“ (Judas, der ihn verriet, kannte diesen Ort auch; denn Jesus verweilte dort oft mit seinen Jüngern.)
5. Dann sprach er zu ihnen: „Meine Seele ist betrübt jetzt bis zum Tode; bleibet hier und wachet mit mir.“
6. Und er ging ein wenig weiter, fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: „O mein Vater, wenn es möglich ist, so lasse diesen Kelch an mir vorübergehen; jedoch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“
7. Und es erschien ein Engel vom Himmel bei ihm und stärkte ihn. Und er kam zu seinen Jüngern, und als er sie schlafend fand, sprach er zu Petrus: „Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?
8. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet: Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach.“
9. Er ging ein zweites Mal wieder weg und betete: „Oh, mein Vater, wenn es nicht möglich ist, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, so geschehe dein Wille.“
10. Und in tiefer Qual betete er noch inbrünstiger. Und sein Schweiß fiel wie große Blutstropfen auf die Erde.
11. Und er kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren schwer.
12. Und er verließ sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal und sprach: „Oh, mein Vater, nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine, auf der Erde wie im Himmel.“
13. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: „Schlafet und ruhet nur, seht die Stunde ist nahe, dass der Menschensohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf, lasset uns gehen: seht, er ist da, der mich verrät.“
1. Während er noch sprach, siehe, da kam eine Schar, und Judas, genannt Ischarioth, ging vor ihnen her. Denn Judas hatte von den Hohepriestern und Pharisäern eine Schar Waffenknechte und Hauptleute erhalten. Sie waren mit Laternen, Fackeln und Waffen hierhergekommen.
2. Jesus aber wusste alles, was mit ihm geschehen sollte. Er trat vor und sprach zu ihnen: „Wen sucht ihr?“ Sie antworteten ihm: „Jesus von Nazareth.“ Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin es.“
3. Sobald er zu ihnen gesagt hatte ‚Ich bin es`, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Als sie aufgestanden waren, fragte er sie abermals: „Wen sucht ihr?“ Und sie sagten: „Jesus von Nazareth.“ Jesus antwortete: „Ich bin es.“ Und da sie dies hörten, wichen sie wieder zurück und fielen zu Boden. Und als sie sich erhoben hatten, fragte er wieder: „Wen sucht ihr?“ Und sie sagten: „Jesus von Nazareth.“ Und Jesus antwortete: „Ich habe es euch gesagt, ich bin es. sucht ihr mich, so lasset diese gehen.“
4. Nun gab der Verräter ihnen ein Zeichen und sprach: „Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet.“
5. Und er trat zu Jesus und sprach: „Sei gegrüßt, Meister“, und küsste ihn. Und Jesus sprach zu ihm: „Freund, warum bist du gekommen? Mit einem Kusse verrätst du den Menschensohn?“
6. Da sprach Jesus zu den Hohepriestern und Obersten des Tempels und den Ältesten, die mitgekommen waren: „Ihr seid ausgegangen wie zu einem Diebe, mit Schwertern und mit Stangen. Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr nicht die Hände nach mir ausgestreckt; doch jetzt ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“
7. Da kamen sie herbei und legten Hand an ihn. Und Simon Petrus streckte seine Hand aus, zog sein Schwert, traf einen Knecht des Hohepriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
8. Da sprach Jesus zu ihm: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz; die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.“ Und Jesus berührte sein Ohr und heilte ihn.
9. Und zu Petrus sprach er: „Meinst du, dass ich nicht jetzt meinen Vater bitten könnte, dass er mir sofort mehr denn zwölf Legionen Engel zuschickt? Aber wie soll dann die Schrift erfüllt werden, nach der dies geschehen muss?“
10. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn hinweg zu Kaiphas, dem Hohepriester. Aber sie brachten ihn zuerst zu Hannas, dem Schwiegervater des Kaiphas, welcher der Hohepriester dieses Jahres war.
11. Nun war es aber Kaiphas, der den Juden den Rat gab, dass es vorteilhaft wäre, wenn ein Mensch für die Sünden des Volkes sterbe.
12. Die Schriftgelehrten und die Ältesten waren versammelt, aber Petrus, Johannes und Judas folgten von ferne bis in den Palast des Hohepriesters. Sie gingen hinein und setzten sich zu den Knechten, auf dass sie sähen, was für ein Ende es nähme.
13. Und sie hatten ein Feuer angezündet in der Mitte der Halle; und als sie sich gesetzt hatten, setzte sich Petrus unter sie und wärmte sich.
14. Aber eine Magd erblickte ihn, wie er bei dem Feuer saß, betrachtete ihn genau und sagte: „Dieser Mann war auch bei ihm.“ Er aber leugnete ihn und sagte: „Weib, ich kenne ihn nicht.“
15. Und nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sagte: „Du bist auch einer von ihnen.“ Und Simon Petrus sagte: „Mann, ich bin es nicht.“
16. Und noch vor Ablauf einer Stunde versicherte ein anderer glaubwürdig und sagte: „Wahrhaftig, der da war bei Jesus von Nazareth. Seine Sprache verrät ihn.“
17. Und Simon leugnete zum drittenmal mit einem Schwur und sagte: „Ich kenne den Menschen nicht.“ Und sofort, während er noch sprach, krähte der Hahn.
18. Und der Herr wandte sich um und blickte zu Simon. Und Simon dachte an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: „Ehe der Hahn an diesem Tag kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben.“ Und Simon ging hinaus und weinte bitterlich.
1. Der Hohepriester fragte dann Jesus über seine Jünger und seine Lehren und sagte: „Wie alt bist du? Bist du der, der sagte, dass er unseren Vater Abraham zu seiner Zeit gesehen habe?“
2. Und Jesus antwortete: „Wahrlich, ehe denn Abraham war, bin ich.“ Und der Hohepriester sagte: „Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, warum sagst du, dass du Abraham gesehen habest? Wer bist du denn? Wen machst du aus dir? Was lehrst du?“
3. Und Jesus antwortete ihm: „Ich habe öffentlich gesprochen vor der Welt, ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und im geheimen habe ich nichts gesagt. Warum fragst du mich? Frage die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, die wissen, was ich gesagt habe.“
4. Als er aber das gesagt hatte, schlug einer der Hauptleute, die dabei standen, Jesus mit der flachen Hand und sagte: „Antwortest du so dem Hohepriester?“ Jesus antwortete ihm: „Habe ich übel geredet, so beweise, dass es Übles ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?“
5. Nun suchten die Hohepriester, die Ältesten und der ganze Rat falsche Zeugnisse gegen Jesus, damit sie ihn töten könnten, aber sie fanden keine. Ja, es traten viele falsche Zeugen auf, aber sie stimmten nicht überein.
6. Zuletzt kamen zwei falsche Zeugen. Und einer von ihnen sprach: „Der da hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufrichten.“ Und der andere sprach: „Dieser Mann hat gesagt: Ich will diesen Tempel zerstören und einen anderen aufbauen.“
7. Da stand der Hohepriester auf und sagte zu ihm: „Antwortest du nichts? Wie steht es mit dem, was diese Zeugen wider dich vorbringen?“ Aber Jesus schwieg. Denn es war gegen das Gesetz der Juden, einen Menschen bei Nacht zu verhören.
8. Und sie fragten ihn: „Bist du der Christus? Sage es uns.“ Und er sprach zu ihnen: „Wenn ich es euch sage, würdet ihr mir nicht glauben. Und wenn ich euch ebenso fragte, würdet ihr weder antworten noch mich gehen lassen.“
9. Und sie fragten ihn weiter und sagten: „Leugnest du die Gesetze und verbietest du das Essen von Fleisch, das Moses befahl?“ Und er antwortete: „Siehe, ein Größerer denn Moses stehet hier.“
10. Und der Hohepriester antwortete und sagte zu ihm: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist.“ Jesus sprach zu ihm: „Du hast es gesagt; doch ich sage euch: Bald werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Kraft sitzen und in den Wolken des Himmels kommen sehen.“
11. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: „Er hat Gott gelästert; was bedürfen wir weiter Zeugen? Seht, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was denkt ihr?“ Sie antworteten und sprachen: „Er ist des Todes schuldig.“
12. Da spien sie ihm in sein Angesicht und schlugen ihn mit den Händen und sprachen: „Weissage uns, du Christus, wer es ist, der dich schlug?“
13. Und als es Morgen war, hielten alle Hohepriester und die Ältesten des Volkes und der ganze Rat eine Beratung über Jesus, um ihn hinrichten zu können.
14. Und sie fällten ihren Urteilsspruch gegen Jesus, dass er des Todes schuldig sei und dass er gefesselt und abgeführt werde, und sie übergaben ihn dem Pilatus.
1. Als nun Judas sah, dass Jesus zum Tode verurteilt war, reute es ihn, dass er ihn verraten hatte. Da brachte er die dreißig Silberschekel wieder den Hohepriestern und Ältesten und sagte: „Ich habe mich versündigt, dass ich unschuldiges Blut verraten habe.“
2. Sie sagten: „Was geht uns das an? Da sieh du zu!“ Und er warf die Silberschekel in den Tempel, ging davon und erhängte sich.
3. Aber die Hohepriester nahmen die Silberschekel und sagten: „Es ist nicht nach dem Gesetz, dass wir sie in die Schatzkammer legen; denn es ist Blutgeld.
4. Und sie berieten sich und kauften den Töpferacker damit, um Fremde darin zu begraben. Daher ist der Acker bis auf den heutigen Tag Aceldama genannt, das heißt Blutacker.
5. Damit ist erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Sacharja: „Sie haben dreißig Silberschekel gewogen als meinen Preis. Und sie nahmen die dreißig Silberschekel, die Summe, für die er von den Kindern Israels eingeschätzt wurde, und gaben sie für den Töpferacker, und warfen sie dem Töpfer im Hause des Herrn zu.“
6. Nun hatte Jesus zu seinen Jüngern gesagt: „Wehe dem, der die Einweihung empfängt und danach in Sünde fällt!
7. Denn für solche ist kein Ort der Buße in diesem Zyklus, wenn sie begreifen, dass sie abermals den himmlischen Sohn von Gott und Mensch gekreuzigt haben, indem sie den Christus auch in sich in tiefe Schmach brachten.
8. Denn solche sind schlechter als Tiere, die ihr unwissentlich zum Verderben bestimmt; denn in eurer Schrift steht geschrieben: Was dem Tiere geschieht, das geschieht auch den Menschenkindern.
9. Sie haben alle einen Atem; ebenso wie der eine stirbt, so stirbt der andere, so dass kein Mensch einen Vorzug vor einem Tiere hat; denn alle gehen an den gleichen Ort – alle gehen aus dem Staub hervor und kehren zum Staub zurück.“
10. Solches sprach Jesus für jene, die noch nicht wiedergeboren waren, die noch nicht den Geist Gottes in ihre Seelen aufgenommen hatten, den Geist der göttlichen Liebe, die nachdem sie einmal das Licht empfangen, dennoch den Sohn Gottes von neuem kreuzigten und ihn in tiefe Schmach brachten.
1. Dann führten sie Jesus von Kaiphas vor die Gerichtshalle zu Pontius Pilatus, dem Statthalter. Es war frühe, und sie gingen nicht in die Gerichtshalle, auf dass sie nicht unrein würden, sondern das Fest halten könnten.
2. Deshalb ging Pilatus zu ihnen hinaus und sagte: „Was bringt ihr für eine Klage vor gegen diesen Mann?“ Sie antworteten und sagten zu ihm: „Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überbracht. Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetze muss er sterben; denn er möchte die Sitten und Gebräuche, die Moses uns befohlen hat, abschaffen, ja, er macht sich selbst zum Sohne Gottes.“
3. Da sagte Pilatus zu ihnen: „So nehmt ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz.“ Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
4. Darauf sagten die Juden zu ihm: „Das Recht erlaubt uns nicht, dass wir jemand zum Tode verurteilen.“ So wurde das Wort Jesu erfüllt, der gesagt hatte, welchen Tod er sterben würde.
5. Und sie beschuldigten ihn weiter und sagten: „Wir fanden diesen Menschen, wie er das Volk aufwiegelte und ihm untersagte, dem Kaiser den Tribut zu zahlen, und dass er sagte von sich, er sei Christus, ein König.“
6. Da ging Pilatus wieder hinein in die Gerichtshalle und rief Jesus und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete ihm: „Redest du das von dir selbst oder haben es dir andere von mir gesagt?“
7. Pilatus antwortete: „Bin ich ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohepriester haben dich mir überantwortet; was hast du getan?“ Jesus antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden meine Anhänger dafür kämpfen, dass ich den Juden nicht ausgeliefert würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier.“
8. Da fragte Pilatus: „So bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit zeugen soll. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“
9. Pilatus sagte zu ihm: „Was ist Wahrheit?“ Jesus sprach: „Die Wahrheit kommt vom Himmel.“ Pilatus sagte: „Dann ist die Wahrheit nicht auf Erden.“ Jesus sprach zu Pilatus: „Glaube es, die Wahrheit ist auf der Erde unter denen, die sie annehmen und ihr gehorchen. Die sind in der Wahrheit, die gerecht urteilen.“
10. Und als er dies gehört hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und sagte zu ihnen: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ Und als er von den Hohepriestern und Ältesten beschuldigt wurde, antwortete er ihnen nicht.
11. Da sagte Pilatus zu ihm: „Hörst du nicht, wie viel sie gegen dich vorbringen?“
12. Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also dass der Stadthalter sich sehr verwunderte. Und er sagte wieder zu ihnen: „Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.“
13. Da gerieten sie noch mehr in Zorn und riefen: „Er wiegelt das Volk auf und lehrt im ganzen jüdischen Land von Galiläa bis hierher.“ Da aber Pilatus den Namen Galiläa hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer wäre.
14. Und als er vernahm, dass er unter die Gerichtsbarkeit des Herodes gehöre, sandte er ihn zu Herodes, welcher zu dieser Zeit auch in Jerusalem war.
15. Da aber Herodes Jesus sah, war er sehr froh; denn er hätte ihn schon seit langem gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und hoffte, er bekäme ein Wunder von ihm zu sehen.
16. Und er befragte ihn mit vielen Worten; aber er antwortete ihm nicht. Die Hohepriester und Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn heftig, und eine Menge falscher Zeugen erhob sich gegen ihn und beschuldigte ihn vieler Dinge, die er nicht kannte.
17. Und Herodes mit seinen Kriegern verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein prächtiges Gewand an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Und an demselben Tage wurden Pilatus und Herodes Freunde; denn zuvor waren sie einander feind.
18. Und Pilatus ging wieder in die Gerichtshalle und fragte Jesus: „Woher bist du?“ Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: „Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und die Macht, dich freizulassen?“
19. Jesus antwortete: „Du hättest keinerlei Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre; darum hat der die größere Sünde, der mich dir ausgeliefert hat.“
20. Von da an trachtete Pilatus danach, wie er ihn losließe; die Juden aber schrien auf und riefen: „Lässt du diesen los, so bist du nicht des Kaisers Freund; denn wer sich zum König macht, der spricht gegen den Kaiser.“
21. Und Pilatus rief die Hohepriester und die Verantwortlichen des Volkes zusammen. Als er sich auf den Richterstuhl gesetzt hatte, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: „Habe du nichts zu tun mit diesem gerechten Manne; denn ich habe heute Nacht im Traume viel gelitten wegen ihm.“
22. Und Pilatus sagte zu ihnen: „Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk aufwiegelt, und siehe, ich habe ihn vor euch verhört, und ich habe keine Schuld an ihm gefunden wegen der Dinge, deren ihr ihn anklagt. Noch hat Herodes, zu dem ich ihn gesandt habe, etwas Todeswürdiges an ihm gefunden.
23. Ihr habt aber einen Brauch, dass ich euch einen zu Passah freigebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freigebe?“
24. Da schrien sie wieder allesamt: „Nicht diesen, sondern Barabbas!“ Barabbas aber war ein Räuber, der wegen Aufwiegelung in der Stadt und wegen eines Mordes ins Gefängnis geworfen worden war.
25. Pilatus aber wollte Jesus freilassen, und er fragte sie noch einmal: „Welchen von den beiden wollt ihr, dass ich losgebe? Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt?“ Und sie riefen: „Barabbas!“
26. Pilatus sagte zu ihnen: „Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus?“ Da riefen sie alle zu ihm: „Lass ihn kreuzigen!“
27. Und der Stadthalter fragte: „Was hat er denn Böses getan?“ Doch sie schrien immer lauter: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“
28. Und Pilatus trat herzu und sagte zu ihnen: „Seht, ich bringe ihn wieder zu euch und sage euch, dass ich keine Schuld an ihm finde.“ Sie aber schrien wieder: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“
29. Und Pilatus fragte sie zum dritten Male: „Warum? Was hat er Böses getan? Ich habe keine Todesschuld an ihm gefunden: Ich will ihn stattdessen geißeln und ihn gehen lassen.“
30. Sie aber schrien anhaltend mit lauten Stimmen und forderten, dass er gekreuzigt werden solle. Und ihre Stimmen und die der Hohepriester übertönten alle.
31. Da nun Pilatus sah, dass er nicht die Oberhand behielt, sondern dass ein ziemlicher Tumult entstand, nahm er Wasser und wusch seine Hände vor dem Volke und sagte: „Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten: seht ihr zu!“
32. Da antwortete das ganze Volk und rief: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Und Pilatus gab Befehl, dass alles so geschehe, wie sie es forderten. Und er lieferte ihnen Jesus aus nach ihrem Willen.
1. Dann gab er ihnen Barabbas frei. Nachdem er Jesus hatte geißeln lassen, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt würde. Da nahmen ihn die Kriegsknechte des Stadthalters zu sich in die Gerichtshalle und holten um ihn die ganze Schar der Soldaten zusammen.
2. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an. Und sie flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm einen Rohrstab in die rechte Hand, beugten die Knie vor ihm, verspotteten ihn und sprachen: „Sei gegrüßt, du König der Juden!“
3. So trat Jesus heraus. Er trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus sagte zu ihnen: „Sehet, diesen Mann!“
4. Als ihn die Hohepriester und die Obersten des Volkes so sahen, schrien sie auf: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“ Und Pilatus sagte zu ihnen: „Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.“
5. Und sie spuckten ihn an und nahmen den Stab und schlugen ihm damit auf sein Haupt. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, zogen ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn weg, um ihn zu kreuzigen.
6. Und als sie ihn hinweg führten, hielten sie einen Mann an, Simon, einen Kyrenier, der gerade auf das Land hinausging. Sie zwangen ihn, dass er Jesus das Kreuz nachtrug. Es folgte ihm eine große Volksmenge und viele Frauen, die klagten und ihn beweinten.
7. Jesus aber wandte sich zu ihnen und sprach: „Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weint über euch selbst und eure Kinder. Denn siehe, die Tage werden kommen, in welchen man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!
8. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was soll am dürren werden?“
9. Es wurden aber auch zwei andere Übeltäter hingeführt, dass sie mit ihm hingerichtet würden. Und als sie an die Stätte kamen, die Kalvaria und Golgatha heißt, das bedeutet Schädelstätte, kreuzigten sie ihn; ebenso die Übeltäter, einen zur Rechten und einen zur Linken.
10. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten, und sie gaben ihm Essig zu trinken, gemischt mit Galle. Und nachdem er davon gekostet hatte, wollte er nicht trinken. Und Jesus sprach: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“
11. Nachdem die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Knecht ein Stück und dazu auch den Rock. Der Rock war aber ohne Saum, in einem Stück gewebt. Sie sprachen darum untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wer ihn haben soll.
12. Auf dass erfüllt werde die Schrift, welche sagt: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Dies taten also die Kriegsknechte. Und sie setzten sich hin und hielten Wache.
13. Und eine Aufschrift wurde über ihm befestigt in griechischen, lateinischen und hebräischen Buchstaben: „Das ist der König der Juden.“
14. Diesen Titel lasen viele Juden; denn die Stätte, an der Jesus gekreuzigt worden war, war nahe bei der Stadt. Da sprachen die Hohepriester der Juden zu Pilatus: „Schreibe nicht, der König der Juden, sondern, dass er gesagt habe: Ich bin der König der Juden.“ Pilatus antwortete: „Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.“
15. Einer der Übeltäter, die gehängt waren, verspottete ihn und sagte: „Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns!“ Da tadelte ihn der andere und sagte: „Fürchtest du nicht Gott, der du doch in der gleichen Verdammnis bist? Wir sind zu Recht darin; denn wir empfangen den rechten Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“
16. Und er sagte zu Jesus: „Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.“ Und Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Denn er wusste, dass dies ein entwickelter Mensch war, der nur gestohlen hatte, weil seine Familie hungerte.
17. Und sie gingen an dem Kreuze vorüber und verspotteten ihn, schüttelten die Köpfe und sagten: „Du wolltest den Tempel zerstören und ihn in drei Tagen wieder aufbauen. Hilf dir nun selbst! Wenn du der Sohn Gottes bist, steige vom Kreuz herab!“
18. Und auch die Hohepriester verspotteten ihn mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten: „Er hat einem Lamm geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen. Wenn er der König von Israel ist, so lasst ihn jetzt vom Kreuze herabsteigen, und wir wollen an ihn glauben. Er vertraute auf Gott, überlasst ihn jetzt ihm, ob er ihn haben will. Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.“
19. Die Wucherer und Tierhändler ließen sich in gleicher Weise aus und sagten: „Du hast die Händler mit Ochsen, Schafen und Tauben aus dem Tempel getrieben und bist selbst aber ein Schaf, das geopfert worden ist.“
20. Und von der sechsten Stunde an war eine Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Einige aber, die herumstanden, zündeten ihre Fackeln an; denn die Finsternis war sehr groß. Und um die sechste Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: „Eli, Eli, lama sabachthani?“ das ist: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
21. Einige von denen, die da standen und dies hörten, sagten: „Dieser Mann ruft nach Elias“, andere wieder sagten: „Er ruft die Sonne.“ Die übrigen sagten: „Lasst uns bleiben und sehen, ob Elias kommt und ihn rettet.“
22. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.
23. Als Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: „Weib, siehe deinen Sohn!“ Und er sprach zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich in sein Haus.
24. Jesus wusste nun, dass alles geschehen war und die Schrift erfüllt sei. Er sprach: „Ich bin durstig.“ Und aus einem Gefäß voll Essig füllten sie einen Schwamm und legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.
25. Und Jesus rief mit lauter Stimme: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“
26. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, rief er laut: „Es ist vollbracht!“ Und er neigte sein Haupt und gab den Geist auf. Und es war die neunte Stunde.
27. Und siehe, es donnerte und blitzte stark, und die Trennwand des Heiligtums, vor der der Vorhang hing, fiel herab und zerbrach in zwei Stücke. Die Erde bebte, und auch die Felsen zerbarsten.
28. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und Jesus bewachten, sahen das Erdbeben und alles, was geschah. Sie fürchteten sich sehr und sagten: „Das war wirklich ein Sohn Gottes.“
29. Und es waren viele Frauen hier, die von Galiläa gefolgt waren und ihm gedient hatten. Unter ihnen waren Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Kinder des Zebedäus, und sie weinten und klagten und sagten: „Das Licht der Welt ist vor unseren Augen verborgen, der Herr unserer Liebe ist gekreuzigt worden!“
30. Da es aber vor Sabbat war, baten die Juden Pilatus, dass die Beine der Leichname gebrochen und sie abgenommen würden, damit sie nicht am Kreuze blieben den Sabbat über (denn es war der Passah-Sabbat).
31. Da kamen die Kriegsknechte und brachen die Beine der beiden, die mit ihm gekreuzigt worden waren. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Kriegsknechte stach ihm mit seiner Lanze in das Herz, und alsbald floss Blut und Wasser heraus.
32. Und der das sah, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. Denn solches ist geschehen, dass die Schrift erfüllt würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen, und: Sie werden den ansehen, den sie durchstachen.
1. Da nun der Abend gekommen war, kam Joseph von Arimathia, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich Gottes wartete. Er wagte es und ging hinein zu Pilatus und erbat den Leib Jesu. (Er war ein guter und gerechter Mann und hatte den Beschluss des Rates nicht gebilligt.)
2. Und Pilatus wunderte sich, dass er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben wäre. Und als er es von dem Hauptmanne erfahren hatte, überließ er Joseph den Leichnam. Der ging und nahm den Leichnam Jesu ab.
3. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war. Er brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfunde. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und hüllten ihn in leinene Tücher mit den Kräutern nach der jüdischen Begräbnissitte.
4. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in welchem noch niemand war. Da hinein legten sie Jesus, und es war zu Beginn der zweiten Wache, da sie ihn begruben, um des Rüsttages der Juden willen, weil das Grab in der Nähe war.
5. Und Maria Magdalena und die andere Maria und Maria, die Mutter des Joses, sahen sich das Grab an, in das er gelegt worden war.
6. Und auch die Frauen, die mit ihm von Galiläa gekommen waren, folgten nach, trugen Lampen in den Händen, besahen das Grab und wie sein Leib gelegt war und begannen zu weinen und zu klagen.
7. Und sie kehrten zurück und bereiteten Kräutermischungen und Salben und warteten auf das Ende des Sabbats.
8. Am nächsten Tage nun, der dem Rüsttag folgte, kamen die Hohepriester und Pharisäer zu Pilatus und sagten: „Herr, wir erinnern uns, dass dieser Verführer, da er noch lebte, sprach: ‚Nach drei Tagen werde ich auferstehen`.
9. Befiehl darum, dass man das Grab sichere, bis der dritte Tag vorüber ist, damit nicht seine Jünger kommen bei Nacht und ihn stehlen und zum Volk sagen: ‚Er ist auferstanden vom Tode`, und der letzte Betrug ist schlimmer als er erste.“
10. Pilatus sprach zu ihnen: „Da habt ihr eine Wache, geht eures Wegs und macht es so sicher, wie ihr könnt.“ So gingen sie hin und sicherten das Grab, versiegelten den Stein und stellten eine Wache davor, bis der dritte Tag vorbei wäre.
1. Am Ende des Sabbats, als es in der Morgenfrühe des ersten Wochentages zu dämmern begann, kam Maria Magdalena zum Grabe und trug die Spezereien, die sie bereitet hatte, und mit ihr kamen noch andere.
2. Und da sie so gingen, sprachen sie zueinander: „Wer wälzt uns den Stein vom Eingang des Grabes?“ Denn er war groß. Und als sie an die Stelle kamen und hinsahen, gewahrten sie, dass der Stein hinweggewälzt war.
3. Denn siehe, es war ein großes Erdbeben. Der Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, wälzte den Stein weg vom Eingang und saß darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiss wie Schnee. Die Wächter aber erschraken so sehr, dass sie wie tot zu Boden fielen.
4. Und der Engel sprach zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, so wie er sagte.
5. Kommt, seht die Stelle, da der Herr lag! Und geht schnell hin und saget es seinen Jüngern, dass er vom Tode auferstanden ist. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, da werdet ihr ihn sehen; siehe, ich habe es euch gesagt.“
6. Und sie gingen hinein und fanden den Leichnam Jesu nicht. Dann liefen sie fort und kamen zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagten zu ihnen: „Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“
7. Und sie liefen und kamen zu dem Grabe, blickten hinein und sahen die leinenen Tücher liegen und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei den Leinentüchern, sondern beiseite zusammengelegt an einer besonderen Stelle.
8. Und es geschah, dass sie sehr aus der Fassung gerieten; denn siehe, zwei Engel standen neben ihnen in glitzernden, weissen Gewändern und sprachen zu ihnen: „Warum sucht ihr den Lebendigen unter den Toten? Er ist nicht da, er ist auferstanden, und seht, er geht euch voran nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.
9. Erinnert ihr euch nicht, wie er zu euch sprach, da er noch in Galiläa war, dass er, der Menschensohn, gekreuzigt werde und dass er auferstehen werde nach dem dritten Tage?“ Und sie erinnerten sich seiner Worte. Sie gingen eilends hinaus und flohen vor dem Grabe, denn sie zitterten und waren bestürzt. Auch sprachen sie zu keinem darüber, denn sie fürchteten sich.
10. Aber Maria stand weinend vor dem Grabe. Und als sie weinte, beugte sie sich hinab und blickte in das Grab hinein und sah zwei Engel in weißen Gewändern, einen am Kopfende und den anderen am Fußende, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und sie sprachen zu ihr: „Frau, was weinest du?“
11. Sie sagte zu ihnen: „Weil sie meinen Herrn weggenommen haben und ich nicht weiß, wohin sie ihn gelegt haben.“ Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sah Jesus stehen und erkannte nicht, dass es Jesus sei.
12. Jesus sprach zu ihr: „Frau, was weinest du? Wen suchest du?“ Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: „Herr, hast du ihn weggetragen, sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen.“ Jesus sprach zu ihr: „Maria!“ Da wandte sie sich um und sagte zu ihm: „Rabboni“, das heißt Meister.
13. Jesus sprach zu ihr: „Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“
14. Maria Magdalena ging und erzählte den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er solches zu ihr gesagt und ihr den Auftrag gegeben habe, seine Auferstehung von den Toten zu berichten.
1. Am selben Tage gingen zwei Jünger in das Dorf Emmaus, das drei Stunden von Jerusalem liegt. Und sie sprachen zusammen von all dem, was geschehen war.
2. Und während sie miteinander sprachen, geschah es, dass Jesus selbst sich ihnen näherte und mit ihnen ging. Doch ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkennen konnten.
3. Und er sprach zu ihnen: „Worüber sprecht ihr miteinander, dass ihr so traurig daherkommt?“
4. Und der eine von ihnen, der Kleophas hieß, antwortete: „Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem und hast noch nicht erfahren, was in diesen Tagen hier geschehen ist?“ Und er sprach zu ihnen: „Was?“
5. Und sie sprachen zu ihm über Jesus von Nazareth, der ein Prophet gewesen war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volke, und wie die Hohepriester und ihre Obrigkeit ihn auslieferten, damit er zum Tode verurteilt werde, und wie sie ihn dann ans Kreuz geschlagen haben. „Doch wir vertrauten darauf, dass er es sei, der das Land Israel hätte erlösen sollen. Und trotzdem sind in diesen letzten drei Tagen all diese Dinge hier geschehen.
6. Ja, und mehrere Frauen, auch von den unsern, überraschten uns. Sie waren in der Frühe am Grab und fanden den Leichnam nicht. Und sie kamen und erzählten uns, dass ihnen Engel erschienen seien, die sagten, er sei auferstanden.
7. Und einige von den Unsrigen waren zu dem Grabe gegangen und fanden alles so vor, wie es die Frauen gesagt hatten. Doch ihn sahen sie nicht.“
8. Darauf sprach er zu ihnen: „Oh, ihr seid Toren und trägen Herzens und glaubt nicht, was die Propheten gesagt haben! Musste nicht Christus all dies leiden, um in seine Herrlichkeit einzugehen?“
9. Und beginnend mit Moses und all den Propheten, belehrte er sie über alle Schriften, die ihn selbst betrafen.
10. Und sie kamen in die Nähe des Dorfes, in das sie gingen. Und er tat so, als ob er weitergehen wollte. Doch sie drangen ihn und sagten: „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag ist fast zu Ende.“ Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.
11. Und es geschah, als er mit ihnen am Tische saß: Er nahm Brot und die Frucht des Weinstockes, sagte Dank, segnete, brach das Brot und gab es ihnen. Und ihre Augen wurden geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er entschwand ihren Blicken.
12. Und sie sagten zueinander: „Brannten uns nicht unsere Herzen, während er auf dem Wege zu uns sprach und uns die Schrift deutete?“ Und sie erhoben sich sogleich und kehrten nach Jerusalem zurück, und dort fanden sie die Elf versammelt mit ihren Anhängern. Und diese sagten: „Der Herr ist wirklich auferstanden, und er ist dem Simon erschienen.“
13. Und sie erzählten, was ihnen auf ihrem Wege begegnet war und wie sie ihn am Brotbrechen erkannten.
14. Während sie nach Emmaus gegangen waren, kamen einige von der Wache in die Stadt und meldeten dem Kaiphas, was geschehen war.
15. Und sie versammelten sich mit den Ältesten und berieten und sagten: „Seht, während die Soldaten schliefen, kamen mehrere von seinen Jüngern und trugen seinen Leichnam hinweg. Und ist nicht Joseph von Arimathia einer seiner Jünger?
16. Deshalb hat er Pilatus um den Leichnam gebeten, damit er ihn in seinem Garten in seiner eigenen Gruft begraben könne. Lasst uns daher den Soldaten Geld geben, damit sie sagen, seine Jünger wären des Nachts gekommen und hätten den Leichnam gestohlen, während sie geschlafen hätten. Und wenn diese Kunde dem Statthalter zu Ohren kommt, so wollen wir ihn überzeugen und euch schützen.“
1. Es war am selben Tag zur Zeit des Opfers im Tempel. Da erschien unter den Tier- und Vogelhändlern einer in weissen Kleidern, strahlend wie Licht, und er hatte in der Hand eine Geißel mit sieben Schnüren.
2. Und bei seinem Anblicke flohen die Händler und die Käufer voll Schrecken, und etliche fielen wie tot zu Boden; denn sie erinnerten sich, wie Jesus vor seinem Tode sie in gleicher Weise aus dem Innern des Tempels gejagt hatte.
3. Und einige erklärten, sie hätten ein Gespenst gesehen, und andere, sie hätten sen gesehen, der gekreuzigt war, und er sei vom Tode auferstanden.
4. Und die Opfer hörten an diesem Tage im Tempel auf; denn alle fürchteten sich, zu verkaufen oder zu kaufen; und sie ließen ihre Gefangenen frei.
5. Und die Priester und Ältesten ließen ein Gerücht umgehen, dass die, die es erzählt hatten, betrunken gewesen und nichts gesehen hätten. Doch viele versicherten, dass sie ihn mit eigenen Augen gesehen und auf dem Rücken die Geißel gespürt hätten; doch seien sie nicht fähig gewesen, sich zu wehren. Denn wenn einige von den Kühneren unter ihnen ihre Hände ausstreckten, konnten sie nicht die Gestalt greifen, die sie sahen, noch die Geißel erhaschen, die sie schlug.
6. Und von diesem Tage an glaubten sie an Jesus, dass er von Gott gesandt sei, die Unterdrückten zu befreien und zu erlösen, die gebunden waren. Und sie wendeten sich um und sündigten nicht länger.
7. Er erschien auch anderen in Liebe und Mitleid und heilte sie durch seine Berührung und befreite sie aus den Händen des Verfolgers. Und viele ähnliche Dinge wurden über ihn berichtet, und viele sprachen: „Wahrlich, das Reich Gottes ist gekommen.“
8. Und einige von denen, die gestorben waren und aufstanden, als Jesus vom Tode auferstand, erschienen und wurden gesehen von vielen in der Heiligen Stadt, und große Furcht befiel die Bösen, während Licht und Freude die Herzen der Gerechten erfüllte.
1. Am Abend dieses Tages, des ersten Tages der Woche, waren die Jünger versammelt und hatten die Türen verschlossen aus Furcht vor den Juden. Da kam Jesus und stand mitten unter ihnen und sprach zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Aber sie erschraken und glaubten, sie würden einen Geist sehen.
2. Und er sprach zu ihnen: „Sehet, ich bin es selbst, wie ihr mich ehedem gesehen habet. Ein Geist kann wahrlich erscheinen in Fleisch und Bein, wie ihr seht, dass ich sie habe. seht meine Hände und Füße, greift sie an und seht!“
3. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Füße. Da waren die Jünger erfreut, als sie den Herrn sahen.
4. Thomas aber, genannt Didymus, einer der Jünger, sagte zu ihnen: „Es sei denn, dass ich in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in sein Herz stoße, sonst will ich es nicht glauben.“ Da sprach er zu Thomas: „Sieh meine Hände, mein Herz und meine Füße; reiche deine Hand und lege deinen Finger an das Mal der Nägel und lege deine Hand an mein Herz und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“
5. Und Thomas sagte zu ihm: „Mein Herr und mein Gott!“ Und Jesus spricht zu ihm: „Thomas, weil du mich gesehen hast, so hast du geglaubt: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
6. Dann sprach Jesus wieder zu ihnen: „Friede sei mit euch! Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Und da er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist; predigt das Evangelium und verkündet allen Völkern die Auferstehung des Sohnes Gottes.
7. Lehret sie das heilige Gesetz der Liebe, das ich euch gegeben habe. Denen, die ihren Sünden absagen, seien sie vergeben, und denen, die weiterhin sündigen, bleiben sie erhalten.
8. Tauft die, die glauben und bereuen, segnet und salbet sie, und bringet dar das reine Opfer der Früchte der Erde, das ich eingesetzt habe zu meinem Gedenken.
9. Siehe, ich habe meinen Leib und mein Blut am Kreuze geopfert zur Erlösung der Welt von den Sünden gegen die Liebe, und von den Blutopfern und Festen der Vergangenheit.
10. Und ihr sollt das Brot des Lebens und den Wein der Erlösung in einer reinen Gabe mit Weihrauch opfern, wie es geschrieben stehet von mir, und ihr sollt essen und trinken davon zum Gedenken, dass ich alle, die an mich glauben, befreit habe von der alten Knechtschaft eurer Vorväter.
11. Denn diese hatten ihren Bauch zu einem Gott gemacht und opferten diesem Gotte die unschuldigen Geschöpfe der Erde anstatt der fleischlichen Natur in ihnen selbst.
12. Und sie aßen das Fleisch und tranken das Blut zu ihrem eigenen Verderben, zerstörten ihre Körper und verkürzten ihr Leben ebenso wie die Heiden, die die Wahrheit nicht kennen, oder die sie kannten und zu einer Lüge umgebogen haben.
13. So wie euch sende, so sollt auch ihr andere senden, auf dass sie diese Dinge tun in meinem Namen“, und er legte ihnen seine Hände auf.
14. Und in der gleichen Weise wie die Apostel, so setzte er auch Propheten und Evangelisten und Pastoren ein, eine Heilige Priesterschaft, und er legte seine Hände auf alle, die sie zu Diakonen wählten, jedem einzelnen der vier mal Zwölf.
15. Und diese sind für die Leitung und Führung der universellen Gemeinde, damit alle untadelig seien, jeder an seinem Platze in der Einheit des Leibes Christi.
1. Und nach sieben Tagen waren seine Jünger wieder im oberen Raume. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus und stand in ihrer Mitte und sprach: „Friede sei mit euch!“ Und er wurde von ihnen erkannt beim heiligen Gedächtnismahl.
2. Und er sprach zu ihnen: „Liebt euch untereinander und alle Geschöpfe Gottes! Doch ich sage euch, es sind nicht alle Menschen, die die Gestalt von Menschen haben. Sind die Männer oder Frauen nach dem Ebenbilde Gottes, die Gewalttätigkeit üben, Unterdrückung und Unrecht, und eher eine Lüge als die Wahrheit sprechen?
3. Nein, wahrhaftig, bevor sie nicht wiedergeboren werden und den Geist der Liebe und der Weisheit aufnehmen in ihre Herzen. Denn nur dann sind sie Söhne und Töchter Israels, und wenn sie von Israel sind, dann sind sie als solche Kinder Gottes. Und darum bin ich in die Welt gekommen, und darum habe ich gelitten in den Händen der Sünder.“
4. Und Jesus sprach: „Ich bin gestanden inmitten der Welt und wurde gesehen und gehört im Fleische, und ich fand alle Menschen übersättigt von ihren eigenen Begierden und trunken von ihren eigenen Torheiten, und ich fand niemand, der hungerte und dürstete nach der Weisheit Gottes. Meine Seele trauert über die Menschenkinder; denn sie sind blind in ihren Herzen und taub in ihren Seelen und hören meine Stimme nicht.
5. Dies sind die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch gewesen bin, damit alles erfüllt werde, was geschrieben ist über mich im Gesetze von Moses und bei den Propheten und in den Psalmen.“
6. Und er öffnete ihr Verständnis, auf dass sie die Schrift erfassen könnten, und sprach zu ihnen: „So ist es geschrieben und so gebührte es Christus, zu leiden und vom Tode aufzuerstehen am dritten Tage. Und Buße und Vergebung der Sünden sollte gepredigt werden in meinem Namen unter allen Völkern, ausgehend von Jerusalem. Und ihr seid dafür Zeugen.
7. Und ich sende euch das Versprechen meines Vaters, den ihr nicht gesehen habt auf Erden. Denn wahrlich, ich sage euch, so wie die ganze Welt zerstört worden ist durch die Sünde und die Eitelkeit eines Weibes, so wird sie gerettet werden durch die Einfalt und Wahrheit eines Weibes, und durch euch soll sie gerettet werden.
8. Freuet euch also und seid froh; denn ihr seid mehr gesegnet denn alle auf Erden; denn ihr, meine Zwölftausend, seid es, die die ganze Welt erlösen werdet.
9. Und wiederum sage ich euch, als der große Tyrann und alle die sieben Tyrannen umsonst gegen das Licht zu kämpfen begannen, wussten sie nicht, mit wem und gegen wen sie kämpften.
10. Denn sie sahen nichts als ein blendendes Licht, und da sie kämpften, verschwendeten sie ihre Kraft, einer gegen den anderen, und so ist es.
11. Und darum nahm ich ein Viertel ihrer Kraft, damit sie nicht so viel Kraft hätten und in ihren bösen Taten verharrten.
12. Denn durch Involution und Evolution wird die Erlösung der Welt vollendet werden: durch das Herabsteigen des Geistes in die Materie und das Emporsteigen der Materie in den Geist, durch alle Zeiten.“
1. Danach zeigte sich Jesus abermals den Jüngern am See bei Tiberias auf diese Weise: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, genannt Didymus, und Nathanael von Kana in Galiläa und Jakobus und Johannes und zwei andere seiner Jünger.
2. Petrus sagt zu ihnen: „Ich will fischen gehen.“ Sie sagen zu ihm: „So wollen wir mit dir gehen.“ Sie gingen hinaus und stiegen sogleich in einen Kahn, und in derselben Nacht fingen sie nichts. Und da der Morgen gekommen war, stand Jesus am Ufer; aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
3. Da sprach Jesus zu ihnen: „Kinder, habet ihr etwas zu essen?“ Sie antworteten ihm: „Nicht genug für alle. Nur einen kleinen Laib Brot, ein wenig Öl und ein paar getrocknete Früchte.“ Und er sprach zu ihnen: „Lasset es genug sein. Kommt und esset!“
4. Und er segnete sie, und sie aßen und wurden satt. Und da war auch ein Krug voll Wassers, und er segnete ihn gleichfalls, und siehe, es wurde zur Frucht der Rebe.
5. Und sie verwunderten sich und sagten: „Es ist der Herr.“ Und keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: „Wer bist du?“ Denn sie wussten, dass es der Herr war.
6. Das ist nun das sechste Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigte, nachdem er von den Toten auferstanden war. Da sie nun gegessen hatten, spricht Jesus zu Petrus: „Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Er sagt zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Er spricht zu ihm: „Weide meine Lämmer!“ Er spricht wieder zum zweiten Male zu ihm: „Petrus, Sohn des Jonas, liebst du mich?“ Er sagt zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Er sagt zu ihm: „Weide meine Schafe!“
7. Er spricht zum dritten Mal zu ihm: „Petrus, Sohn des Jonas, liebst du mich?“ Petrus war traurig, dass er zum dritten Mal zu ihm sprach: Liebst du mich? Und er sagte zu ihm: „Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe.“
8. Jesus spricht zu ihm: „Weide meine Herde. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Du bist ein Felsen aus dem großen Felsen, und auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde erbauen, und ich will dich erhöhen unter meinen Zwölf zu meinem Stadthalter auf Erden, zu einem Mittelpunkt der Einheit für die Zwölf, und ein anderer wird berufen und auserwählt werden, deinen Platz unter den Zwölfen auszufüllen, und du sollst der Diener der Diener sein und weiden meine Widder, meine Schafe und meine Lämmer.
9. Und noch ein anderer wird aufstehen, und er wird viele Dinge lehren, die ich euch schon gelehrt habe, und er wird das Evangelium verbreiten unter den Heiden mit großem Eifer. Aber die Schlüssel des Himmelreiches will ich denen geben, die dir nachfolgen in meinem Geiste und meinem Gesetze gehorchen.
10. Und abermals sage ich dir: Da du jung warst, da gürtetest du dich und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hand ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.“ Das sagte er aber, um zu zeigen, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde.
11. Und da er das gesagt, sprach er zu ihm: „Folge mir nach!“ Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger, welchen Jesus lieb hatte. Und da er ihn sah, sagte er zu Jesus: „Herr, und was soll dieser tun?“ Jesus sprach zu ihm: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“
12. Da kam ein Gerede unter den Brüdern auf, dass dieser Jünger nicht sterben werde. Doch Jesus sprach nicht zu ihm: „Er wird nicht sterben, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“
1. Und wiederum waren die Zwölf versammelt im Kreis der Palmen, und einer von ihnen, nämlich Thomas, sprach zu den anderen: „Was ist Wahrheit? Denn dieselben Dinge erscheinen den verschiedenen Menschen und sogar dem gleichen Menschen zu verschiedenen Zeiten verschieden. Was also ist Wahrheit?“
2. Und wie sie so redeten, erschien Jesus in ihrer Mitte und sprach: „Die Wahrheit, die eine und die absolute, ist in Gott allein; denn niemand, nicht ein einziger Mensch, weiß, was Gott allein weiß, der ist in allem. Den Menschen kann die Wahrheit enthüllt werden entsprechend ihrer Fähigkeit, zu verstehen und zu erfassen.
3. Die eine Wahrheit hat viele Seiten, und der eine sieht nur eine Seite, ein anderer eine andere, und manche sehen mehr als andere, so wie es ihnen gegeben ist.
4. Seht diesen Kristall: So wie das eine Licht offenbar ist in zwölf Flächen, ja in vier mal zwölf, und jede Fläche einen Strahl von dem Lichte zurückwirft, und der eine die eine Fläche und ein anderer eine andere anschaut, so ist es doch der eine Kristall und das eine Licht, das in allen scheint.
5. Und seht, wenn einer auf einen Berg steigt und er eine gewisse Höhe erreicht hat, dann sagt er: Dort ist der Gipfel des Berges, lasst ihn uns erreichen; und wenn er diese Höhe erreicht hat, seht, so ist eine andere darüber hinaus, bis er zu der Höhe kommt, von der aus keine andere mehr zu sehen ist, sofern er sie erreichen kann.
6. So ist es auch mit der Wahrheit. Ich bin die Wahrheit, der Weg und das Leben, und ich habe euch die Wahrheit gegeben, die ich von oben empfangen habe. Und was gesehen und empfangen wird von dem einen, wird nicht gesehen und empfangen werden von einem anderen. Was wahr erscheint den einen, erscheint nicht wahr den anderen. Die im Tale unten sind, sehen nicht das, was die sehen, die auf dem Berggipfel stehen.
7. Doch für alle ist das die Wahrheit, wie sie der einzelne Verstand sieht, und so lange, bis eine höhere Wahrheit zu dieser geoffenbart wird; der Seele, die mehr Licht empfangen kann, wird mehr Licht gegeben werden. Darum verdammt nicht die anderen, auf dass ihr nicht verdammt werdet.
8. Wenn ihr das heilige Gesetz der Liebe halten werdet, das ich euch gegeben habe, so soll euch die Wahrheit mehr und mehr enthüllt werden, und der Geist der Wahrheit, der von oben kommt, wird euch führen in die ganze Wahrheit, und sei es auch auf vielen Irrwegen, so wie die feurige Wolke die Kinder Israels durch die Wüste geleitete.
9. Vertraut dem Lichte, das ihr habt, bis euch ein höheres Licht gegeben wird. Sucht mehr Licht, und ihr werdet Überfluss haben. Rastet nicht, bis ihr findet.
10. Gott gibt euch alle Wahrheit zur Befreiung und Vervollkommnung der Seele, gleich einer Leiter mit vielen Sprossen. Die Wahrheit von heute werdet ihr verlassen für die höhere Wahrheit von morgen. Bemüht euch um Vollkommenheit.
11. Die das heilige Gesetz halten, das ich gegeben habe, werden ihre Seelen retten, wie verschieden sie auch die Wahrheit sehen mögen, die ich ihnen gegeben habe.
Eine Auslegung dieses wichtigen Textes ist hier zu finden: https://e.pcloud.link/publink/show?code=kZEsYKZcyb3xhKknLk5QQVHzPXzYBMPAvwy
12. Viele werden zu mir sagen: Herr, Herr, wir waren eifrig in deiner Wahrheit. Ich aber werde zu ihnen sprechen: Nein, ihr wart eifrig, nur damit andere sie so sehen, wie ihr sie seht, und sonst keine andere Wahrheit. Glaube ohne Nächstenliebe ist tot. Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.
Anmerkung
Hier zeigt sich wieder die Größe von Jesus. Es geht nicht darum andere zu überzeugen und ihre eigene Wahrheit zu ignorieren. Sondern eine frohe Botschaft in Liebe aber nicht Fanatismus anzubieten. Wenn ich beim missionieren nicht die Freiheit des anderen beachte und versuche zu überreden oder zu manipulieren, so beachte ich nicht die Freiheit des anderen. Ist es von Liebe und Respekt getragen?
Meint Jesus mit "die Erfüllung des Gesetzes" dass wir die Wahrheit auch leben. Und dies überzeugt viele Mitmenschen mehr als das Wort.
13. Wie soll der Glaube, den sie angenommen haben, ihnen nützen, wenn sie ihn nicht in Gerechtigkeit ausüben?
Anmerkung
Hier wird nochmal ganz deutlich gesagt, der Glauben und die Liebe lebt durch das authentische Leben. Es ist mehr als nur Gedanken. Im Leben für Gerechtigkeit kann er sich zeigen und entwickeln.
Die, welche Liebe haben, haben alles, und ohne Liebe gibt es nichts, das Wert hat.
Anmerkung
Das wichtigste ist die Liebe in allem, das heißt auch die Verbundenheit. Die Einheit in der Vielfalt.
Lasset jeden halten, was er als die Wahrheit erkennt, in der Liebe und in dem Wissen, dass dort, wo keine Liebe ist, die Wahrheit ein toter Buchstabe ist und nichts nützt.
Anmerkung
Jeder erkennt seine eigene relative Wahrheit, die seiner Biografie und Entwicklungsstand entspricht. Lassen wir das zu, und hören auf, andere in unserem Sinne manipulieren zu wollen, auch wenn wir glauben recht zu haben.
14. Es bleiben Güte, Wahrheit und Schönheit; doch die Größte von diesen ist die Güte.
Anmerkung
Interessant, hier sind ganz neue Schwerpunkte. Paulus sagte in 1. Kor 13, Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.
Glaube kann auch „blinder Glauben“ oder Gehorsam werden, Wahrheit ist das nicht!
In der Schönheit ist die Liebe enthalten!
Hoffnung kann auch Vertröstung sein!
Aber Liebe ist die höchste Schwingung im Universum!
Wenn etliche ihre Brüder gehasst und ihre Herzen verhärtet haben gegen die Geschöpfe von Gottes Hand, wie können diese die Wahrheit sehen zu ihrem Heile, wenn ihre Augen blind und ihre Herzen verhärtet sind für Gottes Schöpfung?
15. So wie ich die Wahrheit empfangen habe, so habe ich sie euch gegeben. Lasst jeden sie empfangen nach seiner Erleuchtung und seiner Fähigkeit, sie zu verstehen, und verfolgt die nicht, die sie nach einer anderen Auslegung empfangen.
Anmerkung
Selbst Jesus sagt, dass jeder Mensch im Herzen die Wahrheit wahrnehmen kann, die für ihn in seiner Entwicklungsstufe passt. Er sieht, dass jeder seine eigenen Wahrheit hat, und das ist gut so! Nicht jeder kann schon die höheren Wahrheiten verstehen.
16. Denn die Wahrheit ist die Macht Gottes, und sie wird am Ende herrschen über alle Irrtümer.
Doch das heilige Gesetz, das ich gegeben habe, ist verständlich für alle und gerecht und gut. Lasset es alle befolgen zur Erlösung ihrer Seelen!“
Anmerkung
Die Befolgung der göttlichen Gesetze dienen zur Erlösung der Seelen und nicht nur Jesus als seinen Herrn anzunehmen. Das ist sehr bedeutsam!
1. Nach seiner Auferstehung vom Tode war Jesus noch neunzig Tage mit Maria, seiner Mutter, und Maria Magdalena, die seinen Körper gesalbt hatte, und Maria Kleophas und den Zwölf und ihren Anhängern, lehrte sie und beantwortete ihre Fragen über das Reich Gottes.
2. Und wie sie bei der Abendmahlzeit saßen, fragte ihn Maria Magdalena: „Meister, willst du uns nun die Ordnung im Reiche Gottes erklären?“
3. Und Jesus antwortete und sprach: „Wahrlich, ich sage dir, o Maria, und jedem meiner Jünger, das Himmelreich ist inwendig in euch. Doch die Zeit wird kommen, da das, was innen ist, im Äußeren offenbar wird zum Heile der Welt.
Anmerkung
Dies ist eine der bedeutsamsten Aussagen von Jesus und sie schenkt uns die größte Hoffnung:
Das Paradies müssen wir nicht im Außen suchen, und es liegt nicht allein in der Hand von Institutionen wie der Kirche, es uns zu vermitteln. Jesus lehrt uns, dass wir das Paradies im Innersten unseres Herzens finden können. Es liegt also an uns selbst, es zu erkennen und zu leben.
Was in uns ist, prägt die Realität um uns herum. Deshalb ist es so wichtig, darauf zu achten, welche Gedanken, Gefühle und Energien wir in uns tragen. Wenn unser Inneres von Liebe und Licht erfüllt ist, können wir diese positiven Kräfte auch nach außen tragen und eine bessere Welt erschaffen.
Wut und Hass zerstören – Liebe und Licht bauen auf. Entscheiden wir uns für das Letztere, schaffen wir nicht nur ein Paradies in uns, sondern auch in der Welt um uns herum.
4. Ordnung ist wahrlich gut und nützlich. Über allem aber ist die Liebe. Liebt einander und alle Geschöpfe Gottes, und daran sollen alle Menschen erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“
Anmerkung
Höher als die Ordnung ist die Liebe!
5. Da fragte ihn einer: „Meister, willst du, dass die Kinder aufgenommen werden in die Gemeinschaft durch die Beschneidung, so wie es Moses befohlen hat?“ Und Jesus antwortete: „Für die, welche in Christus sind, gibt es weder Beschneidung noch Blutvergießen.
6. Bringt das Kind nach acht Tagen mit Danksagung und Gebet dem Vater, der im Himmel ist. Lasset ihm einen Namen geben von seinen Eltern und den Ältesten reines Wasser auf seinen Scheitel gießen, wie es geschrieben ist in den Propheten. Lasset die Eltern darauf sehen, dass es in Rechtschaffenheit erzogen werde, dass es weder Fleisch esse noch starke Getränke trinke, noch Geschöpfe verletze, die Gott dem Menschen zum Schutze in die Hand gegeben hat.“
Anmerkung
Hier wird Jesus sehr deutlich und sagt, dass wir den Kindern kein Fleisch geben sollten und auch keinen starken Alkohol!
Auch dürfen wir ein Ritual machen um das Kind zu segnen um es in die Gemeinschaft mit den guten Mächten aufzunehmen.
7. Und ein anderer fragte ihn: „Meister, was willst du, wenn sie heranwachsen?“
Und Jesus sprach: „Nach sieben Jahren oder wenn sie anfangen, das Böse vom Guten zu unterscheiden, und lernen, das Gute zu suchen, lasset sie zu mir kommen: den Segen empfangen von den Händen des Ältesten oder des Engels der Gemeinde mit Danksagung und Gebet, und ermahnt sie, Fleischessen und starke Getränke und das Jagen unschuldiger Geschöpfe Gottes zu unterlassen. Denn stehen sie etwa auf niedrigerer Stufe als die Pferde oder die Schafe, denen solches wider die Natur ist?“
8. Und er fragte weiter: „Wenn einer zu uns kommt, der Fleisch isst und starke Getränke trinkt, sollen wir ihn aufnehmen?“ Und Jesus sprach zu ihm: „Lasset solche im Vorhof bleiben, bis sie sich gereinigt haben von den gröberen Fehlern. Denn bevor sie diese nicht begreifen und bereuen, sind sie nicht fähig, die höheren Weisungen aufzunehmen.“
Anmerkung
Hier wird sehr hart verfahren mit denjenigen, die diesen Lastern noch frönen.
9. Und ein anderer fragte ihn: „Wann willst du, dass sie die Taufe empfangen?“ Und Jesus antwortete: „Nach abermals sieben Jahren oder wenn sie die Lehre kennen und tun, was gut ist, und ein Handwerk erlernt haben, von dem sie leben können, und auf dem rechten Wege festen Schrittes gehen. Dann lasst sie um die Einweihung bitten und lasst sie prüfen durch den Engel oder den Ältesten der Gemeinde und sehen, ob sie würdig sind, und lasst sie Dank sagen und beten und in dem reinigenden Wasser untertauchen, auf dass sie zu neuem Leben emporsteigen und Gott als ihren Vater bekennen und geloben, dass sie das heilige Gesetz beachten werden und sich dem Bösen dieser Welt fernhalten.“
Anmerkung
Die Einweihung ist schon eine höhere geistige Entwicklungsstufe.
10. Und wieder ein anderer fragte ihn: „Meister, zu welcher Zeit sollen sie die Salbung empfangen?“ Und Jesus antwortete: „Wenn sie das Alter der Reife erlangt und sich in ihnen die siebenfältigen Gaben des Geistes geoffenbart haben, dann lasset den Engel für sie beten und danksagen und ihnen das Siegel der Salbung geben. Es ist gut, dass alle in jedem Grade sieben Jahre lang erprobt werden. Doch lasset es bei jedem entsprechend seines Wachstums geschehen, in der Liebe und in der Weisheit Gottes.“
Anmerkung
Jeder hat seine eigenen Rhythmus des spirituellen Wachstums.
1. Und ein anderer fragte ihn: „Meister, willst du, dass Ehen geschlossen werden unter uns wie unter den Völkern der Erde?“ Und Jesus antwortete und sprach: „Unter manchen ist es Brauch, dass eine Frau mehrere Männer heiratet, die zu ihr sprechen: Sei du unsere Frau und nimm hinweg unsere Schmach. Unter anderen ist es Brauch, dass ein Mann mehrere Frauen heiratet, die zu ihm sprechen: Sei du unser Gatte und nimm hinweg unsere Schmach; denn die da lieben, fühlen, dass es ein Tadel ist, nicht geliebt zu werden.
2. Euch aber, meine Jünger, will ich einen besseren und vollkommeneren Weg zeigen: Eine Ehe soll sein zwischen einem Mann und einer Frau, die vereint sind durch die vollkommene Liebe und Zuneigung, in voller Freiheit und das so lange, wie die Liebe und das Leben währen. Doch lasset sie darauf achten, dass sie vollkommen gesund sind und dass sie einander wahrhaft lieben in aller Reinheit und nicht nur um weltlicher Vorteile willen. Und dann lasset sie einander vor Zeugen die Treue geloben.
3. Dann, wenn die Zeit gekommen ist, lasset den Engel oder den Ältesten beten und Dank sagen und sie mit der scharlachroten Schnur binden, wenn ihr wollt, und sie krönen. Führet sie dreimal um den Altar herum und lasset sie essen vom selben Brote und trinken aus dem selben Becher. Dann, indem er ihre Händen zusammenhält, lasset ihn so sprechen: Seid zwei in einem, gesegnet sei die heilige Verbindung. Ihr, die Gott zusammengebunden hat, lasset euch von niemand trennen, solange das Leben und die Liebe währen.“
4. „Und wenn sie Kinder zeugen, lasset sie das tun mit Besonnenheit und Vernunft, entsprechend ihrer Möglichkeit, sie zu ernähren. Denen aber, die vollkommen sein wollen und denen es gegeben ist, sage ich: Lasset sie sein wie die Engel Gottes im Himmel, die weder heiraten noch geheiratet werden, noch Kinder haben, noch sich um das Morgen kümmern, sondern frei sind von allen Bindungen, so wie ich es bin, und die Kraft Gottes in sich halten und speichern für ihren Dienst und für Werke des Heilens, wie ich es getan habe. Doch die Menge kann diese Worte nicht begreifen, nur die, denen es gegeben ist.“
5. Und es fragte ihn ein anderer: „Meister, in welcher Weise sollen wir das heilige Opfer darbringen?“ Und Jesus antwortete und sprach: „Das Opfer, das Gott insgeheim liebt, ist ein reines Herz. Doch als Gedächtnis und zur Andacht opfert ungesäuertes Brot, gemischten Wein, Öl und Weihrauch. Wenn ihr an einem Orte zusammenkommt, das heilige Opfer darzubringen, und die Lampen brennen, lasset den, der das Opfer darbringt, den Engel der Gemeinde oder den Ältesten, reine Hände und ein reines Herz haben und von den geopferten Gaben, dem ungesäuerten Brote, dem gemischten Weine und dem Weihrauch, nehmen.“
6. Und lasset ihn Dank sagen für alles und sie segnen und den Vater im Himmel anrufen, auf dass er seinen Heiligen Geist senden möge, auf dass er über sie komme und sie mache zu dem Leib und dem Blut, der Substanz und dem Leben des Ewigen, das immerwährend gebrochen und vergossen wird, für alle.
7. Und lasset ihn sie emporheben zum Himmel und beten für alle, für die, die vorausgegangen sind, für die, die noch leben, und für die, die noch kommen werden. So wie ich euch gelehrt habe, so betet auch ihr und lasset ihn das Brot brechen und ein Stückchen davon in den Becher tun und dann die Heilige Verbindung segnen, und dann lasset es ihn den Gläubigen geben und dazu in dieser Weise sprechen: Dieses ist der Leib Christi, die Substanz Gottes. Dieses ist das Blut Christi, das Leben Gottes, immerwährend gebrochen und vergossen für euch und alle zum ewigen Leben. Und ebenso, wie ihr mich habt tun sehen, ebenso tuet auch ihr im Geiste der Liebe; denn die Worte, die ich zu euch spreche, sind Geist und Leben.“
1. Und ein anderer fragte: „Meister, wenn einer eine Sünde begangen hat, darf ein Mensch ihm seine Sünde vergeben oder nicht?“ Und Jesus sprach: „Gott vergibt alle Sünden denen, die bereuen; doch was ihr gesät habt, das müsst ihr auch ernten. Weder Gott noch Mensch können jenen, die nicht bereuen und ihren Sünden nicht absagen, Sünden vergeben, so wenig wie sie die Sünden derer, die ihnen absagen, festhalten können. Doch wenn einer im Geist ist und klar erkennt, dass einer seine Sünden bereut und ihnen absagt, dieser mag wahrlich zu dem reuigen Sünder sagen: Deine Sünden sind dir vergeben; denn alle Sünde wird vergeben durch Reue und Wiedergutmachung, und die ihr absagen, werden von ihr gelöst, die aber weiter sündigen, bleiben an sie gebunden.
2. Dennoch dauern die Früchte der Sünde eine Zeitlang fort; wir säen, so müssen wir ernten. Denn Gott lässt sich nicht spotten, und die im Fleische säen, werden Verderben ernten, aber die im Geiste säen, werden das ewige Leben ernten. Wer also seinen Sünden absagt und sie bekennt, dem soll der Älteste solches in dieser Weise sagen: Möge dir Gott deine Sünden vergeben und dich zum ewigen Leben führen. Alle Sünden wider Gott werden vergeben von Gott und alle Sünden gegen Menschen von Menschen.“
3. Und ein anderer fragte ihn: „Wenn einer unter uns krank ist, werden wir die Kraft haben zu heilen wie du?“ Und Jesus antwortete: „Diese Kraft kommt aus der vollkommenen Reinheit und aus dem Glauben. Die aus Gott geboren sind, behalten ihren Samen in sich.
4. Wenn aber einer krank ist unter euch, lasset ihn nach dem Ältesten der Gemeinde schicken, dass er ihn salbe mit dem Olivenöl im Namen des Herrn. Das Gebet des Glaubens, das Ausströmen der Kraft, mit einem Dankgebet verbunden, wird ihn aufrichten, wenn er nicht niedergehalten wird durch Sünde aus diesem oder aus einem vergangenen Leben.“
5. Und ein anderer fragte ihn: „Meister, wie soll die Heilige Gemeinde geordnet sein, und wer soll in ihr dienen?“ Und Jesus antwortete: „Wenn meine Jünger versammelt sind in meinem Namen, so lasset sie aus ihren Reihen treue und gläubige Männer und Frauen wählen, die in den weltlichen Dingen Aufgaben übernehmen und beraten, die für die Bedürfnisse der Armen sorgen und für die, welche nicht arbeiten können, und lasset sie das Gemeindegut verwalten und beim Opfer mithelfen, und lasset sie durch ihre Hilfe eure Diakone sein.
6. Und wenn diese sich in ihren Diensten bewährt haben, lasset sie aus ihren Reihen solche auswählen, die geistige Gaben besitzen: entweder der Leitung oder der Weissagung oder des Predigens, des Lehrens oder des Heilens, auf dass sie die Herde geistig erbauen, das heilige Opfer darbringen und die Mysterien Gottes feiern, und lasset sie eure Ältesten und deren Gehilfen sein.
7. Und aus denen, die in ihrer Stellung wohl gedient haben, lasst einen wählen, der am meisten würdig scheint, und lasset ihn über allen stehen, und er soll euer Engel sein. Und lasset den Engel die Diakone einsetzen und die Ältesten weihen, sie salben und die Hände auflegen und sie anhauchen, damit sie den Heiligen Geist empfangen für den Dienst, zu dem sie berufen sind. Und den Engel lasset einen von der höheren Führung salben und weihen, einen aus dem obersten Rate.
8. Ebenso wie ich die Apostel und Propheten gesandt habe, so sende ich auch Evangelisten und Hirten – die achtundvierzig Pfeiler des Tempels -, damit ich durch den Dienst der Vier meine Gemeinde aufbaue und vervollkommne. Diese sollen in Jerusalem in einer heiligen Versammlung sitzen, ein jeder mit seinem Helfer und Diakon, und ihnen sollen die auswärtigen Versammlungen berichten in allen Dingen zur Erhaltung der Gemeinde. Und so sie das Licht kommt, so sollen sie meine Heilige Gemeinde leiten und führen und aufbauen und lehren. Sie sollen Licht empfangen von allen, und sie sollen allen mehr Licht geben.
9. Und vergesset nicht in euren Gebeten und Anrufungen, Fürbitten und Danksagungen den Weihrauch zu opfern, so wie es geschrieben stehet in den letzten eurer Propheten: Vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Untergange soll in meinem Namen an allen Orten als reine Opfergabe Weihrauch dargebracht werden; denn mein Name soll groß sein unter den Heiden.
10. Denn wahrlich, ich sage euch, der Weihrauch ist die Erinnerung an die Fürbitte der Heiligen im Verborgenen mit Worten, die nicht gesprochen werden können.“
1. Und ein anderer fragte ihn: „Meister, wie willst du, dass wir unsere Toten begraben?“ Und Jesus antwortete: „Sucht den Rat der Diakone in dieser Sache; denn sie betrifft allein den Körper. Wahrlich, ich sage euch, es gibt keinen Tod für die, welche an das kommende Leben glauben. Was ihr für den Tod haltet, ist das Tor zum Leben, und das Grab ist die Pforte der Auferstehung für die, welche glauben und gehorchen. Trauert nicht noch weinet um die, die euch verlassen haben, sondern freuet euch lieber über ihren Eintritt in das Leben.
2. So wie alle Geschöpfe aus dem Unsichtbaren hervorgehen in diese Welt, so kehren sie zurück in das Unsichtbare und so werden sie wiederkommen, bis sie gereinigt sein werden. Lasset ihre Körper den Elementen übergeben werden, und der Vater, der alle Dinge erneuert, wird die Engel beauftragten, sich ihrer anzunehmen. Lasst den Ältesten beten, auf dass ihre Körper in Frieden ruhen mögen und ihre Seelen zu einer freudigen Auferstehungen erwachen.
3. Es gibt eine Auferstehung aus dem Körper und eine Auferstehung in den Körper. Es gibt ein Heraussteigen aus dem Leben des Fleisches und ein Herabsteigen in das Leben des Fleisches. Lasset Gebete sprechen für die, die schon dahingegangen sind, und für die, welche noch leben, und für die, die erst kommen werden; denn alle sind eine Familie in Gott. In Gott leben sie, bewegen sich und haben ihr Dasein.
4. Der Körper, den ihr in das Grab legt oder der durch das Feuer verzehrt wird, ist nicht der Körper, der sein wird; denn die, die kommen, werden andere Körper erhalten, dennoch ihre eigenen, und was sie in einem Leben gesät haben, das werden sie in einem anderen ernten. Selig sind, die Unrecht erleiden in diesem Leben; denn sie werden größere Freude haben in dem kommenden Leben. Selig sind, die Rechtschaffenheit geübt haben in diesem Leben; denn sie werden die Krone des Lebens empfangen.“
5. Und wieder einer fragte ihn: „Meister, nach dem Gesetz kleidete Moses die Priester mit prächtigen Kleidern für ihre Dienste im Tempel. Sollen wir die, denen wir die heiligen Dienste anvertrauen, die du uns gelehrt hast, auch so kleiden?“ Und Jesus antwortete: „Weißes Linnen ist die Gerechtigkeit der Heiligen; doch wahrlich, die Zeit wird kommen, da Zion verwüstet sein wird, und wenn die Zeit ihrer Trauer vorüber sein wird, wird sie auferstehen und ihre schönen Gewänder anlegen, wie geschrieben steht.
6. Doch sucht zuerst die Herrschaft der Gerechtigkeit, und all das wird euch hinzugegeben werden. sucht in allen Dingen Einfachheit, und gebet keine Gelegenheit zu edler Pracht. sucht zuerst bekleidet zu sein mit Barmherzigkeit und mit dem Kleide der Erlösung und dem Mantel der Gerechtigkeit.
7. Wofür wäre es von Nutzen, wenn ihr diese nicht habt? Wie der Klang des Erzes und das Klingeln des Cymbals seid ihr, wenn ihr nicht die Liebe habt. sucht die Gerechtigkeit, die Liebe und den Frieden, und alle Dinge der Schönheit werden euch hinzugegeben werden.“
8. Und noch ein anderer fragte ihn: „Meister, wie viele von den Reichen und Mächtigen werden eintreten in das Leben und sich mit uns verbinden, die wir arm und verachtet sind? Wie sollen wir das Werk Gottes in der geistigen Erneuerung der Menschheit durchführen?“ Und Jesus sprach: „Dieses ist auch eine Sache der Diakone und der Gemeinde im Rate der Ältesten.“
9. Doch wenn meine Jünger zusammenkommen am Abend des Sabbat oder am Morgen des ersten Tages der Woche, lasset jeden einen Groschen opfern, und sei es auch nur das Kleinste ihrer Habe, so wie Gott es ihnen gegeben, und legt es in den Opferstock zur Erhaltung der Gemeinde und der Dienste und ihrer Werke. Denn ich sage euch, geben ist seliger denn nehmen.
10. So sollen alle Dinge getan werden, angemessen und in Ordnung. Und das Übrige wird der Geist ordnen, der ausgeht vom Vater im Himmel. Ich habe euch nun unterrichtet in den Grundregeln, und siehe: Ich bin bei euch immerdar bis an das Ende der Zeiten.“
1. Nach seiner Auferstehung zeigte sich Jesus seinen Jüngern als Lebender und verbrachte mit ihnen neunzig Tage. Er lehrte und sprach über das Reich Gottes und das, was dieses betrifft, und führte alles zu Ende, was er zu tun hatte. Dann ließ er die Zwölf mit Maria Magdalena und Joseph, Seinem Vater, und Maria, seiner Mutter, und die anderen getreuen Frauen nach Bethanien auf den Ölberg gehen, den er ihnen genannt hatte.
2. Und Jesus sprach zu ihnen: „Seht, ich habe euch aus den Menschen erwählt und habe euch das Gesetz und das Wort der Wahrheit gegeben.
3. Ich habe euch als das Licht der Welt gesetzt und als eine Stadt, die nicht verborgen sein kann. Doch die Zeit kommt, dass Finsternis die Erde bedecken wird und große Dunkelheit die Völker. Die Feinde der Wahrheit und der Gerechtigkeit werden herrschen in meinem Namen und eine Herrschaft dieser Welt errichten. Sie werden die Völker unterjochen und den Feind zur Lästerung veranlassen, indem sie meine Lehren durch die Ansichten der Menschen ersetzen und in meinem Namen lehren werden, was ich nicht gelehrt habe, und mit ihren Traditionen verdunkeln, was ich gelehrt habe.
4. Doch seid frohen Mutes; denn auch die Zeit wird kommen, dass die Wahrheit, die sie verborgen haben, offenbar werden wird; und das Licht wird strahlen, und die Finsternis wird verschwinden und das wahre Reich aufgerichtet, das in der Welt, doch nicht von der Welt sein wird. Das Wort der Gerechtigkeit und Liebe wird ausgehen von der Mitte, der Heiligen Stadt auf dem Berge Zion, und der Berg, der im Lande Ägypten ist, wird erkannt werden als ein Altar zum Zeugnisse des Herrn.
5. Und nun gehe ich zu meinem und eurem Vater, zu meinem und eurem Gott. Doch ihr, bleibt in Jerusalem und haltet an am Gebet, und nach sieben Tagen werdet ihr Kraft empfangen von oben, und das Versprechen des Heiligen Geistes wird in Erfüllung gehen an euch, und ihr werdet aus Jerusalem hinausgehen zu allen Stämmen Israels und in die fernsten Teile der Erde.“
6. Und als er dieses gesagt hatte, erhob er seine reinen und heiligen Hände und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, wurde er von ihnen getrennt, und eine Wolke, die glänzte wie die Sonne, nahm ihn von ihren Augen hinweg. Und da er emporstieg, hielten ihn einige an den Füßen, und andere beteten und fielen auf ihr Angesicht zu Boden.
7. Während sie ihm nachsahen gen Himmel, siehe, da standen bei ihnen zwei in weißen Kleidern und sprachen: „Ihr Männer Israels, was steht ihr und seht zum Himmel? Dieser Jesus, welcher in einer Wolke von euch genommen wurde, wird ebenso wiederkommen aus einer Wolke. Und so, wie ihr ihn zum Himmel fahren gesehen habt, so wird er wiederkommen auf die Erde.“
8. Da kehrten sie zurück nach Jerusalem von dem Ölberge, welcher von der Stadt einen Sabbatweg entfernt ist. Und da sie zurückkamen, vermissten sie Maria Magdalena, und sie suchten sie und fanden sie nicht. Und einige der Jünger sagten: „Der Meister hat sie mit sich genommen“, und sie staunten sehr und gerieten in große Ehrfurcht.
9. Und es war Mittsommer, da Jesus in den Himmel aufstieg, und er hatte noch nicht sein fünfzigstes Jahr erreicht; denn es war notwendig, dass sieben mal sieben Jahre in seinem Leben erfüllt werden.
10. Ja, auf dass er vollkommen werde durch das Erleiden aller Erfahrungen und ein Beispiel werde für alle, die Kinder wie die Eltern, die Verheirateten wie die Ledigen, die Jungen wie die Alten, ja, in allen Zeiten und in allen Lagen des irdischen Lebens.
1. Nachdem die Jünger von dem Berge herabgekommen waren, versammelten sie sich im oberen Raume und vereinigten sich alle zum gemeinsamen Gebet und Bittopfer; und ihre Zahl war ungefähr 120.
2. Und an diesem Tage stand Jakobus auf und sagte: „Männer und Brüder, ihr wisst, wie der Herr, bevor er uns verließ, Petrus auserwählte, damit er uns vorstehe und über uns wache in seinem Namen, und sagte, dass es notwendig sei, einen von denen, die mit uns und Zeuge seiner Auferstehung gewesen sind, auszuwählen und an seine Stelle zu setzen.“
3. Und sie wählten zwei, Barsabas und Matthias, und sie beteten und sprachen: „O Gott, der du die Herzen aller Menschen kennest, zeige uns an, welchen von den beiden du ausersehen hast, an der Apostelschaft teilzunehmen, aus welcher du deinen Diener Petrus erhoben hast, uns vorzustehen.“
4. Und sie gaben ihre Stimme ab, und das Los fiel auf Matthias, und die Zwölf nahmen ihn auf, und er wurde unter die Apostel gezählt.
5. Dann lösten Johannes und Jakobus Petrus aus ihrer Zahl heraus durch Auflegen der Hände, damit er ihnen vorstehe im Namen des Herrn, und sie sprachen: „Bruder, sei gleich einem behauenen Stein mit sechs Flächen, du, Petros, bist Petra, trägst das Zeugnis der Wahrheit auf jeder Seite.“
6. Und den Aposteln wurden Stäbe gegeben, um ihre Schritte auf dem Wege der Wahrheit zu lenken und Kronen des Ruhmes zugleich, und den Propheten brennende Lampen, um Licht zu streuen auf den Weg, und Weihrauchfässer mit Feuer; und den Evangelisten das Buch und das heilige Gesetz, um das Volk an die ersten Grundsätze zu erinnern; und den Hirten wurde der Kelch und der Teller gegeben, um die Herde zu speisen und zu nähren.
7. Doch nichts ward einem gegeben, das nicht allen gegeben worden wäre; denn alle waren eine Priesterschaft unter Christus als ihrem Meister und Hohepriester im Tempel Gottes; und den Diakonen wurden Körbe gegeben, damit sie die Dinge darein legten, die notwendig waren für das heilige Opfer. Und ihre Zahl war an die 120, und Petrus stand ihnen vor.
8. Und als der siebte Tag gekommen war, waren sie alle einmütig beieinander im selben Hause, und wie sie beteten, da kam ein Ton vom Himmel wie das Brausen eines gewaltigen Windes, und der Raum, in dem sie versammelt waren, wurde erschüttert, und er füllte das ganze Haus.
9. Und es erschienen geteilte Zungen wie feurige Flammen und schwebten über dem Haupte eines jeden. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geiste, und sie fingen an zu reden mit Zungen, wie der Geist ihnen zu sprechen gab. Da stand Petrus auf und predigte das Gesetz Christi der Menge aus allen Ländern und Sprachen, welche hier zusammen waren. Nach dem Berichte derer, die das gesehen und gehört haben, vernahm jeder Mann das Wort in seiner eigenen Sprache, in der er geboren war.
10. Und aus denen die zugehört hatten, waren an diesem Tage 3000 Seelen in die Gemeinde gesammelt worden, und sie erhielten das heilige Gesetz, bereuten ihre Sünden und empfingen die Taufe und setzten ihr Leben in der Bruderschaft der Apostel, in ständigem Opfer und Gebet fort.
11. Und die, welche glaubten, gaben all ihren Besitz auf, hatten alles gemeinsam und lebten beisammen am gleichen Orte und erwiesen die Liebe und Güte Gottes ihren Brüdern und Schwestern und allen Geschöpfen. Sie arbeiteten mit ihren Händen zu dem allgemeinen Wohle.
12. Und von diesen wurden zwölf berufen, um Propheten zu sein mit den zwölf Evangelisten und zwölf Hirten und ihre Helfer dazu und Diakone der universellen Gemeinde, und sie waren 120 an der Zahl. Und so war der Tempel Davids aufgerichtet, aus lebenden Menschen voll Güte, so wie der Meister es ihnen gezeigt hatte.
13. Und der Gemeinde in Jerusalem wurde Jakobus, der Bruder des Herrn, gegeben als Vorsteher und Engel und dazu 24 Priester in einem vierfachen Amte und auch Diakone und ihre Helfer. Und nach sechs Tagen kamen viele zusammen, und es kamen 6000 Männer und Frauen hinzu, die das heilige Gesetz der Liebe empfingen, und sie empfingen mit Freude das Wort.
14. Und wie sie am Tage des Herrn, nachdem der Sabbat vorüber war, versammelt waren und das heilige Opfer darbrachten, vermissten sie Maria und Joseph, die Eltern Jesu. Und sie suchten nach ihnen, fanden sie aber nicht.
15. Und einige unter ihnen sagten: „Sicher hat sie der Herr hinweggenommen wie Magdalena.“ Und sie wurden von Scheu erfüllt und sangen das Lob Gottes.
16. Und der Geist Gottes kam über die Apostel und die Propheten unter ihnen, und da sie sich erinnerten, was der Herr sie gelehrt hatte, bekannten und priesen sie Gott alle mit einer Stimme und sprachen:
17. „Wir glauben an Einen Gott: den Unendlichen, den geheimen Ursprung, den ewigen Vater, von dem alle Dinge kommen, die unsichtbaren und die sichtbaren, dem All in allem durch alles und um alles: Der heilige Eine, in dem alle Dinge bestehen, was war, was ist und was sein wird.
18. Wir glauben an einen Herrn, unsere Herrin, den vollkommenen heiligen Christus: Gott von Gott, Licht vom Lichte gezeugt. Unser Herr, der Vater, Bräutigam und Sohn. Unsere Herrin, die Mutter, die Braut und die Tochter. Drei Gestalten in Einer ungeteilten Wesenheit. Eine zweifache Dreieinigkeit. Dass Gott offenbar werde als der Vater, Bräutigam und Sohn von jeder Seele, und dass jede Seele vollkommen werde als die Mutter, die Braut und die Tochter Gottes.
19. Und dies durch das Aufsteigen der Seele in den Geist und das Herabsteigen des Geistes in die Seele. Der Geist kommt vom Himmel und ist Fleisch geworden aus der ewig gesegneten Jungfrau, in Jesus und jedem Christus Gottes, und wurde geboren und lehrte den Weg des Lebens und litt unter den weltlichen Herrschern und wurde gekreuzigt und begraben und stieg hinab zu der Hölle. Und der wieder aufersteht und auffährt in Herrlichkeit, von wo er allen das Licht und das Leben spendet.
20. Wir glauben an den siebenfachen Geist Gottes, den Lebensspender, der aus den Heiligen Zwei hervorgeht, der über Jesus kommt und über alle, die treu sind dem inneren Licht; der in der Gemeinde wohnt, in dem von Gott erwählten Israel; der immerdar in die Welt kommt und jede Seele erleuchtet, die da sucht; der das Gesetz gibt, das die Lebenden und die Toten richtet; der durch die Propheten aller Zeiten und Länder spricht.
21. Wir glauben an eine heilige allgemeine und apostolische Gemeinde: die Zeugin aller Wahrheit, die Erhalterin und Spenderin derselben. Erschaffen vom Geiste und dem Feuer Gottes; genährt von den Wassern, Saaten und Früchten der Erde. Die durch den Geist des Lebens, ihre zwölf Bücher und Sakramente, ihre heiligen Worte und Werke die Erwählten in einer mystischen Vereinigung zusammenschließt und die Menschheit mit Gott vereinigt, die uns zu Teilhabern des Göttlichen Lebens und Wesens macht, dieses bezeugend in den heiligen Symbolen.
22. Und wir erwarten die Wiederkehr des allumfassenden Christus und des Reiches Gottes, worin Gerechtigkeit besteht. Und die heilige Stadt, welche zwölf Tore hat: Darin sind der Tempel und der Altar Gottes. Von wo drei Ordnungen in vierfachem Amte hervorgehen, alle Wahrheit zu lehren und das tägliche Opfer des Lobpreises darzubringen.
23. Und so innen wie außen. Im großen wie im kleinen. So oben wie unten, wie im Himmel, so auch auf Erden. Wir glauben an die Läuterung der Seele durch viele Geburten und Erfahrungen, die Auferstehung von den Toten, an das ewige Leben aller Gerechten, von Ewigkeit zu Ewigkeit und Ruhe in Gott für immer. – Amen.“
24. Und wie die Wolken des Weihrauches aufstiegen, da wurde der Klang vieler Glocken gehört, und eine Menge der Himmelsscharen pries Gott und sprach:
25. „Ruhm, Ehre, Lob und Preis sei Gott, dem Vater, Bräutigam und Sohne, eins mit der Mutter, Braut und Tochter, von dem der Ewige Geist hervorgeht, durch den alle Wesen geschaffen sind. Von aller Ewigkeit, jetzt und in alle Ewigkeit – Amen – Allelujah, Allelujah, Allelujah.
26. Und wenn irgendeiner von den Worten dieses Evangeliums nimmt oder hinzufügt oder wie unter einem Scheffel das Licht desselben verbirgt, das Licht, das uns, den zwölf Zeugen, erwählet von Gott zur Erleuchtung der Welt, zu ihrer Erlösung, durch den Heiligen Geist gegeben ist: Lasset ihn sein Anathema Maranatha, bis zum Erscheinen des Christus Jesus, unseres Erlösers, mit allen Heiligen. Amen.“
Hier endet das Heilige Evangelium des vollkommenen Lebens von Jesus, dem Christus, dem Sohne Davids dem Fleische nach, dem Sohne Gottes dem Geiste nach. Hier endet ebenso das Evangelium der heiligen Zwölf, das ursprünglich von den Aposteln festgehalten und später den wahren Nachfolgern des Meisters übergeben wurde in den frühen Tagen der Gemeinde von Jerusalem. Ehre sei Gott, durch dessen Kraft dies geschrieben worden ist!
Quellen-Angaben
• Das Evangelium nach Thomas: Dieses Evangelium besteht aus 114 Sprüchen, die Jesus zugeschrieben werden. Es enthält keine Erzählungen über Jesu Leben, sondern betont eine spirituelle und mystische Sichtweise auf seine Lehren. Besonders bemerkenswert ist, dass das Thomas-Evangelium weniger auf Dogmen und Glaubensbekenntnisse fokussiert, sondern darauf, dass jeder Mensch das „Licht“ und „Reich Gottes“ in sich selbst finden kann.
• Das Evangelium der Wahrheit: Ein poetischer und mystischer Text, der die göttliche Erkenntnis und die Rückkehr der Seele zum göttlichen Ursprung thematisiert.
• Das Apokryphon des Johannes: Eine umfassende Schöpfungsgeschichte aus gnostischer Sicht, in der die materielle Welt als eine unvollkommene Schöpfung eines niedrigeren Wesens angesehen wird. Diese Schrift stellt die materielle Welt oft als Hindernis für spirituelles Wachstum dar.
• Das Evangelium nach Philippus: Eine Sammlung von Sprüchen und mystischen Aussagen über Liebe, Sexualität und die Sakramente, die eine stark gnostische Perspektive auf das Verständnis der göttlichen Wahrheit und das Verhältnis zwischen Mensch und Gott bietet.
• Die Pistis Sophia: Ein bedeutendes Werk, das sich mit der spirituellen Reise und Erlösung der Seele befasst und eng mit gnostischen Erlösungsvorstellungen verbunden ist.